Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Der Helvetiefeldzug Caesars 4
2.1. Caesars Gründe für einen Krieg 4
2.2. die Ausgangsituation in Gallien 4
2.3. Beginn der helvetischen Wanderung 5
2.4. Notwendigkeit und Hintergrund des Präventivschlages gegen die Helvetier Caesars
Gr ünde für einen Krieg 6
2.5. Der Kampf gegen die Helvetier an der Saone und bei Bibracte 8
2.6. Caesars Bellum Gallicum und seine Glaubwürdigkeit 9
2.7. Der Helvetierauszug als Feldzug gegen die Germanen? S.10
2.8. Bedeutung des Sieges über die Helvetier S.12
3. Schlussbetrachtung S.13
Literaturliste S.14
1. Einleitung
2
Die Eroberung Galliens war ein wichtiger Schritt für Caesar auf dem Weg zur Alleinherrschaft und aus Gallien sollte eine der wirtschaftlich und kulturell wichtigsten Provinzen Roms werden. Begonnen hat der Gallische Krieg mit Caesars Feldzug gegen die Helvetier. Es stellt sich die Frage über den Ablauf des militärischen Unternehmens, das unbedingt kritisch im Zusammenhang mit der Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit Caesars als Quellenautor zu betrachten ist.
Über Caesars Prokonsulat sind Schriften von alle antiken Autoren überliefert, die über Caesar und die späte Republik berichten. Ausführlichste und wichtigste Quelle sind die sieben von Caesar verfassten Bücher „De bello Gallico“, das achte Buch wurde von seinem Gefolgsmann Hirtius geschriebenen. 1 Da es vom Gallischen Krieg keine unabhängigen Parallelberichte gibt, ist man besonders auf die Darstellung des Siegers angewiesen. 2 Spätere Autoren stützen sich ebenfalls vornehmlich auf Caesar und nur zum Teil auf andere Quellen, so dass hier die Gefahr subjektiven Dafürhaltens oder Ablehnens besteht. 3 In der Forschung stehen ebenfalls auf der einen Seite die Caesar-Fürsprecher, die ihn verteidigen: „Caesar [hat] als erster die gewaltige Bedrohung aus dem Norden erkannt und mit den Mitteln der traditionellen Senatspolitik genial zu Meistern verstanden. Sein militärisches Eingreifen wird als normales Verhalten eines römischen Prokonsuls und als eine von außenpolitischen Zwängen diktierte Notwendigkeit gesehen.“ 4 Da die Römer ihre überlegene Zivilisation mitbrachten und die keltische Kulturzeugnisse nahezu komplett auslöschen, gab und gibt es oft kein Unrechtsgefühl bei ihren Eroberungen. Frankreich versteht sich als Erben der römischen Herrschaft und Kultur und beruft sich immer wieder auf sie. 5 Die Kritiker jedoch sehen Caesar als ehrgeizigen Feldherrn der sich ohne
1 Gesche, Helga: Caesar. Darmstadt. 1976 (Erträge der Forschung; Band LI), S.69f.
2 Jehne , Martin: Caesar. München. 1997 (Beck’sche Reihe; 2044: C.H. Beck Wissen), S.51
3 Gesche S.76
4 Maier, Ulrich: Caesars Feldzüge in Gallien (58-51 v.Chr.) in ihrem Zusammenhang mit der stadtrömischen Politik. Bonn. 1978 (Saarbrücker Beiträge zur Altertumskunde; Band XXIX), S.11
5 Bleicken , Jochen: Geschichte der Römischen Politik. 5.Auflage. München. 1999 (Oldenbourg Grundriß der Geschichte; Band II), S.233
3
außenpolitische Notwendigkeit in die Angelegenheiten der freien Gallier einmischt. 6
2. Der Helvetiefeldzug Caesars
2.1. Caesars Gründe für einen Krieg
Caesar wurde 59 v.Chr., noch als amtierender Konsul, für fünf Jahre die Statthalterschaft in den Provinzen Illyricum, Gallia Cisalpina durch Volksbeschluss und auf Druck des Pompeius durch den Senat die Provinz Gallia Narbonensis zugesprochen. Das Kommando war nicht mit Senatswillen zustande gekommen. 7 Als er sein Prokonsulat übernahm, war er hoch verschuldet. Um politisch weiter handlungsfähig zu bleiben, musste er seine Schulden abbezahlen und eine erfolgreiche Statthalterschaft vorweisen, da der Aufenthalt in der Provinz keine starke Einflussnahme auf die Politik in Rom zuließ. 8 Damit Caesar mit Pompeius, dem mächtigsten Mann im Römischen Reich ebenbürtig ist, benötigt er ein militärisches Kommando und ihm ergebene Legionen. 9 Vorerst erstrebte er jedoch mit der Statthalterschaft „ - auch im Interesse des Pompeius - eine Machtstellung, von der aus er sich gegen die Angriffe seiner inneren Feinde behaupten konnte.“ 10 Auch durch Caesars zum Teil übersteigerten Ehrgeiz und seinen Willen zum Handeln stand er militärischen Unternehmungen, mit denen großer Ruhm und reiche Kriegsbeute zu erlangen waren, positiv gegenüber. 11 In Rom richtete sich der Widerstand nicht gegen den Eroberungsfeldzug, sondern gegen Caesars militärisches Kommando, was ihm Ruhm und Gewinn ermöglichte. 12
2.2. die Ausgangsituation in Gallien
In Gallien befanden sich im 1.Jahrhundert v.Chr. viele Stämme in einem Übergang von der Monarchie zu einer aristokratischen Herrschaft, sowie
6 Maier S.12
7 Timpe, Dieter: Caesars Gallischer Krieg und das Problem des römischen Imperialismus. In: Historia. Zeitschrift für Alte Geschichte (Band XIV.), hrsg. von H. Bengtson/K. Stroheker/G. Walser. Tübingen/Bern. 1965. S. 189-214, S.192
8 Maier S.21
9 Bleicken S.81
10 Timpe S.192
11 Maier S.20
12 Bleiken S.220
4
einer wirtschaftlich und unternehmerisch sich herausbildenden und aufsteigenden Mittelschicht. Dieser Wandlungsprozess erleichterte sicherlich die römische Einflussnahme. 13
Mit Hilfe von im Jahre 72 v.Chr. nach Gallien geholten Germanen siegten die Sequaner gegen den einst führenden gallischen Stamm der Haeduer. Die Sequaner gerieten jedoch selbst unter den Druck der Germanen, die unter ihrem Stammesfürst Ariovist beginnen ein eigenes Reich aufzubauen.. Der Auswanderungsplan des keltischen Stammes der Helvetier, der bereits von der Rhein-Main-Region in das Gebiet der heutigen Schweiz übergesiedelt war, löste in der römischen Öffentlichkeit im März 60 v.Chr. Beunruhigung hervor. Mit dem Tod des Fürsten Orgetorix beruhigt sich die Lage aber wieder rasch. 14
2.3. Beginn der helvetischen Wanderung
Die Helvetier waren nach zweijähriger Vorbereitung im Frühjahr 58 v.Chr. von ihren Wohnsitz aufgebrochen um sich am Atlantik neues Siedlungsgebiet zu suchen. 15 Sie bringen die Völker der Rauracer, der Tulinger, der Latobriger und der Boier dazu, sich ihnen anzuschließen. 16 Beim römischen Genf (Genava) wollten sie die Rhone überqueren 17 und baten den herbeigeeilten Caesar um Erlaubnis, die Provinz Gallia Narbonensis zu durchqueren. 18 Nach zweiwöchiger Bedenkzeit, die Caesar zum Truppenaufmarsch nutzte, lehnte er das Durchmarschgesuch der Helvetier ab, da es nicht römischer Brauch sei fremde Völker durch Reichsgebiet ziehen zu lassen. 19 Er verlangt jedoch auch nicht, dass die Helvetier in ihren angestammten Land blieben. 20 Ein gewaltsamer Versuch die Rhone zu überqueren misslang 21 und so gingen die Helvetier durch das Gebiet der Sequaner, die ihnen, nach Vermittlung des Haeduerfürsten
13 Canfora , Luciano: Caesar: der demokratische Diktator. Eine Biographie. Aus dem ital. von R. Seuß. München. 2001, S.110
14 Schümann, Bernd F.: Caesar und die Gallier. Begleitbuch zur Lektüre des Bellum Gallicum. Stuttgart. 1998 (Colloquium Didactum; Band III), S.11f.
15 BG 1, 5
16 BG 1, 5, 4
17 BG 1, 6, 3
18 BG 1, 7, 3
19 BG 1, 8, 3f.
20 Lieberg, Godo: Caesars Politik in Gallien. Interpretationen zum Bellum Gallicum. Bochum. 1998, S.41
21 BG 1, 8, 4
5
Arbeit zitieren:
Jörg Hauptmann, 2001, Caesars Feldzug gegen die Helvetier, München, GRIN Verlag GmbH
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