nose des Zerfalls der Einheit - als Ausgangssituation der Postmoderne - wie auch die Beförderung der Vielheit - als Zukunftsaufgabe der Postmoderne“ der gemeinsame Nenner der diversen Definitionen von Postmoderne (ebd., S. 26).
Die Motivation für Ulrich Becks Untersuchung der „Risikogesellschaft“ ist die Wahrnehmung einer gesellschaftlichen Veränderung, für die der öffentlichen Debatte offenbar die Erklärungsmuster fehlen. Die Kräfte der Modernisierung wirken für Beck weiterhin, jedoch verändern sie nun nicht mehr die traditionale Agrargesellschaft hin zur Industriegesellschaft, wie im 19. Jahrhundert. Die Ständegesellschaft als Gegenteil habe die Modernisierung endgültig aufgezehrt und nun wandele der Prozess das, was bislang als Synonym mit der Moderne angesehen wurde: die Prämissen der Industriegesellschaft selbst. Damit seien im Bereich der Denkmodelle Fortschrittskritik und die neuen sozialen Bewegungen nicht antimodern, sondern vielmehr Ausdruck dieser Progression, für die die Industrialisierung eben nicht den Höhepunkt oder gar das Ende markiere. Teil dieser Veränderung sei auch die Suche nach Begriffen für die Veränderung, die Einige - wie Feministinnen oder Marxisten - dazu gebracht hätte, sich Glaubenssätze zurechtzulegen. Die These der reflexiven Moderne sucht Beck im Folgenden an zentralen gesellschaftlichen Entwicklungstendenzen zu belegen: Das vorherrschende gesellschaftliche Prinzip der Reichtumsproduktion werde abgelöst durch die Wahrnehmung, dass in erster Linie Risiken produziert werden. Weiterhin basiere die Industriegesellschaft auf dem kulturellen Klassen- oder Schichtenunterschied, der durch die Entwicklung des modernen Wohlfahrtsstaates eingeebnet wurde, ebenso wie die Geschlechterrollen der Kleinfamilie und alle damit verbundenen Konzepte. Ebenso werde Unterbeschäftigung fester Bestandteil der eigentlich nur auf Erwerbsarbeit ausgerichteten Gesellschaft, Zweifel als Methode der Wissenschaft würden nun auch auf die Wissenschaft als solche angewandt, der durch die Industriegesellschaft verwirklichte Anspruch der parlamentarischen Demokratie verliere im Bereich des ökonomisch-technischen Fortschritts seine Geltung. (Beck: Risikogesellschaft, S. 12-20)
Marielouise Janssen-Jureit beschreibt unter anderem den Prozess der legislativen Verankerung der Gleichberechtigung in Deutschland und ihre Defizite, die aus ihrer Sicht darin bestehen, dass die Diagnose der männlichen Suprematie nicht durch Liberalisierung, sondern nur durch kompensatorische Gesetzgebung zu heilen sei (Janssen-Jurreit: Sexismus, S. 305-328). Diese Perspektive setzt sich in den vorwiegend ethnologischen Betrachtungen zur „natürlichen Arbeitsteilung“ der Geschlechter fort, ein Gedanke, den sie zugunsten der These des männlichen Zwangs der Arbeitsteilung verwirft (ebd., S. 355-372). Ebenso verwirft sie „biologistische“ Ansätze, die aus den Unterschiedlichen Geschlechterchromosomen geschlechts-
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Arbeit zitieren:
Christoph Sprich, 2009, Der feministische Diskurs – Eine postmoderne Thematik?, München, GRIN Verlag GmbH
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