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Inhaltsverzeichnis
A Kinder- Informantenpotential für die ethnologische Arbeit
und Thema der advocacy anthropology? 3
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I. Inwieweit können Kinder als Akteure angesehen werden? 5
I. 1. Definition der Begriffe Akteur und Aktion 5
I. 1.1 Definition Akteur 6
I. 2 Intelligenz als essentielle Voraussetzung des Akteur- Seins 8
I. 3. Erfüllung weiterer Kriterien des Akteur- Seins 9
II. Fallbeispiele zu den beachtlichen kognitiven Leistungen bei Kindern 10
II. 1 Fallbeispiel zu eigenständiger Problemlösung bei Dreijährigen 10
II. 2 mathematische Logik bei Fünfjährigen 11
III. weitere Beispiele des Aktionismus bei Kindern 12
III 1. anhand sozialer Gesichtspunkte- peer groups 12
III. 2 in Bezug auf Erziehung: individuell unterschiedliche Reaktionen 13
III. 3 Kinder als indirekte Akteure durch Interaktion 14
IV. Voraussetzungen zur effektiven Forschung mit Informanten in der
advocacy anthropology 16
IV. 1 ´Kinder´ als Gegenstand der advocay anthropology 16
VI. 2. Wahrnehmung von Kindern 17
IV. 2. 1 Exkurs: Kinder wie alte Menschen oftmals unterschätzt 18
IV. 3 Zugang zu Wissensressourcen zur
Geringhaltung der Beeinflussbarkeit 19
IV. 4 Exkurs: Philosophie mit Kindern 19
C Kinder als ernst zunehmende und wichtige Informanten- in der
ethnologischen Forschung wie im gesellschaftlichen Leben 21
Quellenverzeichnis 23
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A Kinder- Informantenpotential für die ethnologische Arbeit und Thema der
Darüber, dass Kinder Individuen sind, die durch kontextabhängig verschiedene Faktoren wie etwa die Familie oder die Gesellschaft und das soziale Milieu, in welchen sie leben, spezifisch sozialisiert werden und individuelle Charaktereigenschaften mitbringen, ist man sich in allen wissenschaftlichen Disziplinen, die sich mit diesem Thema beschäftigen, einig. Die zentralen Fragen in dieser Arbeit sollen sein, ob Kinder wichtige Informanten für die ethnologische Forschung darstellen können und ob die advocacy anthropology nicht verstärkt etwas für diese leisten kann. Doch wie lässt sich das begründen? Was können Kinder in Bezug auf Gewinnung fundierter Daten wirklich leisten? Wie lässt sich das belegen? Kann man Kinder als vollwertige Akteure betrachten? Und wenn ja, ab welchem Alter und unter welchen Voraussetzungen können sie im gesellschaftlichen Prozess agieren?
Um herauszuarbeiten, ob und inwieweit auch schon relativ junge Kinder als Akteure im ethnologischen Sinn verstanden werden können, scheinen Erkenntnisse der Pädagogik, Psychologie und Philosophie ebenso wichtig zu sein, wie die der Ethnologie selbst, wo doch die Ethnologie als ganzheitliche Wissenschaft praktisch alle Bereiche des menschlichen Lebens als ihren Untersuchungsgegenstand beansprucht.
Die Ethnologie ist eine Wissenschaft, die ihr Augenmerk nicht zuletzt darauf legt, wie Menschen in verschiedenen kulturellen Kontexten miteinander interagieren.
Der erste Teil meiner Arbeit beschäftigt sich mit den Voraussetzungen und Kriterien aus soziologischer wie aus pädagogisch-psychologischer Sicht, die Individuen zu Akteuren machen und prüft die Gegebenheiten in Bezug auf Kinder vom Säuglinsalter bis zur frühen Kindheit.
Der zweite Teil gibt anhand von Fallbeispielen einen Einblick in die kognitiven Leistungen von Kindern zu Beginn und am Ende der frühen Kindheit. Im dritten Teil werde ich verstärkt auf den Aktionismus von Kindern eingegangen: Anhand des speziellen Beispiels von peer groups, wie auch im Allgemeinen in Bezug auf Erziehung, und schließlich wird die Interaktion von
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Kindern mit ihrer Umwelt beleuchtet werden, wobei keine Alterseinschränkung vorgenommen wird.
Im letzten Teil werden schließlich die in den vorhergehenden Punkten der Arbeit herausgestellten Ergebnisse verwendet, um auf die anfängliche Fragestellungen, inwieweit Kinder vollwertige Informanten für die advovacy anthropology darstellen, eine Antwort zu geben. Weiterhin wird diese ethnologische Richtung vorgestellt werden.
Dazu wird weiterhin auf die spezielle Art der Wahrnehmung von Kindern, im Gegensatz zu der von Erwachsenen, im Allgemeinen, und in einem kleinen Exkurs auf alte Menschen als weitere oft zu wenig ernst genommene Altersgruppe eingegangen und die Verbindung aufgezeigt. Weiterhin wird der Grad der Beeinflussbarkeit bei Kindern geprüft werden. Ein weiterer Exkurs über einen erfolgreichen Versuch in der Philosophie, wissenschaftlich mit Kindern zu arbeiten, schließt daran an.
Nach der interdisziplinären wissenschaftlichen Beleuchtung dieser verschiedenen Gesichtspunkte, soll der ethnologische Leitgedanke dieser Arbeit durch die vielseitige Diskussion belegt und die These herausgestellt sein: Kinder können hilfreiche Informanten für die ethnologische Forschung sein so wie auch wechselseitig durch die advocacy anthropology einiges für Kinder geleistet werden kann.
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B
Diese Arbeit soll sich also um Kinder als agierende Individuen drehen; aber um welche Altersgruppe handelt es sich überhaupt? Wenn man der allgemeinen Einteilung der Entwicklungspsychologie folgt, geht das Säuglings- und Krabbelalter von der Geburt bis zwei Jahre, die frühe Kindheit von zwei bis sechs und die mittlere Kindheit von sechs bis elf Jahre; das Alter von elf bis 21 Jahren nennt man Adoleszenz (Berk 2005: 9). Im Folgenden wird hauptsächlich auf die Altersgruppe bis zur frühen Kindheit eingegangen werden, da diese allgemein als die hauptsächliche Sozialisationsphase gilt, beziehungsweise in vielen Gesellschaften das Kind innerhalb dieses Zeitraumes erst zum sozialen Wesen „aufsteigt“. Dieses Alter ist daher besonders relevant bei der Belegung der Frage des „generellen Akteur- Seins“ von Kindern. Jedoch wird auch Bezug genommen auf ältere Kinder und Menschen aller Altersstufen, um zu zeigen, dass die Festsetzung der Fähigkeit zur Aktion vielmehr aufgrund anderer Eigenschaften als nur aufgrund des Alters eines Menschen vorgenommen werden sollte.
I. Inwieweit können Kinder als Akteure angesehen werden?
I. 1. Definition der Begriffe Akteur und Aktion
I. 1.1 Definition Akteur
Die sozialwissenschaftliche Definition des Begriffs ´Akteur´ lautet: „Der Akteur zeigt menschliches Verhalten, mit dem er und andere Akteure einen subjektiven Sinn verbinden. Akteure knüpfen soziale Beziehungen, wenn sie Interesse an anderen Akteuren haben. Dieses Interesse kann in Ressourcen (z. B. Attraktivität, Kennenlernen anderer Akteure) oder in Ereignissen liegen. Diese Ereignisse können von anderen u.a . kontrolliert , genutzt oder verhindert. [Punkt im Original] werden oder der Akteur kontrolliert, nutzt oder verhindert selbst Ereignisse, um seine Bedürfnisse (z. B. Verzehr, Zuneigung) direkt oder indirekt zu befriedigen (als Mittel zur Bedürfnisbefriedigung). Die Interessen des Akteurs werden somit in Interaktions- und Machtbeziehungen gebildet. (Vgl. Haunschild, 1998, 113)“ (Küpper 2004/ 2005: 2).
Zwar ist diese Definition nicht speziell auf Kinder angewandt, jedoch schließt sie diese als Akteure mit ein. Denn schon in den naturgegebensten Interessen nach Selbsterhalt durch Nahrung und Zuwendung wenden Kinder Aktionen wie
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Schreien oder Lachen gegenüber Versorger- Personen an, um durch diese ihre Interessen befriedigt zu bekommen. Psychisch und sozial gesunde Erwachsene - oder auch schon ältere Kinder - reagieren auf derartige Verhaltensweisen mit der Bemühung um Bedürfnisbefriedigung - in diesen beiden Fällen mit Nahrungszuführung oder liebevoller Beschäftigung mit dem Kind. Auch entwerfen Kinder schon „Theorien“, welche zielgerichtet ihre Handlungen bestimmen:
„Neuere Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass das, was Kinder über ihre belebte und unbelebte Umgebung lernen, teilweise von ihren naiven Theorien abhängt“ (Goswami 2001: 365).
Wenn diese Theorien auch etwas einfacher gestrickt sein mögen - von dem Gesichtspunkt aus, dass Menschen geringeren Alters über einen geringeren Erfahrungsschatz, welcher die Theorien nährt, verfügen - so bedeutet das doch nicht, das diese unrichtiger wären als die von Erwachsenen. Auf den Stellenwert der Erfahrung bezüglich der Handlungsfähigkeit bezieht sich weiterhin das einführende Zitat in IV. 1. I. 1. 2 Definition Aktion
Auch in den Ausführungen des Entwicklungspsychologen Jaan Valsiner findet sich dieses Verständnis von Aktion wieder: Valsiner bezieht sich auf die Definition von action und act nach Harré, Secord und Von Cranach: action sei “goal- directed behavior [,] [...] act [...] reserved to denote the meaning of some set of actions within a culture” (Valsiner 1987: 145). Wenn man also eine Handlung weniger als Fertigkeit, die der durchschnittliche Mensch bis zu einem gewissen Alter erlernt hat, sieht, sondern vielmehr als etwas, was jeder Mensch egal welchen Alters, immer wieder ausführt, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, dann eröffnet sich uns ein Blickwinkel, der uns Kinder als handelnde und sich somit auf die Interaktion auswirkende Wesen nahe bringt. Dass Aktionen erst durch den kulturellen Kontext ihre Bedeutung erhalten, spricht sich ebenso für Kinder als Akteure aus, da sie ihre Handlungen innerhalb dieses Kontextes ausführen und die Reaktionen ihrer Mitmenschen darauf in diesen eingebettet sind.
Arbeit zitieren:
Carina Bauer, 2007, Kinder als wichtige ethnologische Informanten und Thema der "advocacy anthropology", München, GRIN Verlag GmbH
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