Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die „mise-en-scene“ 3
2. Inhaltsangabe des Films „Das Waisenhaus“ 5
3. Detailanalyse in den vier Aspekten der mise-en-scene 8
3.1 Setting. 8
3.2 Costume und Make-up. 10
3.3 Lighting. 11
3.4 Figure-expression and movement 13
4. Fazit 13
2
1. Einführung in die „mise-en-scene“
Mise-en-scene bedeutet soviel wie in Szene setzen oder auch „staging an action“ 1 . Für die mise-en-scene sind vier Aspekte zentral: das „Setting“, „Lighting“, „Costume“ und „behavior
of the figures“ 2 . Anhand des Films „Das Waisenhaus“ („El Orfanato“, J.A. Bayona, Spanien 2007) sollen diese vier Aspekte veranschaulicht werden und eine Detailanalyse einiger Szenen/Sequenzen des Films ermöglichen. Es wurden Szenen für die Detailanalyse ausgewählt, die den Film anschaulich repräsentieren sollen. Es sind sehr unterschiedliche Szenen ausgewählt worden, um die verschiedenen Aspekte der mise-en-scene zu veranschaulichen. Für die Detailanalyse des Settings wurden Sequenzen ausgewählt, die beide das Waisenhaus (als Gebäude) in jedoch unterschiedlichen Zustand abbilden. Ähnlich verhält es sich auch bei der Analyse des Lightings, für das der Kostüme sowie für den Aspekt der „figure-expressions“ („behavior of the figures“).
Das Setting spielt für das Kino eine aktivere Rolle als für das Theater. Es gibt verschiedene Arten ein Setting zu gestalten. Zum einem könnte ein Ort gewählt worden sein, den es real gibt, in dem die Handlung dann stattfindet. Zum anderen könnte man ein Setting erschaffen, beispielsweise durch ein shooting in einem Studio, durch Kulissen, oft werden auch Miniatursettings angefertigt, Teile des Settings sind oftmals durch Gemälde künstlich hergestellt. Das Ausmaß eines Settings kann ganz unterschiedlich sein. Ein Setting braucht nicht zwangsweise realistisch wirkende Gebäude oder Architektur, es kann oftmals bis auf Null reduziert sein. „The overall design of a setting can significantly shape how we understand story action.” (Bordwell, S.174) Auch die Farbe ist eine wichtige Komponente des Settings. Dabei spielt auch die Abhängigkeit zwischen Setting und Costumes eine wichtige Rolle. Objekte des Settings, die wichtig für die Handlung sind oder werden, werden „props“
genannt 3 . Mit Voranschreiten der Handlung könnten diese so genannten „props“ zum Motiv werden. 4
Kostüme und Make-up haben, wie das Setting auch, spezifische Funktionen. Kleidung und Kleidungsstil haben oft die Funktion den Charakter der Figur zu versinnbildlichen. Kostüme gehören zum fortlaufenden narrativen System. Wie bereits erwähnt, wirken die Kostüme oft mit dem Setting zusammen. Das Setting könnte ein mehr oder weniger neutralen Hintergrund
1 vgl. Bordwell, David & Thompson, Kristin: Film Art. An Introduction. Kapitel 6: The shot:
Mise-en-scene. New York: McGraw Hill 2004 [erstmals 1979], S.169
2 vgl. ebd.
3 vgl. ebd. S.175
4 vgl. ebd. S.172-175
3
haben, wovon sich die Figuren anhand ihrer Kostüme absetzen. Auch hier ist das Farbdesign
von Wichtigkeit. 5
Die Wirkung eines Bildes wird auch von Licht (Lighting) manipuliert, einem weiterem Aspekt des mise-en-scene. Helle und dunklere Bereiche des Bildes (im „frame“) sind der Aufmerksamkeitsorientierung zu Objekten oder Handlungen hilfreich. Die Lichteinwirkung kann Texturen manipulieren, z.B. die eines Gesichtes. Man unterscheidet beim Lighting zwischen „highlight“ und „shadow“. So genannte „highlights“ sorgen für wichtige Hinweisreize („cues“) einer Textur einer Oberfläche. Bei den so genannten „shadows“ gibt es zwei verschiedene Typen, wobei beide wichtig für die Filmkomposition sind. Das sind zum einen die „attached shadows“ bzw. das „shading“ und zum anderen die „cast shadows“. Ein „attached shadow“ kommt vor, wenn ein Schatten auf einen Teil eines Objektes aufgrund seiner Oberflächenstruktur fällt, z.B. das Gesicht einer Person im Kerzenschein. In selbiger Situation fällt aber gleichermaßen ein Schatten (aufgrund der Beleuchtungsquelle der Kerze) hinter die Person an die Wand, dies wird als „cast shadow“ bezeichnet. Diese „highlights“ und „shadows“ helfen den Raum der Szene vorzustellen. Des weiterem gibt es vier „features“ des Lighting: Qualität, Richtung, Quelle und Farbe. Bei der Lichtqualität gibt es zum einen das „hard“ Lighting, welches klar definierte Schatten hervorruft und zum anderen das „soft“ Lighting, welches ausgebreitet beleuchtet. Es gibt fünf verschiedene Beleuchtungsrichtungen. Das frontal lighting, das sidelighting, das backlighting, das underlighting und das top lighting. Meist wird ein Objekt von zwei Beleuchtungsquellen aus angestrahlt. Das so genannte „key light“ ist dabei die primäre Quelle, das „fill light“ die sekundäre. Das „key light“ kommt dabei meist frontal, das „fill light“ oftmals von seitlich auf das Objekt oder die Figur zu. Das „key lighting“ wird noch unterteilt in „high-key lighting“ und low-key lighting”. Die Farbe des Lichtes wird oftmals als weißes Sonnenlicht oder als eher gelbliches Licht einer Lampe gedacht. Allerdings werden Filter direkt vor der Lichtquelle angebracht um verschiedene Effekte zu erreichen. Wie jede andere Technik kann auch dem Lighting ein Motiv im
Handlungsverlauf des Films zukommen. 6
Der letzte Aspekt des mise-en-scene, die „figure-expression and movement“ erlaubt den Figuren Gefühle und Gedanken auszudrücken. Dabei versetzt sich der Schauspieler in eine Rolle, dessen Performance aus visuellen Elementen wie Gestik, Gesichtsausdrücke und dem äußeren Erscheinungsbild besteht sowie aus akustischen Elementen wie Stimme, Musik und
5 vgl. Bordwell, David & Thompson, Kristin: Film Art. An Introduction. Kapitel 6: The shot:
Mise-en-scene. New York: McGraw Hill 2004 [erstmals 1979], S.176-177
6 vgl. Bordwell, David & Thompson, Kristin: Film Art. An Introduction. Kapitel 6: The shot:
Mise-en-scene. New York: McGraw Hill 2004 [erstmals 1979], S.178-183
4
Arbeit zitieren:
Tina Pfab, 2008, Der Film „Das Waisenhaus“ unter den Aspekten der mise-en-scene, München, GRIN Verlag GmbH
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