1 Einleitung
Er füllt unzählige Datenblätter und Analysen, wird in den Nachrichten erwähnt und in der Politik diskutiert, ganze Sendereihen im Fernsehen drehen sich um seine Folgen und Chancen. Gemeint ist der demographische Wandel, der in Industrienationen durch das Ausbleiben von Geburten und die Erhöhung der Lebenserwartung charakterisiert wird. Doch muss, was auf Landesebene signifikant ist, auch in einzelnen Regionen Gewicht haben? Wie sich die allgemeinen Trends in kleinräumiger Perspektive zeigen und ob sie sich überhaupt zeigen, soll hier am Beispiel der Stadt Quakenbrück erarbeitet werden. Dabei sollen nicht nur Bevölkerungs- und Schülerzahlen analysiert werden, sondern auch nach Hintergründen gesucht werden, die den regionalen Trend beeinflussen.
2 Quakenbrück, ein Stadtrundgang
Quakenbrück, heute im Norden des Landkreises Osnabrück gelegen, wurde im Jahr 1234 gegründet. Auf einer Fläche von 17,95 km 2 verteilen sich rund 13.000 Einwohner auf die 4 Stadtteile Altstadt, Neustadt, Hengelage und Hakenkamp. Die zentral gelegene Altstadt bildet den Stadtkern. Hier finden sich nicht nur zahlreiche historische Fachwerkhäuser sondern neben Ärzten, Anwälten und vielen Einkaufsmöglichkeiten auch die Stadtverwaltung und der Sitz der Gemeindeverwaltung der Samtgemeinde Artland, zu welcher drei weitere Orte der Umgebung gehören. Im Norden schließt sich die Hengelage an. Dieser sozial starke Stadtteil zeichnet sich vor allem durch seine vielen verkehrsberuhigten Straßen mit Tempo-30-Zonen und die vorwiegende Einfamilienhausbebauung aus. Im Norden mit einem Neubaugebiet abschließend grenzt dieser Stadtteil an den Landkreis Cloppenburg. Ein ähnliches Bild setz sich im Osten von Altstadt und Hengelage fort, wo sich der Hakenkamp erstreckt. Bebauung und Verkehrsführung sind der Hengelage sehr ähnlich, auch hier ist im Osten ein Neubaugebiet zu finden. Verlässt man die durchgehende Bebauung Richtung Osten, erreicht man die durch Bewaldung und den Feriensee abgetrennte, zum Hakenkamp gehörende Feriensiedlung. Bungalows und kleine Einfamilienhäuser bestimmen hier das Bild in den verkehrsberuhigten Straßen. Im Westen der Altstadt liegt, durch die Bahnlinie Osnabrück-Oldenburg von den übrigen Stadtteilen abgetrennt, die Neustadt. Erreicht man diesen Stadtteil über die nördliche Hochstraße, den zentralen Fußgänger- und
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Radfahrertunnel oder die Südumgehung, so bietet sich ein durchmischtes Bild. Im Süden trifft man neben dem christlichen Krankenhaus auf ein Depot der Bundeswehr und daran anschließend zu einer Seite auf in Wohnraum umgenutzte Kasernengebäude, auf der anderen Seite jedoch auch auf Wohngebiete wie sie in den nördlichen Stadtteilen vorzufinden sind. Weitere ehemalige Kasernengebäude und ein Großteils stillgelegtes Fabrikgelände dominieren den Kern der Neustadt, hier finden sich in billigem Wohnraum auch teils sozial sehr schwache Gemeinschaften.
3 Bevölkerungsstruktur
3.1 Kurvendiskussion
3.1.1 Einwohnerzahlen allgemein
(Abb. 1: Gesamtbevölkerung Quakenbrück. Eigene Darstellung, Quelle: NLS 2007)
1968 hatte Quakenbrück eine Gesamtbevölkerung von 9542 Einwohnern mit steigendem Trend, sodass 1974 über 10.250 Einwohner registriert wurden. Ab hier setzte jedoch ein Abwärtstrend ein, der bis zum Jahr 1986 und einer Einwohnerzahl von 9584 anhielt. In den kommenden 10 Jahren wurde ein rapider Anstieg der Bevölkerungszahl auf 12300 Einwohner registriert. Nach dieser sprunghaften Zunahme näherte sich der Wert fast stetig einem Maximum von 12843 im Jahr 2002 an und schwankt leicht um diesen bis zu einem Stand von 12659 Einwohnern im Jahr 2006 (NLS 2007).
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3.1.2 Einwohnerzahlen nach Altersgruppen
(Abb. 2: Altersgruppen. Eigene Darstellung, Quelle: NLS 2007)
Die Kohorte der 0-15-jährigen hat einen der Gesamtbevölkerung ähnlichen Verlauf. Von 1970 mit knapp 2.300 Einwohnern dieser Altersgruppe ausgehend, ist bis zum Jahr 1987 ein steter Abwärtstrend bis zu einem Stand von 1.428 registriert worden. Ab hier ist jedoch ein rasantes Ansteigen auf 2.296 0-15-jährige im Jahr 1996 verzeichnet worden. Nach diesem Höchststand sinkt die Kohortenstärke auf 2.144 im Jahr 2005 (NLS 2007). Der Graph der Kohorte der 16-60-jährigen zeigt eine fast stetige Entwicklung Richtung Bevölkerungszunahme. Nachdem 1970 ein Stand von 5.268 Kohortenangehörigen errechnet wurde, stieg der Anteil auf nunmehr 7.842 im Jahr 2005. Besonders in den Jahren 1986 bis 1995 wurde eine Zunahme von insgesamt 1.688 Einwohnern der Altersgruppe festgestellt, was mit der Entwicklung der Gesamtbevölkerung konform ist (NLS 2007).
Im Bereich der 61 bis 65-jährigen hat sich hingegen über den Gesamtzeitraum vergleichsweise wenig ereignet. 1970 wurde die Kohorte durch 643 Einwohner repräsentiert und sackte innerhalb von 10 Jahren mit 426 Bewohnern auf den absoluten Tiefstand der Periode ab. Bis zum Jahr 2002 sorgte ein Wachstum mit geringen Auf- und Abschwüngen für den bisherigen Höchststand von 805 Kohortenmitgliedern. Diese Zahl verringerte sich auf 637, womit sich der Wert von 2005 dem Ausgangsniveau anglich (NLS 2007).
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Fast schwankungsresistent zeigt sich die Gruppe der über 65-jährigen. Von 1.492 Einwohnern in dieser Gruppe im Jahr 1970 steigt die Zahl innerhalb von 10 Jahren stetig auf 1.829, bevor sie bis 1986 wieder leicht auf 1.732 nachlässt. Nach diesem Rückgang ist ein stetiger Anstieg auf eine Kohortenstärke von 2206 im Jahr 2005 verzeichnet worden (NLS 2007).
3.1.3 Natürliche Bevölkerungsbewegung, Wanderungssaldi
(Abb. 3: Natürliche Bevölkerungsbewegung. Eigene Darstellung, Quelle: NLS 2007)
In der Gesamtschau zeigt sich für die jährliche Gesamtzahl der Lebensgeburten ein unstetes Bild. Nachdem von 1968 ausgehend mit 167 Lebendgeburten ein abnehmender Trend zu konstatieren ist, schwankt der Wert von 1975-85 um 100 ±10 Geburten. Nach einem weiteren Anstieg in den kommenden vier Jahren schwankt der Wert erneut bis zum Jahr 2003 um einen Wert von 140 ±20 Geburten, bis er bis zum Jahr 2006 einem Abwärtstrend folgend auf den Wert 116 kommt. Die Jahre 1999 und 2000 stechen mit 160, respektive 167 Lebendgeburten gegenüber den Nachbarwerten heraus. Noch diskreter fiele der Graph der Todesfälle in Quakenbrück aus. Ohne einen Trend erkennen zu lassen schwankt die jährliche Mortalität zwischen einem Maximum von 150 im Jahr 2004 und einem Minimum von 106 im Jahr 1992 (NLS 2007). In Kombination ergeben die Werte ein durchmischtes Bild der natürlichen Bevölkerungsbewegung. 1968 sorgt die hohe Geburtenanzahl für einen Geburtenüberschuss von 24, der allerdings für die vorliegende Datenreihe bereits den
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Arbeit zitieren:
Julian Behnen, 2007, Trends in kleinräumiger Perspektive, München, GRIN Verlag GmbH
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