© Copyright 2009, Dr. Anette Kübler - ChanceNavigator
Die Intention dieser Veröffentlichung ist es, die Ergebnisse der Umfrage einem breiteren Interessentenkreis zur Verfügung zu stellen. Da die Beantwortung der Fragen im jeweiligen Interessen-Kontext bewertet werden sollte, bleiben die Antworten überwiegend unkommentiert.
Dr. Anette Kübler - ChanceNavigator gibt insbesondere keine Garantie dafür, dass der Sachverhalt Mediation und Online-Mediation durch den Fragebogen vollständig und repräsentativ abgedeckt wird.
Eben so wenig ist es Ziel der in diesem Dokument dargestellten Informationen, eine Entscheidungsbasis zu sein - weder bezüglich Durchführung oder Nutzung von Mediation beziehungsweise Online-Mediation noch hinsichtlich Investitionen in technische Hilfsmittel zur Durchführung von Online-Mediation.
Die dargestellten Ergebnisse haben ihren Ursprung in den Antworten zu den Fragen im Fragebogen. Daher geben die ausgewerteten Ergebnisse nicht unbedingt die Meinung der Autorin wieder.
Um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten, wird jeweils die männliche Form verwendet. Also beispielsweise Mediator und Mediand. Meine weiblichen Leserinnen bitte ich um Verständnis. Bitte fühlen Sie sich jeweils mit angesprochen.
Der Begriff „Mediation“ wird anhand der Definition des BMWA® erläutert. Die ergänzte Definition wird abgedruckt mit freundlicher Genehmigung durch den Bundesverband Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt (BMWA®).
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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 3
Vorwort 4
Einleitung. 4
Allgemeine Angaben 5
Teil 1: Mediation - das Verfahren ist bekannt 9
Online -Mediation. 14
Fazit : 27
Teil 2: Mediation - das Verfahren ist bisher nicht bekannt. 29
Online -Mediation. 32
Fazit 35
Abschlie ßende Bemerkungen 36
Anhang 37
Fragebogen Konfliktlösung - Mediation. 37
Wenn Ihnen die Methode Mediation bekannt ist, bitte hier starten: 40
Wenn Ihnen die Methode Mediation nicht bekannt ist, bitte hier starten: 45
Verzeichnis der Abbildungen 49
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Vorwort
Das Thema Mediation gewinnt in Deutschland an Intensität, zunächst im familiären Umfeld beispielsweise als Familien- oder Scheidungsmediation. Vermehrt wird das lösungsorientierte Verfahren auch im unternehmerischen Kontext eingesetzt bei Konflikten in Unternehmen, aber auch zwischen Unternehmen. Dazu kommt, dass sich parallel zu dieser Tendenz neue Medien zur Kommunikation entwickeln. Diese können ihrerseits in der Mediation eingesetzt werden, andererseits jedoch selbst Ursache für Konflikte sein.
Gerade neue Medien, die die Grundlage für eine ganz neue Art von Geschäftsmöglichkeiten darstellen, bieten vielfältige Möglichkeiten der Konfliktentstehung. Neue Medien in diesem Zusammenhang sind nicht nur E-Shopping, die Kommentierung von Blogeinträgen und Teilnahme an Diskussionen in Onlineforen. Durch Web 2.0 Anwendungen können Urheberrechte - unbewusst und ungewollt - verletzt werden. Ebenso können Fragen nach Haftung und Garantie rasch in eine rechtliche Grauzone abgleiten, wenn man an Crowd-Sourcing-Projekte oder Open-Source-Innovation denkt, deren Ergebnisse in reale Produkte umgesetzt werden sollen. Hier stellt sich die Frage, ob Online-Mediation in diesen Fällen zwischen Unternehmen oder zwischen Kunden und Unternehmen im Web 2.0-Umfeld genutzt werden kann. Zumal auch in der Tool-Landschaft in Bezug auf Zusammenarbeit über große Distanzen viel Bewegung herrscht.
Gerade in international aktiven Unternehmen spielen - in der momentanen wirtschaftlichen Situation besonders - Faktoren zur Kostenreduzierung eine große Rolle: Reisekosten und Spesen machen einen großen Posten aus. Online-Mediation kann dazu beitragen, diesen Kostenfaktor zumindest zu reduzieren.
Einleitung
Die vorliegenden Ergebnisse entstanden aus einem selbst entwickelten Fragebogen im Zusammenhang mit der Abschlussarbeit meiner Ausbildung zum Wirtschaftsme-diator unter Beteiligung von Personen mit unterschiedlichstem Bildungsstand, Alter und Wissensstand hinsichtlich des Verfahrens Mediation bzw. Online-Mediation. Ziel der Umfrage war es, eine Einschätzung bezüglich Bekanntheit von Mediation sowie Online-Mediation und deren Akzeptanz zur Konfliktlösung zu erhalten. Versandt wurde der Fragebogen an 87 Personen aus dem persönlichen Geschäftsnetzwerk und dem Bekanntenkreis. Davon haben 49 Befragte den Bogen ausgefüllt zurückgesandt.
Wenn im Folgenden die Begriffe „Befragte“ und „Teilnehmer“ verwendet werden, sind damit die Personen gemeint, die den Fragebogen beantwortet zurückgesandt haben.
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Allgemeine Angaben
Die Altersverteilung der Teilnehmer spiegelt nahezu die momentane Altersstruktur der deutschen Bevölkerung wider. 20 Personen gehören dem Alterscluster 40 - 49 Jahre an, siehe Abbildung 1.
Abbildung 1 -- Altersstruktur der Umfrageteilnehmer
Abbildung 2 -- Bildungsabschluss der Umfrageteilnehmer
Sieben Befragte haben eine abgeschlossene Berufsausbildung, 42 der Teilnehmer haben mindestens ein abgeschlossenes Studium. Die ausgeübten Berufe der Befragten schließen unter anderem folgende Bereiche ein: Unternehmensberater, Rechtsanwalt, Personalreferent, Coach und Trainer, Rentner, Forscher und Entwickler, Geschäftsführer, Psychologe, Wissensmanager, etc. Acht befragte Personen sind selbst aktive Mediatoren. Knapp 60% der Befragten sind Männer.
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Abbildung 3 -- Verteilung der Umfrageteilnehmer nach Geschlecht
Der überwiegende Teil der Befragten, 31 Personen, befinden sich in einem Angestelltenverhältnis.
Abbildung 4 -- Arbeitsverhältnis der Umfrageteilnehmer
Die unterschiedlichen Unternehmensgrößen könnten ebenfalls Einfluss darauf haben, inwieweit Kommunikationstechnologien genutzt werden - z.B. aufgrund der internationalen Organisation und entsprechenden Informationsflüssen. In kleinen Unternehmen ist eher wahrscheinlich, dass Kommunikation überwiegend in persönlichen Gesprächen ablaufen kann. Je internationaler ein Unternehmen aufgestellt ist, umso eher sind die Mitarbeiter auch mit virtuellen Besprechungsräumen, Tools zur Zusammenarbeit und Internet-Telefonie vertraut.
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Abbildung 5 -- Unternehmensgröße der angestellt beschäftigten Umfrageteilnehmer
Eine Einschätzung inwieweit die Befragten neue Kommunikationsmedien kennen und auch selbst nutzen kann hilfreich sein, um die Affinität oder Aversion bezüglich Online-Mediation zu verstehen. Es war zu erwarten, dass viele Kommunikationsmethoden zwar bekannt sind, jedoch nur ein geringer Teil von den einzelnen Personen aktiv genutzt wird. Dies wurde bestätigt, wie Abbildung 6 und Abbildung 7 zeigen. Den meisten Befragten sind alle aufgelisteten Kommunikationsmöglichkeiten bekannt, wie E-Mail, SMS/MMS, Chat, Blog, Internetforen, Internettelefonie, Video-Conferencing, Web-Conferencing.
Nur vier der Befragten kennen nicht alle aufgelisteten Möglichkeiten.
Abbildung 6 -- Persönlich genutzte Kommunikationsformen
Die tatsächliche Anwendung dieser Kommunikationsmöglichkeiten sieht jedoch etwas anders aus. Lediglich E-Mail wird von allen Teilnehmern auch selbst zu Kommunikationszwecken genutzt.
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Abbildung 7 - Gegenüberstellung: Kommunikationsformen bekannt vs. selbst genutzt
Als zusätzliche bekannte und genutzte Kommunikationsmethoden werden genannt: • Sprache, Körpersprache
• Besprechung - persönliches Gespräch ohne weitere Technologie) • Notizen • Briefpost • Telefon, Telefonkonferenz • Fax • Virtual Classroom • Netmeeting • Webinare • Microblogging (Twitter) • Always-on Collaboration • Group Decision Support Systems (GDSS)
Auch in unserer technologisierten Welt sind Briefpost und persönliche Kommunikation wichtig. Jedoch können aus den zusätzlich genannten Kommunikationsmethoden Tendenzen hinsichtlich Kommunikationsgewohnheiten abgelesen werden, die von
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bestimmten Nutzergruppen bereits umfassend genutzt und somit als „alltäglich“ emp-funden werden.
Teil 1: Mediation - das Verfahren ist bekannt
Von 49 Teilnehmern kannten bereits 40 Teilnehmer die Möglichkeit, Mediation zur Konfliktlösung einzusetzen bzw. haben von Mediation zumindest gehört. Wie lange die Methode den Einzelnen bekannt ist variiert jedoch deutlich. Fast Dreiviertel der Befragten kennen die Methode seit maximal fünf Jahren. Immerhin ein Teilnehmer kennt und bietet Mediation bereits seit mehr als 20 Jahren an (Abbildung 8).
Abbildung 8 -- Seit wann ist Mediation als Vermittlungverfahren bekannt?
Auch ist zu unterscheiden, ob die Teilnehmer selbst als Mediator arbeiten (aktiv acht der Befragten) oder das Verfahren lediglich in passiver Form als Konfliktlösungsmöglichkeit kennen (32 der Befragten). Teilweise stehen die Teilnehmer noch selbst in der Ausbildung zum Mediator, führen allerdings im Rahmen dieser Ausbildung bereits aktiv Mediationen durch (Abbildung 10).
Den meisten Befragten ist das Verfahren aus dem beruflichen Kontext bekannt (Abbildung 9). Die Ursache hierfür kann nun darin liegen, dass einige aktive Wirtschaftsmediatoren befragt wurden bzw. die meisten der Befragten selbst noch aktiv im Berufsleben stehen - zumal überwiegend in Unternehmen mit mehr als 10.000 Beschäftigten (Abbildung 5). Spekulation ist, dass Führungskräfte in diesem Kontext dem Thema Mediation eher aufgeschlossen gegenüberstehen und vom Arbeitgeber aktiv innerbetrieblich bereits angeboten wird.
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Abbildung 9 -- Aus welchem Kontext (beruflich/privat) ist Mediation bekannt?
Die Hälfte der Befragten kennt lediglich Mediation als Konfliktlösungsmöglichkeit. Fünf Personen haben an einer Mediation bereits als Klient teilgenommen, elf Teilnehmer befinden sich gerade selbst in der Ausbildung zum Mediator und acht Befragte arbeiten bereits aktiv als Mediator (Abbildung 10).
Abbildung 10 -- Woher bzw. aus welcher Rolle heraus ist Mediation bekannt?
Abbildung 11 ist zu entnehmen, wie die Vorteile der Mediation von Selbstständigen und Angestellten im Vergleich gesehen werden. Insgesamt haben 18 Selbstständige Seite 10 von 50
Arbeit zitieren:
Dr. Anette Kübler, 2009, Mediation und Online-Mediation in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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