Prozess der Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis II
Abstract IV
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielstellung der Arbeit 1
1.2 Forschungsfrage 2
1.3 Abgrenzung und Begriffe 2
1.4 Bezugsrahmen 3
1.5 Aufbau und Vorgehensweise 4
2 Familienunternehmen 5
2.1 Definition Familienunternehmen 5
2.2 Aktuelle Situation in Deutschland 7
2.3 Besondere Merkmale von Familienunternehmen 7
2.4 Familienunternehmen und ihre gesamtwirtschaftliche Bedeutung. 10
3 Die Unternehmensnachfolge im Familienunternehmen 11
3.1 Definition Unternehmensnachfolge. 11
3.2 Externe Möglichkeiten der Unternehmensnachfolge 12
3.2.1 Management-Buy-Out und Management-Buy-In 12
3.2.2 Verkauf an Dritte 13
3.2.3 Die Stiftungslösung 14
3.2.4 Einsetzen eines Fremdmanagements 14
3.2.5 Liquidation 15
3.3 Die Familieninterne Unternehmensnachfolge 15
3.3.1 Möglichkeiten der familieninternen Unternehmensübertragung 15
3.3.1.1 Vererbung 15
3.3.1.2 Schenkung 16
3.3.1.3 Die Übertragung gegen Renten- oder Ratenzahlung 16
3.3.1.4 Der Unternehmensverkauf gegen Einmalzahlung 17
3.4 Weitere Aspekte der Unternehmensnachfolge 18
3.4.1 Emotionale Aspekte 18
3.4.2 Rechtliche und steuerliche Aspekte 18
3.4.3 Prozessbetrachtung der Unternehmensnachfolge 19
4 Fazit und Ausblick. 20
Literaturverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis VII
Tabellenverzeichnis VIII
Abk ürzungsverzeichnis IX
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Prozess der Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen
Abstract
Familienunternehmen nehmen in der deutschen Unternehmenslandschaft eine besondere und tragende Position ein. Bei der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dieser Thematik steht häufig die Frage der Unternehmensnachfolge bei Familienunternehmen im Mittelpunkt des Interesses. Die hier vorliegende Seminararbeit beschäftigt sich mit eben diesem Thema. Nach einer genauen Analyse des Begriffs Familienunternehmen mit all seinen Facetten, Besonderheiten, sowie Stärken und Schwächen richtet sich der Blick auf die Unternehmensnachfolge und die Möglichkeiten der Unternehmensübergabe von einer Unternehmergeneration auf die nachfolgende. Hierbei wird in familienexterne und familieninterne Nachfolgeoptionen unterschieden. Die familieninterne Unternehmensnachfolge wird von den meisten Familienunternehmern als Ideallösung angesehen, trägt diese doch der im Familienunternehmen angestrebten Nachhaltigkeit und Kontinuität besonders Rechnung. Allerdings gelingt es dem Familienunternehmer nicht immer sein Lebenswerk an einen Nachfolger aus der eigenen Familie weiter zu geben und somit die Familiendynastie und das Familienunternehmen zusammen zu halten. Für diesen Fall eröffnen sich verschiedene Möglichkeiten der familienexternen Nachfolge, welche ebenfalls im Rahmen dieser Arbeit erläutert werden.
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Prozess der Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielstellung der Arbeit
Familienunternehmen nehmen in der deutschen, wie auch in der österreichischen und schweizerischen Wirtschaft eine zentrale und tragende Rolle ein. Im Jahre 2003 stellten Familienunternehmen allein in Deutschland 95,1% aller Unternehmen insgesamt da. In absoluten Zahlen ausgedrückt sind das drei Millionen Unternehmen. Diese erwirtschaften jährlich einen Gesamtumsatz von 1,9 Billionen Euro und beschäftigen 13,4 Millionen Arbeitnehmer (Institut für Mittelstandsforschung, 2007). An dieser Stelle wird bereits auch die volkswirtschaftliche Bedeutung von Familienunternehmen deutlich - sie sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft.
Jedes Jahr sehen sich in Deutschland laut Schätzungen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn (IfM) rund 71.000 Familienunternehmen (Freund, 2004) mit dem Thema der Unternehmensnachfolge konfrontiert. Rund 20% dieser Unternehmen droht die Schließung, da es ihnen nicht gelingt eine passende Nachfolgelösung zu finden und den komplexen Prozess der Unternehmensnachfolge erfolgreich zu bewältigen (Liebermann, 2003). Die Faktoren, die über Erfolg oder Misserfolg einer geglückten Unternehmensübertragung auf die nachfolgenden Generationen entscheiden sind vielschichtig und häufig wahrscheinlich so individuell und auch einzigartig wie jedes der betroffenen Unternehmen selbst.
Ziel der hier vorliegenden Arbeit ist es, die verschiedenen Möglichkeiten der Unternehmensnachfolge im Kontext von Familienunternehmen mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen, Vor- und Nachteilen aufzudecken und näher zu beleuchten. Die hierfür zugrunde liegenden Forschungsfragen werden unter im Folgenden erläutert.
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Prozess der Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen
1.2 Forschungsfrage
Wie bereits in der Problemstellung verdeutlicht spielen Familienunternehmen in Deutschland gesamtwirtschaftlich eine wichtige und tragende Rolle. Viele dieser Unternehmen sehen sich in den kommenden Jahren mit der Thematik der Nachfolgeplanung konfrontiert. Diesen Prozess vorausschauend und von langer Hand zu planen ist für Familienunternehmen jeder Größe von existenzieller Bedeutung und ist für die Zukunft und den Fortbestand des Unternehmens und damit einhergehend auch der unternehmerischen Familientradition von zentraler Bedeutung. Deshalb gehört die Nachfolgeplanung auch zu den obersten Managementaufgaben in Familienunternehmen.
Aufgrund dieser Tatsache liegt der Fokus der vorliegenden Arbeit auf der Beantwortung der folgenden Forschungsfragen:
Was sind die Besonderheiten von Familienunternehmen in Bezug auf den Prozess der Unternehmensnachfolge?
Welche Gestaltungsmöglichkeiten bieten sich für die Unternehmensübergabe von Familienunternehmen?
1.3 Abgrenzung und Begriffe
Obwohl der Begriff des Familienunternehmens sowohl in der wissenschaftlichen Literatur, wie auch in der öffentlichen Diskussion weit verbreitet und gebräuchlich ist, gibt es keine einschlägige Definition des Begriffs. Stattdessen kursieren viele verschiedene Annäherungen, welchen den Terminus Familienunternehmen auf unterschiedliche Weise auslegen. Deshalb ist es für die hier vorliegende Arbeit von zentraler Bedeutung den Begriff des Familienunternehmens zunächst in all seinen Facetten zu beleuchten und anschließend eine genaue Eingrenzung vorzunehmen, welche Unternehmen gemeint sind, wenn die Rede von Familienunternehmen ist. Als erste grobe Abgrenzung bietet sich die Differenzierung zu kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Diese unterliegen einer strengen, quantitativen Definition der Europäischen Kommission. Demnach sind KMU Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern, die einen Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen € erzielen oder deren Jahresbilanzsumme sich auf höchstens 43 Millionen € beläuft (IfM, 2005).
In Bezug auf Familienunternehmen lassen sich jedoch keine derartigen quantitativen Merkmale zur Definition heranziehen. Das IfM Bonn schlägt eine Definition für Familienunternehmen im engeren Sinne vor und charakterisiert den Begriff des Familienunternehmens durch die Einheit von Besitz und Unternehmensführung (IfM, 2007). Brun- Hagen Hennerkes unterscheidet in seiner Definition zudem noch in ein subjektive und eine objektive Komponente, welche besagen, dass zum einen die Familie mehrheitlich am Unternehmen beteiligt sein muss (objektive Komponente) und zum anderen, dass die
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Prozess der Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen
Familientradition die Unternehmensführung prägen und als Leitlinie gilt (Hennerkes, 2004). Quantitative Merkmale und Größenkennzahlen wie Umsatz, Anzahl der Mitarbeiter, Bilanzsumme oder auch Rechtsform spielen dahingegen keine Rolle - schließlich können auch Großunternehmen Familienunternehmen sein.
Der zweite begriffliche Eckpfeiler der hier vorliegenden Arbeit ist der Begriff der Unternehmensnachfolge. Obwohl auch die Thematik der Unternehmensnachfolge bereits einem großen wissenschaftlichen Forschungsinteresse unterliegt, gibt es in der Literatur nur wenige Definitionen des Begriffs. Spielmann beschreibt den Prozess des Übergangs von einer Generation auf die folgende als einen „Prozess des Übergangs von führungs- und kapitalmäßiger Verantwortung auf die nachfolgende Unternehmergeneration“ (Spielmann, 1994, S.22). Wichtig ist also festzuhalten, dass die Unternehmensnachfolge den Übergang des Eigentums an einer Unternehmung bedeutet. Die verschiedenen Möglichkeiten hierfür, werden im späteren Verlauf der Arbeit erläutert. Der Unternehmer als bisheriger Eigner übergibt im Zuge der Unternehmensnachfolge auch die gesamtunternehmerische, eigenkapitalbasierte Verantwortung, sowie seine Leitungsmacht (Hering, Olbrich, 2003).
1.4 Bezugsrahmen
Der Bezugsrahmen, der dieser Arbeit zugrunde liegt stellt sich wie folgt dar:
Abbildung 1: Bezugsrahmen „Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen“, eigene Darstellung
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Prozess der Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen
1.5 Aufbau und Vorgehensweise
Die vorliegende Seminararbeit basiert auf der Methode der wissenschaftlichen Literaturrecherche und -analyse und verfolgt das Ziel die nötigen theoretischen Grundlagen zum Thema zu erfassen und aufzuarbeiten. Nach Aufarbeitung der allgemeinen Grundlagen, bestehend aus der Problemstellung, der Zielsetzung, der Forschungsfrage samt Unterfragen, der Abgrenzung und den Begriffen, dem Bezugsrahmen, dem Aufbau der Arbeit sowie dem Vorgehen und Methodik, erfolgt die Erarbeitung der theoretischen Grundlagen. Die theoretischen Grundlagen werden auf Basis einer vertieften Literaturrecherche zum Thema „Prozess der Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen“ herausgearbeitet und stützt sich dabei auf die Analyse von wissenschaftlichen Beiträgen in Fachzeitschriften und Journalen, sowie der einschlägigen Fachliteratur zu diesem Themenkomplex.
Im ersten Teil der theoretischen Grundlagen wird der Begriff Familienunternehmen näher beleuchtet. Da in der wissenschaftlichen Literatur bislang noch kein Konsens betreffend einer eindeutigen Definition für Familienunternehmen gefunden worden ist, werden die unterschiedlichen Herangehensweisen und Definitionen analysiert und gegenüber gestellt. Ferner wird ein Blick auf die aktuelle Situation von Familienunternehmen in Deutschland sowie deren Besonderheiten und ihre volkswirtschaftliche Bedeutung geworfen.
Im nachfolgenden Teil wird auf die Thematik der Unternehmensnachfolge eingegangen. Hier wird in zwei grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten für Familienunternehmen unterschieden. Zum einen in die dynastische, die familieninterne Nachfolge und zum anderen in die externe Unternehmensnachfolge. Hier werden die Möglichkeiten Management Buy-Out, Management Buy-In, Gründung einer Stiftung, der Verkauf an Dritte, das Einsetzen eines Fremdmanagements, sowie die Liquidation besprochen. In Bezug auf die familieninterne Nachfolge wird auf die Möglichkeit der Vererbung, der Schenkung, des Verkaufs und schließlich Rentenzahlung, Ratenzahlung oder dauernde Last näher eingegangen.
Abschließend werden noch die Chance und Risiken einer familieninternen Nachfolge diskutiert und gegenübergestellt.
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Prozess der Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen
2 Familienunternehmen
2.1 Definition Familienunternehmen
„Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise kommt es auf die Familienunternehmen an. Sie sind nicht nur die häufigste Unternehmensform sondern stehen auch in besonderem Maße für Werte wie Nachhaltigkeit, Stabilität und Verlässlichkeit, die aktuell wieder stärker in das Zentrum des allgemeinen Interesses gerückt sind. Auf diese Stütze der sozialen Marktwirtschaft können und dürfen wir nicht verzichten.“ (Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg, 2009)
Wie für wissenschaftliche Arbeiten üblich, beginnt auch die hier vorliegende Arbeit zunächst mit einer Definition des Gegenstands, der im Fokus der Arbeit liegt. Im Kontext von Familienunternehmen ist dies jedoch mit gewissen Schwierigkeiten behaftet, da sich bisweilen noch keine allgemeingültige Definition für Familienunternehmen durchsetzen hat können. Als 1988 die erste Ausgabe der „Family Business Review“ erschien, begann diese mit den Worten: „What is a Family Business? People seem to understand what is meant by the term family business, yet when they try to articulate a precise definition they quickly discover that it is a very complicated phenomenon” (Lansberg et al., 1988, S.1).
Bis heute, über 20 Jahre nach dem Erscheinen der Erstausgabe, zeigt sich nach wie vor ein ähnliches Bild. Im Grunde genommen hat jeder eine Vorstellung welche Unternehmen unter den Typus Familienunternehmen fallen, sobald man jedoch in die Tiefe zu geht und eine feststehende Definition sucht, fällt auf, dass in der wissenschaftlichen Literatur jeder Autor seine eigene, auf seine Arbeit passende, Definition aufstellt, um Familienunternehmen von anderen Unternehmen abzugrenzen. Im Nachfolgenden sollen die wesentlichen Merkmale und Kriterien für Familienunternehmen, die eine breite Zustimmung und Anerkennung gefunden haben, vorgestellt und eine Abgrenzung vom Begriff des Mittelstands vorgenommen werden.
Einigkeit scheint darüber zu herrschen, dass das Eigentum am Unternehmen innerhalb einer Familie oder auch mehrerer Familienstämme liegen muss, diese also mehrheitlich am Unternehmen beteiligt ist und einen „maßgeblichen Einfluss“ auf die Unternehmensführung ausübt (Klein, 2000, S.21; Goehler, 1993, S.7; Wössner, M., 1998, S.19). Berninghaus/Habig fügen noch hinzu, dass die Familie den entscheidenden Kapitaleinfluss haben muss (Berninghaus/Habig, 2003, S.8). Hennerkes (2004, S. 16) beschreibt dies als objektive Komponente in Familienunternehmen. Dieser fügt er noch eine subjektive Komponente hinzu, welche „besagt, dass die Familienmitglieder die von ihnen und ihren Vorfahren geprägte Familientradition als Leitlinie ihrer unternehmerischen Betätigung betrachten.“ (Hennerkes, 2004, S.16). Quantifizierbare Größenmerkmale (wie Umsatz, Mitarbeiterzahl, Bilanzsumme oder die Rechtsform) die zum Teil bei der Definition von Kleinen- und Mittleren Unternehmen (KMU) eine
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Arbeit zitieren:
Alexa Hüni, 2009, Prozess der Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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