Mein Dank gilt allen Personen, die am Gelingen meiner Diplomarbeit beteiligt waren. In fachlicher Hinsicht war dies vor allem mein Betreuer, Univ.-Ass. Dr. Ewald Jarz, der mir stets kompetent und motivierend zur Seite stand. Seine konstruktive Kritik hat meine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema erheblich gefördert.
Für den hilfreichen Input aus der Praxis und die angenehme Zusammenarbeit bedanke ich mich beim „CMS-Team“ der Firma Ti·KOM Consulting. Weiters möchte ich allen Unternehmen danken, die sich an der empirischen Studie beteiligt haben. Ich war äußerst überrascht und erfreut über die vielen freundlichen Meldungen und Wünsche, die als Feedback abgesendet wurden. Besonderer Dank gilt meinen Eltern, die mir ein äußerst interessantes und erfahrungsreiches Studium ermöglicht und mich in sämtlichen Aktivitäten und Entscheidungen unterstützt haben.
Ein Dankeschön auch an alle meine Freunde und Bekannte, die mich auf meinem Studienweg begleitet haben.
Mein größter Dank gebührt meiner Freundin MMag. Helga Januschke, die als kritische Diskussionspartnerin, geduldige Lektorin und moralische Stütze ausschlaggebend zum Gelingen der Arbeit beigetragen hat.
Seite ii
I Inhalt
I Inhalt ii
II Abbildungsverzeichnis iv
III Tabellenverzeichnis iv
IV Verzeichnis der Diagramme v
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung, Zielsetzung 1
1.2 Aufbau der Arbeit 2
2 Begriffsbestimmung und Definitionen 4
2.1 Content 4
2.1.1 Bestimmung von Content aus Sicht des Anwenders 4
2.1.2 Definition von Content anhand der Anatomie von Dokumenten 6
2.2 Abgrenzung von Daten, Information, Wissen und Content 8
2.2.1 Daten 8
2.2.2 Information 9
2.2.3 Wissen 9
2.2.4 Zusammenhang mit Content 11
2.3 Unterscheidung Content vs Dokument 13
2.4 Web Content Management 14
2.4.1 Definition anhand der Begriffsbestandteile 14
2.4.2 Definition anhand der Merkmale 16
2.4.3 Web Content Management Systeme 17
2.5 Abgrenzung zu verwandten Bereichen 19
2.5.1 Dokumenten Management Systeme (DMS) 19
2.5.2 Knowledge Management 23
2.5.3 Fazit 25
3 Bedeutung von Web Content Management 26
3.1 Entwicklung von Content 26
3.2 Vergleich: Herkömmliches Webpublishing vs Webpublishing mit einem CMS 29
3.2.1 Merkmale 29
3.2.2 Der Content Life Cycle 31
3.2.3 Organisatorische Anforderungen 39
3.2.4 Technische Anforderungen 47
3.2.5 Resümee 55
3.3 Architektur von CMS 57
3.3.1 Architektur dynamischer CMS 59
3.3.2 Architektur von CMS mit Publishing-/Staging-Servern 61
3.3.3 Beispiel eines relationalen Datenmodells 63
3.4 Erwartungen an ein CMS 65
3.4.1 Qualität und Aktualität des Content 65
3.4.2 Optimierung der Webpublishing-Prozesse 67
3.4.3 Kostenoptimierung 68
3.4.4 Integration und Flexibilität 70
3.4.5 Mehrfachverwendung der Inhalte 72
3.4.6 Mehrsprachigkeit Internationalisierung der Website 74
3.4.7 Personalisierung 76
3.4.8 Resümee 81
Seite iii
3.5 Bedarfsanalyse für ein CMS 83
3.5.1 Umfang an Inhalten 83
3.5.2 Anzahl an Beitragenden 84
3.5.3 Häufigkeit von Änderungen 85
3.5.4 Art der Publikationen 85
3.5.5 Berechnungsmodus 86
4 Empirische Studie 91
4.1 Hypothesen 91
4.2 Methodik 93
4.2.1 Gewählte Vorgehensweise 93
4.2.2 Gütekriterien für Befragungen im World Wide Web 96
4.2.3 Besonderheiten von Online-Befragungen 101
4.2.4 Besonderheiten des Einladungsschreiben für die Online-Befragung 106
4.3 Ergebnisse mit Vergleich Österreich Kanada 108
4.3.1 Teilnehmerrücklauf Österreich 108
4.3.2 Teilnehmerrücklauf Kanada 113
4.3.3 Beantwortungsdauer 115
4.3.4 Demographische Daten 117
4.3.5 Allgemeine Daten zu Internet/Intranet 125
4.3.6 Bedarfsabschätzung für Content-Management-Lösungen 131
4.3.7 Kosten für die Internet-Aktivitäten 148
4.3.8 Aufgabenverteilung im Webpublishing 158
4.3.9 Einsatz von Content Management Tools 161
4.3.10 Argumente für / gegen ein Redaktionssystem 173
4.3.11 Statements zu Webpublishing-Vorgehensweisen 177
4.3.12 Statements zu internationalem Webpublishing 195
4.3.13 Investitionsbereitschaft 205
4.4 Unterschiede zwischen Österreich und Kanada im Überblick 206
4.5 Resümee 208
4.5.1 Hypothese 1: KMUs haben einen beträchtlichen Bedarf an Content Management
Systemen 208
4.5.2 Hypothese 2: In den KMUs werden überwiegend herkömmliche Methoden des
Webpublishings eingesetzt, wodurch diverse Probleme auftreten 211
4.5.3 Hypothese 3: Es werden unterschiedlich wichtige Anforderungen bzw Erwartungen an
ein CMS gestellt 213
4.5.4 Hypothese 4: Kanadische Unternehmen nutzen die neuen Möglichkeiten des Content
Managements intensiver 215
4.5.5 Hypothese 5: Unternehmen entstehen durch das Management ihrer Website mehr
interne als externe Kosten 216
5 Schlussfolgerungen 218
5.1 Zusammenfassung der Kernpunkte 218
5.2 Fazit 221
6 Literatur 223
7 Anhang 227
7.1 Fragebogen 227
Seite iv
II Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Bestimmung von Content 6
Abbildung 2: Daten, Content, Information und Wissen 12
Abbildung 3: Unterscheidung Dokument vs Content 13
Abbildung 4: Herkömmliches Webpublishing 30
Abbildung 5: Webpublishing mit einem CMS 31
Abbildung 6: Der Content Life Cycle (eigene Darstellung) 32
Abbildung 7: Beispiel von Versionierung 34
Abbildung 8: Beispiel eines visuellen Versionsvergleiches 35
Abbildung 9: Beispiel eines Workflows 36
Abbildung 10: Schema der Funktionsweise von Templates(eigene Darstellung) 47
Abbildung 11: Drei-Schicht-Architektur bei CMS (eigene Darstellung) 59
Abbildung 12: Prinzip dynamischer CMS 60
Abbildung 13: Ablaufschema einer Seitengenerierung mittels dynamischem CMS 61
Abbildung 14: Prinzip von Publishing-/Staging-CMS 62
Abbildung 15: Ablaufschema eines Seitenabrufes beim Publishing-/Staging-Prinzip 63
Abbildung 16: Arten der Personalisierung (eigene Darstellung) 78
Abbildung 17: Screenshot einer amazon de-Produktdetailseite 80
Abbildung 18: Unterschied zwischen gedruckten Fragebögen und Online-Fragebögen 102
Abbildung 19: Auswirkung unterschiedlicher Bildschirmauflösungen 104
III Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Beispiele für Gruppen und Rollen in einem CMS 41
Tabelle 2: Gegenüberstellung herkömmliches Webpublishing vs Webpublishing mit CMS 56
Tabelle 3: Sprachenverteilung der Internet-Benutzer, Stand: September 2001 75
Tabelle 4: Modell zur Berechnung der Zweckmäßigkeit eines CMS 87
Tabelle 5: Globale Browser-Statistiken April 2001 April 2002 102
Tabelle 6: Deskriptive Statistiken der Beantwortungsdauer 117
Tabelle 7: EU-Definition von Klein-, Mittel- und Großbetrieben 118
Tabelle 8: Anteil an laufender Pflege am gesamten Aufwand für die Website 129
Tabelle 9: Umfang der Website im Ländervergleich 133
Tabelle 10: Anzahl der Seitentypen nach Unternehmensgröße 134
Tabelle 11: Anzahl der Seitentypen nach Branche 134
Tabelle 12: Anzahl an strukturellen und Design-Änderungen nach CMS-Einsatz 138
Tabelle 13: Anzahl an strukturellen und Design-Änderungen nach Seitenumfang 139
Tabelle 14: Verwendung der Inhalte für weitere Publikationen 139
Tabelle 15: Anzahl an weiteren Publikationen unter Verwendung der Inhalte 140
Tabelle 16: Zusammenhang Komplexität und Unternehmensgröße (nur Unternehmen ohne CMS) 147
Tabelle 17: Interner Aufwand Mittelwerte 153
Tabelle 18: Einsatz von CMS nach Branchen und Unternehmensgrößen 162
Tabelle 19: Zufriedenheit mit dem eingesetzten CMS im Ländervergleich 172
Tabelle 20: Zusammenfassung der Unterschiede zwischen Österreich und Kanada 207
Seite v
IV Verzeichnis der Diagramme
Diagramm 1: Rücklaufquote (Österreich) 109
Diagramm 2: Teilnehmer-Rücklauf im Zeitablauf (Österreich) 110
Diagramm 3: Schematische Darstellung des Fragebogen-Ablaufs 111
Diagramm 4: Übersicht über beantwortete Seiten des Fragebogens 112
Diagramm 5: Rücklaufquote (Kanada) 114
Diagramm 6: Teilnehmer-Rücklauf im Zeitablauf (Kanada) 115
Diagramm 7: Beantwortungsdauer des Fragebogens 116
Diagramm 8: Vergleich der Unternehmensgrößen der Teilnehmer mit der Verteilung laut Wirtschaftskammer118
Diagramm 9: Unternehmensgrößen der kanadischen Teilnehmer 119
Diagramm 10: Verteilung der Teilnehmer und Unternehmen nach Bundesländern 120
Diagramm 11: Verteilung der Teilnehmer nach Bundesländern und Unternehmensgrößen 121
Diagramm 12: Branchenverteilung der österreichischen Teilnehmer 122
Diagramm 13: Branchenverteilung der kanadischen Teilnehmer 123
Diagramm 14: Unternehmensgröße nach Branchen 124
Diagramm 15: Position des Teilnehmers im Unternehmen 125
Diagramm 16: Jahr der Website-Erstellung im Ländervergleich 126
Diagramm 17: Einsatz von Intranets 127
Diagramm 18: Strategische Bedeutung der Internet-Aktivitäten 128
Diagramm 19: Anteil an laufender Pflege am Gesamtaufwand, dargestellt nach Umfang der Website 130
Diagramm 20: Umfang der Websites nach Unternehmensgröße 132
Diagramm 21: Umfang der Website nach Branchen 133
Diagramm 22: Anzahl an beteiligten Mitarbeitern (Spezialisten und Mitarbeiter ohne Spezialwissen) 135
Diagramm 23: Anzahl an beteiligten Mitarbeitern nach Einsatz von CMS 136
Diagramm 24: Durchsatz (Änderungen) pro Woche 137
Diagramm 25: Durchsatz nach Branchen 137
Diagramm 26: Erwartete Entwicklung des Umfangs der Website 141
Diagramm 27: Erwartete Entwicklung des Aufwands zur Erstellung und Pflege der Inhalte 142
Diagramm 28: Komplexität der CM Prozesse, mit und ohne Einsatz von CMS 144
Diagramm 29: Komplexität Bedarf für CMS nach Branchen 145
Diagramm 30: Externe Kosten der Internet-Aktivitäten (Werte in öS) 149
Diagramm 31: Externe Kosten Ländervergleich 149
Diagramm 32: Externe Kosten Branchenvergleich 150
Diagramm 33: Interne Kosten für die Erstellung und Pflege der Website 153
Diagramm 34: Interne Kosten für die Erstellung und Pflege der Website 153
Diagramm 35: Interne Kosten nach Unternehmensgröße (Österreich) 154
Diagramm 36: Interne Kosten im Branchenvergleich 154
Diagramm 37: Spezialisten-Manntage nach Einsatz eines CMS 155
Diagramm 38: Sachbearbeiter-Manntage nach Einsatz eines CMS 155
Diagramm 39: Vergleich der externen und internen Kosten 157
Diagramm 40: Aufgabenverteilung Wer pflegt welche Bereiche der Website? (Österreich) 159
Diagramm 41: Einsatz von Redaktionstools / Content Management Tools (Österreich) 161
Diagramm 42: Kenntnis von CMS bei Nicht-Anwendern von CMS 163
Diagramm 43: Bereiche, die mittels Redaktionssystem gepflegt werden 164
Diagramm 44: Wer entwickelte das Redaktionssystem? 165
Diagramm 45: Lizenzmodell des eingesetzten Redaktionssystems 165
Diagramm 46: Einmalige Investitionskosten des Redaktionssystems 166
Diagramm 47: Einmalige Kosten des CMS nach Branchen 167
Seite vi
Diagramm 48: Verwendete Programmier-/Skriptsprachen 168
Diagramm 49: Verwendete Datenbanken 169
Diagramm 50: Zufriedenheit bzgl Leistung und Funktionalitäten 170
Diagramm 51: Zufriedenheit bzgl Bedienung und Benutzerfreundlichkeit 171
Diagramm 52: Zufriedenheit bzgl Flexibilität und Erweiterungen/Anpassungen 171
Diagramm 53: Zufriedenheit mit dem CMS verglichen mit den Kosten 173
Diagramm 54: Hauptargumente für ein Redaktionssystem (Österreich) 174
Diagramm 55: Argumente für ein Redaktionssystem Österreich vs Kanada 175
Diagramm 56: Argumente gegen ein Redaktionssystem Österreich vs Kanada 176
Diagramm 57: Mittelwerte der Statements, mit und ohne Redaktionssystem 178
Diagramm 58: Mittelwerte der Statements Vergleich zwischen Österreich und Kanada 179
Diagramm 59: Statement 1 Aktualität der Inhalte ausreichend 180
Diagramm 60: Statement 1 Aktualität der Inhalte ausreichend Ländervergleich 181
Diagramm 61: Statement 2 Mitarbeiter haben zuwenig Zeit 182
Diagramm 62: Statement 3 Kenntnisse der Mitarbeiter ausreichend 182
Diagramm 63: Statement 4 Pflege der Website läuft ineffizient ab 183
Diagramm 64: Statement 5 Nur Mitarbeiter mit Spezialwissen können pflegen 184
Diagramm 65: Statement 5 Nur Mitarbeiter mit Spezialwissen können pflegen (Ländervergleich) 184
Diagramm 66: Statement 6 Inhalte werden kontrolliert und freigegeben 185
Diagramm 67: Statement 7 Zuständigkeiten sind eindeutig festgelegt 186
Diagramm 68: Statement 7 Zuständigkeiten sind eindeutig festgelegt (Ländervergleich) 186
Diagramm 69: Statement 8 Alte Inhalte werden rechtzeitig entfernt 187
Diagramm 70: Statement 8 Alte Inhalte werden rechtzeitig entfernt (Ländervergleich) 187
Diagramm 71: Statement 9 Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern ist effizient 188
Diagramm 72: Statement 10 Struktur der Website ist aufwändig zu ändern 189
Diagramm 73: Statement 11 Leistungsfähige Suchfunktion ist vorhanden 189
Diagramm 74: Statement 11 Leistungsfähige Suchfunktion ist vorhanden Ländervergleich 190
Diagramm 75: Statement 12 Aufwand für Pflege wurde unterschätzt 191
Diagramm 76: Statement 13 Integration anderer Systeme ist sinnvoll 191
Diagramm 77: Statement 14 Mehr Inhalte bei Pflege durch Fachabteilungen 192
Diagramm 78: Statement 15 Erstellung neuer Inhalte schwieriger als technische Umsetzung 193
Diagramm 79: Statement 15 Erstellung neuer Inhalte schwieriger als Technik Ländervergleich 193
Diagramm 80: Statement 16 Widerstände durch Verlagerung an Fachabteilungen 194
Diagramm 81: Statement 16 Widerstände durch Verlagerung an Fachabteilungen Ländervergleich 194
Diagramm 82: Mittelwertvergleich der Statements zu internationalem Webpublishing 196
Diagramm 83: Statement i-1 Internationale Kontakte konnten geknüpft werden 197
Diagramm 84: Statement i-1 Internationale Kontakte konnten geknüpft werden Ländervergleich 198
Diagramm 85: Statement i-2 Übersetzung bereitet Schwierigkeiten 199
Diagramm 86: Statement i-3 Aktualität mehrsprachiger Inhalte ist gegeben 199
Diagramm 87: Statement i-4 Kulturelle Aspekte werden ausreichend berücksichtigt 200
Diagramm 88: Statement i-5 Rechtliche Aspekte werden ausreichend berücksichtigt 201
Diagramm 89: Statement i-6 Support erfolgt in den Sprachen der Kunden 201
Diagramm 90: Statement i-6 Support erfolgt in den Sprachen der Kunden Ländervergleich 202
Diagramm 91: Statement i-7 Länder-Niederlassungen erstellen Website selbst 202
Diagramm 92: Statement i-8 Technische Aspekte werden ausreichend berücksichtigt 203
Diagramm 93: Statement i-9 inhaltlich und formal konsistenter Webauftritt 204
Diagramm 94: Statement i-10 Gute Mischung aus zentraler Kontrolle und dezentr Anpassungsfähigkeit 205
Diagramm 95: Investitionsbereitschaft der Teilnehmer mit einem Bedarf 1 205
Diagramm 96: Investitionsbereitschaft nach Branchen (bei Bedarf 1) 206
1 Einleitung: Problemstellung, Zielsetzung Seite 1
1 Einleitung
1.1 Problemstellung, Zielsetzung
Im Zuge der enorm schnellen Verbreitung der weltweiten Internet-Nutzung Mitte bis Ende der 90er Jahre haben nach den wissenschaftlichen Einrichtungen auch Unternehmen die reizvollen Möglichkeiten erkannt, die ihnen das Medium Internet für die Unternehmenskommunikation, für das Management ihrer Kundenbeziehungen sowie für die Abwicklung von Geschäftsprozessen bieten kann.
Zunächst begann die Ära der „virtuellen Visitenkarten“ im World Wide Web, wo begeisterte Mitarbeiter erste spielerische Schritte unternahmen, ihr Unternehmen im weltweiten Netz zu präsentierten („Wir sind online!“), bevor sie dazu übergingen, schrittweise ihre Produkte und Dienstleistungen mehr oder weniger detailliert zu beschreiben. Mittlerweile ist das so genannte „Webpublishing“ in den meisten Unternehmen ein fixer Aufgabenbereich, in dem teilweise mehrere Mitarbeiter damit beschäftigt sind, die Website als dynamische, sich laufend ändernde Publikation zu pflegen, zu erweitern und zu verwalten. Dabei sind Unternehmen zunehmend mit dem Problem konfrontiert, dass angesichts des explosiv wachsenden Umfangs und der ebenso wachsenden Anforderungen der Kunden die Komplexität enorm zunimmt und das Management der Website umfangreiche zeitliche Ressourcen der Mitarbeiter erfordert, abgesehen davon, dass intensives technisches Know-how zur Bearbeitung der Website notwendig ist. Die Unternehmen stehen vor einem Dilemma: Das Internet bietet zwar attraktive Möglichkeiten zur Generierung von Kontakten und Anbahnung von Geschäften, erfordert jedoch andererseits immense Aufwände, wenn die Website die erforderliche Aktualität, Qualität und Professionalität mit einem großem Umfang an Inhalten erreichen soll.
1 Einleitung: Aufbau der Arbeit Seite 2
Ein gezieltes Management der Inhalte im Web, das „Web Content Management“, soll zu
einer effizienten Pflege und Verwaltung der Website führen und gilt mittlerweile, wie die
Beispiele vieler erfolgreicher Websites zeigen, als ausschlaggebender Erfolgsfaktor Soft-
ware-Entwickler sowie Internet-Dienstleister haben die Probleme erkannt und verschie-
denste Softwareapplikationen unter dem Begriff „Web Content Management Systeme“
entwickelt, die auf unterschiedliche Art und Weise die Probleme der Kunden zu lösen
versuchen
Da das Themengebiet „Content Management“ neu ist, gibt es kaum wissenschaftlich
fundierte, spezifische Literatur Ziel dieser Arbeit ist es deshalb u a , den aktuellen „state
of the art“ im Bereich Webpublishing festzuhalten, Anforderungen und Entwicklungsten-
denzen abzuschätzen und Empfehlungen, vor allem für Klein- und mittelständische
Unternehmen abzuleiten Dies soll zu einem besseren Verständnis der Problematik bei-
tragen und entscheidungsrelevante Informationen für Unternehmen liefern
1.2 Aufbau der Arbeit
Entscheider in Unternehmen sind im Bereich Content Management mit unterschiedlichen
Problemen konfrontiert Einerseits stehen sie vor einem unüberschaubaren Markt mit
hunderten verschiedener Produkte in jeglichen Preiskategorien, die sich allesamt als
„Content Management Systeme“ (CMS) definieren, jedoch äußerst unterschiedliche Zu-
gangsweisen zur Problemstellung und Methoden zu deren Lösung einsetzen Kapitel 2
beschäftigt sich daher eingehend mit einer Begriffsbestimmung und Abgrenzung zu
anderen, verwandten Applikationen im Bereich des Informationsmanagements
Andererseits ist es für die Verantwortlichen im Unternehmen schwierig, den Bedarf nach
einem CMS sowie die eigenen Anforderungen einzuschätzen In Kapitel 3 wird nach
einem problemorientierten Vergleich zwischen herkömmlichen Methoden des Webpub-
lishings und Webpublishing mittels CMS auf technische Grundlagen eingegangen Es
werden Erwartungen und Anforderungen an Content Management Systeme diskutiert
und anschließend ein Modell zur Berechnung und Abschätzung des Bedarfes nach
einer Content Management Lösung vorgestellt
Schließlich ist es Ziel der Arbeit, neue Informationen über die Seite der Anwender zu ge-
winnen, da sich bisherige Studien im Bereich Content Management meist auf einen Ver-
gleich der Anbieter beschränken oder nur Großunternehmen analysieren Deshalb wurde
eine empirische Untersuchung mit der Methode der Online-Befragung durchgeführt,
an der eine beträchtliche Anzahl an Klein-, Mittel- und Großbetrieben verschiedenster
1 Einleitung: Aufbau der Arbeit Seite 3
Branchen teilgenommen hat. Ziel der Untersuchung war es, aktuelle Vorgehensweisen und Problemstellen im Webpublishing zu durchleuchten und den Bedarf an neuen Methoden zum Management der Website zu ermitteln. In Kapitel 4 werden nach Vorstellung der Hypothesen und Beschreibung der verwendeten Methode die Ergebnisse dieser Studie vorgestellt und analysiert. Im Resümee werden die Hypothesen angewendet und Schlussfolgerungen gezogen.
In der Studie wurde zusätzlich ein internationaler Vergleich zwischen Unternehmen aus Österreich und Kanada durchgeführt. Eventuell abweichende Ergebnisse der beiden Länder werden bereits im Zuge der Analyse besprochen und in Abschnitt 4.4 überblicksartig zusammengefasst.
Den Abschluss der Arbeit bildet Kapitel 5, das eine Zusammenfassung der Kernaussagen mit Schlussfolgerungen für Unternehmen enthält.
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde darauf verzichtet, beide Geschlechtsformen zu verwenden (wie z.B. „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“). Soweit wie möglich wurde versucht, eine geschlechtsneutrale Variante zu verwenden, ansonsten wurde auf die männliche Form zurückgegriffen. In allen Fällen sind beide Geschlechter angesprochen.
2 Begriffsbestimmung und Definitionen: Content Seite 4
2 Begriffsbestimmung und Definitionen
Im diesem Kapitel werden als Grundlage für die gesamte Arbeit die Begriffe des Themen-
gebietes „Content Management“ genau definiert und Ihre Abhängigkeiten untereinander
und zu angrenzenden Bereichen untersucht
2.1 Content
Der Begriff Content wird sehr unterschiedlich verwendet Um Verständnisschwierigkeiten
vorzubeugen, ist es zunächst notwendig, die unterschiedlichen Betrachtungen zu unter-
suchen und eine möglichst eindeutige Interpretation festzulegen
Da Gegenstand dieser Arbeit Websites sind, und Methoden und Werkzeuge zur Verwal-
tung von Online-Inhalten diskutiert werden, wird hier nicht näher zwischen „Content“ und
„Web Content“ unterschieden, und die Begriffe synonym verwendet Viele Konzepte las-
sen sich jedoch direkt oder leicht abgewandelt auch auf Content anwenden, der nicht für
das Zielmedium Web verwaltet wird
Eine einfache, jedoch für einen grundsätzlichen Überblick hilfreiche Definition wird auf
der Website www cmforum de gegeben: Content bezeichnet „alles, was in digitaler
Form publiziert werden kann: Texte, Grafiken, Audio und Video “ 1
Nachfolgend soll genauer diskutiert werden, was Content ist und aus welchen Bestand-
teilen sich Content zusammensetzt
2.1.1 Bestimmung von Content aus Sicht des Anwenders
Unter Content wird oft der Inhalt verstanden, der sich dem Betrachter auf einem Infor-
mationsträger optisch präsentiert, also die einzelnen Elemente z B einer Internet-Seite
wie Text, Grafiken, Werbebanner 2 Diese Definition, die auch als „kreativer Content“ oder
„deskriptiver Content“ bezeichnet wird, ist in vielen Fällen jedoch zu eng gefasst, da der
Content einer Website weitere Elemente einschließt, die auf eine effiziente und effektive
Art und Weise verwaltet werden müssen 3
1 vgl CMForum, 2001
2 vgl Schuster/Wilhelm/Bullinger, 2000, S 6 sowie Reynolds/Kaur, 2000
3 vgl Reynolds/Kaur, 2000
2 Begriffsbestimmung und Definitionen: Content Seite 5
Sollen interaktive Funktionalitäten wie z B ein Warenkorb bereitgestellt werden,
so ist der Ablauf von kleineren Programmen (Skripts) nötig, welche ebenfalls
unter Content einzuordnen sind, sofern sie in das System eingepflegt, dort ver-
waltet oder vom Benutzer verändert werden 4
Datenbankinhalte, die in die Website integriert werden, beispielsweise eine
Artikeldatenbank, stellen ebenfalls Content dar
Als transaktioneller Content werden Informationen über geschäftliche Vorgänge
bezeichnet, beispielsweise Kundenkonten, Bestellungen und Lieferungen Charak-
teristisch für transaktionellen Content ist ein Informationsfluss in beide Richtun-
gen, im Gegensatz zum kreativen Content, der nur vom Anbieter zum Nutzer
übertragen wird
Daneben werden auf vielen Websites Informationen in Form von Dateien in ver-
schiedenen Formaten zum Download bereitgestellt, z B als Word-Dokumente,
Excel-Tabellen, PDF-Dateien
Diese Elemente, die Inhalte im engeren Sinne darstellen, werden als „Substanz“ einer
Website bezeichnet 5
Substanzen haben mit dem eigentlichen Inhalt assoziierte Metadaten oder Metainfor-
mationen („Informationen über Informationen“) Sie enthalten zusätzliche Informatio-
nen über Inhalte wie beispielsweise eine kurze Beschreibung, Schlagwörter, Kategorien,
Gültigkeit, Sprache oder Autoren Metadaten dienen dazu, eine automatisierte Verarbei-
tung sowie Verknüpfung und Suche von Informationen zu ermöglichen 6
Wie diese Beispiele zeigen, lässt sich der Begriff Content auf sehr viele Inhalte ausdeh-
nen Letztendlich umfasst Content alle Elemente von Inhalten, Daten und Applika-
tionen, die verwendet werden, um eine Website zu betreiben Voraussetzung,
dass man von Content sprechen kann, ist das Vorliegen dieser Elemente in digitaler
Form
4 Zur Unterscheidung: Die im eigentlichen Content Management System bereits enthaltenen Programmabläufe
zählt nicht zu Content Erst wenn zusätzliche Skripts hinzugefügt werden, ist es sinnvoll, von „Content“ zu
sprechen
5 vgl Baumann, 2001
6 Auf Internet-Seiten können einige dieser Metadaten in Form so genannter „Meta-Tags“ in den nicht sichtbaren
Kopfteil eingebaut werden, die wichtigsten sind die Schlagwörter („Meta Keywords“) und die Beschreibung
(„Meta Description“) Diese Informationen werden von einigen Suchmaschinen zur Indexierung der Seiten
verwendet. Bei einer Suche werden Seiten, in denen das Suchwort in den Meta Keywords vorkommt, von der
Suchmaschine als „relevanter“ beurteilt und im Suchergebnis nach vorne gereiht Existiert eine Meta Descrip-
tion, so wird diese als Kurzbeschreibung der Website in der Ergebnisübersicht angezeigt
2 Begriffsbestimmung und Definitionen: Content Seite 6
Um Content aus fremden Quellen nutzen zu können, sind entsprechende Nutzungsrechte
erforderlich Werden diese Rechte mit dem Content kombiniert, spricht man von wert-
behafteten „Assets“: 7
Asset
Content Rechte
Substanz Metadaten
Text Beschreibung
Bild Schlagwörter
Audio Autor
Video Datum
Datenbanken Sprache
Applikationen
Abbildung 1: Bestimmung von Content 8
2.1.2 Definition von Content anhand der Anatomie von Dokumenten
Die Bestimmung von Content anhand der Anatomie von Dokumenten ist für das grund-
legende Verständnis von Content Management Systemen sehr hilfreich
„Im Zusammenhang mit Content Management Systemen muss der Begriff Content
präzisiert werden Ein innovatives Content Management System behandelt Content als
Summe von wesentlichen Einzelinformationen Diese sind: Struktur, Darstellungsform
und Inhalt “ 9
Die Trennung von Dokumenten in diese drei Bestandteile ist besonders dann notwendig,
wenn die Informationen nicht nur für den menschlichen Betrachter bestimmt sind, son-
7 Baumann, 2001
8 angelehnt an Baumann, 2001
9 Schuster/Wilhelm/Bullinger, 2000, S 6
2 Begriffsbestimmung und Definitionen: Content Seite 7
dern auch zu einer automatischen elektronischen Weiterverarbeitung oder Weiterver-
wendung Man spricht von einer „Anatomie der Dokumente bzw Informationen“, da sich
alle Dokumente bzw Informationsträger in die drei Bestandteile Struktur, Inhalt und
Darstellung zerlegen lassen In einem Content Management System werden diese Be-
standteile getrennt erfasst und gespeichert: 10
Die Struktur beschreibt die inhaltliche Definition der Einzelinformationen und
deren Abfolge bzw Verschachtelung
Beispiel: Eine Produktbeschreibung kann aus dem Produktnamen, der Produktart,
den spezifischen Merkmalen, den technischen Daten, Preis und Artikelnummer
bestehen Die Merkmale wiederum können eine Struktur aus Kurzbeschreibung,
Vorteilen, Besonderheiten, Anwendungshinweisen usw darstellen
Um eine automatisierte Weiterverarbeitung zu ermöglichen, wird der eigentliche
Inhalt entsprechend der Strukturdefinition in einzelnen Datenelementen getrennt
verwaltet. Jedes Stück Information wird einem Strukturelement zugeordnet, wo-
durch jederzeit auf einzelne Teile zugegriffen werden kann
Beispiel: Aus der erwähnten Struktur einer Produktbeschreibung kann aus dem
vorhandenen Inhalt nicht nur eine Ausgabe der gesamten Beschreibung eines
Produktes erzeugt werden, sondern auch eine Produktübersicht, welche die Ele-
mente Produktname und Preis in einer Liste darstellt
Die Darstellung ist die formale Beschreibung zur Präsentation der Informationen
auf einem möglichen Ausgabemedium Die Anweisungen, wie der Inhalt formatiert
und positioniert werden soll, stehen in idealerweise ausschließlich in sogenannten
„Stylesheets“ oder Vorlagen („Templates“) 11 Durch Verwendung unterschiedlicher
Stylesheets kann die Darstellung des Inhaltes für unterschiedlichen Zwecke und
Ausgabemedien optimiert werden
Beispiel: Zur Darstellung der Produktbeschreibung auf der Website des Unterneh-
mens wird ein Stylesheet verwendet, das die entsprechenden Corporate-Identity-
Richtlinien wie Logos und Farben berücksichtigt und für die Bildschirmdarstellung
optimiert wurde Ein anderes Stylesheet kommt zur Anwendung, um die Produkt-
informationen zum Druck aufzubereiten oder als WAP-Inhalte zum Abruf per
Mobiltelefon bereitzustellen Der Inhalt bleibt dabei jedes Mal unverändert es
10 vgl Schuster/Wilhelm/Bullinger, 2000, S 6
11 In der Praxis kann es sinnvoll sein, Formatierungsanweisungen zur Hervorhebung einzelner Textpassagen in
einem Fließtext (z B fett oder kursiv) direkt in den eingegebenen Text einzubetten Die Darstellung kann dann
trotzdem weiterhin über Stylesheets gesteuert bzw geändert werden, in dem z B der HTML-Anweisung
(„HTML-Tag“) für Fettschrift ein eigener Style mit der Farbe Rot zugewiesen wird Somit würden alle Texte, die
als „fett“ gekennzeichnet sind, in roter Schrift erscheinen
2 Begriffsbestimmung und Definitionen: Abgrenzung von Daten, Information, Wissen und Content Seite 8
wird für jede Präsentationsform lediglich die entsprechende Vorlage mit den
Formatierungsanweisungen erstellt
Vielfach lässt sich diese Anatomie nur mit dem Auge des Betrachters erkennen, beispiels-
weise eine Überschrift in einem Textverarbeitungsprogramm, die nur durch die Forma-
tierung fett und eine größere Schrift gekennzeichnet ist Ein Computer ist im Gegensatz
zu einem menschlichen Betrachter nicht in der Lage zu erkennen, welcher Text eine
Überschrift darstellt und kann dadurch keine automatisierte Weiterverarbeitung durch-
führen Die Lösung des Problems ist es, den Text so strukturiert abzuspeichern, dass ein
Element der Struktur die Überschrift ist Diesem Element kann dann für jede Darstellung
die entsprechende Formatierung über ein Stylesheet zugewiesen werden
Grundlegende Voraussetzung für den Einsatz von Content Management Systemen ist ein
Umdenken beim Erfassen oder Produzieren von Content In vielen Fällen reichte es bisher
aus, Dokumente layoutorientiert zu erstellen Eine effiziente und automatisierte Verwal-
tung von Content ist jedoch nur möglich, wenn die beschriebene Trennung konsequent
durchgeführt wird Man spricht dann von „Contentorientierung“
2.2 Abgrenzung von Daten, Information, Wissen und Content
Oft findet man in der Literatur eine hierarchische Konzeption der Begriffe Daten, Infor-
mation und Wissen Die Hierarchie besteht dabei einerseits aufgrund einer zeitlichen Ab-
folge (aus Daten entsteht Information, aus Information entsteht Wissen), andererseits
wird dabei auch eine Werthierarchie impliziert: Information ist hochwertiger als Daten,
Wissen ist hochwertiger als Information
2.2.1 Daten
Daten bezeichnen einzelne Stücke von Information, genauer beschrieben als „symboli-
sche Reproduktionen von Zahlen, Quantitäten, Variablen oder Fakten“ 12 Sie sind das
Ergebnis der Modellierung eines Ausschnittes der Realität 13
Die DIN 44300 versteht darunter maschinell verarbeitbare Informationen in Form von
Zeichenfolgen, die digital codiert sind, beispielsweise Buchstaben und Ziffern 14
12 Weggeman, 1999, S 35
13 vgl Stickel/Groffmann/Rau, 1997, S 326
14 vgl Stickel/Groffmann/Rau, 1997, S 161
2 Begriffsbestimmung und Definitionen: Abgrenzung von Daten, Information, Wissen und Content Seite 9
„Daten sind in dem Sinne elementar’, dass sie nicht in kleinere Einheiten aufgespalten
werden können, ohne ihren Bezug zu einem Wissensstand zu verlieren “ 15 Beispiele dafür
sind dieser Text (in binärer Form), ein Datensatz in einer Adressdatenbank, eine Bilddatei
oder die Angaben einer Statistik Daten sind dazu da, Information und Wissen zu spei-
chern und zu transportieren und bilden somit die Grundlage für Information und Wissen
Dieser erweiterte Datenbegriff soll für die weiteren Ausführungen als Grundlage dienen
2.2.2 Information
Grundsätzlich unterscheidet sich Information von Daten durch eine Zweckorientierung 16
oder eine Zuordnung von Bedeutung durch den Empfänger Der Erkenntnistheoretiker
Gregory Bateson beschreibt Information mit "Information is a difference that makes a
difference" (Information ist jeder Unterschied, der einen Unterschied macht) 17 Nach
dieser Definition werden Daten dann zur Information, wenn sie beim Empfänger bewertet
werden bzw eine Entscheidung beeinflussen Demnach ist Information streng an ein
Bewusstsein gekoppelt Computer können lediglich Daten verarbeiten und ihre mensch-
lichen Benutzer bei der Betrachtung der Daten unterstützen, um Informationen zu gewin-
nen Sie können aber selbst keine Informationen direkt verarbeiten
Information kann aber auch aus der Sicht der nächsten Stufe in der Hierarchie, aus der
Sicht des Wissens, als „Synonym für explizites, enzyklopädisches oder kodiertes Wis-
sen“ 18 beschrieben werden
In dieser Arbeit erscheint es am sinnvollsten, Information als Daten mit Wert oder
Bedeutung für einen menschlichen Betrachter anzusehen Durch eine sinnvolle und
intelligente Verknüpfung von Daten kann höherwertige Information gewonnen werden
2.2.3 Wissen
Wissen ist im Sinne der hierarchischen Sichtweise „mehr als Information“ Dieser
„Mehrwert“ wird vielfach beschrieben als Informationen, die verstanden und verarbeitet
wurden “Knowledge could be defined as information that has been combined with
experience, context, interpretation, and reflection 19 Wissen entsteht demnach durch
Denken, d h durch die Verknüpfung von Informationen mit Erfahrungen, dem Umfeld,
15 Mertens, 1997, S 195
16 vgl Stickel/Groffmann/Rau, 1997, S 326
17 siehe auch Bateson, 1990, S 87f
18 Weggeman, 1999, S 41
19 Davenport/De Long/Beers, 1997
2 Begriffsbestimmung und Definitionen: Abgrenzung von Daten, Information, Wissen und Content Seite 10
Interpretationen und Reflexionen Die unterschiedlichen Ansätze in der Literatur zur
Definition von Wissen sind sehr vielfältig Eine ausführlicherer Diskussion der philo-
sophischen Disziplin, die sich mit dem Begriff Wissen auseinandersetzt, der Erkenntnis-
theorie, würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen Deshalb sollen hier nur einige An-
sätze herausgenommen werden, die zum allgemeinen Verständnis und zur Abgrenzung
von Information und Wissen beitragen
Besonders verbreitet sind Definitionen, die Wissen als Handlungsgrundlage und Entschei-
dungsaspekt darstellen: „Wissen ist die Fähigkeit, Informationen in qualitativ hochwer-
tige Entscheidungen zu verwandeln “ 20 Dabei wird oft auch der individuelle Aspekt her-
vorgehoben: „Wissen ist eine persönliche Fähigkeit, durch die ein Individuum eine be-
stimmte Aufgabe ausführen kann “ 21 Im Kontext von Organisationen wird Wissen nicht
nur handlungsbezogen gesehen, sondern beispielsweise auch in Dokumenten angesie-
delt, die Informationen über Kunden, Geschäftsprozesse, Produkte, Lieferanten, Wettbe-
werber o ä enthalten
Als sehr praktikable Beschreibung von individuellem und organisationalem Wissen
erscheint folgende:
“Information becomes individual knowledge when it is accepted and retained by an
individual as being a proper understanding of what is true and a valid interpretation
of the reality Conversely, organizational or social knowledge exists when it is
accepted by a consensus of a group of people Common knowledge does not require
necessarily to be shared by all members to exist, the fact that it is accepted
amongst a group of informed persons can be considered a sufficient condition 22
Damit lässt sich sowohl individuelles als auch soziales oder organisationales Wissen auf
Basis von Information definieren Wissen entsteht demnach dann, wenn Information
entweder vom Individuum oder von einer Gruppe von Personen als gültige Interpretation
der Realität akzeptiert wird
Im wirtschaftlichen Kontext bietet es sich natürlich auch an, Wissen einfach über den
Wert für die Organisation von reiner Information abzugrenzen: “ knowledge is infor-
mation internalized by means of research, study or experience, that has value for the
organization 23
20 Weggeman, 1999, S 33
21 Weggeman, 1999, S 39
22 Godbout, 1999
23 Kerssens-Van Drongelen/de Weerd-Nederhof/Fisscher, 1996, S 214
2 Begriffsbestimmung und Definitionen: Abgrenzung von Daten, Information, Wissen und Content Seite 11
Eine sehr verbreitete Klassifikation von Wissen ist die Unterscheidung in explizites Wissen
und „tacit knowledge“, welches meist als implizites Wissen übersetzt wird 24 Explizites
Wissen ist, mit einfachen Worten ausgedrückt, greifbar Es ist formal artikulierbar,
beispielsweise in Form von Formeln, Spezifikationen, Handbüchern etc und kann daher
leicht weitergegeben werden Implizites Wissen hingegen ist persönliches, verborgenes
Wissen, das auf individuellen Gefühlen, Vorstellungen, Werten und Emotionen basiert Es
besteht aus Können, Handlungsroutinen, Überzeugungen, Glaubenssätzen und geistigen
Schemata Dieses Wissen ist besonders schwer systematisch zu verarbeiten oder zu
übermitteln
Aus diesen sehr unterschiedlichen Ansätzen wird ersichtlich, dass keine Definition in der
Lage ist, sämtliche Aspekte des Wissensbegriffes zu berücksichtigen Gemeinsam ist dem
Großteil der Definitionsversuche, dass Wissen durch menschliche Verarbeitung von Infor-
mationen in irgendeiner Art entsteht
2.2.4 Zusammenhang mit Content
Content ist, wie bereits im Abschnitt 2 1 (Seite 4ff ) erwähnt, die Gesamtheit sämtlicher
digitaler Inhalte, Daten und Applikationen, die für den Betrieb einer Website verwaltet
werden Ziel ist es dabei, Inhalte für den Benutzer zweckorientiert aufzubereiten und zur
Verfügung zu stellen, sodass der Benutzer Informationen daraus gewinnen kann Man
kann deshalb Content als Bindeglied zwischen Daten und Information sehen: Durch Ver-
arbeitung von Daten entsteht Content, der durch die gezielte Verwaltung und Aufberei-
tung für den Benutzer zu Information wird (siehe Abbildung 2) Content Management hat
somit auch die Aufgabe, aus Daten Informationen zu gewinnen, die schließlich vom Nut-
zer als Wissen verarbeitet werden können
24 vgl Polanyi, 1985
2 Begriffsbestimmung und Definitionen: Abgrenzung von Daten, Information, Wissen und Content Seite 12
Daten
B e d e u tu n g e r h ö h t s ic h
C o n te n t M a n a g e m e n t
Content
Information
Wissen
Abbildung 2: Daten, Content, Information und Wissen 25
Diese beschriebene hierarchische Sichtweise, nach der Information auf Daten aufbaut
und Wissen auf Information, ist nicht unumstritten Tuomi gibt eine alternative Sicht-
weise 26 Er argumentiert, dass Daten nicht dadurch zu Information werden, dass sie
Bedeutung erhalten, sondern Information wird erst dadurch zu Daten, dass sie struk-
turiert wird, und zwar mit Hilfe einer bereits zuvor definierten Struktur, die die Bedeu-
tung festlegt Hauptargument dafür ist, dass der Mensch nicht in der Lage ist, Fakten
unabhängig von einer Bedeutungsstruktur zu betrachten
Nach diesem Modell steht das Wissen in der zeitlichen Abfolge an der ersten Stelle der
Hierarchie Durch das Artikulieren, Verbalisieren und dem Schaffen von Strukturen wird
aus Wissen Information Daraus erst können durch das Fixieren von Repräsentation und
Interpretation Daten entstehen
Für den Bereich des Content Managements sind beide Sichtweisen relevant, ohne sich
gegenseitig auszuschließen: Einerseits dienen CMS dazu, Daten so aufzubereiten, damit
für den Betrachter möglichst wertvolle Informationen gewonnen werden können, die
beim Betrachter im Idealfall zu Wissen weiterverarbeitet werden Andererseits ist es
ebenfalls eine Aufgabe von CMS, vorhandenes Wissen (z B von Redakteuren bzw Mitar-
beitern in Fachabteilungen) so zu strukturieren, dass es in Datenstrukturen gespeichert
werden kann, womit der umgekehrte Weg gegangen wird Zusammenfassend ergibt sich
daraus, dass der Bereich Redaktion und Verwaltung von Content eher die umgekehrte
25 eigene Darstellung
26 vgl Tuomi, 1999
2 Begriffsbestimmung und Definitionen: Unterscheidung Content vs. Dokument Seite 13
Hierarchie (von Wissen zu Daten) betrifft, wohingegen der Bereich Aufbereitung und Aus-
gabe von Content die Hierarchie von Daten zu Wissen durchläuft
2.3 Unterscheidung Content vs Dokument
Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zwischen Content und Dokumenten ist die
„Granularität“ der Objekte Die Granularität eines Objektes sagt aus, in wie fern die
innere Struktur des Objektes betrachtet werden kann, d h ob ein Objekt weiter unter-
gliedert werden kann oder bereits eine atomare Einheit darstellt 27
Herkömmliche Dokumente besitzen eine grobe Granularität, da sie viele einzelne Infor-
mationsobjekte enthalten (vgl Abbildung 3 links) Die kleinste Einheit, auf die direkt
zugegriffen werden kann, ist somit die Datei, die beispielsweise von einem Textverarbei-
tungsprogramm abgespeichert wird, unabhängig davon, wie viele einzelne Elemente sie
enthält Sie stellt bereits ein atomares Objekt dar Um Informationen strukturiert und
contentorientiert zu speichern, ist diese Granularität jedoch zu hoch, da die einzelnen
enthaltenen Objekte gewissermaßen mit dem Dokument verschmolzen sind und nicht
isoliert betrachtet, bearbeitet oder weiterverwendet werden können 28
Abbildung 3: Unterscheidung Dokument vs Content
27 vgl Kaiser, Xi, 1999, S 29
28 vgl Kaiser, Fritjof, 1999, S 36
2 Begriffsbestimmung und Definitionen: Web Content Management Seite 14
Um Content Management überhaupt zu ermöglichen, müssen Objekte in kleinere Einhei-
ten aufgeteilt werden Diese einzelnen Elemente können dann, da sie in elektronischer
Form vorliegen, gezielt bearbeitet und auf vielerlei Art und Weise für unterschiedliche
Zwecke wieder verwendet werden Durch die Aufteilung erfolgt eine Entkoppelung von
Layout und Inhalt, was ermöglicht, dass technisch nicht versierte Mitarbeiter Texte
pflegen können, ohne sich mit dem Layout beschäftigen zu müssen
In ein Dokument, das mit einem CMS erstellt wird, werden die einzelnen Content-Objekte
normalerweise nicht eingefügt, sondern nur Referenzen oder Verknüpfungen gespeichert
Dadurch bleibt die feine Granularität erhalten, und es kann eine redundanzfreie Wieder-
verwendung einzelner Objekte ermöglicht werden Zudem wird eine hohe Konsistenz
erreicht, da alle Dokumente auf dasselbe Content-Objekt (z B ein Bild) referenzieren Bei
einer Änderung dieses Elementes sind somit alle Verweise auf dieses Objekt automatisch
auf dem gleichen Stand 29
Ausschlaggebend ist diese Unterscheidung auch für die Abgrenzung von Content Manage-
ment Systemen (CMS) und Dokumenten Management Systemen (DMS), die im Abschnitt
2.5.1 (Seite 19) behandelt wird
2.4 Web Content Management
Web Content Management befasst sich grundsätzlich mit dem Management von Web-
sites, also der Bereitstellung und Verwaltung von webbasierten Inhalten Eine allgemein-
gültige Definition dieses relativ neuen Begriffes ist bislang in der Literatur nicht zu finden,
weshalb hier der Versuch einer möglichst eindeutigen Definition unternommen wird
2.4.1 Definition anhand der Begriffsbestandteile
Ein möglicher Zugang zur Definition des Begriffes ist die Zerlegung in seine Wortbestand-
teile:
Der Begriff „Web“ ist ein Synonym für Word Wide Web (WWW), ein globales, öffentliches
und multimediales Hypertext-Informationssystem, welches das Internet als Transport-
medium benutzt, um Informationen in Form von so genannten Internet-Seiten (Web-
Seiten, Web Pages) auf Bildschirmen auszugeben 30 Charakteristisch ist die Verknüpfung
von verschiedenen Seiten über Hyperlinks, völlig unabhängig von deren physischem
29 vgl Kaiser, Fritjof, 1999, S 36f
30 vgl Mertens, 1997, S 445f
2 Begriffsbestimmung und Definitionen: Web Content Management Seite 15
Speicherort Das World Wide Web wurde 1989 am Schweizer Forschungszentrum CERN
von Tim Barners-Lee ins Leben gerufen Die Übertragung der Informationen basiert auf
dem bereits früher entwickelten TCP/IP Standard (Transmission Control Protocol over
Internet Protocol), der die Kommunikation zwischen Computern regelt und somit die
Basis für das Internet bildet
Eine Website („Site“ bedeutet Ort, Platz) bezeichnet ein komplettes, zusammengehöriges
Web-Angebot, das aus einzelnen Webseiten besteht 31 Bei einer Website kann es sich um
eine Internet-Website (global zugänglich), eine Intranet-Website (nur unternehmens-
intern zugänglich) oder ein Extranet (für eine eingeschränkte Benutzergruppe zugänglich,
z B Geschäftspartner) handeln
„Content“ wurde bereits ausführlich diskutiert (siehe Kapitel 2 1, Seite 4) und bezeich-
net im diesem Zusammenhang grundsätzlich Inhalte aller Art, die zum Betrieb einer
Website verwendet werden Der Begriff umfasst neben Text auch alle weiteren relevan-
ten Inhalte für Websites, wie beispielsweise multimediale Inhalte (Audio, Video), Daten-
banken, Diskussionsforen usw Auch nicht sichtbare Inhalte wie Metainformationen und
eingebettete Applikationen sowie Strukturen von Dokumenten oder Vorlagen (Templates)
sind als Content anzusehen
Für den Begriff „Management“ gibt es in den Wirtschaftswissenschaften vielfältige Defi-
nitionen Im institutionellen Sinn werden dabei die Personen gesehen, die dispositive
Tätigkeiten wahrnehmen Zur Erklärung von WCM sei hier jedoch die funktionale Betrach-
tung von Management herangezogen, worunter alle Steuerungsvorgänge verstanden
werden, die erforderlich sind, um die verschiedenen Einzelaktivitäten in einer Unterneh-
mung oder in einem Bereich auf ein übergeordnetes Ziel zu koordinieren 32 Mit anderen
Worten handelt es sich bei Management um die zielgerichtete Planung, Steuerung und
Kontrolle von Aufgaben und Tätigkeiten
Fasst man nun den Begriff Web Content Management als Synthese der drei einzelnen
Definitionen auf, so versteht man darunter die koordinierte Planung und Ausführung
aller Tätigkeiten zur Erstellung, Verwaltung und Bereitstellung der Inhalte, die
für den Betrieb einer Website verwendet werden
Content Management und Web Content Management werden in weiterer Folge synonym
verwendet, obwohl diese Konzepte von Websites abstrahiert und für beliebige Präsen-
tationsmedien angewandt werden könnten Da einerseits der Fokus dieser Arbeit auf
Web-Inhalte gelegt wird und andererseits praktisch alle Content Management Systeme
31 vgl Stickel/Groffmann/Rau, 1997, S 786
32 vgl Corsten, 1993, S 546
2 Begriffsbestimmung und Definitionen: Web Content Management Seite 16
ebenfalls den Schwerpunkt auf das Management von Websites setzen, wird eine differen-
ziertere Betrachtung hier nicht vorgenommen
2.4.2 Definition anhand der Merkmale
Content Management ist eine neue softwaretechnologische Richtung, deren Zielsetzung
es ist, Informationen nicht nur zu verwalten und seinen Benutzern zugänglich zu
machen, sondern darüber hinaus diese Dienste auf besonders benutzerfreundliche,
effiziente (also besonders wirtschaftliche und automatisierte) und effektive (besonders
wirkungsvolle, nutzbringende) Weise zur Verfügung zu stellen
In vielen Publikationen wird auf die Definition des Marktforschungsunternehmens Meta
Group verwiesen:
„Content Management encompasses a set of processes and technologies, enabling the
creation and packaging of content (documents, complex media, applets, components,
etc ) as part of a dynamic and integrated Web-centric environment 33
Demnach enthält Content Management eine Menge von Prozessen und Technologien, die
die es ermöglichen, Content-Elemente (Dokumente, multimediale Elemente, Applikatio-
nen und weitere Komponenten) zu erstellen, zu verwalten und zu veröffentlichen, und
zwar als Teil einer dynamischen und integrierten webbasierten Umgebung
Das britische Consulting-Unternehmen „Contentment“ definiert auf der eigenen Website
in sehr ähnlichen Worten: „Content Management is a set of well-defined business pro-
cesses, team roles and application tools designed to manage the online production and
distribution of information to defined audiences and across a variety of media and net-
works “ 34
Etwas spezifischer sind in dieser Beschreibung die Angaben, dass es sich um gut defi-
nierte Geschäftsprozesse handelt, die im Team mit Mitgliedern verschiedener Rollen und
unter Einsatz verschiedener Anwendungsprogramme (Werkzeuge) abgewickelt werden
Im Gegensatz zur Definition der Meta Group wird hier auch die Zielgruppe erwähnt
33 Definition der Meta Group, u a auf http://www xml org/xml/putting xml to work shtml
34 Harrison, 2001a
2 Begriffsbestimmung und Definitionen: Web Content Management Seite 17
2.4.3 Web Content Management Systeme
Die Sammlung von Methoden und Werkzeugen, um Web Content Management zu unter-
stützen, wird als Web Content Management System (WCMS) oder Content Management
System (CMS) bezeichnet Die beiden Begriffe werden dabei meist synonym verwendet,
was heißt, dass ein CMS ohne das vorangestellte Wort „Web“ normalerweise genauso für
den Einsatz in webbasierten Umgebungen bestimmt ist
Content Management Systeme beschäftigen sich mit der effizienten Organisation von
Websites und allen darin enthaltenen Objekten mit dem Ziel, die Inhalte schneller und
effektiver zu editieren, gestalten und bereitzustellen CMS ermöglichen neben der Pflege
der Inhalte von Internet und Intranet auch die Unterstützung von Geschäftsprozessen
mit Webtechnologien So kann beispielsweise mit Hilfe eines CMS die redaktionelle Pflege
einer Website von jedem beliebigen Ort der Welt aus mittels eines Internet-Browsers
durchgeführt werden
Zwei Hauptziele werden mit einem CMS verfolgt: 35
Die Anbindung und Beteiligung dezentral agierender Content-Lieferanten, typi-
scherweise Mitarbeiter aus den Fachabteilungen, jedoch auch externe Beitra-
gende, die über umfangreiches fachliches Wissen verfügen, bisher jedoch nicht in
der Lage waren, dieses Wissen effizient über das Medium Web zu verbreiten
Die Entlastung der Administratoren bei der Pflege und Wartung eines komplexen
und hochgradig vernetzten Informationsraums Die technisch zuständigen Perso-
nen sind dadurch nicht mehr gezwungen, sich mit der Erstellung und Verwaltung
von Inhalten zu beschäftigen, sondern können sich auf ihre eigentliche Aufgabe
konzentrieren, die technische Infrastruktur bereitzustellen und auszubauen
Die Hauptvorteile, die daraus entstehen, sind einerseits geringere Durchlaufzeiten,
wodurch grundsätzlich eine höhere Aktualität der Inhalte erreicht wird Andererseits wer-
den mit einer durchgehend digitalen Erfassung der Inhalte Medienbrüche und dadurch
verursachte Folgefehler vermieden
Kernfunktionalitäten, die von Content Management Systemen unterstützt werden, sind: 36
Verwaltung der Inhalte und der dazugehörigen Metainformationen über eine
zentrale Datenbank
35 vgl Schuster/Wilhelm/Bullinger, 2000, S 8
36 vgl Schuster/Wilhelm/Bullinger, 2000, S 8f und Harrison, 2001
2 Begriffsbestimmung und Definitionen: Web Content Management Seite 18
Trennung von Inhalt, Struktur und Layout, wodurch verteiltes Arbeiten, mehrspra-
chige Versionen und verschiedene Ausgabemedien unterstützt werden
Einfache, benutzerfreundliche Oberfläche zur Eingabe und Änderung von Inhalten,
Bedienung typischerweise durch einen Standard-Internetbrowser
Weitgehend automatisierte Erstellung von Navigationselementen
Bereitstellung von Workflow-Funktionen und Prozessunterstützung
Werkzeuge zur Administration, Benutzer- und Rechteverwaltung
Gegebenenfalls noch Werkzeuge zur Qualitätssicherung, Berichtserstellung und
Versionskontrolle der Inhalte
Die Zeitschrift CYbiz bietet folgende zusammenfassende Definition an: „Ein Web Content
Management System ist eine komplexe Software, die der Erstellung, Überwachung, Frei-
gabe, Veröffentlichung und Archivierung von interaktiven Inhalten für Websites dient
Content Management Systeme kommen insbesondere dort zum Einsatz, wo Digitale
Assets (Inhaltsteile von Websites, Anm ) sich ständig verändern “ 37
An dieser Definition ist zu kritisieren, dass auf die notwendige Trennung von Inhalt,
Struktur und Layout nicht eingegangen wird Dazu kommt der Aspekt der Vereinfachung
und Automatisierung nicht zur Sprache, obwohl gerade die hohe Benutzerfreundlichkeit
und Automatisierung von Standardaufgaben ein besonders wichtiges Kriterium für den
Einsatz von WCMS sind
Eine allgemein gültigere Definition für Web Content Management Systeme lässt sich aus
der Bestimmung von „Content Management“ ableiten:
Web Content Management Systeme (WCMS) oder Content Management Systeme
(CMS) sind Sammlungen von Methoden und Werkzeugen, welche die Aufgaben
und Prozesse, die im Rahmen eines gezielten Managements von Content anfal-
len, unterstützen, automatisieren oder vereinfachen
CMS sind Anwendungssysteme in dem Sinn, dass darunter die Gesamtheit der Program-
me (Anwendungssoftware) und die dazugehörigen Daten für das Anwendungsgebiet
Content Management verstanden wird Die vorausgesetzte Hardware- und Software-
Infrastruktur (z B Server, Betriebssystem, Datenbanksystem), auf die ein derartiges
System aufbaut, ist demnach nicht unmittelbar zum CMS zu zählen
37 CYbiz, 2000, S 99
2 Begriffsbestimmung und Definitionen: Abgrenzung zu verwandten Bereichen Seite 19
2.5 Abgrenzung zu verwandten Bereichen
2.5.1 Dokumenten Management Systeme (DMS)
Etwas unscharf ist die Unterscheidung zwischen Content Management Systemen und
Dokumenten Management Systemen Die Begriffe werden teilweise synonym verwendet,
da verschiedene traditionelle Anbieter von DMS versuchen, Ihre Systeme unter dem
moderneren Begriff „Content Management Systeme“ einzuordnen Hier soll deshalb
versucht werden, die Unterschiede und eventuelle Gemeinsamkeiten klar herauszu-
arbeiten
Content bezeichnet, wie bereits im Kapitel 2 1 erwähnt, die Gesamtheit sämtlicher digi-
taler Inhalte, Daten und Applikationen, die für den Betrieb einer Website verwaltet wer-
den Die einzelnen Content-Elemente können dabei in verschiedensten, auch
multimedialen Formaten vorliegen
Der Begriff Dokument wird im Allgemeinen in der Bedeutung von „Urkunde, amtliches
Schriftstück“ oder „Beweisstück“ verwendet 38 Im Bereich Informationsverarbeitung wird
der Begriff „insofern ausgedehnt, als in diesem Kontext jede Art von permanenter Auf-
zeichnung als Dokument bezeichnet wird Ein Dokument ist demnach eine Kombination
aus gespeicherten Informationen, Informationsträger (z B Papier oder optische Platte)
und der für das jeweilige Dokument typischen Struktur Ein Dokument wird, auch wenn
es Informationen unterschiedlicher Typen wie Daten, Text, Grafik oder Animation enthält
(Verbunddokument) als Einheit interpretiert und dargestellt “ 39
Microsoft definiert den Begriff „document“ so: „Any self-contained piece of work created
with an application program and, if saved on disk, given a unique filename by which it
can be retrieved Documents are generally thought of as word-processed materials only
To a computer, however, data is nothing more than a collection of characters, so a
spreadsheet or a graphic is as much a document as is a letter or report 40
Diese beiden Definitionen von Dokument treffen zwar keine exakte Aussage darüber, was
tatsächlich ein Dokument ist, weisen aber darauf hin, dass unter „Dokument“ im Prinzip
eine Datei (File) auf einem Datenträger verstanden wird Hierbei ist allerdings zu beach-
ten, dass ein Dokument auch aus mehreren Dateien bestehen kann, wie das bei HTML-
Dokumenten der Fall ist: Im Dokument selbst stehen Texte und Darstellungsanweisun-
38 siehe auch Duden, 1989, S 355
39 DM Dokumenten Management GmbH, 2001
40 Microsoft Glossary, 2001
2 Begriffsbestimmung und Definitionen: Abgrenzung zu verwandten Bereichen Seite 20
gen, sowie Verweise auf Bilddateien oder sonstige externe Objekte, die innerhalb des HTML-Dokumentes dargestellt werden.
Im Microsoft Glossary of Terms wird File definiert mit: „A complete, named collection of information, such as a program, a set of data used by a program, or a user-created document. A file is the basic unit of storage that enables a computer to distinguish one set of information from another. A file is the „glue“ that binds a conglomeration of instructions, numbers, words, or images into a coherent unit that a user can retrieve, change, delete, save, or send to an output device.“ 41
Da diese Definition eindeutiger ist als jene von „Dokument“ und den Kern der Sache besser trifft, bildet sie die Basis für die weiteren Ausführungen von DMS. Die DM Dokumenten Management GmbH definiert ein Dokumenten Management System als „ein System zur Handhabung und Verwaltung elektronisch gespeicherter Dokumente. Der Begriff wird oft für elektronische Archivsysteme benutzt, die ein integriertes Vorgangsbearbeitungssystem (Workflow-System) besitzen.“ 42 In einer weiteren Erläuterung heißt es: „Ursprung von Dokumenten-Management-Systemen im engeren Sinn ist die Verwaltung von Dateien im Netzwerken. Diese Systeme sind dokumentorientiert, das heißt Zugriff, Verwaltung und Darstellung erfolgen auf Basis von Dokumentenmerkmalen. Organisatorische Gesichtspunkte wie das gemeinsame Arbeiten mit Dokumenten, Einbinden in Prozesse etc. spielen bei den klassischen Produkten keine Rolle. Wesentliche Merkmale sind die Bildung von Dokumentengruppen (Containern), Versionsmanagement und selbstbeschreibende Dokumentenobjekte (Selfcontained Objects).“ 43
Daraus lässt sich erkennen, dass der Schwerpunkt bei DMS auf der Verwaltung und vor allem dem schnellen Zugriff auf gespeicherte Dateien liegt, wobei die Zielgruppe typischerweise die Mitarbeiter des Unternehmens sind. Dies ist vor allem in größeren Unternehmen sinnvoll, die sehr viele Dokumente, also Dateien produzieren. Wichtige Features, mit denen ein effizienter Zugriff auf große Datenbestände gewährleistet werden soll, sind dabei die Erfassung von Dateien im DMS, Verschlagwortung, Ablage, Versionierung, Archivierung und Zugriffssteuerung. Unklarheit besteht darüber, in welchem Zusammenhang DMS und Workflow-Systeme stehen, da in den angebotenen Systemen häufig Funktionalitäten für beiden Bereiche enthalten sind, die sich sinnvoll ergänzen.
41 Microsoft Glossary, 2001
42 DM Dokumenten Management GmbH, 2001
43 DM Dokumenten Management GmbH, 2001
2 Begriffsbestimmung und Definitionen: Abgrenzung zu verwandten Bereichen Seite 21
Diebold beschreibt deshalb Dokumentenmanagement durch die drei Kernbestandteile: 44
• Archivierungssysteme
• Recherchesysteme
• Vorgangsbearbeitungssysteme
Kränzle definiert folgendermaßen: „Ein Dokumenten-Management-System - DMSist eine Software, die der aufgabengerechten Erzeugung, Bereitstellung, Steuerung, Weiterleitung und Archivierung von Dokumenten im Rahmen von orga-nisatorischen Prozessen dient. Dokumente sind dabei alle informatorischen Objekteseien sie auf Papier oder als elektronische Objekte wie Dateien, Verzeichnisse oder zusammengesetzte Objektstrukturen -, die Informationen für die jeweiligen betrieblichen Prozesse zur Verfügung stellen. Ein Dokument fixiert also einen bestimmten Informa-tionsstand zu einem bestimmten Zeitpunkt für Personen und organisatorische Stellen. Dokumente dienen zur Kommunikation zwischen in- und externen organisatorischen Einheiten.“ 45
Obwohl viele DMS auf Office-Dateien (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation etc.) ausgerichtet sind, legen Dokumenten Management Systeme den Fokus eigentlich weniger auf „Dokumente“ im Sinne von Schriftstücken, sondern eher auf Dateien - unabhängig ihres Typs oder Formats. Grundlegendes Ziel von DMS ist es, Dateien zu organisieren und einen schnellen Zugriff darauf zu ermöglichen. Die Recherche erfolgt dabei typischerweise über eine Volltextsuche, da die in einem DMS angelegten Informationen meist nur schwach strukturiert vorliegen. Eine adäquatere und weniger irreführende Bezeichnung für DMS wäre deshalb „Datei Management Systeme“ oder „File Management Systeme“. Gemeinsamkeiten mit Content Management Systemen bestehen darin, dass beide versuchen, Informationen zu kategorisieren, Metadaten zu ergänzen, durch Teamunterstützung und Workflow eine effiziente Erstellung zu ermöglichen und dem Benutzer effizienten Zugriff auf die gewünschten Informationen zu ermöglichen. Zusammenfassend ergeben sich folgende signifikante Unterschiede zwischen DMS und CMS, so wie die beiden Softwaredomänen hier definiert werden: 46
• Dokumenten Management Systeme legen den Fokus auf Dateien, Content Management Systeme hingegen auf einzelne Komponenten von Inhalten (Content-Objekte). Für die Verwaltung von Web-Inhalten sind Dateien weniger gut geeignet, da sie nur eine Art zusätzlichen „Behälter“ für Inhalte darstellen und so die
44 Weiss, 2001
45 Kränzle, 1995, S. 27.
46 vgl. dazu auch Boiko, 2002, S. 132ff.
2 Begriffsbestimmung und Definitionen: Abgrenzung zu verwandten Bereichen Seite 22
Flexibilität unter anderem dadurch einschränken, dass die Inhalte kaum strukturiert vorliegen, und Metadaten in der Praxis nur pro Datei erfasst werden können. Wie bereits im Abschnitt 2.3 (Seite 13) besprochen, ist ein Dokument lediglich eine Zusammensetzung mehrerer Content-Objekte. Um eine optimale Flexibilität zu erreichen, ist es sinnvoll, die kleinsten Einheiten zu speichern, also Content-Objekte. Die kleinste Einheit bei DMS sind Dokumente bzw. Dateien, und im Unterschied zu CMS wird die innere Struktur eines Dokumentes nicht mehr weiter verfolgt.
• DMS haben die Zielsetzung, Dateien zu verwalten, die von anderen Applikationen erstellt wurden, wobei die Dateien wieder in der Quell-Applikation bearbeitet werden. Content Management Systeme hingegen stellen Funktionen sowohl zur Erstellung als auch zur Verwaltung einzelner Content-Elemente zur Verfügung. In beiden Systeme werden auch Metadaten hinzugefügt und verwaltet, aber nur CMS unterstützen direkt die Erstellung von Content, was sogar ein Kernbereich dieser Systeme ist.
• Ziel von DMS ist der schnelle Zugriff auf Dokumente in Form von Dateien. Ziel eines CMS ist dagegen die Erstellung von Publikationen, die eine Kombination der einzelnen Elemente sind, die vom CMS verwaltet werden. Dazu werden auch in einem CMS Funktionalitäten eines Dokumenten Management Systems benötigt, und zusätzlich die Fähigkeit, Publikationen aus den einzelnen verwalteten Inhaltskomponenten zu erstellen.
• Gegenstand von DMS sind schwerpunktmäßig innerbetriebliche Dokumente, die einzelne Prozesse betreffen. CMS hingegen verwalten hauptsächlich Informationen für eine externe Zielgruppe. Selbst wenn das CMS für die Verwaltung eines Intranets verwendet wird, haben die enthaltenen Informationen weniger den Charakter einer Dokumentation von Prozessen, sondern eher informativen, wissensvermittelnden Charakter.
Da die Software-Produkte in den Bereichen Dokumenten Management Systeme und Content Management Systeme sehr heterogen sind, und ganz unterschiedliche Schwerpunkte bezüglich angebotener Funktionalitäten, Branchen und Firmengrößen haben, fällt eine eindeutige Zuordnung der Systeme oft schwer. Es ist jedoch hilfreich, aufgrund der beschriebenen Abgrenzung den primären Fokus und die Herkunft der Applikationen feststellen zu können, um daraus zu schließen, ob das Produkt den eigenen Zielsetzungen entsprechen kann. Nicht selten wird mit der Benennung von Produkten recht großzügig vorgegangen, um aktuellen Trends zu folgen.
2 Begriffsbestimmung und Definitionen: Abgrenzung zu verwandten Bereichen Seite 23
2.5.2 Knowledge Management
Heinrich definiert Wissensmanagement (Knowledge Management) als „die zielgerichtete, geplante Versorgung einer Organisation mit Wissen, deren Hauptaufgaben das Auffinden von Wissensquellen und die Produktion, Speicherung, Verteilung und Verwendung von Wissen mit technischen und nicht-technischen Hilfsmitteln sind“. 47 Hierbei ist anzumerken, dass in zunehmendem Maße in allen Unternehmen das Management von Wissen zu einer Hauptaufgabe wird. Es ist für praktisch jedes Unternehmen von zentraler Bedeutung, sich im ständigen Wandel des wirtschaftlichen Umfeldes behaupten zu können, schnellen Zugriff auf relevante Informationen zu ermöglichen, Innovationen zu entwickeln, Kunden optimal zu betreuen und flexibel auf die Märkte reagieren zu können. Aufgabe eines gezielten Wissensmanagements ist daher „der bewusste und systematische Umgang mit der Ressource ‚Wissen’, in dessen Mittelpunkt der Mensch steht mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens zu steigern“ 48 . Geht man davon aus, dass es in den beiden Fachrichtungen Wissensmanagement und Content Management darum geht, Informationen einer Benutzergruppe bereitzustellen, so könnte man eine große Ähnlichkeit daraus schließen. In der Praxis gibt es jedoch wesentliche konzeptionelle Unterschiede, die vor allem aus den komplementären Ansätzen bei der Produktion von Information entstehen: 49 Während CMS einen Publishing-Ansatz verfolgen, streben Knowledge Management Systeme (KMS) nach einem Collaboration-Ansatz, wo es vor allem um die Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung im Team geht.
Pfau/Krügner arbeiteten in der Zeitschrift „WCM Market Flash“, die von WCM Online (New Media Sales) in digitaler Form produziert wird, diesen Unterschied sehr klar heraus: 50 • Publishing-Ansatz:
Bei diesem Ansatz gibt es eine klare Rollenverteilung zwischen Redakteur und Leser. Die Inhalte werden von einem Redakteur erstellt und schließlich für den Leser freigegeben. Die Informationsverteilung erfolgt daher grundsätzlich unidirektional vom Autor zum Leser, ein sogenannter „Push-Ansatz“. Typischerweise sind weniger Redakteure am Publikationsprozess beteiligt, aber sehr viele (unternehmensexterne) Leser, die hohe Ansprüche an eine einheitliche Struktur sowie
47 Heinrich, 1999, S. 276
48 Eller, 2001
49 Pfau/Krüger, 2001, S. 10f
50 Pfau/Krüger, 2001, S. 10f
2 Begriffsbestimmung und Definitionen: Abgrenzung zu verwandten Bereichen Seite 24
an Qualität und Layout stellen Im Mittelpunkt steht der Erstellungs- und Pub-
lishingprozess des Content Management
Collaboration-Ansatz:
Dieser Ansatz wird von KMS ebenso verwendet wie von Dokumenten Management
Systemen und Groupware Systemen Das Ziel dieser Systeme ist es, eine gemein-
same Arbeitsplattform für die Mitarbeiter (Zielgruppe sind unternehmensinterne
Personen ) einer Organisation zu schaffen und Wissen auszutauschen Die Vertei-
lung von Information ist freigestellt und wird individuell und nicht zentral gesteu-
ert Ausgefeilte Rollen- und Rechteverteilungen wie beim Publishing-Ansatz sind
nur eingeschränkt notwendig, Kommunikation und Kooperation der Mitarbeiter
stehen im Mittelpunkt Die optische Präsentation spielt lediglich eine Nebenrolle
Man kann somit zwischen einem „steuernden Publishing-Ansatz“ bei CMS und einem
„selbstregulierenden Collaboration-Ansatz“ bei KMS unterscheiden
Aus dieser Erkenntnis entstehen zahlreiche weitere Gegensätze Ein Grundlegender
Unterschied betrifft die Art der Strukturierung von Informationen: Content Management
verwaltet stark strukturierte Inhalte Wissensmanagement hingegen integriert unter-
schiedliches Wissen, dessen Inhalte sich nicht standardisieren oder vorausplanen
lassen 51 Workflow-Funktionalitäten, besonders leistungsfähige Datenbanken, benutzer-
freundliche Masken zur Eingabe der Informationen und vielfältige Möglichkeiten zur
optischen Aufbereitung der Inhalte sind bei Content Management Systemen besonders
wichtig Bei Knowledge Management Systemen hingegen liegen die Schwerpunkte auf
einfacher Erfassung vorhandener Informationen, effizienter Verknüpfung und Suche
sowie besonders einfachen Funktionen zur Zusammenarbeit (z B Diskussionsforen)
CMS können für manche Bereiche die technologische Grundlage oder bestimmte Funktio-
nalitäten für Wissensmanagement bieten, am ehesten bei der Verarbeitung und Verbrei-
tung von Wissen Grundsätzlich aber sind noch keine Softwareprodukte verfügbar, die
zur Unterstützung beider Bereiche ebenso gut geeignet sind, was auch für absehbare Zeit
so bleiben wird Die konzeptionellen Unterschiede sind zu groß, um mit einem Produkt
beide wichtigen Bereiche optimal abdecken zu können Aufgrund der Weiterentwicklung
und zunehmenden Akzeptanz offener Standards geht die Überlegung in die Richtung,
besser zwei Spezialisten als Anbieter zu haben, die gute Integration bieten als ein Pro-
dukt, das zwar beide Bereiche, diese allerdings nur mittelmäßig abdeckt
51 vgl Warnecke/Gissler/Stammwitz, 1998
2 Begriffsbestimmung und Definitionen: Abgrenzung zu verwandten Bereichen Seite 25
Im Rahmen der technischen Grundlagen kann Content Management als ein Teilbereich im
Wissensmanagement betrachtet werden
2.5.3 Fazit
Es ist immer kritisch zu hinterfragen, welche Bedeutung die Produktbezeichnungen der
Hersteller wirklich haben und in welchem Bereich die Schwerpunkte liegen Nicht selten
wird versucht, ein Produkt dem Käufer als „umfassender Alleskönner“ schmackhaft zu
machen Darüber hinaus ist vor allem im Bereich Wissensmanagement und Content
Management generell zu beachten, dass eine Softwareapplikation alleine nie die Lösung
des Problems darstellen kann, es sind immer organisatorische Begleitprozesse erforder-
lich, um die gewünschten Ziele zu erreichen Besonders bei Wissensmanagement domi-
niert die Auffassung, dass es nicht primär um Technologien geht, sondern vielmehr da-
rum, die gesamte Organisation für das Thema Wissen zu sensibilisieren
3 Bedeutung von Web Content Management: Entwicklung von Content Seite 26
3 Bedeutung von Web Content Management
Es gibt zahlreiche Gründe, die auf zunehmende Bedeutung eines effektiven Content
Managements als Erfolgsfaktor für die Website eines Unternehmens hindeuten Haupt-
ursache ist die wachsende Nachfrage und Bedeutung von Content, und die daraus zu
erwartende starke Steigerung des Umfangs an Inhalten, die effizient verwaltet werden
müssen Abschnitt 3 1 beschäftigt sich mit der Entwicklung und Bedeutung von Content
Daran anschließend werden anhand von Anforderungen beim Webpublishing die Unter-
schiede zwischen herkömmlichen Methoden und Webpublishing mit Content Management
Systemen diskutiert (Abschnitt 3 2) Technische Grundlagen zur Architektur (Abschnitt
3.3) bilden die Überleitung zu Erwartungen, die an ein CMS gestellt werden können
(Abschnitt 3 4) Hinweise darauf, wann der Einsatz eines CMS sinnvoll ist und die damit
verbundene Vorstellung eines Modells zur Berechnung und Abschätzung des Bedarfes
nach einem CMS (Abschnitt 3 5) schließen dieses Kapitel ab
3.1 Entwicklung von Content
Wir befinden uns im viel zitierten „Informationszeitalter“, und obwohl Information überall
verfügbar ist, wächst der Bedarf ständig weiter Gefragt sind vor allem genaue, detaillier-
te, hochwertige Informationen, auf die sofort zugegriffen werden kann
In praktisch allen Unternehmen ist Information oder Wissen zu einem wichtigen Produk-
tionsfaktor, aber auch Kostenfaktor geworden, egal welche Produkte oder Dienstleistun-
gen dem Kunden angeboten werden
Ein Schlüsselfaktor für den Erfolg einer Website ist zweifelsohne die Bereitstellung und
benutzerfreundliche Präsentation von laufend aktualisierten, qualitativ hochwertigen und
für den Kunden relevanten Inhalten Ist es für den Kunden einfacher, zeitsparender oder
bequemer, eine Information, ein Produkt oder eine Dienstleistung online zu beziehen, als
auf herkömmliche Art und Weise, dann kann langfristig Erfolg mit dem Web-Angebot
erzielt werden
Effiziente Content Management Prozesse können es wesentlich erleichtern, relevante
Inhalte schnell und gut aufbereitet zur Verfügung zu stellen, dadurch zu einer besseren
Kundenbindung und schlussendlich zu erhöhten Umsätzen führen
3 Bedeutung von Web Content Management: Entwicklung von Content Seite 27
Um wettbewerbsfähig zu sein und zu bleiben, ist es also notwendig, potenziellen Kun-
den umfassende Informationen zu bieten Dabei kann es sich kein Unternehmen langfris-
tig leisten, ineffiziente Prozesse aufrecht zu erhalten, egal ob es sich um die Produktion
von Gütern, Dienstleistungen oder eben Informationen handelt
Der Umfang an angebotenen Informationen auf der Website kann ungeachtet des
Preises ausschlaggebend für oder gegen den Kauf eines Produktes sein Ein gedank-
liches Experiment soll dies verdeutlichen: Angenommen, ein Interessent besucht die
Website des Herstellers A, um Informationen zu einem Produkt zu bekommen und erhält
umfangreiche Beschreibungen, Spezifikationen, Preisangaben, aktuelle Verfügbarkeiten
und diverse Zusatzinformationen Daneben findet er noch Support-Informationen, FAQs
(Frequently Asked Questions, Antworten zu häufig auftretenden Fragen) und Zukunfts-
pläne des Herstellers, die sein Vertrauen in den Anbieter stärken Anschließend besucht
er die Website des Herstellers B und bekommt dort für seine Kaufentscheidung nicht aus-
reichende Informationen geboten Der Interessent müsste deshalb einen Händler dieses
Anbieters kontaktieren, um die nötigen Informationen wie Preise und genaue Spezifika-
tionen zu erhalten, was natürlich einen gewissen Aufwand verursacht Selbst auf das
Risiko hin, beim zweiten Anbieter möglicherweise weniger zu bezahlen, liegt der Schluss
nahe, dass viele Käufer aus Zeitgründen das Produkt bereits beim ersten Anbieter
kaufen
Der Wunsch der Kunden nach „Selbstbedienung“ führt ebenso zu einer wachsenden
Bedeutung von Informationen auf Websites Kunden wollen sich umfassend informieren,
sowohl im Vorfeld eines Kaufes, als auch nach einem Einkauf Wettbewerb findet nicht
nur auf der Ebene von Produktmerkmalen und Preisen statt, sondern in zunehmendem
Maße auch durch herausragende Kundenservice-Leistungen 52 Informationen, die für
bestehende oder potenzielle Kunden Nutzen bringen, sind neben ausführlichen Produkt-
informationen beispielsweise Bedienungshinweise, Tipps und Tricks zur Verwendung
eines Produktes, FAQ-Listen, regelmäßige Newsletter oder Ähnliches Unternehmensweb-
sites bieten eine ideale Plattform, um Informationen mit hohem Kundennutzen schnell
und kostengünstig zur Verfügung zu stellen
Durch die zunehmende Internationalisierung und Globalisierung eröffnen sich neue
Chancen und Möglichkeiten für Unternehmen, die ihren Content entsprechend anpassen
Die Übersetzung der Inhalte in die Sprache der Zielgruppe ist Voraussetzung, um ein
breites internationales Publikum ansprechen zu können
52 vgl Harrison, 2001b
3 Bedeutung von Web Content Management: Entwicklung von Content Seite 28
Ein weiteres Argument für eine wachsende Bedeutung von Content ist die steigende
Verfügbarkeit von mobilen Informationsgeräten Zwar ist der Durchbruch von
Technologien wie WAP oder PDAs (Personal Digital Assistant, z B Palm oder Psion) noch
nicht erfolgt, aber es wird nach wie vor damit gerechnet, dass sich früher oder später das
Abrufen von Informationen aus dem Internet mittels mobiler Geräte durchsetzen wird
Als Ergebnis der wachsenden Bedeutung von Content ist zu erwarten, dass der Umfang
der Inhalte, die Unternehmen auf Ihrer Website verwalten sollten, stark zunehmen
wird Schätzungen verschiedener anderer Analysten gehen davon aus, dass sich im
Schnitt der Inhalt einer Website in etwa jedes Jahr verdoppelt 53 Bei kleineren Websites
ist das angenommene Wachstum noch höher Seriöse Prognosen über eine genaue Ent-
wicklung sind allerdings kaum möglich, da die tatsächliche Entwicklung des Content auf
einer Website von sehr vielen Faktoren abhängt Dazu kommt, dass weder geeignete
Messinstrumente noch Messskalen verfügbar sind, um den exakten Umfang bzw das
Wachstum der Website zu analysieren Es bleibt die grundlegende Annahme, dass sowohl
der Umfang als auch die Anforderungen an Content für die Website steigen werden, je
nach Unternehmen in unterschiedlichem Maße
Die Bewältigung dieser erwarteten Entwicklung von Web Content stellt hohe Anforderun-
gen an organisatorische Prozesse ebenso wie an die technische Infrastruktur Um eine
proportionale Steigerung des Aufwandes und der Kosten für die Bearbeitung von Content
zu vermeiden, müssen neue, effizientere Systeme und Prozesse eingesetzt werden Con-
tent Management Systeme versprechen, diese Anforderungen besser als herkömmliche
Methoden des Webpublishings zu erfüllen
53 vgl Kessler, 2000, S 7ff
3 Bedeutung von Web Content Management: Vergleich: Herkömmliches Webpublishing vs.
Webpublishing mit einem CMS Seite 29
3.2 Vergleich: Herkömmliches Webpublishing vs
Webpublishing mit einem CMS
In diesem Abschnitt werden die Unterschiede zwischen herkömmlichen Methoden des
Webpublishings und Webpublishing mit Content Management Systemen anhand der
verschiedenen Aufgaben und Prozesse diskutiert Nach den Hauptmerkmalen beider
Vorgehensweisen werden anhand des Content Life Cycles Besonderheiten aufgezeigt
Organisatorische und technische Anforderungen an Webpublishing machen weitere
wesentliche Unterschiede sichtbar
Die hier diskutierten Anforderungen sind dabei als allgemeine Anforderungen zu betrach-
ten, die sich im Rahmen der Pflege und Verwaltung einer eigenen Website auftreten
können Davon zu unterscheiden sind Anforderungen, die bei einem Systemplanungs-
prozesses im Rahmen der Anforderungsanalyse ermittelt werden Diese sind die Formal-
ziele und Sachziele, die bei der Schaffung eines Informations- und Kommunikations-
systems an das Produkt gestellt werden 54 Diese wären bei einer Projektierung und Ein-
führung eines CMS im Detail zu ermitteln
Ziel ist es, Vor- und Nachteile, die sich bei beiden Methoden ergeben, zu beleuchten, um
die Bedeutung und Sinnhaftigkeit des Einsatzes von Content Management Systemen im
Einzelfall beurteilen zu können
3.2.1 Merkmale
Das Hauptmerkmal und gleichzeitig das Problem beim herkömmlichen Webpublishing
liegt darin, dass eine zentrale Stelle die Schnittstelle zwischen Autoren mit ihren Inhalten
und der Website bildet (siehe Abbildung 4) Diese zentrale Stelle („Webmaster“) kann je
nach Größe des Unternehmens und dem Umfang der Inhalte aus einer oder mehreren
Person bestehen, welche die Website vorwiegend im technischen Sinne betreuen Not-
wendig war diese zentrale Stelle bisher vor allem deshalb, weil die Veröffentlichung von
Inhalten auf Websites sehr hohe technische Qualifikationen voraussetzte Vorwiegende
Tätigkeiten des Webmasters sind die Eingabe bzw Konvertierung von Inhalten der Auto-
ren in ein HTML-Format und Integration in die Struktur der Website Mit steigendem
Umfang der Inhalte bildet sich früher oder später zwangsläufig ein Engpass, woraus ein
Großteil von organisatorischen Schwierigkeiten resultiert Fehlende Automatisierung und
54 vgl Heinrich, 1996, 283ff
3 Bedeutung von Web Content Management: Vergleich: Herkömmliches Webpublishing vs.
Webpublishing mit einem CMS Seite 30
dadurch wiederholte Ausführung von Routinetätigkeiten führen zu hohem zeitlichen
Aufwand und dadurch zu hohen Kosten
Abbildung 4: Herkömmliches Webpublishing 55
Zentrales Merkmal von Webpublishing mit einem Content Management System ist,
dass nicht nur die so genannten „Webmaster“, sondern auch technisch nicht versierte
Mitarbeiter aus Fachabteilungen Inhalte auf der Website veröffentlichen können, ohne
dazu Kenntnisse in der HTML-Programmierung zu besitzen (siehe Abbildung 5) Charak-
teristisch ist dabei die Eingabe von Inhalten mittels eines Internet-Browsers, wodurch
keine Softwareinstallation auf Seiten des CMS-Benutzers erforderlich ist Die eingege-
benen Inhalte werden in einer Datenbank gespeichert, aus der sie später meist zum
Zeitpunkt des Abrufes durch einen Kunden ausgelesen und in entsprechende Vorlagen
(Templates) eingefügt werden
Webmaster, Webdesigner und Programmierer kümmern sich nur mehr darum, die tech-
nischen Rahmenbedingungen zu schaffen und das System zu überwachen Das CMS ver-
sucht, durch intelligente Strukturierung und Programmierung möglichst viele Routine-
aufgaben zu automatisieren, beispielsweise Generierung von Navigationsmenüs, zeitge-
steuerte Publikation und Archivierung von Inhalten, Überprüfung von Links, Workflow-
Management etc
55 Quelle: Openbox, URL: http://www openbox ch/WasIstopenBOX cfm
3 Bedeutung von Web Content Management: Vergleich: Herkömmliches Webpublishing vs.
Webpublishing mit einem CMS Seite 31
Abbildung 5: Webpublishing mit einem CMS 56
Durch effizientere Prozesse können mehr Inhalte in kürzerer Zeit verwaltet werden,
woraus sich erhebliche Einsparungen ergeben können Es sind die notwendigen Voraus-
setzungen gegeben, Inhalte höherer Qualität zu produzieren und neue Funktionalitäten
zu nutzen, um dem Kunden mit geringerem Aufwand höheren Nutzen zu bieten
Während angenommen werden kann, dass beim herkömmlichen Webpublishing das Pro-
dukt „fertige Website“ im Vordergrund steht, liegt der Schwerpunkt beim Content Mana-
gement idealerweise nicht auf dem Endprodukt, sondern auf dem laufenden Prozess des
gezielten Einsatzes von Content CMS sollen den gesamten Content Life Cycle dauer-
haft unterstützen, von der Erstellung über die Freigabe und Publikation bis zur Archi-
vierung von Inhalten
Im Folgenden werden anhand der Anforderungen bei der Verwaltung einer Website die
Unterschiede zwischen herkömmlichem Webpublishing einerseits und Webpublishing mit
Content Management Systemen andererseits aufgezeigt Es wird versucht, die Kriterien
dabei aus dem Blickwinkel von klein- und mittelständischen Betrieben zu beleuchten
3.2.2 Der Content Life Cycle
Der Content Life Cycle beschreibt die verschiedenen Stationen, die ein Content-Objekt
während seines „Lebens“ durchläuft: Nach der Erstellung von Inhalten erfolgt eine
Versionierung, dann eine Phase der Kontrolle und Freigabe, anschließend werden die
Inhalte veröffentlicht (Publikation) und schließlich archiviert Das Konzept des Content
Life Cycle bietet eine Grundlage für eine systematische Analyse der eigenen Anforderun-
56 Quelle: Openbox, URL: http://www openbox ch/WasIstopenBOX cfm
3 Bedeutung von Web Content Management: Vergleich: Herkömmliches Webpublishing vs.
Webpublishing mit einem CMS Seite 32
gen im Rahmen von Content Management Anhand der einzelnen Phasen lässt sich
prüfen, wie ausführlich und umfangreich jede Phase momentan ausgelegt ist und wie sie
im Idealfall sein sollte Daraus lässt sich ableiten, inwieweit eine Unterstützung durch IT
notwendig und sinnvoll ist
Erstellun g
(Authorin g)
( ö f f e n t l i c h , i n t e r n )
A r c h i v ie r u n g
V e r s i o n ie r u n g
Content
Life
Cycle
o n t r o l l e ,
P
u F r e i g a b e
b
l
i
k
a K
t
i
o
n
Abbildung 6: Der Content Life Cycle (eigene Darstellung)
Nachfolgend werden die Unterschiede in den einzelnen Phasen zwischen herkömmlichem
Webpublishing und Webpublishing mit Content Management Systemen aufgezeigt
3.2.2.1 Erstellung und Änderung von Content
In dieser ersten Phase werden aus einer Idee oder aus vorhandenen Daten und Infor-
mationen Inhalte, die für die Veröffentlichung im Internet oder Intranet bestimmt sind
Erstellung schließt hierbei auch die Übernahme von Inhalten aus anderen Programmen,
beispielsweise einer Textverarbeitung, ein
Mit herkömmlichen Webpublishing-Methoden ist es dazu notwendig, aus dem Roh-
material (z B Texte, Bilder, Illustrationen etc ) Dokumente zu erstellen, die mit einem
Internet-Browser darstellbar sind, also Dokumente im HTML-Format 57 Diese Tätigkeit
57 HTML bedeutet HyperText Markup Language Es handelt sich dabei um eine Seitenbeschreibungssprache, die
Inhalte zur Darstellung in einem Internet-Browser formatiert
3 Bedeutung von Web Content Management: Vergleich: Herkömmliches Webpublishing vs.
Webpublishing mit einem CMS Seite 33
des Layoutens und Anordnens der einzelnen Elemente einer Internet-Seite wird auch als
Authoring oder Webauthoring bezeichnet
Bei herkömmlichen Methoden des Webpublishings ist es dazu erforderlich, dass die Mit-
arbeiter, die diese Authoring-Tätigkeiten ausführen, gute Kenntnisse in der Programmie-
rung von Internet-Seiten haben Obwohl mittlerweile Anwendungen mit sehr umfangrei-
chen Funktionen verfügbar sind, so genannte HTML-Editoren, ist es notwendig, die tech-
nischen Hintergründe genau zu kennen, um ansprechende und fehlerfreie Seiten zu
erstellen Da der Schulungsaufwand sehr hoch wäre, um technisch nicht versierte Mitar-
beiter mit HTML-Editoren vertraut zu machen, können die Aufgaben zur Erstellung und
Änderung von Inhalten zumeist nur von Spezialisten ausgeführt werden In der Praxis ist
jedoch davon auszugehen, dass entweder derartige Spezialisten nicht vorhanden sind
bzw für ein kleineres Unternehmen zu teuer wären Zudem sind bestehende Mitarbeiter
sind meist mit anderen Tätigkeiten ausgelastet Deshalb kann vermutet werden, dass im
Bereich der Erstellung von Inhalten für die Website häufig ein starker Engpass besteht
In einem Content Management System erfolgt die Eingabe und Änderung von Inhalten
dagegen auf sehr einfache Weise über Formulare, die in einem Internet-Browser aufge-
rufen werden Dadurch muss einerseits keine zusätzliche Software auf den PCs der Mit-
arbeiter installiert werden, und andererseits ist eine Wartung der Inhalte je nach ge-
wünschten Sicherheitskriterien völlig unabhängig vom Standort möglich Die Bedienung
wird dabei möglichst einfach gehalten, in verschiedene Formularfelder werden Texte ein-
gegeben und gegebenenfalls Bilder oder andere Objekte eingefügt Der Bearbeiter muss
sich dabei keine Gedanken um die Formatierung oder um das Layout der Seite machen
Dadurch ist es möglich, auch Mitarbeiter, die nicht mit der Programmierung von Web-
seiten vertraut sind, in den Erstellungsprozess einzubinden Grundkenntnisse in der Be-
dienung von PCs sind zur Eingabe der Inhalte meist völlig ausreichend Es findet dadurch
eine Verlagerung der Kompetenzen zur Erstellung der Inhalte genau dorthin statt, wo
auch die fachlichen Kompetenzen liegen
Ein Problem, das unabhängig von der gewählten Art des Webpublishings besteht, ist die
Erstellung von Bildern und weiteren multimedialen Elementen Zur Verwendung auf einer
Website müssen diese Elemente bearbeitet und optimiert werden, um Anforderungen wie
Ladezeit und Bildauflösung zu entsprechen Dazu ist sehr detailliertes Wissen erforder-
lich Einzelne Ansätze zur Vereinfachung dieser Tätigkeiten gibt es allerdings bereits bei
einigen CMS, indem beispielsweise die hochgeladenen Bilder automatisch auf eine be-
stimmte Bildgröße optimiert oder Vorschaubilder in einem kleineren Format erstellt
werden können Solche Funktionalitäten können die praktische Arbeit an den Inhalten der
Website wesentlich erleichtern und die Qualität der präsentierten Inhalte erhöhen
Arbeit zitieren:
Markus Einfinger, 2002, Web Content Management - Effizientes Management von Websites durch Content Management Systeme, München, GRIN Verlag GmbH
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