Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Konflikte 4
2.1 Definition von Konflikt. 4
2.2 Verlauf von Konflikten 5
2.3 Konfliktentstehung in der Schule. 6
3. Mediation 7
3.1 Definition von Mediation. 7
3.2 Geschichte der Mediation 7
3.3 Mediation in der Schule 8
3.4 Ablauf einer Mediation 9
4. Täter-Opfer-Ausgleich 11
4.1 Beschreibung Täter-Opfer-Ausgleich 11
4.2 Ziele des Täter-Opfer-Ausgleichs. 12
4.3 Ablauf eines Täter-Opfer-Ausgleichs 12
5. Unterschiede zwischen Mediation und Täter-Opfer-Ausgleich. 14
6. Fazit. 14
7. Literaturverzeichnis: 15
2
1. Einleitung
„Konflikte gibt es wie Sand am Meer“. 1 So beschreibt es Hans-Christian Anschitz zu Beginn in dem Kapitel über „Konflikte und Konfliktbegriffe“. Sie finden in allen Situationen unseres Alltagslebens statt, in der Familie, im Beruf, unter Freunden und auch, oder besonders in den Schulen, da hier eine relativ große Masse von Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts, sozialer Hintergründe und Einstellungen auf kleinstem Raum zusammen kommt. Da ist es eigentlich ganz normal, dass hin und wieder Streitigkeiten und Konflikte entstehen. Doch scheint in den letzten Jahren, verstärkt durch die Medien, das Thema „Gewalt an der Schule“ zugenommen zu haben. Diese Gewalt äußert sich in „verbaler (Beleidigungen, Beschimpfungen), physischer (Prügeleien) und psychischer Gewalt“ 2 (Erpressung, Mobbing) gegen Schüler und Lehrer sowie durch Gewalt gegen Schuleigentum und Gegenstände. Vorfälle wie die Messerattacke im Mai 2006 in Hamm und die Amokläufe von Erfurt im April 2002 und Emsdetten im November 2006 sind dabei sicher nur die Spitze des Eisbergs, die uns zeigen, welch großes Konfliktpotenzial heute an Schulen herrscht und wie sie im schlimmsten Fall enden können.
Um zu verhindern, dass sich kleine Streitigkeiten zu größeren Konflikten entwickeln, ist es wichtig, das bestehende Konfliktpotential zu erkennen und frühzeitig zu intervenieren. In den folgenden Kapiteln meiner Arbeit will ich versuchen, zwei solcher Konfliktlösungsmöglichkeiten, die Mediation und den Täter-Opfer-Ausgleich, sowie ihre Einsatzmöglichkeiten an Schulen darzustellen.
1 Hanschitz, R.-C.: Konflikte und Konfliktbegriffe, Wiesbaden, 2004, S.67
2 Walker, Jamie: Mediation in der Schule, Berlin 2001, S. 9
3
2. Konflikte
2.1 Definition von Konflikt
Der Begriff „Konflikt“ stammt ursprünglich von dem lateinischen Wort „(arma) confligere“ ab und bedeutet so viel wie zusammenstoßen, kämpfen und Waffengeklirr.
Heute wird dieser Begriff sehr unterschiedlich verwendet. So treten beispielsweise Konflikte auf, die gleichgültig mit welcher inhaltlichen oder kontextuellen Bestimmung, als Geschlechter-, Macht-, Interessen- oder als Organisations-, beziehungsweise Institutionskonflikt bezeichnet werden. Immer haben sie aber eine komplexe Form und verweisen auf eine Vielzahl von Konstellationen, was es letztendlich schwierig bis unmöglich macht, für diesen abstrakten Begriff eine einheitliche Definition zu finden.
Kennzeichnend für einen Konflikt ist jedoch, dass mindestens zwei Konfliktparteien aufeinander treffen, die sich mit einem unterschiedlichen Standpunkt gegenüberstehen. Die Meinungen der Parteien über den streitbaren Sachverhalt schließen sich dabei inhaltlich mehr oder weniger aus. Weiter wird der eigene Standpunkt als der Richtige angesehen, dessen Durchsetzung als so wichtig erachtet wird, dass er auch gegen den Widerstand der anderen Partei durchgeführt werden muss.
Allerdings muss ein lautstarker Streit noch kein Konflikt sein, selbst wenn bereits die für einen Konflikt ebenfalls sehr wichtigen Emotionen wie Angst oder Wut vorliegen. Erst wenn die eigene Erregung nicht mehr kontrolliert werden kann und sich die Parteien gegenseitig durch negatives oder feindseliges Verhalten schädigen, kann von einem Konflikt gesprochen werden. Dieses Verhaltensmuster wird begleitet durch eine fortschreitende Einschränkung der Wahrnehmungs- und Entscheidungsfreiheit. Der renommierte Konfliktforscher Friedrich Glasl beschreibt dies indem er sagt, dass „Konflikte unsere Wahrnehmungsfähigkeit und unser Denken und Vorstellungsleben so sehr beeinträchtigen, dass wir im Laufe der Ereignisse die Dinge in uns und um uns herum nicht mehr richtig sehen. Es ist so, als würde sich unser Auge immer mehr trüben.“ 3
3
http://www.friedenspaedagogik.de/service/unterrichtsmaterialien/umgang_mit_konflikten_und_gewalt__1/konflikte
skalation_moeglichkeiten_der_behandlung_im_unterricht (14.11.08)
4
2.2 Verlauf von Konflikten
Friedrich Glasl hat vor dem Hintergrund langjähriger wissenschaftlicher und pädagogischpraktischer Erfahrungen neun Stufen der Konflikteskalation festgelegt, die in drei Phasen unterteilt sind.
In der ersten Phase haben beide Konfliktparteien noch die Chance als Gewinner aus der Situation zu gehen. Sie wird daher mit „Win-Win“ bezeichnet. Die zweite Phase ist dadurch gekennzeichnet, dass eine Partei gewinnt, während die andere verliert. („Win-Lose“) Und in der dritten Phase hat keiner der Streitenden noch die Möglichkeit zu gewinnen. („Lose-Lose“) 4 Auf der ersten Stufe (Verhärtung) prallen unterschiedliche Standpunkte aufeinander, was zu Spannungen und einer Verhärtung der Fronten führen kann. Trotzdem ist die Kommunikation zwischen den Konfliktparteien noch möglich, auch wenn sie „zeitweilige Ausrutscher“ 5 beinhaltet, was soviel heißt, dass sich die Parteien manchmal im Ton vergreifen, Beleidigungen passieren können und sich der Konflikt von einer Diskussion in eine Auseinandersetzung umwandelt. In der zweiten Stufe (Debatte) können die Parteien ihren eigenen Standpunkt nicht mehr objektiv betrachten. Es setzt eine Polarisierung ein, die eigene Meinung ist die Richtige und die der anderen Partei die Falsche. Ab der dritten Stufe (Aktionen/Taten) ist laut Glasl eine Kommunikation nicht mehr möglich und die Parteien handeln nach dem Prinzip „der vollendeten Tatsachen“ 6 wobei die Empathie für den anderen verloren geht.
In Phase zwei verschärft sich der Konflikt zusehends und nimmt durch Gewalt geprägte Züge an. Stufe vier (Images/Koalitionen) wird durch das zunehmende „schlecht machen“ des Konfliktpartners gekennzeichnet, man sucht Verbündete und versucht dem Gegner zu schaden. In Stufe fünf (Gesichtsverlust) beginnt langsam die offene Konfrontation. Es wird mehr und mehr ein Kampf in der Öffentlichkeit, indem versucht wird, die andere Partei bloßzustellen. Stufe sechs (Drohstrategien) beinhaltet schließlich „Drohungen und Gegendrohungen“. 7 Dabei besteht die Problematik der Drohungen darin, dass sie nicht zurückgenommen werden können, da damit ein Gesichtsverlust einhergehen und das einer Niederlage gleichkommen würde. So schaukeln sich die Konfliktparteien immer mehr auf. In dieser Phase ist es den Streitenden nicht mehr möglich, alleine ohne den Eingriff Dritter den Konflikt zu lösen, da die Kommunikation nicht mehr möglich ist. Aber es bleibt dennoch möglich, den Konflikt, wenn auch unter dem Gesichtsverlust mindestens
4 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Konflikteskalation_nach_Friedrich_Glasl (14.11.08)
5 http://www.hsfk.de/downloads/Glasl_fertig.PDF S.3 (14.11.08)
6
http://www.friedenspaedagogik.de/service/unterrichtsmaterialien/umgang_mit_konflikten_und_gewalt__1/kon
flikteskalation_moeglichkeiten_der_behandlung_im_unterricht (14.11.08)
7
http://www.friedenspaedagogik.de/index.php?/ift/service/unterrichtsmaterialien/umgang_mit_konflikten_und_
gewalt__1/konflikteskalation_moeglichkeiten_der_behandlung_im_unterricht (17.11.08)
5
Arbeit zitieren:
Stephanie von Wendt, 2008, Konfliktlösungsmöglichkeiten in der Schule am Beispiel der Mediation, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Gewalt in der Schule: Symptome, Bedingungen, Möglichkeiten der Prävent...
Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Examensarbeit, 99 Seiten
Gewalt an deutschen Schulen - Mit dem Schwerpunkt präventiver Handlung...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 25 Seiten
Konstantin S. Stanislawski - Die psychologische Schauspielmethode sein...
Seminararbeit, 20 Seiten
Aggressionen und Gewalt an Schulen - Präventions- und Interventionsmaß...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Wissenschaftlicher Aufsatz, 16 Seiten
Gewalt von Lehrern gegenüber Schülern - ein Überblick
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Annette Streeck-Fischer - "Geil auf Gewalt". Psychoanalytisc...
Soziologie - Kinder und Jugend
Ausarbeitung, 4 Seiten
Ein Versuch der Betrachtung von Gewalt an Schulen
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 19 Seiten
Impulse der Erlebnispädagogik für eine ökosystemische Heilpädagogik
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Hausarbeit, 25 Seiten
Sozialisation in der Jugendphase - der Beitrag der Peer-Group zur Iden...
Soziologie - Kinder und Jugend
Hausarbeit, 22 Seiten
Erlebnispädagogische Persönlichkeitsförderung mit Schülern der Klasse ...
Projektarbeit, 58 Seiten
Gewalt und Medien: Wie groß ist die Wirkung von Medien auf Gewalt in d...
Hausarbeit, 16 Seiten
Stephanie von Wendt's Text Konfliktlösungsmöglichkeiten in der Schule am Beispiel der Mediation ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Stephanie von Wendt hat den Text Konfliktlösungsmöglichkeiten in der Schule am Beispiel der Mediation veröffentlicht
Stephanie von Wendt hat einen neuen Text hochgeladen
Peer-Mediation: Konfliktregelung und Streitschlichtung in der Schule
Planungskonzept zur erfolgreic...
Andreas Krenner
Computer-Mediated Social Networking
First International Conference...
Maryam Purvis, Bastin Tony Roy Savarimuthu
Mediation an Schulen verankern
Ein Praxishandbuch
Peer Kaeding, Jens Richter, Anke Siebel, Silke Vogt
Leitfaden konstruktive Konfliktbearbeitung und Mediation
Für eine veränderte Schulkultu...
Helmolt Rademacher
0 Kommentare