Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 3
2 DIE ZUKUNFTSAUSSICHTEN JUGENDLICHER 3
2.1 EINFÜHRENDE BEMERKUNGEN 3
2.2 STUDIENERGEBNISSE BEZÜGLICH DER PERSÖNLICHEN ZUKUNFTSAUSSICHT 4
2.3 STUDIENERGEBNISSE BEZÜGLICH DER GESELLSCHAFTLICHEN ZUKUNFTSAUSSICHT 6
2.4 WAS MACHT JUGENDLICHEN ANGST? 9
3 SCHULE UND BERUFSBILDUNG. 10
3.1 EINFÜHRENDE BEMERKUNGEN 10
3.2 STUDIENERGEBNISSE BEZÜGLICH DES SCHULISCHEN LEBENSWEGS. 11
3.3 STUDIENERGEBNISSE BEZÜGLICH BERUFSBEZOGENER WÜNSCHE UND SORGEN. 14
3.4 FAZIT 17
4 LITERATURVERZEICHNIS 18
2
1 Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit den Ergebnissen der 15. Shell Jugendstudie aus dem Jahr 2006. Die Studie basiert auf einer standardisierten, quantitativen Erhebung bei einer Stichprobe von 2532 Jugendlichen, von denen 1774 in den neuen und 758 in den alten Bundesländern ihren Wohnsitz haben. Die Alterskohorte umfasst die 12 bis 25-jährigen und der Erhebungszeitraum war festgelegt auf die Monate Januar bis Juni 2006. Durchgeführt wurde die Befragung, in Form von Leitfadengestützten Interviews, von den Jugendforschern Prof. Dr. Klaus Hurrelmann und Prof. Dr. Mathias Albert in Zusammenarbeit mit TNS Infratest Sozialforschung.
Die Deutsche Shell Holding GmbH versucht mit ihrer Jugendstudie bereits seit 53 Jahren einer gesellschaftlichen Verantwortung als Unternehmen gerecht zu werden und möchte mit den Ergebnissen einen Beitrag zu einer gesellschafts-politischen Diskussion leisten. Der Themenschwerpunkt der 15. Shell Jugendstudie stellt die Generationsfrage „Alt und Jung“ aus Sicht der jungen Generation dar. Die Jugendforscher schenkten der Frage, wie sich die junge Generation mit all ihren Erwartungen an die eigene Zukunft in einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft sieht, ein besonderes Maß an Aufmerksamkeit. Die benannte Ausgabe enthält zudem 20 ergänzende Portraits, die einen vertiefenden Einblick in das Verhältnis der Jugendlichen zur älteren Generation gewähren soll. Im Rahmen dieser Hausarbeit sollen Ergebnisse einzelner Themenschwerpunkte der Studie vorgestellt und diskutiert werden.
2 Die Zukunftsaussichten Jugendlicher
2.1 Einführende Bemerkungen
Die Einschätzung der persönlichen und gesellschaftlichen Zukunftsaussichten seitens der Jugendlichen stellt seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Shell Jugendstudie dar. Daher eignen sich diese Studienergebnisse besonders gut für einen Zeitreihenvergleich, der neue Einsichten in soziale Prozesse gewähren kann.
Die Ergebnisse der Shell Jugendstudie 2002 resultierten in der Portraitierung einer „pragmatischen Generation“ 1 , die trotz der ungünstigen wirtschaftlichen Lage einen relativ optimistischen Blick in die Zukunft bewahrte. Die jungen Frauen und Männer vertraten die Einstellung sich mit gesteigerten Leistungsanstrengungen und persönlichem Engagement
1 Hurrelmann, Albert 2006, S. 31.
3
durch die Berufs- und Arbeitsmarktsituation navigieren zu können und so die individuellen Zukunftschancen positiv zu beeinflussen. 2
Die Jahre zwischen 2002 und 2006 zeugten jedoch tendenziell von einer weiteren Verschärfung der wirtschaftlichen Lage, in der sich auch die Arbeitsmarktperspektiven zunehmend verschlechterten. 3 So müssen Jugendliche damit rechnen, beim Übergang von der schulischen in die berufliche Ausbildung vorübergehend keinen, den Wünschen und Qualifikationen entsprechenden, Ausbildungsplatz zu erhalten. Damit verzögert sich der Eintritt in das Erwerbsleben durch den Besuch von Warteschleifen und Überbückungsmaßnahmen. Doch auch der gesamte weitere Lebenslauf kann dadurch kennzeichnet werden, keinen Eintritt in die gesellschaftlich nützlichen, produktiven und bezahlten Tätigkeiten zu finden oder zumindest mit zunehmender Wahrscheinlichkeit aus dem Erwerbsleben austreten zu müssen und folglich auf die sozialen Sicherungssysteme des Staates angewiesen zu sein. 4 Die wachsenden Herausforderungen an die Jugendlichen zu Beginn des neuen Jahrtausends bewegten die Jugendforscher Hurrelmann und Albert zu einer Erweiterung in der Bezeichnung des Generationsportraits. Die „pragmatische Generation“ erhielt den Zusatz „unter Druck“ 5 . Bei Betrachtung der Studienergebnisse lässt sich schlussfolgern, dass es sich hierbei durchaus um eine treffende Wortwahl handelt.
2.2 Studienergebnisse bezüglich der persönlichen Zukunftsaussicht
Auf die Frage hin wie sich die Jugendlichen ihre eigene Zukunft vorstellen, „eher düster“, „eher zuversichtlich“ oder „gemischt, mal so - mal so“ 6 , war seit Mitte der 90er Jahre ein stetiger Anstieg der Zahl von Jugendlichen zu beobachten, die ihre persönlich Zukunft optimistisch einschätzten. So ist die Rate von westdeutschen Jugendlichen in den Jahren 1996 bis 1999 die zuversichtlich ihrer persönlichen Zukunft entgegenblickten von 35% auf 50% gestiegen. In den neuen Bundesländern wurde ein Anstieg von 35% auf 49% wahrgenommen, der sich in den folgenden Jahren bis 2002 nochmals um 3% erhob. In den alten Bundesländern konnte innerhalb dieser Evaluationsperiode sogar ein Anstieg von weiteren 8% errechnet werden. Die Zahlen belegen eindeutig, dass westdeutsche Jugendliche in der Regel zuversichtlicher sind als ihre ostdeutschen Altergenossen. Entgegen dieser Beobachtungen belegen die Studienergebnisse des Jahres 2006 jedoch, dass die Anzahl der optimistischen jungen Frauen und Männer rückläufig ist, im Westen der
2 Ebd.
3 Ebd.
4 Mansel et al. 2001, S. 8.
5 Mansel et al. 2001, S. 8.
6 Hurrelmann, Albert 2006, S. 464.
4
Republik noch stärker als im weniger zuversichtlichen Osten. So sank die Zahl der zuversichtlichen Jugendlichen in beiden Teilen des Landes auf 50% im Jahr 2006. Damit hat sich der zuvor bestehende Unterschied der persönlichen Zukunftsaussicht zwischen ost- und westdeutschen Jugendlichen ausgeglichen.
Die Vermutung liegt nahe, dass die Anzahl der Jugendlichen gestiegen ist, die ihre persönliche Zukunft als „eher düster“ bezeichnen würde. Bei Betrachtung der prozentualen Ergebnisse dieser Antwortmöglichkeit in der Erhebung, mag dies für die ostdeutsche Jugend sogar der Fall sein. Hier ist die Anzahl von 8% im Jahr 2002 auf 10% in 2006 gestiegen. Wobei diese Rückschlüsse aufgrund fehlender Vergleichbarkeit natürlich rein spekulativ sind. Nahe liegender ist die Möglichkeit, dass sich viele junge Menschen für die Antwortoption „mal so - mal so“ entschieden haben. Dies würde erklären warum 6% der westdeutschen Jugendlichen im Jahr 2002 und nur 3% mehr im Jahr 2006 ihre individuelle Perspektive als düster bezeichneten.
Nicht nur die unterschiedlichen Ergebnisse bezüglich der geografischen Herkunft zeugen bei der Shell Studie von besonderem Interesse, sondern auch jene, die geschlechterspezifisch gekennzeichnet sind. Die Ergebnisse von 2002 ließen kaum einen Unterschied zwischen den Zukunftsperspektiven weiblicher und männlicher Jugendlichen erkennen. Die Zahlen von 2006 ergeben jedoch, dass die jungen Frauen etwas zurückhaltender in ihrem Optimismus sind im Vergleich zu den jungen Männern. Als „eher zuversichtlich“ bewerteten 47% der weiblichen Befragten ihre Zukunft. Die männliche Kohorte blickt jedoch mit 52% optimistisch in die Zukunft. Folglich nehmen die involvierten Jugendforscher an, dass die weiblichen Befragten sensibler auf gesellschaftliche Problemlagen reagieren und diese eher auf ihre persönliche Situation übertragen als die männlichen Befragten. 7 Für die Untermauerung dieser Annahme verweisen Hurrelmann und Albert auf die meist besseren schulischen Leistungen der weiblichen Jugendlichen. Diese erklären sie damit, dass sich die jungen Frauen mehr um ihre persönliche Zukunft sorgen und später autark sein wollen und daher mehr in ihre berufliche Zukunft investieren als ihre männlichen Mitstreiter. 8 Von weiterem Interesse sind die Ergebnisse der persönlichen Zukunftsaussicht differenziert nach der Angehörigkeit in den jeweiligen Statusgruppen. Besonders hervorzuheben ist diesbezüglich, dass die Gruppen mit denen im Jahr 2002 höchsten Raten an zuversichtlichen Jugendlichen gleichermaßen jene sind, in denen der Optimismus am deutlichsten rückläufig ist. So betrug die Zahl der hoffnungsvollen Studenten im Jahr 2002 noch 69%, vier Jahre später jedoch nur noch 56%. Vergleichbar hoch ist der Verlust der Optimisten bei den
7 Hurrelmann , Albert 2006, S. 97.
8 Ebd.
5
Arbeit zitieren:
Bianca Müller, 2009, Jugend 2006 - Über die 15. Shell Jugendstudie, München, GRIN Verlag GmbH
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