I - 1
INHALTSVERZEICHNIS
INHALTSVERZEICHNIS
Abbildungsverzeichnis I
Tabellenverzeichnis V
Verwendete Formelzeichen VI
Abk ürzungen und Indizes VIII
VA - Modellsignale und Bezeichnungen XI
Einleitende Worte 1
1 Einführung 2
1.1 Die Mobilität 2
1.2 Negative Auswirkungen des Verkehrs 3
1.3 Die Vorteile eines niedrigen Kraftstoffverbrauchs 5
1.3.1 Zusammenhang zwischen Kraftstoffverbrauch und Schadstoffemission 6
1.3.2 Zusammenhang zwischen Kraftstoffverbrauch und CO 2 - Emission 6
1.3.3 Kraftstoffverbrauch als bedeutender Kostenfaktor 7
1.4 Maßnehmen zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs 9
1.5 Motivation für einen Verbrauchsassistenten als Fahrerassistenzsystem 10
2 Motorische Grundlagen des Kraftstoffverbrauchs 11
2.1 Motorische Grundlagen und effektive Motorbetriebsdaten 11
2.1.1 Das Prinzip eines Hubkolben - Verbrennungsmotors 11
2.1.2 Verluste und Wirkungsgrade 12
2.1.3 Der indizierte Mitteldruck und effektive Mitteldruck 13
2.1.4 Die effektive Leistung und das Drehmoment 14
2.1.5 Der spezifische Kraftstoffverbrauch 15
2.1.6 Zusammenfassung der effektiven Motorbetriebsdaten 16
2.2 Das Betriebsverhalten eines Motors 17
2.2.1 Einfluss der Motordrehzahl und der Motorlast auf die Wirkungsgrade 18
I - 2
INHALTSVERZEICHNIS
2.2.2 Einfluss der Motorlast auf den spezifischen Kraftstoffverbrauch 19
2.2.3 Einfluss der Motordrehzahl auf den spezifischen Kraftstoffverbrauch 20
2.2.4 Einfluss der Motordrehzahl auf das Drehmoment und die Nutzleistung 21
2.2.5 Das Verbrauchskennfeld 23
2.3 Einfluss des Fahrerverhaltens auf den Kraftstoffverbrauch 24
2.4 Verbrauchsoptimales Fahrerverhalten anhand motorischer Grundlagen 27
3 Fahrzeugdynamische Grundlagen des Kraftstoffverbrauchs 28
3.1 Die Fahrzeuglängsdynamik 28
3.2 Die Zugkraft in Abhängigkeit der Getriebeübersetzung
und der effektiven Motorkenngrößen 30
3.3 Zugkrafthyperbeln und Fahrzustandsschaubilder 32
3.4 Interpretation des Zugkrafteinflusses auf den Kraftstoffverbrauch 33
3.5 Optimierbarkeit der Zugkraftanteile über die Fahrweise 34
3.6 Zusammenfassung zu Regeln für eine verbrauchsgünstige Fahrweise 40
4 Ein Verbrauchsassistent als Fahrerassistenzsystem 41
4.1 Formulierung allgemeiner Aufgaben eines Verbrauchsassistenten 41
4.2 Stand der Technik in Bezug auf Verbrauchsassistenten 43
4.3 Allgemeines zu Fahrerassistenzsystemen 45
4.3.1 Einteilung der Fahrerassistenzsysteme 45
4.3.2 Das System Fahrer - Fahrzeug - Umwelt und mögliche Ausführungen von
Fahrerassistenzsystemen 46
4.3.3 Informationsdarstellung 47
4.4 Diskussion sinnvoller Ausführungen des Verbrauchsassistenten 48
4.4.1 Elementare Aufgaben und Belastungen des Fahrers im täglichen Straßenverkehr. 48
4.4.2 Sinnvolle Realisierung 49
4.4.3 Sinnvolle Informationsdarstellung 49
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5 Verhaltenstypologien im Straßenverkehr 52
5.1 Unterscheidung von Fahrertypen 52
5.2 Elementare Fahrzustände 54
5.3 Beschreibung typischer Verkehrssituationen und Verkehrszustände 54
5.3.1 Der Bremsvorgang als Verkehrssituation 55
5.3.2 Das Halten als Verkehrssituation 55
5.3.3 Der Abbiegevorgang als Verkehrssituation 56
5.3.4 Der Überholvorgang als Verkehrssituation 56
5.3.5 Die Kurvenfahrt als Verkehrssituation 57
5.3.6 Innerortsverkehr als Verkehrszustand (stabil) 58
5.3.7 Überlandverkehr als Verkehrszustand (stabil) 59
5.3.8 Autobahnverkehr als Verkehrszustand (stabil) 60
5.3.9 Stop Go als Verkehrszustand (instabil) 61
5.4 Resultierende sinnvolle Einschränkungen und Berücksichtigungen des
Verbrauchsassistenten 62
6 Funktionsweise des Verbrauchsassistenten
und Möglichkeiten der konstruktiven Umsetzung 64
6.1 Das Konzept zur Funktionsweise des Verbrauchsassistenten 64
6.1.1 Die Beschleunigungsfunktion (BFKT) 64
6.1.2 Die Konstantfahrtfunktion (KFFKT) 67
6.1.3 Ergänzende allgemeine Funktionen des Verbrauchsassistenten 72
6.2 Möglichkeiten der konstruktiven Umsetzung 73
6.2.1 Integrationsmöglichkeiten visueller Komponenten 73
6.2.2 Konstruktive Möglichkeiten eines aktiven Fahrpedals 77
7 Versuchsträger als Bezugsfahrzeug 82
7.1 Fahrzeugdimensionen 82
7.2 Getriebe 83
7.3 Motor 84
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INHALTSVERZEICHNIS
7.3.1 Motorkennfelder 84
7.3.2 Linien minimalen Verbrauchs (Ansätze und Ermittlung) 86
7.3.2.1 Ansatz für „MinLinie 1“ 89
7.3.2.2 Ansatz für „MinLinie 2“ 90
7.3.2.3 Ansatz für „MinLinie 3“ 90
7.3.2.4 Ansatz für „MinLinie 4“ 91
7.3.3 Prüfung und Glättung der Linien minimalen Verbrauchs 91
8 Modellierung und Regelung des Verbrauchsassistenten 94
8.1 Allgemeines zum Modell 94
8.2 Vorbereitung und Anpassung des Fahrzeugmodells 94
8.3 Das Modell des Verbrauchsassistenten 95
8.3.1 Grundaufbau und Struktur 95
8.3.2 Verbrauchsberechnung 96
8.3.3 Beschleunigungsfunktion 97
8.3.4 Konstantfahrtfunktion 98
8.3.5 VA - Control (VA)C 103
8.3.6 Die Regelung und das Subsystem „Regelung“ 108
8.3.7 Visualisierung 113
9 Simulationsergebnisse 114
9.1 Allgemeines zur Durchführung 114
9.2 Beschleunigungsvorgänge und Linien minimalen Verbrauchs 115
9.3 Simulationsergebnisse der Referenzfahrten mit und ohne VA 121
9.3.1 Ungedrosselte Basisreferenzfahrt auf ebener Fahrbahn 122
9.3.2 Gedrosselte Basisreferenzfahrt auf ebener Fahrbahn 126
9.3.3 Ungedrosselte Referenzfahrt bei Steigung p F 0,035 129
9.3.4 Gegenüberstellung der sportlichen und normalen Fahrweise 132
9.4 Diskussion der Simulationsergebnisse 133
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INHALTSVERZEICHNIS
10 Ausblicke, Zusammenfassung und Schlussfolgerung 136
10.1 Der Verbrauchsassistent in einem Fahrzeug 136
10.2 Verbesserungen und Ausblicke 137
10.3 Zusammenfassung und Schlussfolgerung 138
ANHANG 140
A -1 Fußraumeinschränkungen bei oben auf das Fahrpedal angreifenden Feder 140
A -2 Linien minimalen Verbrauchs MinLinie 1 - MinLinie 4 141
A -3 Modelldokumentation 146
A -3.1 Grundaufbau und Struktur 146
A -3.2 Subsystem „Verbrauchsberechnung“ 148
A -3.3 Beschleunigungsfunktion (BFKT) 149
A -3.4 Konstantfahrtfunktion 153
A -3.5 VA - Control (VA)C 163
A -3.6 Die Regelung und das Subsystem „Regelung“ 170
A -3.7 Visualisierung 180
A -4 Beschleunigungs - Testreihen zur Effizienzbestimmung der Linien minimalen
Verbrauchs MinLinie 1 - MinLinie 4 181
A -4.1 Beschleunigungstests in der Ebene 181
A -4.2 Beschleunigungstests bei 10 -iger Fahrbahnsteigung (p F 0,1) 185
A -5 Vereinfachte Herleitung des Bezugs zwischen der Fußkraft des Fahrers, der
Drosselklappen - und der Fahrpedalstellung 187
A -6 Die SSS - Funktion (speicherbare Standardstrecken) 189
LITERATURHINWEISE 192
1 Einleitende Worte
Einleitende Worte
Welcher Autofahrer kennt es in der heutigen Zeit nicht, den Anblick der an Straßenrändern emporragenden Preistafeln von Tankstellen, die uns nahezu Tag täglich neue Spitzenrekorde aufzeigen? Auf dem Weg unaufhörlich steigender Kraftstoffpreise befinden wir uns in einer Zeit, in der es gerade in Deutschland bereits vielen aus finanzieller Sicht schwer fällt, ihr Fahrzeug zu benutzen bzw. zu bewegen, und doch werden sie sich auch in Zukunft nicht ohne weiteres von der Abhängigkeit dessen befreien können.
Nicht nur aus diesem Grund, sondern auch aus umweltrelevanter Dringlichkeit ist die Automobilindustrie bemüht und dazu verpflichtet, durch Innovationen im Bereich der Motor- sowie Fahrzeugtechnik die Wirtschaftlichkeit von Fahrzeugen durch Lösungen zur Verbrauchsreduzierung zu verbessern. Aus vielen Quellen erfährt man aber auch, dass der Fahrer selbst durch entsprechendes Verhalten und seine Fahrweise entscheidend zur Verbrauchssenkung seines Fahrzeugs beitragen kann.
Da die Wirtschaftlichkeit von Fahrzeugen unter anderem durch die in den letzten Jahren erfahrene Zunahme und Akzeptanz von Fahrerassistenzsystemen (FAS) profitiert, wird in dieser Arbeit ein Verbrauchsassistent (VA) entworfen, der den Fahrer dabei unterstützen soll, sein Fahrzeug verbrauchsoptimal zu führen.
Einführend wird hierzu in Kapitel 1 der dringende Handlungsbedarf hinsichtlich der Verbrauchsreduzierung verdeutlicht. Die Kapitel 2 und 3 werden anschließend die Eingriffsmöglichkeiten anhand motorischer sowie fahrzeugdynamischer Grundlagen bezüglich des Kraftstoffverbrauchs von Fahrzeugen erläutern. Nach dem umrissenen Stand der Technik zu Verbrauchsassistenten wird Kapitel 4 darstellen, welche Arten der Realisierung eines Verbrauchsassistenten als FAS prinzipiell möglich sind. Anhand der Diskussion von Verhaltenstypologien im Straßenverkehr wird Kapitel 5 mit einem Konzept für den Entwurf des Verbrauchsassistenten abschließen, dessen Funktionen bzw. Funktionsweisen sowie mögliche konstruktive Umsetzungen in einem Fahrzeug in Kapitel 6 konkretisiert und erläutert werden. Im anschließenden Kapitel 7 wird ein als Bezugsfahrzeug gewählter BMW 528 i in seinen technischen Daten vorgestellt, für den die verbrauchsoptimalen Betriebszustände nach eigenen Ansätzen hergeleitet und für die Modellierung des Verbrauchsassistenten in Kapitel 8 als Grundlage verwendet werden. Der Effizienznachweis des entworfenen Systems erfolgt schließlich in Kapitel 9, in dem Simulationsergebnisse dargelegt und diskutiert werden. Das letzte Kapitel 10 stellt zukünftige Verbesserungen, Erweiterungen sowie Ausblicke vor und schließt mit einer schlussfolgernden Zusammenfassung ab.
2 Kapitel 1 : Einführung
1 Einführung
1.1 Die Mobilität
Die Mobilität hat sich über die Jahre zum wichtigsten, selbstverständlichen und unverzichtbaren Luxus der Menschheit entwickelt. Tag täglich ist die Gesellschaft auf die Mobilität angewiesen und von ihr abhängig, bedenkt man zum Beispiel nur den Transport von Lebensmitteln und anderen lebensnotwendigen Gütern. Daneben spielt aber die Mobilität der einzelnen Menschen (motorisierter Individualverkehr) mittlerweile eine übergeordnete Rolle, sei es beim Erreichen von Arbeits- und Freizeitstätten oder beim Einkaufen, Reisen oder Besuchen entfernt wohnender Familienangehörigen.
Einen Überblick über die Entwicklung der Mobilität von 1950 - 2003 in Deutschland zeigt das Diagramm in Bild 1.1.1. Die Aufteilung des deutschen Personenverkehrs im Jahr 2002 geht aus der Darstellung in Bild 1.1.2 hervor. In den Diagrammen sichtbar ist der mit Abstand am stärksten vertretene Verkehrszweig des motorisierten Individualverkehrs.
Fahrzeuge
3 in 10
40000
30000
20000
10000
0
1950
Bild 1.1.1.: Mobilitätsentwicklung 1950 - 2003 anhand zulassungspflichtiger Fahrzeuge
in Deutschland nach [4, 5]
3 Kapitel 1 : Einführung
Bild 1.1.2.: Deutschlands Personenverkehr im Jahr 2002 (außer Luftverkehr), nach [4]
Für das Verkehrswachstum sind unter anderem verantwortlich [6] :
- die EU - Osterweiterung
- Produktionsstrukturen, Unternehmensstrukturen
- der Trend zur Individualisierung
- die Zunahme des Freizeitverkehrs
- wachsende Distanzen (Aktionsradien)
- die Funktionstrennung von Wohnen, Freizeit, Einkauf
- das Wirtschaftswachstum
1.2 Negative Auswirkungen des Verkehrs
Neben gesellschaftlichen und infrastrukturellen Vorteilen zeigt der Verkehr nennenswerte negative Auswirkungen auf die Umwelt, die hauptsächlich durch die Abgasemission konventionell angetriebener Kraftfahrzeuge mittels Otto- und Dieselmotoren verursacht werden. Im Vordergrund der Betrachtungen stehen hier hauptsächlich die gesetzlich limitierten Abgasschadstoffe Kohlenstoffmonoxid (CO), Kohlenwasserstoffe (HC), Stickoxide (NO X ) und Ruß sowie die klimarelevante Emission von Kohlenstoffdioxid (CO 2 ). Verstärkt durch den Verkehrswachstum sind diese für die unaufhörlich steigende Umweltbelastung und Klimaerwärmung mitverantwortlich [7, 8].
4 Kapitel 1 : Einführung
Die kritische Entwicklung der globalen Umweltsituation erfordert daher nicht nur aus aktuellen Anlässen wie z. B. den Klimakatastrophen in den USA einerseits immer strenger werdende gesetzliche Abgasverordnungen. Neben den Bemühungen zur Schadstoffabsenkung schenkt man in den letzten Jahren andererseits der Limitierung des CO 2 - Ausstoßes vermehrte Aufmerksamkeit. So unterzeichneten bisher mehr als 180 Länder bzw. Staaten das 1997 verabschiedete und 2005 in Kraft getretene Abkommen zur Verminderung von Treibhausgasen auf der Weltklimakonferenz in Kyoto (Kyoto - Protokoll) [10]. Vor allem der Anteil des Kohlendioxids von etwa 84 % an den durch menschliche Aktivitäten verursachten Treibhausgasen ist dabei vordergründig zu behandeln. So hat sich beispielsweise die Bundesrepublik Deutschland dazu verpflichtet bzw. zum Ziel gesetzt, die CO 2 -Emission um 21 % gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken [10]. Aufgrund der Tatsache, dass ein relevanter Anteil der CO 2 - Emission durch den Bereich „Verkehr“ verursacht wird, verpflichten sich unter anderem europäische Automobilhersteller zu einer deutlichen Absenkung des Kohlendioxidausstoßes [11].
Zur Verdeutlichung der immer strenger werdenden Abgasvorschriften für PKWs mit Otto- und Dieselmotoren in Europa dienen die Diagramme in Bild 1.2.1 und Bild 1.2.2. Die Verteilung der CO 2 - Emission Deutschlands im Jahre 2002 zeigt das Diagramm in Bild 1.2.3.
Dieselmotor
5 Kapitel 1 : Einführung
Bild 1.2.3.: Verteilung der CO 2 - Emission in Deutschland 2002, nach [11]
1.3 Die Vorteile eines niedrigen Kraftstoffverbrauchs
Zur Erfüllung der Abgasvorschriften wurden in den letzten Jahren verschiedene Maßnahmen entwickelt, die sich prinzipiell unterschiedlich orientieren und grob unterteilt werden können in
a. Maßnahmen zur Verbesserung der Abgasqualität
b. Maßnahmen zur Reduktion des Kraftstoffverbrauchs
Aus Relevanzgründen wird an dieser Stelle lediglich auf die den Kraftstoffverbrauch senkenden Maßnahmen eingegangen, die einerseits zur Absenkung der Schadstoffemission beitragen und ohne die andererseits eine Reduktion des CO 2 - Ausstoßes überhaupt nicht möglich wäre.
6 Kapitel 1 : Einführung
1.3.1 Zusammenhang zwischen Kraftstoffverbrauch und Schadstoffemission
Der Zusammenhang zwischen dem Kraftstoffverbrauch und der Schadstoffemission eines Fahrzeugs wird am Beispiel des Ottomotors verdeutlicht. In Bild 1.3.1.1 ist hierzu die typische Aufteilung der Abgaskomponenten eines Ottomotors dargestellt.
Bild 1.3.1.1.: Typische Rohabgaszusammensetzung eines Ottomotors (λ = 1), nach [8]
Betrachtet man die relativen Angaben der Schadstoffanteile im Motorabgas [%] und die absoluten Angaben der vorgeschriebenen Schadstoffgrenzwerte [g/km] (Bild 1.2.2 und Bild 1.3.1.1), so kann ein allgemeiner Zusammenhang zwischen dem Kraftstoffverbrauch und der Schadstoffemission eines Fahrzeugs formuliert werden :
1.3.2 Zusammenhang zwischen Kraftstoffverbrauch und CO 2 - Emission
Während die Schadstoffemission durch weitere Maßnahmen (wie z.B. AGR oder katalytische Abgasnachbehandlung) zusätzlich reduziert werden kann, verhält es sich beim CO 2 anders. Kohlendioxid entsteht bei vollständiger Verbrennung durch den im Kraftstoff enthaltenen chemisch gebundenen Kohlenstoff. Dabei ist die Menge des freigesetzten Kohlendioxids direkt proportional zum Kraftstoffverbrauch und kann daher lediglich über diesen reduziert werden [8].
7 Kapitel 1 : Einführung
Zwischen dem Kraftstoffverbrauch und der Kohlenstoffdioxidemission besteht somit der Zusammenhang :
1.3.3 Der Kraftstoffverbrauch als bedeutender Kostenfaktor
Eine weitere überaus wichtige Bedeutung des Kraftstoffverbrauchs kann aus der Entwicklung der Kraftstoff- bzw. Rohölpreise der letzten Jahre interpretiert werden. Hierzu sind in Bild 1.3.3.1 und Bild 1.3.3.2 die Entwicklungen der Rohölpreise sowie der Kraftstoff - Endverbraucherpreise in Deutschland jeweils für den Zeitraum von 2001 bis 2005 dargestellt.
Bild 1.3.3.1.: Rohölpreise Jan2001 - Sep2005, nach [14]
8 Kapitel 1 : Einführung
Bild 1.3.3.2.: Kraftstoff - Endverbraucherpreise in Deutschland Jan2001 - Sep2005, nach [14]
Die in den Diagrammen dargestellte Entwicklung verdeutlicht die ansteigende finanzielle Belastung der Konsumenten. Zu beobachten ist außerdem die in den letzten zwei Jahren kleiner werdende Preislücke zwischen dem Diesel- und dem Ottokraftstoff.
Maßnahmen zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs können somit einerseits den Effekt der ansteigenden Kraftstoffpreise dämpfen oder gar kompensieren und vermindern andererseits in jedem Fall, d.h. kraftstoffpreisunabhängig die finanzielle Beanspruchung der Endverbraucher. Damit ergibt sich eine weitere Bedeutung des Kraftstoffverbrauchs durch den Zusammenhang :
9 Kapitel 1 : Einführung
1.4 Maßnahmen zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs
Bezüglich der erwähnten Umwelt- und Marktsituation verdeutlichen die genannten Gründe (1) - (3) aus Abschnitt 1.3 die Notwendigkeit der Maßnahmen zur Verbrauchsreduzierung.
Bei Betrachtung der verschiedenen Einflussfaktoren auf den Kraftstoffverbrauch im folgenden Bild 1.4.1 wird ersichtlich, dass prinzipiell verschiedene Ansatzpunkte zu dessen Absenkung möglich sind.
Die meisten entwickelten Maßnahmen zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs konzentrieren sich überwiegend auf die Ansatzpunkte der Fahrzeug- und Motortechnik (links in Bild 1.4.1). So sind dies zum Beispiel Leichtbau, Verbesserung der Aerodynamik, innovative Reifentechnologie, AGR, Nockenwellenverstellung, variable Ventilsteuerung, Ottodirekteinspritzung und andere.
Einen weiteren, sehr großen Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch hat das Verhalten des Fahrers. An verschiedenen Literaturstellen [8, 15] wird hierzu betont, durch angepasstes Fahrerverhalten den Kraftstoffverbrauch um bis zu 20 % und mehr senken zu können. Durch gezielte Fahrerschulungen (z.B. Eco-Training) sind in Einzelfällen Kraftstoffersparnisse von bis zu 42 % erzielbar [15].
10 Kapitel 1 : Einführung
Der hauptsächliche Grund hierfür ist, dass der Fahrer die physikalischen und technischen Gegebenheiten sowie die unterschiedlichen Betriebszustände des Fahrzeugs während einer Fahrt nicht ohne weiteres überblicken kann und sein Fahrzeug daher kaum oder gar nicht wirkungsgradoptimal nutzt. In den meisten Fällen bedient er sein Fahrzeug intuitiv und schöpft dessen Potential entsprechend seiner Wünsche bzw. Anforderungen nicht aus.
1.5 Motivation für einen Verbrauchsassistenten als Fahrerassistenzsystem
In der Wertschöpfung des Automobils nimmt der Anteil an Fahrerassistenzsystemen (FAS) in den letzten Jahren deutlich zu, die unter anderem die Wirtschaftlichkeit von Fahrzeugen unterstützen. Durch sowohl aktive als auch passive Beeinflussung des Fahrzeugs oder des Fahrers tragen einige FAS (z.B. Gangassistenten, AGS etc.) bereits direkt oder auch indirekt zur Verbrauchsreduzierung bei [1]. Dennoch besteht großer Handlungsbedarf am Ansatzpunkt „Fahrerverhalten“, da dieser in Bezug auf den Kraftstoffverbrauch bisher nur wenig und nur indirekt bei der Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen behandelt und berücksichtigt wurde.
Diese Lücke und Problematik motiviert zu dem Thema dieser Diplomarbeit, in der ein Konzept zum Entwurf und zur Regelung eines Verbrauchsassistenten erarbeitet und diskutiert wird.
Als geeignete Schnittstelle soll der Verbrauchsassistent das Ziel verfolgen, dem Fahrer entsprechend seiner Wünsche bzw. Anforderungen durch geeignete Rückmeldung die verbrauchsoptimale Gaspedalstellung zu signalisieren sowie ggf. Schaltvorgänge oder sonstiges verbrauchsoptimales Verhalten zu empfehlen.
Bevor jedoch die Aufgaben und Funktionen des Verbrauchsassistenten formuliert werden, ist es sinnvoll, in den folgenden Kapiteln die wichtigen Zusammenhänge des Kraftstoffverbrauchs anhand motorischer sowie fahrzeugdynamischer Grundlagen zu behandeln.
11 Kapitel 2 : Motorische Grundlagen des Kraftstoffverbrauchs
2 Motorische Grundlagen des Kraftstoffverbrauchs
Die für einen Verbrauchsassistenten wichtigen Zusammenhänge zwischen dem Fahrerverhalten und dem Kraftstoffverbrauch bzw. Einflüsse des Fahrerverhaltens auf den Kraftstoffverbrauch können zu einem großen Teil auf motorische Grundlagen zurückgeführt werden, die in diesem Kapitel behandelt werden. Dabei werden nur die relevanten Begriffe und Zusammenhänge aufgezeigt und erläutert.
2.1 Motorische Grundlagen und effektive Motorbetriebsdaten
2.1.1 Das Prinzip eines Hubkolben - Verbrennungsmotors
Hubkolben - Verbrennungsmotoren haben das Ziel, die mit dem Kraftstoff zugeführte chemische Energie in Rotationsenergie umzusetzen. Das Prinzip eines Motors ist im folgenden Bild 2.1.1.1 dargestellt.
Hierbei wird der durch das Zünden der angesaugten und verdichteten Zylinderladung (Kraftstoff - Luft - Gemisch) verursachte auf den Kolben wirkende Druck über das Pleuel auf die Kurbelwelle übertragen und steht dort als Rotationsenergie in Form des Motordrehmoments und der Motordrehzahl zur Verfügung.
12 Kapitel 2 : Motorische Grundlagen des Kraftstoffverbrauchs
2.1.2 Verluste und Wirkungsgrade
Die Umsetzung der Kraftstoffenergie in Bewegungsenergie im motorischen Prozess ist stets mit erheblichen Verlusten behaftet, so dass lediglich ein kleiner Teil der zugeführten chemischen Energie in nutzbare Energie umgewandelt werden kann [8].
Zu Beurteilung der Effizienz eines Motors werden Wirkungsgrade herangezogen, die allgemein das Verhältnis aus nutzbarer (Output) und zugeführter (Input) Energie oder Leistung darstellen und somit eine Aussage über die entstehenden Verluste machen. Bei Behandlung von Verbrennungsmotoren werden die Verlustarten in jeweils unterschiedlichen Wirkungsgraden ausgedrückt.
Die thermodynamischen und prozessbedingten Verluste werden im Wirkungsgrad η berücksichtigt [17]. des vollkommenen Motors v
Wärmeverluste im Zylinder durch die nicht ideale Verbrennung, Verluste durch λ = 1 (Otto) sowie Ladungswechsel- und Strömungsverluste werden im so genannten Gütegrad betrachtet, der sich aus den einzelnen Gütegraden der Verbrennung, des Brennverlaufs, des Heizverlaufs und des Ladungswechsels zusammensetzt und definiert ist als [17] :
η η η η η = ⋅ ⋅ ⋅ Gl. 2.1 [17]
g gVB gBV gHV gLW
Zusammengesetzt aus dem Wirkungsgrad des vollkommenen Motors und dem Gütegrad wird der innere Wirkungsgrad eines Motors, der beim Ottomotor zusätzlich durch den Wirkungsgrad der Kraftstoffzufuhr ergänzt wird, in dem das Entweichen der Frischgase in den Auspuff während des Ladungswechsels beachtet wird [17].
Es ist { }
η η η η = ⋅ ⋅ Gl. 2.2 [17]
, i v g Kzu Otto
Mechanische Verluste werden schließlich auf den inneren Wirkungsgrad bezogen η zusammengefasst [17]. und im mechanischen Wirkungsgrad m
Das Zusammenfassen der einzelnen Wirkungs- und Gütegrade ergibt den effektiven Wirkungsgrad (Nutzwirkungsgrad) eines Motors [20]. { }
η η η η η η η = ⋅ ⋅ ⋅ = ⋅ Gl. 2.3 [17]
, eff v g kzu Otto m i m
13 Kapitel 2 : Motorische Grundlagen des Kraftstoffverbrauchs
Im Grunde genommen entspricht η eff somit dem Verhältnis aus nutzbarer Leistung (am Schwungrad der Kurbelwelle) und der dem Motor mit dem Kraftstoff zugeführter chemischer Leistung. Da in ihm alle motorseitig entstehenden Verluste berücksichtigt werden, stellt der effektive Wirkungsgrad eine wichtige Kenngröße der effektiven Motorbetriebsdaten dar und ist daher für die Betrachtungen des Kraftstoffverbrauchs ausschlaggebend.
2.1.3 Der indizierte Mitteldruck und effektive Mitteldruck
Betrachtet man den (Zylinder-) Druckverlauf eines motorischen Prozesses über dem Hubvolumen, so erkennt man, dass die Drücke über der Zeit bzw. über der Volumenänderung nicht konstant sind. In der Motorentechnik ist daher die Definition von Mitteldrücken gebräuchlich, die in Bild 2.1.3.1 erläutert ist.
Der Mitteldruck ist jener konstante Überdruck p m , der mit dem Hubvolumen im p - V - Diagramm eine rechteckige Fläche bildet, die der Arbeit des motorischen Prozesses entspricht. Der Mitteldruck entspricht somit der hubraumspezifischen Nutzarbeit [17].
Entscheidend bei der Untersuchung motorischer Prozesse sind die Definitionen
- des indizierten Mitteldrucks p i (oder auch p mi )
- des effektiven Mitteldrucks p e (oder auch p me ).
14 Kapitel 2 : Motorische Grundlagen des Kraftstoffverbrauchs
Der indizierte Mitteldruck p i ist jener Mitteldruck, der aus der Druckindizierung eines Zylinders gewonnen wird, d.h. es ist der im Zylinder gemessene Mitteldruck, der entsprechend Bild 2.1.1.1 während des motorischen Prozesses auf den Kolben wirkt und über das Pleuel auf die Kurbelwelle übertragen wird [20].
Der indizierte Mitteldruck ist abhängig vom Gemischheizwert des Kraftstoffs H u g , vom Liefergrad λ L sowie vom inneren Wirkungsgrad η i und wird definiert durch :
η η λ η λ = ⋅ ⋅ ⋅ = ⋅ ⋅ p H H Gl. 2.4 [17, 20]
i u g v g L u g i L
Die durch den indizierten Mitteldruck p i erzeugte Arbeit bzw. das erzeugte Drehmoment kann an der Kurbelwelle allerdings wegen der entstehenden mechanischen Verluste (s.o.) nicht vollständig abgegriffen werden, was zu der Definition des effektiven Mitteldrucks p e führt.
η = ⋅ p p m Gl. 2.5 [17, 20]
e i
Die durch den effektiven Mitteldruck erzeugte Arbeit ist dann jene Arbeit, die an der Kurbelwelle für den Antrieb des Fahrzeugs effektiv genutzt werden kann.
Als nutzbarer Mitteldruck stellt p e neben dem effektiven Wirkungsgrad eine weitere wichtige Kenngröße der effektiven Motorbetriebsdaten dar und spielt daher für die Betrachtungen und Untersuchungen des Kraftstoffverbrauchs in motorischer Hinsicht eine bedeutende Rolle.
2.1.4 Die effektive Leistung und das Drehmoment
Neben dem effektiven Wirkungsgrad η eff und dem effektiven Mitteldruck p e gehören das Drehmoment und die effektive Leistung zu den effektiven Motorbetriebsdaten.
Die effektive Leistung eines Motors ist definiert durch
und kann damit aus dem effektiven Mitteldruck p e , dem Zylinderhubvolumen V H , der Zylinderzahl z, der Motordrehzahl n M sowie der Kurbelwellenumdrehungen pro Arbeitsspiel i M (i M = 2 für Viertaktmotoren) bestimmt werden.
15 Kapitel 2 : Motorische Grundlagen des Kraftstoffverbrauchs
Das (effektiv) nutzbare Drehmoment als wichtigste Anforderung des Fahrers folgt schließlich aus dem Zusammenhang
2.1.5 Der spezifische Kraftstoffverbrauch
Der Kraftstoffverbrauch eines Fahrzeugs oder Motors kann allgemein sowohl auf die Zeit als auch auf die Fahrstrecke bezogen werden. Üblich sind hierbei die Angaben des stündlichen Verbrauchs in g/h sowie des Streckenverbrauchs in kg/km. Um Verwechslungen zwischen den verschieden bezogenen Angaben zu vermeiden, sei an dieser Stelle definiert :
Automobilhersteller geben den Kraftstoffverbrauch in der Regel als Durchschnittswert in der Dimension l/100km an, der zusammen mit der Kraftstoffdichte aus dem Streckenverbrauch berechnet werden kann zu
In der Motorentechnik ist die Angabe des spezifischen Kraftstoffverbrauchs gebräuchlich, der als wichtige Kenngröße zu den effektiven Motorbetriebsdaten gehört und aus dem sich die Angaben des Verbrauchs aus Gl. 2.8 a - Gl. 2.8 c ableiten lassen.
Der effektive spezifische Kraftstoffverbrauch b e ist definiert als das Verhältnis des stündlichen Verbrauchs zur effektiven Motorleistung :
16 Kapitel 2 : Motorische Grundlagen des Kraftstoffverbrauchs
Zwischen dem spezifischen Kraftstoffverbrauch und dem effektiven Wirkungsgrad gilt außerdem der Zusammenhang :
Hieran sieht man, dass bei konstantem Kraftstoffheizwert H u durch die Erhöhung des effektiven Wirkungsgrades der spezifische Kraftstoffverbrauch gesenkt werden kann.
2.1.6 Zusammenfassung der effektiven Motorbetriebsdaten
Zum Überblick seien die für die Untersuchung des Kraftstoffverbrauchs bedeutenden effektiven Motorbetriebsdaten zusammengefasst :
- effektiver Mitteldruck p e (Gl. 2.5)
- effektive Leistung P eff (Gl. 2.6)
- Motor - Drehmoment M (Gl. 2.7)
- effektiver spezifischer Kraftstoffverbrauch b e (Gl. 2.9, Gl. 2.10)
- effektiver Wirkungsgrad η eff (Gl. 2.3)
Bevor im weiteren Verlauf die Einflüsse des Fahrerverhaltens auf den Kraftstoffverbrauch untersucht und Ansätze für einen Verbrauchsassistenten hergeleitet werden können, muss noch das Betriebsverhalten eines Motors diskutiert werden, da die entstehenden Verluste und damit auch die effektiven Motorbetriebsdaten vom Betriebspunkt des Motors abhängen.
17 Kapitel 2 : Motorische Grundlagen des Kraftstoffverbrauchs
2.2 Das Betriebsverhalten eines Motors (Kennlinien und Kennfelder)
Das Betriebsverhalten von Motoren wird anhand von Kennlinien und Kennfeldern beschrieben.
An einem Motorleistungsprüfstand werden hierzu das Drehmoment M M,eff , die Motordrehzahl n M , die Abgastemperatur T A , die Abgasbestandteile und der zeitbezogene Kraftstoffverbrauch BB h gemessen, aus denen anschließend die effektive Leistung P M,eff , der effektive Mitteldruck p e sowie der effektive spezifische Kraftstoffverbrauch b e errechnet wird [20].
Eine Motorkennlinie ist das graphische Darstellen einer gemessenen bzw. errechneten Kenngröße in Abhängigkeit von der Motordrehzahl n M bzw. dem effektiven Mitteldruck p e .
Ein Kennfeld ist das graphische Darstellen von mindestens einer dritten Größe im Diagramm einer Kennlinie. Die dritte und ggf. die weiteren Größen werden hierbei in Abhängigkeit der beiden Größen der Abszisse und Ordinate derart dargestellt, dass zugehörige Isolinien entstehen.
Die folgende Tabelle 2.2.1 fasst die in der Motorentechnik üblichen Kennlinien und Kennfelder zusammen, von denen im Folgenden nur die hinsichtlich des Kraftstoffverbrauchs relevanten betrachtet werden, die in der Tabelle farblich hervorgehoben sind.
Tabelle 2.2.1.: Übliche Darstellungsarten des Motor - Betriebsverhaltens [17, 20]
18 Kapitel 2 : Motorische Grundlagen des Kraftstoffverbrauchs
2.2.1 Einfluss der Motordrehzahl und der Motorlast auf die Wirkungsgrade
Im folgenden Bild 2.2.1.1 sind die Verläufe der Wirkungsgrade bei Volllast in Abhängigkeit der Motordrehzahl dargestellt. Die Diagramme in Bild 2.2.1.2 zeigen die Wirkungsgradverläufe (Otto- und Dieselmotor) bei Laständerung, mit der stets eine Änderung des effektiven Mitteldrucks p e verbunden ist.
Bild 2.2.1.2.: Wirkungsgrade bei Laständerung (links Ottomotor, rechts Dieselmotor), aus [17]
Aus den erkennbaren Einflüssen der Motordrehzahl (Bild 2.2.1.1) sowie der Motorlast (Bild 2.2.1.2) und dem Zusammenhang aus Gl. 2.10 kann ein entsprechender Einfluss dieser Betriebsparameter auf den spezifischen Kraftstoffverbrauch gefolgert werden.
19 Kapitel 2 : Motorische Grundlagen des Kraftstoffverbrauchs
2.2.2 Einfluss der Motorlast auf den spezifischen Kraftstoffverbrauch
Das Verhalten des spezifischen Kraftstoffverbrauchs eines Diesel- und eines Ottomotors bei Variation der Motorlast bzw. des effektiven Mitteldrucks p e bei konstanter Drehzahl n M ist im folgenden Bild 2.2.2.1 qualitativ dargestellt.
Bild 2.2.2.1.: Qualitativer Verlauf des spezifischen Kraftstoffverbrauchs
Bemerkbar beim Verlauf b e (p e ) ist in beiden Fällen (Otto und Diesel) ein vorhandenes Minimum, so dass sich die Verläufe in jeweils zwei Bereiche aufteilen lassen.
Links vom b e (p e ) - Minimum nimmt der Gesamtwirkungsgrad mit fallendem Mitteldruck ab und damit verbunden der spezifische Kraftstoffverbrauch zu, da der Gütegrad sowie der mechanische Wirkungsgrad durch die geringer werdende Motorlast abnehmen. Aufgrund der Tatsache, dass beim Ottomotor hinzukommende Drosselverluste und damit erhöhte Ladungswechselarbeiten entstehen, fällt der Gütegrad stärker ab als beim Dieselmotor. Beim Dieselmotor erhöht sich außerdem unterstützend der Wirkungsgrad des vollkommenen Motors wegen des größer werdenden Luftverhältnisses [20], woraus insgesamt der deutliche größere Gradient des Ottomotors in diesem Bereich (links vom Optimum) im Vergleich zum Dieselmotor resultiert.
20 Kapitel 2 : Motorische Grundlagen des Kraftstoffverbrauchs
In dem Bereich rechts vom Optimum ist der Gradient des Kraftstoffverbrauchs beim Dieselmotor stärker als beim Ottomotor. Gründe hierfür sind, dass sich zum einen λ ≈ konst der Wirkungsgrad des vollkommenen Ottomotors wegen kaum verändert,
wohingegen das bei steigender Motorlast kleiner werdende Luftverhältnis bei der Qualitätsregelung (Diesel) in diesem Bereich dazu führt, dass der Wirkungsgrad des vollkommenen Dieselmotors abnimmt. Außerdem ist der Abfall des Gütegrads beim Ottomotor in diesem Bereich schwächer als beim Dieselmotor, da der Gütegrad des Ladungswechsels wegen abnehmender Ladungswechselarbeit durch die weiter geöffnete Drosselklappe ansteigt [20].
Insgesamt stellt man bei beiden Motoren fest, dass das Optimum des spezifischen Kraftstoffverbrauchs im oberen Teillastbereich bei etwa 70 - 85 % der Volllast liegt [20].
2.2.3 Einfluss der Motordrehzahl auf den spezifischen Kraftstoffverbrauch
Der Einfluss der Drehzahl auf den spezifischen Kraftstoffverbrauch lässt sich ebenfalls an Diagrammen verdeutlichen. Hierzu wird der Kraftstoffverbrauch über der Drehzahl bei verschiedenen, über den gesamten Messbereich konstant gehaltenen Motorlasten aufgetragen. Für Otto- und Dieselmotoren ergeben sich dabei qualitativ die im folgenden Bild 2.2.3.1 dargestellten Verläufe.
e spez. Kraftstoffverbrauch b
Bild 2.2.3.1.: Spezifischer Kraftstoffverbrauch in Abhängigkeit der Motordrehzahl bei verschiedenen Motorlasten (links Ottomotor, rechts Dieselmotor), aus [20]
21 Kapitel 2 : Motorische Grundlagen des Kraftstoffverbrauchs
An dem gezeigten Verhalten bemerkt man in mittleren Drehzahlbereichen nahezu lastunabhängig vorhandene Minima des Kraftstoffverbrauchs, die im Fall sehr niedriger Otto - Motorlasten nur undeutlich ausgeprägt sind.
Die Verläufe können auch bei dieser Betrachtung (b e =f(n)) ausgehend vom Verbrauchsoptimum jeweils in zwei Bereiche unterteilt werden.
Eine Steigerung der Motordrehzahl über den Punkt des optimalen spezifischen Kraftstoffverbrauchs hinaus (rechts vom Minimum) verursacht bei beiden Motoren eine Zunahme des spezifischen Kraftstoffverbrauchs. Gründe hierfür sind die bei Drehzahlerhöhung schlechteren Gütegrade sowie die Zunahme an mechanischen Verlusten und damit ungünstigere effektive Wirkungsgrade η eff . Ottomotoren verzeichnen in diesem Bereich gegenüber Dieselmotoren eine deutlichere Verschlechterung des Verbrauchs [20].
Bei Verringerung der Drehzahl (links vom Minimum) kommt es ebenfalls zu einem erhöhten spezifischen Kraftstoffverbrauch, da der Gütegrad beider Motoren zu niedrigen Drehzahlen hin schlechter wird und daraus kleinere η eff resultieren.
Der positive Einfluss höherer Motorlasten ist bei Ottomotoren stärker ausgeprägt als bei Dieselmotoren.
2.2.4 Einfluss der Motordrehzahl auf das Drehmoment und die Nutzleistung
Die wichtigste Anforderung stellt der Fahrer an das Motordrehmoment, dessen Verhalten in Abhängigkeit der Drehzahl für unterschiedliche (konstante) Motorlasten im folgenden Bild 2.2.4.1 dargestellt ist.
Motordrehmoment M
Bild 2.2.4.1.: Qualitativer Verlauf des Motordrehmoments in Abhängigkeit der Drehzahl bei verschiedenen Motorlasten (links Ottomotor, rechts Dieselmotor), aus [20]
22 Kapitel 2 : Motorische Grundlagen des Kraftstoffverbrauchs
Die in den Abschnitten 2.2.2 und 2.2.3 gemachten Aussagen zur Erklärung des Verhaltens des Kraftstoffverbrauchs können auch für die charakteristischen Verläufe des Drehmoments übernommen werden [20].
Den größten Einfluss auf die dargestellten Drehmomentverläufe hat auch hier das Verhalten des Gütegrads, durch den die effektiven Wirkungsgrade ausgehend vom Drehmomentmaximum sowohl zu höheren als auch zu niedrigen Drehzahlen hin abnehmen und damit verbunden auch das Motordrehmoment [17, 20].
Größere Lasten bewirken bessere, d.h. größere effektive Wirkungsgrade und damit auch größere Drehmomente [17, 20].
Die Tatsache, dass die Drehmomentkurven im Teillastbereich von Ottomotoren nicht mehr bis zur maximal zulässigen Drehzahl reichen, ist auf den erheblichen Einfluss des durch stärkere Drosselung beeinträchtigten Liefergrads zurückzuführen.
Die insgesamt beim Dieselmotor auffallenden flacheren Verläufe ergeben aus dem im Allgemeinen geringeren Drehzahlniveau, das sich sowohl auf den Liefergrad als auch auf den Gütegrad positiv auswirkt [20].
Des Weiteren bewirkt das dieselmotorisch bedingte größere Luftverhältnis einen schlechteren Gemischheizwert und führt damit verglichen mit Ottomotoren zu einem geringeren Drehmomentniveau [17, 20].
Entsprechend der Einflüsse und der resultierenden Drehmomentverläufe ergeben sich nach Gl. 2.6 und Gl. 2.7 die im Folgenden gezeigten qualitativen Verläufe der Nutzleistung über der Motordrehzahl.
eff
effektive Leistung P
Bild 2.2.4.2.: Qualitative Verläufe der effektiven Leistung in Abhängigkeit der Motordrehzahl (links Ottomotor, rechts Dieselmotor), aus [20]
Arbeit zitieren:
David Gaczek, 2006, Entwurf und Regelung eines Verbrauchsassistenten, München, GRIN Verlag GmbH
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