Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung 1
1. Verstehensprobleme des
Auferstehungsglaubens in heutiger Zeit 2
1. 1 Die „Biologische Fehldeutung“ 2
1. 2 Die Frage nach dem leeren Grab 3
1. 3 Die Deutung der Ostererscheinungen
und das historische Faktum 4
2. Über die Bedeutung der Auferstehung
f ür den christlichen Glauben 8
3. Differenzen über das Verständnis
von Auferstehung in der Theologie 12
4. Die zeitgemäße Deutung heute 14
5. Fazit 16
6. Literaturverzeichnis 17
Einleitung
In meiner Hausarbeit „ „Am dritten Tag auferstanden von den Toten“. Deutung der Auferstehung als eine zentrale Aussage christlichen Glaubens“ im Rahmen des Proseminars „Was Christen glauben“ möchte ich mich mit der Auferweckung Jesu, die im christlichen Credo bezeugt ist, beschäftigen. Dazu werde ich beginnend versuchen Fehldeutungen dieser, die aus unserer heutigen modernen, aufgeklärten Sicht der Dinge entstanden sind, auszuräumen mit Hilfe von dogmatischen und biblischen Texten, die Licht in diese Angelegenheit bringen sollen. Anschließend wird die Bedeutung des Glaubenssatzes für das Christentum erörtert werden, warum es im apostolischen Glaubensbekenntnis aufgezählt wird bzw. aufgenommen wurde, was ich mit relevanten Bibelstellen aus den Evangelien und den Schriften des Paulus belegen möchte, um eine theologische Basis an der „Quelle“ aufzeigen zu können, die sodann mit anschließender Reflexion über das Thema anhand verschiedener Autoren erweitert werden soll. Das dritte Kapitel wird einigen verschiedenen Positionen und Anschauungen bezüglich der Auferstehung innerhalb der Theologie gewidmet, um so einen kurzen Überblick über diese Debatte in der Geschichte geben zu können. Zum Schluss werde ich anhand der Theorie des Theologen Dalferth schildern, wie man heute zeitgemäß über die Auferstehung sprechen, sie verstehen und so auch an sie glauben kann.
-1-
1. Verstehensprobleme des Auferstehungsglaubens in heutiger Zeit
In unserer heutigen Zeit haben viele Menschen, ob gläubig oder nicht, Verständnisschwierigkeiten mit der Vorstellung der Auferstehung Jesu und der der Toten, so wie es in der Bibel geschrieben steht, weil sie in einem modernen, aufgeklärten Weltbild verankert sind, das von Naturwissenschaften wie der Physik und deren Gesetzmäßigkeiten geprägt ist, die dann wiederum oft dogmatisiert werden, so dass es dadurch eben zu Problemen kommen kann bis hin zur Ablehnung einer möglichen Auferstehung als etwas, das mit Legenden oder Mirakeln behaftet ist und nicht dem gängigen Wirklichkeitsverständnis entsprechen kann, da mit dem Tod für sie alles Menschliche beendet sein wird. Daher stellt sich für die Dogmatik die Aufgabe, die Texte, die Glaubenswirklichkeiten beschreiben, zu interpretieren, in denen ja selbst schon interpretierte Wirklichkeit geschrieben steht und sie somit für den Leser in unserer Zeit verständlich zu machen 1
1.1 Die „Biologische Fehldeutung“
Nimmt man die Passage des Credos wörtlich, ist wohl zuerst an eine Wiederbelebung im biologischen Sinne zu denken, damit wäre die Auferstehung ein Wiederkommen in unsere Welt bzw. in unsere Dimension von Raum und Zeit. Aber gerade das ist eben nicht gemeint mit der Aussage, sondern eine Verwandlung in ein neues Leben bei Gott, was wichtig ist für den Glauben und die Hoffnung auf die Auferweckung der Toten 2 , also keine wundertätige Belebung wie Jesus sie z. B. an dem Jüngling von Nain oder dem Lazarus vollzog laut den Evangelien, die später trotzdem wieder sterben mussten. Hier dreht es sich um ein völlig anderes Leben, das nicht mehr vom Tod begrenzt, sondern unvergänglich, ewig sein wird in der Gemeinschaft mit Gott 3 . Diese Deutung im nicht biologischen Gebrauch legt auch das Wort „auferstehen“ oder besser noch „auferwecken“ nahe, so gebraucht z.B. von den Jüngern in Lk 24,34 „Der Herr ist wirklich auferstanden“, denn hier handelt es
1 BEINERT, WOLFGANG, Dogmatik studieren. Einführung in dogmatisches Denken und Arbeiten,
Regensburg 1985, S. 136f.
2 PANNENBERG, WOLFHART, Das Glaubensbekenntnis- ausgelegt und verantwortet vor den Fragen der
Gegenwart, Gütersloh 6 1995, S.105.
3 vgl. ebd., S. 108.
-2-
sich um eine Metapher, die mit diesen Verben etwas uns gut Bekanntes, nämlich das Aufwachen aus dem Schlaf beschreibt und es analog auf das Geschehen an Jesu und den Gestorbenen nach dem Tod überträgt. Wäre eine bloße Wiederbelebung gemeint, müsste man dies nicht mit Hilfe eines Bildwortes ausdrücken, sondern könnte es wörtlich ansprechen. Da es sich aber um einen Vorgang handelt, den man empirisch nicht fassen kann und es für die Verwandlung in eine uns unbekannte Dimension keine passenden Worte gibt, muss sie mit Metaphern belegt werden 4 . Aus diesem Grunde muss man von einer Auslegung des Textes, die ein schlichtes Wiedererwachen in das menschliche Leben setzt, absehen.
1.2 Die Frage nach dem leeren Grab
Diese Frage stellt sich immer wieder, ob das leere Grab quasi als Beweis der vollzogenen Auferstehung Jesu gelten könne oder auch nicht. Allerdings gibt es für ein geöffnetes, leeres Grabmahl zum einen durchaus mehrere
Erklärungsmöglichkeiten wie Diebstahl, Verwechselung der Leiche bis hin zum Scheintod, zum anderen ist mit Auferstehung ja nicht das Wiederaufleben einer Leiche gemeint, wie oben ausgeführt, sondern das bleibende Gerettetsein bei Gott. Zusätzlich differieren die Evangelien in ihren Berichten darüber, Paulus und die übrigen kanonischen Texte im NT schweigen ganz davon. Dies zeigt, dass ein leeres Grab nicht die Auferstehung Christi beweisen kann, so fügt auch das Markusevangelium dem Fund als zentrale Stelle hinzu „Er ist auferweckt worden“ (Mk 16,6), um dies näher zu erläutern 5 . Daher kann man davon ausgehen, dass die verlassene Stätte als gewichtiges Argument den Glauben der Jünger nicht initiierte, so dachte Petrus bei deren Anblick nicht sofort daran (Joh 20,1-10) und von Zeugen des Geschehens wird ebenfalls nicht berichtet 6 . Das Bild vom leeren Grab diente wohl eher zum Ausschmücken der Auferstehungsbotschaft, als eine Art Legende mit Parallelen zum AT, die veranschaulichen sollte, dass Jesus nicht einfach nur verstorben ist 7 , sondern vom Tod befreit worden ist erhöht zu Gottes Rechten.
4 PANNENBERG, WOLFHART, Das Glaubensbekenntnis, S. 106.
5 KÜNG, HANS, Credo. Das Apostolische Glaubenbekenntnis- Zeitgenossen erklärt, München 4 1992, S.
140.
6 vgl. ebd., S. 140.
7 vgl. ebd., S. 141f.
-3-
Das Grab musste auch zur damaligen Zeit nicht als leer gedacht werden, damit es zur Errettung aus dem Tode kommen konnte, denn es gab im Judentum durchaus auch die Möglichkeit, dass der Leichnam trotz Auferweckung in der Erde verbleiben konnte (Ps 49,8-16), wichtig war der Erhalt der Identität des einzelnen Menschen mit seinem Verhältnis zur Umwelt. Dies meint leibliche Auferstehung der Bibel nach und nicht unbedingt ist der physische Körper von Wichtigkeit 8 . Auch heute braucht man nicht aufgrund der Kunde vom leeren Grab zu glauben, denn wenn man es als Interpretandum ansieht, als etwas, das es zu deuten gilt, entstehen einige Probleme vor der Vernunft. Da Körper nach dem Tod verwesen, was man als von der Natur vorgegeben betrachtet, muss, wenn Jesus wirklich neben seiner göttlichen Natur ganz und gar Mensch sein soll, auch sein Leichnam verwest sein. Ansonsten hätte Gott, der die Welt aus Liebe erschuf und ihr deshalb die Freiheit schenkte, dies nicht respektiert und interveniert gegen seine Naturgesetze, wobei sich dann wiederum die Frage stellt, warum er es nicht öfters tut z.B. bei grausamen Dingen, die in der Welt passieren 9 . Von daher ist es sinnvoll das leere Grab als ein Interpretament, quasi als Hilfe etwas zu verstehen, anzusehen.
1.3 Die Deutung der Ostererscheinungen und das historische Faktum
Die Erscheinungen Jesu vor den Jüngern gelten als Auslöser des Osterglaubens, nachdem die Jünger durch das Geschehen vom Karfreitag, an dem ihr Herr gekreuzigt worden war und somit den Fluchtod laut Dtn 21 starb, hoffnungslos entmutigt, aus Jerusalem nach Galiläa flohen. Denn etwas muss das auslösende Faktum gewesen sein, das sie dazu brachte die Botschaft vom Auferstandenen zu verkünden. Diese beiden Geschehnisse, die Kreuzigung und die Tatsache, dass die Jünger einige Zeit nach dem Tod Jesu verkünden, er sei ihnen erschienen z.B. den Emmaus- Jüngern, dem Thomas, Paulus usw. und sich daraufhin als Gemeinde von Gläubigen versammeln, sind historische Sachverhalte 10 , also ist der Osterglaube ein historisches Fakt, in dem man glaubt, dass Jesus auferweckt wurde, man aber das zu Glaubende nicht hieb und stichfest verifizieren kann. Die Auferstehung selbst
8 KESSLER, HANS, Den verborgenen Gott suchen, Paderborn 2006, S. 225f.
9 vgl. ebd., S. 226.
10 SCHNEIDER, THEODOR, Was wir glauben. Eine Auslegung des Apostolischen
Glaubensbekenntnisses, Düsseldorf 5 1998, S. 291.
-4-
Arbeit zitieren:
Christine Schmidt, 2008, "Am dritten Tage auferstanden von den Toten", München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Der Versuch einer Erklärung
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Hausarbeit, 19 Seiten
Interaktionsspiele in der Erlebnispädagogik
Ein kurzer Überblick
Pädagogik - Erwachsenenbildung
Referat (Ausarbeitung), 11 Seiten
Der Stricker - Der Pfaffe Amis: Eine Analyse der ersten Episode: Amis ...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Ein kleiner Einblick in die Erlebnispädagogik und die Welt der Interak...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 9 Seiten
Ein Vergleich von populärer Kultur und Religion am Beispiel des Fußbal...
Hausarbeit, 18 Seiten
Kann man durch Lesestrategien das Textverstehen fördern? Eine kritisch...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Seminararbeit, 30 Seiten
Der Glaube an die Auferstehung Jesu stößt immer wieder auf Unverständn...
Theologie - Biblische Theologie
Hausarbeit, 16 Seiten
Ergebnisse und Diskussion der PISA- Studie zur Situation von Migranten...
Zu Migrations- und Akkulturati...
Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik
Hausarbeit (Hauptseminar), 31 Seiten
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 32 Seiten
Leben nach dem Tod - Über die Ansichten von Religion und Wissenschaft,...
Theologie - Didaktik, Religionspädagogik
Seminararbeit, 28 Seiten
Fußball als Religion? Göttliches Spiel auf heiligem Rasen?
Seminararbeit, 13 Seiten
Christine Schmidt's Text "Am dritten Tage auferstanden von den Toten" ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Christine Schmidt hat den Text "Am dritten Tage auferstanden von den Toten" veröffentlicht
Christine Schmidt hat einen neuen Text hochgeladen
Götterdämmerung. Dritter Tag. Der Ring des Nibelungen
Textbuch mit Varianten der Par...
Richard Wagner, Egon Voss
Das Dumme am Leben ist, dass man eines Tages tot ist
Eine Art Anleitung zum Glückli...
David Shields, Christoph Gutknecht
Jahrbuch Recht und Ökonomik des Dritten Sektors 2007/2008 (RÖDS)
Brauchen wir eine Wirtschaftsk...
Hans-Jörg Schmidt-Trenz, Rolf Stober
Bertolt Brecht's Furcht Und Elend Des Dritten Reiches: A German Exile ...
Ann White, John J. White
Tage Frid Teaches Woodworking: A Step-By-Step Guide to Essential Woodw...
Tage Frid, Peter Chapman
0 Kommentare