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Die Zahl der Menschen, die aufgrund von sozialen Ängsten ein qualvolles, erschwertes oder sogar eingeschränktes Leben führen müssen, ist sehr groß. Psychotherapeuten werden am häufigsten von Beängstigten Kindern und Jugendlichen aufgesucht. Wenn sie beginnen sich vermehrt von Gleichaltrigen abzukapseln, die Schule zu schwänzen oder sich des öfteren trotzig und wütend verhalten, über körperliche Beschwerden klagen, weist dies auf eine kritische Situation hin. Weshalb solch eine Lage in jedem Fall ernst genommen werden muss und was es noch für Indikatoren gibt soll diese Arbeit aufzeigen. Wie häufig sind derartige Störungen? Wann treten sie durchschnittlich auf? Wer wird als Fall erkannt und behandelt? Welche Komplikationen und Risiken bergen sozialen Angststörungen? Was hält die Störung aufrecht? Diese und viele weitere Fragen soll diese Arbeit klären. Zu Beginn dieser Arbeit werden einführend wissenswerte wichtige Informationen gegeben. Anschließend wird auf die Klassifikation und Charakterisierung der sozialen Ängste eingegangen. Da auch die Angst vor der Schule in einem engen Zusammenhang mit der sozialen Phobie steht, wird näheres darüber berichtet.
Im Anschluss daran soll geklärt werden, wie sich die soziale Phobie äußert. Reaktionen, Kennzeichen und die vier Gefühlsarten nach Buss, also Verlegenheit, Scham,
Publikumsangst und Schüchternheit, stellen den Inhalt von Punkt 5 dar. Welche Faktoren ausschlaggebend für die Ausbildung von Ängsten sind ist die nächste Frage, die uns beschäftigen wird. Hierfür werden im nächsten Punkt Erklärungsansätze präsentiert. Nachdem ein Überblick über den Verlauf gegeben wird, komme ich auf die Erhebungsmethoden zu sprechen. Denn um Angststörungen erfolgreich behandeln zu können, müssen die Ängste vorher verlässlich und sicher diagnostiziert werden. Die entscheidende und wahrscheinlich wichtigste Leitfrage dieser Arbeit ist, wie wir das bisher erhaltene Wissen im Hinblick auf Therapie und Prävention nutzen können. Gerade weil soziale Angststörungen so problematische Folgen haben können, sind Kenntnisse über effektive Behandlungsmaßnahmen sehr relevant. Aus diesem Grund wird dieser Aspekt auch etwas ausführlicher behandelt. Schließlich sind ausführliche Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten wichtig, damit Kinder und Jugendliche von ihrer Qual erlöst werden können. Ihre Ängste werden oft nicht einmal erkannt. Wie wichtig jedoch eine Prävention ist, wird in diesem Punkt deutlich.
Auf pädagogischer Ebene wäre interessant zu klären, wie eine Therapie am besten durchgeführt werden sollte, damit sie möglichst kindgerecht ist. Punkt 10 liefert hierauf Antworten.
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Von der sozialen Angststörung sind ein bis drei Prozent der Kinder betroffen. Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind es fünf bis zehn Prozent. Diese Störung zählt zu den häufigsten psychischen Störungen. (vgl. Melfsen et al. 2006, S. 204). Sie gehört zu den emotionalen Störungen und dazu kann Folgendes ausgesagt werden: „Emotionale Störungen sind der häufigste Anlass für die Vorstellung von Kinder und Jugendlichen zur kinder - und jugendpsychiatrischen Beurteilung und Behandlung “ (Steinhausen 2002, S. 128). Außerdem treten Angststörungen, im Vergleich zu früher, laut neueren Untersuchungen immer häufiger auf (vgl. Klicpera 2007, S. 26). Sie stellten in früheren Zeiten aufgrund des Wissensmangels ein eher nebensächliches Phänomen dar. Schwierigkeiten der Diagnose ergaben sich auch aus dem Grund, dass Angststörungen als sogenannte „stille“ Störung aufgefasst wird. Denn im Vergleich zu anderen Störungen sind die Auswirkungen für die Bezugspersonen weniger belastend und auffällig. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Studien über die Entwicklungsepidemiologie von kind - und jugendspezifischen Störungen ermittelte einen Median für Angststörungen. Dieser liegt bei 10.4% und stellt somit die meist diagnostizierte psychische Störung im Kindes - und Jugendalter dar (vgl. Schneider, In - Albon 2006, S. 192).
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In Deutschland existieren zwei verschiedene Klassifikationssysteme: das DSM - IV 1 und das ICD - 10 2 . Im Großen und Ganzen sind die Systeme, bis auf einige Punkte, relativ gleich. Im DSM - IV zum Beispiel stellt die Vermeidungsangst eine Unterkategorie der sozialen Phobie dar. Die Störung mit der Trennungsangst wird als einzige typische Angststörung für das Kindes - und Jugendalter angeführt. Bei allen anderen Ängsten wird auf eine altersgemäße Spezifizierung verzichtet. Anders ist es allerdings bei der ICD - 10, diese beinhaltet vier Ängste, die für Kinder und Jugendliche typisch sind. Darunter fällt auch die soziale Angststörung, diese wird zusätzlich als typische soziale Störung für das Kindesalter (F93.2) angeführt. Im DSM - IV wird keine spezielle soziale Angststörung, die kind - und jugendspezifisch ist gesondert angeführt. Die soziale Phobie wird in beiden Klassifikationssystemen nicht als kind - und jugendspezifisch betrachtet (vgl. Essau 2003, S. 31ff). Es wird also zwischen den Begrifflichkeiten „Soziale Phobie“ und „Soziale Ängstlichkeit“ unterschieden. Um diese Unterschiede genauer nachvollziehen zu können,
1 Diagnostische und Statistische Manual Psychischer Störungen
2 Internationale Klassifikation psychischer Störungen
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werden diese Begrifflichkeiten nacheinander beschrieben. Im Anhang sind alle Angststörungen, in Form einer Tabelle, enthalten. So dass man über alle Ängste, die in beiden Klassifikationssystemen vorkommen, einen Überblick erhält. In Textform ist es etwas komplizierter die Unterschiede zu erklären und nachzuvollziehen. Alle anderen existierenden kind - und jugendspezifischen Ängste, welche nicht den sozialen Bereich betreffen, werden in dieser Arbeit nicht nochmals erwähnt, da dies den Rahmen sprengen würde. Gleichzeitig dient die Tabelle deshalb auch dazu, die existierenden Ängste aufzuzeigen.
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Die soziale Phobie zeichnet sich durch die Angst vor Leistungssituationen bzw. Situationen, die bewertet werden können, aus. Auch in der gewohnten häuslichen Umgebung ist diese Art von Angst gegenwärtig. Die Präsenz einer anderen Person ist ausreichend, um die Angst auszulösen, ganz gleichgültig wer diese Person ist. Es besteht eine stark ausgeprägte Angst vor Blamagen. Situationen die Peinlichkeiten auslösen könnten werden am liebsten ganz vermieden. Zu diesen Situationen zählt beispielsweise das Schreiben, Essen und Trinken vor anderen Personen (vgl. Bach 2004, S. 47f). Auch Kinder, die nicht unter einer sozialen Phobie leiden, fürchten sich gelegentlich in den oben angeführten Situationen. Jedoch besteht der Unterschied darin, dass Sozial Phobiker schon in den harmlosesten Situationen, wie zum Beispiel beim Vorlesen in der Klasse, intensive Ängste verspüren. Bei ihnen treten Ängste häufiger und stärker auf (vgl. Klicpera 2007, S. 32). Im Falle einer Konfrontation mit unangenehmen Situationen kommt es meist zu Errötungen und die Person beginnt vor Furcht zu zittern oder zu schwitzen. Außerdem äußern sich auf körperlicher Ebene Symptome wie zum Beispiel Muskelverspannungen, Herzklopfen, Kopf - und Magenschmerzen. Es tauchen auch negative Gedanken bezüglich des Selbstwertgefühls auf (vgl. Bach 2004, S. 48 und Klicpera 2007, S. 32f).
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Die Angst vor fremden Situationen und Personen wird als „Störung mit sozialer Ängstlichkeit“ bezeichnet. Kinder, die unter dieser Störung leiden, verhalten sich sehr zurückhaltend und passiv. Gefühle von Verlegenheit, Scham sind ihnen ständig präsent (vgl. Bach 2004, S. 47).
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Arbeit zitieren:
Kevser Ekin, 2008, Ängste im Kindes- und Jugendalter, München, GRIN Verlag GmbH
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