Inhaltsverzeichnis
1.) Einleitung. 3
2.) Begriffsdefinitionen und Abgrenzungen. 5
2.1 Soziale Kontrolle. 5
2.2 Individualisierung. 6
2.3 Jugend / Jugendphase. 8
3.) Aufeinandertreffen von sozialer Kontrolle und Individualisierung 9
3.1 Reaktionen Jugendlicher auf soziale Kontrolle. 11
3.2 Bedeutung von Individualisierung für Jugendliche. 13
4.) Zusammenfassung. 14
5.) Bibliographie. 15
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1. Einleitung
Während die Soziologie als Wissenschaft unter Anwendung spezifischer Methoden und Techniken die Beziehungen, Interaktionen, Strukturen usw. der Gesellschaft und ihrer Individuen im Allgemeinen erklärt, untersucht die Soziologie der Lebensalter (als Teilwissenschaft der Soziologie) die oben genannten Forschungsziele anhand bzw. innerhalb spezifischer Gruppen und Individuen der Gesellschaft. Sie bezieht ihre Untersuchungen auf Personen und -kreise in ihren jeweiligen Lebens- und Entwicklungsphasen, erklärt somit Handlungen und Interaktionen etc. in Abhängigkeit des Entwicklungsstandes des Einzelnen bzw. der Gruppe. So ist es möglich, beispielsweise Beweggründe zu oder den Verlauf von sozialen Handlungen zu konkretisieren und nach Lebensphasen der Individuen zu differenzieren. Die Soziologie der Lebensalter teilt die Lebensphasen wie folgt auf: Kindheit, Jugend, Erwachsenenalter und Alter.
Im Sozialisationsprozess sind Kindheit und Jugend zwei bedeutende Phasen, denn in ihnen werden Individuen entscheidend geprägt, können beeinflusst und gelenkt werden, um sie im Zuge ihrer Vergesellschaftung auf das Erwachsenenalter vorzubereiten. „Vergesellschaftung“ meint, die Individuen zum Leben in der Gesellschaft zu befähigen, sie an bestehende Gefüge und Gegebenheiten anzupassen. Dazu müssen beispielsweise bestehende Wert- und Normvorstellungen vermittelt, vom Individuum anerkannt und verinnerlicht werden. Die Vermittlung von Werten und Normen geschieht zwar bereits vor dem Eintritt in die Jugendphase durch Institutionen wie Familie, Kindergarten oder Schule, jedoch ist es besonders wichtig, diese übermittelten Wert- und Normvorstellungen spätestens in der Jugendphase zu festigen.
Dies kann beispielsweise durch soziale Kontrolle erreicht werden. Sie ist ein Mittel der Gesellschaft, ihre Mitglieder zu erwünschtem Verhalten zu erziehen. Jedoch kann sich dies als äußerst kompliziert erweisen, denn gerade die Phase der Jugend ist gekennzeichnet durch Suche nach Orientierung und Identität, Neugier, Entdeckungseifer usw., was dazu führen kann, dass sozial kontrollierte und zu erziehende Individuen diese Erziehung durch die Gesellschaft sowie deren Erziehungsziele ablehnen, nicht den gesellschaftlich
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vorgefertigten Sozialisationsweg durchlaufen wollen, sondern ihr Leben autonom und unabhängig bzw. entgegen gesellschaftlicher Erwartungen gestalten wollen. Verläuft diese Individualisierung negativ, d.h. verstösst das Individuum in zu hohem Maße gegen erwünschte und „normale“ Verhaltensweisen (z.B. in Form von Kriminalität), kommt es zu Konflikten zwischen Individuum und Gesellschaft, die bis zur Ausgrenzung desselben führen können.
Individualisierung kann jedoch auch positiv verlaufen, kann der Gesellschaft auch Neuheiten und Alternativen aufzeigen und somit - sofern diese gesellschaftliche Anerkennung finden - zur Entwicklung der Gesellschaft beitragen. Im folgenden werde ich auf das Aufeinandertreffen von sozialer Kontrolle und Individualisierungstendenzen, dem Jugendliche in ihrer Entwicklung ausgesetzt sein können, daraus resultierenden positiven wie negativen Konsequenzen und auf Vor- und Nachteile beider Prozesse eingehen.
Außerdem soll die Notwendigkeit von sozialer Kontrolle und Individualisierung für Individuen und deren Entwicklung bzw. Sozialisation einerseits und für die Gesellschaft, ihrer Dynamik und Weiterentwicklung (z.B. durch Abkehr von veraltetem Gedankengut) andererseits betrachtet werden.
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Arbeit zitieren:
Dominic Hartmann, 2001, Jugend zwischen sozialer Kontrolle und Individualisierung, München, GRIN Verlag GmbH
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