Inhaltsverzeichnis:
I. Einleitung. 3
II. Hauptteil. 4
1. Grundlagen 4
1.1.Doing Gender 4
1.2 Theorie der Männlichkeitsinszenierung 5
2. Interaktion in der Schule 7
2.1. Gleichgeschlechtliche Peer Group 7
2.2. Gemischtgeschlechtliche Interaktion 8
2.3 Interaktion mit LehrerInnen 8
3. Jungenarbeit. 9
III. Schluss 11
IV. Literaturverzeichnis. 12
2
I. Einleitung
Im der Diskussion um Geschlechterbenachteiligung in den Bildungsinstitutionen hat sich in den letzten 20 Jahren eine drastische Wende vollzogen. Die Ergebnisse aktueller Studien verweisen nicht mehr auf die Benachteiligung von Mädchen sondern stellen den Misserfolg der Jungen hervor. Ein Beleg für den Misserfolg der Jungen ist der hohe Anteil von männlichen Schulbesuchern an Haupt- und Sonderschulen . Entgegengesetzt verhält es sich an Gymnasien. Hier stellen die Mädchen die Mehrzahl der Schüler dar. Unabhängig davon, beenden auch wesentlich mehr Männer ihre Schullaufbahn ohne Abschluss. Gleichzeitig müssen weniger Mädchen eine Klasse wiederholen. Nachfolgende Statistik unterlegt diese Entwicklung nochmals.
(Quelle: http://www.bmbf.de/pub/Bildungsmisserfolg.pdf)
So stieg also in den letzten 30 Jahren der Anteil an Jungen in gering qualifizierenden Bildungseinrichtungen und sank drastisch im Hinblick auf den Besuch des Gymnasiums. (vgl. Flaake 2006, S.28) Entsprechend wollte ich mich in dieser Arbeit mit der Benachteiligung von Jungen in unserem Bildungssystem und mit Möglichkeiten der Förderung von Jungen in Schulen beschäftigen. Allerdings zeigte sich schnell, dass es hierzu einer genaueren Analyse der Geschlechterverhältnisse an Schulen bedürfte. Im Laufe meiner Recherchen fand dabei mehr und mehr die Konstruktion von Männlichkeit in der in der Institution Schule mein Interesse. Als Konsequenz daraus beschäftige ich mich in dieser Arbeit zunächst mit den Theorien 3
zur Erklärung von „Männlichkeit“, versuche dann anhand der Doing Gender Theorie zu erklären welche Rolle hierbei die Schule spielen kann und werde abschließend noch Denkansätze zur Jungenarbeit vorstellen.
II. Hauptteil
1. Grundlagen
Zunächst gilt zu klären welche Grundannahmen zum Thema Geschlecht dieser Arbeit zugrundeliegen. Geschlecht wird hier nicht als biologischer Determinismus sonder (auch) als sozial und kulturell konstruiert verstanden. Unterschiede in Verhaltensweisen, Deutungsmuster und Wahrnehmung entstehen demnach nicht durch unterschiedliche biologische Grundvoraussetzungen sondern ergeben sich anhand der jeweiligen gesellschaftlichen Erwartungen in Zusammenhang mit dem jeweiligen Geschlecht. (vgl. Budde 2005, S.14ff)
1.1.Doing Gender
Einerseits werden diese Verhältnisse gesamtgesellschaftlich reproduziert. So werden z.B. in der Werbung immer wieder Geschlechtsstereotype bedient. Auch Kinderspielzeug orientiert sich in Farbgestaltung, Sprache und Symbolik oftmals stark an den vorgegebenen Stereotypen. Mädchen wird hierbei einerseits die Mutterrolle z.B. im Umgang mit Puppen zugedacht, andererseits wird die Bedeutung von Schönheit für die Mädchen deutlich in den Vordergrund gestellt, für Jungs ist es „typisch“ mit Autos und Flugzeugen zu spielen, sich in körperbetonten Sportarten zu beweisen und im Sinne von „ein Indianer kennt keine Schmerzen“ alle Aufgaben zu meistern. Allerdings ist jeder einzelne nicht nur „passiver Empfänger“ dieser Ordnung sondern immer auch aktiv an der Gestaltung und Reproduktion beteiligt. Da das Geschlecht ein wichtiges Identitätsmerkmal darstellt ist es für jeden einzelnen von Bedeutung sich anhand gesamt Gesellschaftlicher und dichotomer Deutungsmuster eindeutig zuordnen und inszenieren zu können. In der Interaktion mit anderen muss durch Mimik, Gestik und Körperhaltung sowie Sprache und Wahrnehmung das Geschlecht eindeutig erkennbar sein. Formen dieser Inszenierung können sowohl 4
Arbeit zitieren:
Bernd Kugler, 2008, „Doing Gender“ - Männlichkeitsinszenierung im Kontext Schule, München, GRIN Verlag GmbH
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