Universität Potsdam
Institut für Germanistik
Abteilung Literaturwissenschaft
Seminar: Kunst als Provokation: Elfriede Jelinek
Wintersemester 2000/2001
Hausarbeit zum Thema:
Der Mediendiskurs bei Elfriede Jelinek
Sebastian Krüger
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Methodik 4
3. Mediendiskurs 6
4. Schlussbemerkung 13
1. Einleitung
Wenn man sich der Aufgabe hingibt, die Werke einer der provokantesten Schriftstellerinnen der Gegenwartsliteratur, Elfriede Jelinek, zu analysieren, wird man sofort von Horrorszenarien, zahlreichen Diskursdurchstreifungen und geplantem Chaos verschlungen. Das dies aber Methode und gleichzeitig intentional gerichtet ist, ist beim erstmaligem Lesen schwer zu erkennen. Ich möchte in dieser Arbeit die destruierende Verfahrensweise der Österreicherin Jelinek vorstellen. An „Michael. Jugendbuch für die Infantilgesellschaft“ und „Lust“ soll zum einen die Methodik verdeutlicht und andererseits untersucht werden, inwiefern in diesen Werken der mediale Diskurs aufgegriffen und thematisiert wird. Die Grundlage stellt das Referat aus dem Seminar „Kunst als Provokation: Die Autorin Elfriede Jelinek“ dar.
Die Arbeit kann schon deswegen keinen Anspruch der Vollständigkeit erheben, da die Medienkritik in vielen weiteren Werken der Elfriede Jelinek präsent erscheint. Die genannte Auswahl begründe ich damit, dass ich es sehr interessant finde, ein Frühwerk und einen 17 Jahre später erschienenen Roman unter gleichen Untersuchungskriterien zu analysieren.
2. Methodik
„Es geht mir um ein politisches Anliegen im weitesten Sinne, um Entmythologisierungsvorgänge, darum, polemisch und aggressive Sachverhalte zu skelletieren.“ (Frauen-Literatur-Revolution 1992, S. 293), so die „Vorzeige-Monsterfrau“ (Stadtblatt 37 1989, S. 10) über ihre Intentionen. Doch wie kann der Welt der Zerrspiegel vorgehalten werden, wie schafft man es, Schubladendenken und Automatisierungen vorgefertigter Mythen zu sprengen?
Destruierungsverfahren mit Hilfe der Satire wäre die richtige Antwort! Doch was steckt hinter der Methode, wie funktionieren satirische Texte?
Das Satirische ist eine militante Haltung, eine Angriffsstrategie auf verbaler Ebene, quasi Aggressivität vermittelt durch Zeichen. Diese Kunstgattung übt Macht aus, indem sie die Dinge direkt beim Namen nennt. Dadurch werden Herrschaftsverhältnisse oder allgemein anerkannte Mythen entschleiert. Aggressivität, sprachliche Verstümmlungen oder Übertreibungen dienen als sprachliche Mittel. Durch Ironie und Spott an Personen oder Zuständen wird Kritik geübt und sie werden der Lächerlichkeit preisgegeben. Und genau an dieser Stelle wird die Verbindung zu Jelinek transparent. Durch ihre extrem negative Textpraxis will sie nicht bloß den Mythos sichtbar machen, das wäre uneffektiv bzw. harmlos, nein, sie zerstört, entleert und destruiert Selbigen. „Ich schlage sozusagen mit der Axt drein.“ (Jelinek In: Theaterzeitschrift 7 1984, S. 14). Das diese Axt gewetzt ist, werden die Textbeispiele zum späterem Zeitpunkt belegen.
Satiriker verfahren wie Chirurgen. Vorfabrizierte Elemente werden aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgelöst und in einen Anderen transplantiert. Dass Elfriede Jelinek dabei eine Axt benutzt, stieß einigen Lesern und Kritikern sauer auf.
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Sebastian Krüger, 2001, Der Mediendiskurs bei Elfriede Jelinek, Munich, GRIN Publishing GmbH
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