Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 05
2 Die Globalisierung der Finanzmärkte 06
3 neuartige Finanzinnovationen als Motor für Wohlstand 09
3.1 Definition und Entstehungsgründe sowie die Ge-
schichte der ABS. 09
3.2 Voraussetzungen für die ABS 12
3.3 Definition Special Purpose Vehicle 13
3.4 ABS-Transaktion mit Special Purpose Vehicle 14
3.5 Weitere Beteiligte an einer ABS-Transaktion 16
3.6 Bilanzierung einer ABS-Transaktion 20
3.7 Motive einer ABS-Transaktion 21
3.8 Risiken einer ABS-Transaktion am Beispiel der WestLB
und BayernLB 22
4 Die Integration eines einheitlichen europäischen Finanz-
marktes 25
4.1 Die Strukturierung und Weiterveräußerung von Kredit-
25
Risiken
4.2 Die Verschärfung der Eigenkapitalrisiken. 26
4.3 Mindestreserven auf Finanz-und Sachaktiva 26
4.4 Die europäische Finanzmarktaufsichtbehörde 26
5 FSAP - Der Aktionsplan der Europäischen Kommission
zur Harmonisierung 28
6 Das Lamfalussy-Verfahren 30
7 BaFin als Allfinanzaufsichtsbehörde 34
8 Warum ein einheitlicher Euro-Finanzmarkt notwendig
ist.…………………………………………………………………………………. 36
9 Die Chancen und Risiken die daraus entstehen 37
10 Fazit 41
11 Literaturverzeichnis 42
12 Quellenverzeichnis 43
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Größere Finanzkrisen seit 1970
Abbildung 2: European Securitisation Issuance 2008
Abbildung 3: Historical European Securitisation 2001-2008
Abbildung 4: US Historical Securitisation 2001-2008
Abbildung 5: Struktur der verbrieften Forderungen
Abbildung 6: Grundstruktur einer ABS-Transaktion
Abbildung 7: Beteiligte an einer ABS-Transaktion
Abbildung 8: Bilanzierung einer ABS-Transaktion
Abbildung 9: Verzocktes Vermögen
Abbildung 10: Komitologie-Verfahren nach Lamfalussy
1 Einleitung
Mit den Vorgaben der Lissabon-Strategie vom März 2000 hatte sich Europa das Ziel gesetzt, der wettbewerbsfähigste und dynamischste wissensbasierte Wirtschaftsraum der Welt zu werden 1 . Um dieses Ziel zu verwirklichen müssen viele schwierige Schritte gegangen werden, doch der wohl wichtigste ist die Vollendung des einheitlichen Finanzmarktes. Mit der Eliminierung der Wechselkurse zwischen den EWU-Ländern und die Umstellung auf die Währung Euro tat man einen entscheidenden Schritt, trotzdem ist immer noch eine starke Fragmentierung zu beobachten, durch die die potenziellen Vorteile des EU-Binnenmarktes nicht ausgeschöpft werden. Hauptgründe sind hierfür vor allem steuerliche Diskriminierungen von grenzüberschreitenden Akteuren und Unterschiede zwischen den nationalen Zivilrechtsordnungen, Regulierungen und Vorschriften, die letztendlich in Intransparenz enden 2 . Mit dem 1999 verabschiedeten Aktionsplan für Finanzdienstleistungen (Financial Services Action Plan), auf den wir später ausführlicher eingehen werden, hat die Europäische Kommission im Mai 1999 die richtige Richtung vorgegeben. In dessen Folge wurde 2004 die Finanzmarktrichtlinie, die Transparenzrichtlinie für Informationspflichten von Wertpapieremittenten, die Übernahmerichtlinie und nicht zuletzt die Richtlinie über Märkte von Finanzdienstleistungen (MiFiD) beschlossen sowie die internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS (früher IAS) verbindlich gemacht 3 . All das zeigt uns wie komplex die einzelnen nationalen Finanzmärkte sind. Effizienz und Krise liegen dicht bei einander, was uns die jüngste Vergangenheit zeigte, deshalb sind klare Regeln, Kontrollen und Aufsicht klar von Nöten, doch gibt es auch viele Vorteile und Chancen die daraus entstehen können.
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2 Die Globalisierung der Finanzmärkte
Durch die zunehmende Globalisierung und die damit verbundene Intensivierung der Handelsbeziehungen seit Mitte des letzten Jahrhunderts, bildeten sich infolge dessen globale Finanzmärkte. Stabile Finanzmärkte sind einer der wichtigsten Säulen bei der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Sie unterstützen auf der einen Seite die Finanzierung von privaten und öffentlichen Investitionen und auf der anderen Seite die langfristige private Vermögensbildung von Haushalten und Unternehmen. Durch Kapitalströme, gelenkt von internationalen Unterschieden, fließen sie dort hin wo die größtmögliche Rendite zu erzielen ist und führen zu größerem Wohlstand im Importland. 4 Während bspw. das Bruttoinlandsprodukt in den 90zigern weltweit um die Hälfte anstieg, haben sich die Direktinvestitionen mehr als verfünffacht. Die Bestände an Derivaten haben sich im Vergleich zum Anfang des Jahrzehnts sogar mehr als verzehnfacht. Der treibende Faktor aber waren die innovativen Finanzprodukte, die maßgeblich zur Umsatzsteigerung auf den Finanzmärkten beitrugen. Die rasante Entwicklung der globalen Finanzmärkte wäre ohne Öffnung der nationalen Finanzmärkte und ohne die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien nicht möglich gewesen. In den 70zigern gingen die Industrieländer bei der Liberalisierung und Deregulierung voran. In den 80zigern folgten die Entwicklungsländer, die sich in den 70zigern zum Teil in hohem Maße gegenüber privaten Kreditgebern verschuldet hatte. Zunächst erfolgte die Kreditaufnahme zu günstigen Zinssätzen. Ab 1979 stiegen aber die Zinssätze aus verschiedenen Gründen, so dass die Belastung des Schuldendienstes in die Schuldenkrise der Entwicklungsländer führte. Mexiko machte im Sommer 1982 den Anfang und stellte seine Zahlungen ein, kurze Zeit später folgten viele weitere Entwicklungsländer 5 . Sie konnten die Last des Schuldendienstes nicht mehr bewältigen.
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Nicht nur die hohen Zinssätze der externen Kredite waren für die Krise verantwortlich, auch die unzureichenden Renditen der mit den externen Krediten finanzierten Projekte. Allerdings war das nicht die einzige Finanzkrise in den letzten beiden Jahrzehnten. Argentinien, Türkei und einige Staaten Asiens (Tiger-und Pantherstaaten) hatten ebenfalls schwere Krisen zu bewältigen. Aber auch in ökonomisch entwickelten Staaten mit ihren ausgeklügelten und regulierten Finanzsystemen sind vor Krisen nicht sicher, wie die Spekulationen 1992/93 gegen das britische Pfund, die lange währende japanische Bankenkrise und die noch immer anhaltende Immobilienkrise in den USA uns zeigen (siehe Abb.1) 6 .
Abb.1: Größere Finanzkrisen seit 1970 (nach Kreditausfallraten, in Prozent aller Kredite) 7
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Durch den Zusammenbruch des Ostblocks wandelten sich die gegenüber dem Weltmarkt weitgehend abgeschotteten Planwirtschaften Osteuropas zu offen Marktwirtschaften. Seit dem Fall der Mauer kann also von globalen Finanzmärkten gesprochen werden, da nun die ganze Welt den gleichen Tendenzen der finanziellen Globalisierung ausgesetzt waren. Infolge dessen und der neuen Kommunikationsmöglichkeiten stieg natürlich auch die Attraktivität von Anlagen auf Finanzmärkten. Ein weitere Grund war aber auch, dass nicht nur die technische Innovationen in dieser Zeit rasant zunahmen, sondern auch die Finanzinnovationen. Mit ihnen war es möglich, Kapital mobiler und vielfältiger hinsichtlich Fristen, Währungen, Laufzeiten, Zinsen und Risiken am Weltmarkt anzulegen um noch höhere Renditen zu erzielen.
3 neuartige Finanzinnovationen als Motor für
Wohlstand
Nicht nur Pop-Ikone David Bowie, der Fußballverein Schalke 04 oder die Staatslotterie von Griechenland beschafften sich durch Asset Backed Securities zusätzliches Kapital, auch die Hypothekenbanken in den USA sahen dieses Instrument des Risikomanagement als beste Möglichkeit ihren Kunden zusätzliche Liquidität zu gewähren. Asset Backed Securities sind ein umfangreiches Finanzierungsinstrument, welches maßgeblich mitve-rantwortlich für die größte Finanzkrise seit 1929 ist.
3.1 Definition und Entstehungsgründe sowie die Ge-
schichte der ABS
Asset Backed Securities, abgekürzt ABS, bedeutet im übertragenden Sinne „durch Vermögenswerte gesicherte Wertpapiere“ 8 , vereinfacht ausgedrückt handelt es sich hierbei um illiquide Forderungen die durch Zweckgesellschaften wieder in verbriefte Wertpapiere umgewandelt werden. Diese Art der Refinanzierung trat erstmals in den 70zigern in den USA in der Form von Mortgage Backed Securities (eine Spezialform der ABS) auf, entstanden durch die besondere Bankensituation in den USA. In den 20igern und 30igern verspekulierten sich die Banken in den USA und trugen ihre Pleiten auf den Rücken ihrer Kunden und der Allgemeinheit aus. Damit es nicht wieder zu einem solchen finanziellen Zusammenbruch kommen würde, erließ Franklin Roosevelt 1933 den Glass Steagall Act. Dieses Gesetz sah die klare Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken in den USA vor 9 . Die Commercial Banks und Thrift Institutions wurden die Einlagen-und Kreditgeschäfte zugeteilt wobei die Emissi-
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Arbeit zitieren:
Dipl. Betriebswirt Sven Kadlec, 2009, Die Integration eines einheitlichen europäischen Finanzmarktes, München, GRIN Verlag GmbH
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