Danksagung
An dieser Stelle möchte ich allen, die mir bei der Erstellung dieser Arbeit zur Seite standen, ganz herzlich Danke sagen. Mein besonderer Dank gilt Herrn Dr. Reiner Schmidt und Herrn Prof. Dr. Uwe Koreik für die fachliche Betreuung und vielfältige Unterstützung.
Mein besonderer Dank geht auch an meine Familie und meine Freunde für die kritische und liebevolle Unterstützung.
Seite iii
Inhaltsverzeichnis
Danksagung ii
Inhaltsverzeichnis__________________________________________________ iii
Einleitung 1
Ziele ,Verfahren 2
1. Geschichte der Spätaussiedler aus Osteuropa 4
1.1. Historische Hintergründe der Aussiedlung 4
1.2. Schwierigkeiten der Spätaussiedler 6
2. Fremd-Zweitsprachenerwerbforschung 7
2.1. Die Kontrastivhypothese 8
3. Interferenz beim DaF- Lernen 10
3.1. Interlinguale Interferenz 11
3.2. Intralinguale Interferenz 12
4. Beispiele von Interferenzfehlern russischer Deutschlerner aus dem Russischen
13
4.1. Darstellung von interferenzfälligen Bereichen 13
4.2. Übersicht der häufigsten Fehler 15
4.2.1. Lexik 16
4.2.2. Orthographie 18
4.2.3. Grammatik 19
4.2.3.1.Substantive 19
4.2.3.2. Adjektive 21
4.2.3.3. Numerale 22
4.2.3.4. Verb 22
4.2.3.5. Präpositionen 25
4.2.3.6. Negation 26
5. Vorschläge zur Fehlertherapie 27
5.1. Vorschläge für einen effektiven Unterricht für Spätaussiedler 29
Zusammenfassung 30
Literaturverzeichnis 32
Abkürzungsverzeichnis
KPdSU- die Kommunistische Partei der Sowjetunion BAMF- das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ASSRWD- die Autonome Sozialistische Sowjetrepublik der Wolgadeutschen KT- Kursteilnehmer Akk.- Akkusativ Dat.- Dativ DaF- Deutsch als Fremdsprache
Einleitung
Das Problem des Einflusses der Muttersprache auf den Erwerb der Fremdsprache ist eine der zentralen Fragen in DaF, Linguistik, Psycholinguistik und Soziolinguistik. Beim Erlernen einer Fremdsprache stellt sich die Frage, inwiefern die Muttersprache den Einfluss auf den Lernprozess in der Fremdsprache hat. Da es viele verschiedene Sprachfamilien existieren, ist es zu vermuten, dass manche Sprachen das Erlernen von anderen Sprachen vereinfachen oder erschweren. Aufgrund lexikalischer, grammatikalischer und phonlogischer Verwandtschaft von bestimmten Sprachen könnte man sagen, dass innerhalb einer Sprachfamilie der Aneignungsprozess leichter verläuft, als die Aneignung der Sprache aus einer anderen Sprachfamilie. Ein Sprachlerner versucht intuitiv und unbewusst die Strukturen und Verfahren aus der Muttersprache auf die Fremdsprache anzuwenden, weil er glaubt, dass diese gleich funktionieren und gleich strukturiert sind. Diese Ähnlichkeiten von Sprachen können sich jedoch nicht nur positiv auf den Fremdsprachenerwerb auswirken und das Aneignen dieser Sprache erleichtern, sondern können auch negative Auswirkungen haben. Neben weiteren Faktoren übt die Muttersprache eines Lerners einen entscheidenden Einfluss auf den Erwerb von Fremdsprachen aus. Auf verschiedenen Ebenen werden die Elemente transferiert, die sich in der Zielsprache vor- oder nachteilig auswirken können, was ich in dieser Arbeit darstellen möchte.
Nach einem kurzen Überblick der Ziele und Verfahren, die ich in meiner Bachelorarbeit anwende gehe ich kurz auf die Geschichte der Spätaussiedler an. Das Kapitel (1)stellt die historische Hintergründe der Aussiedlung und die Schwierigkeiten, die damit eng verbunden sind.
Im nächsten Kapitel werden die wichtigsten Hypothesen in der Fremd-Zweitsprachenerwerbforschung dargestellt. Die Menschen lernen nicht immer nur eine Sprache, sondern oft zwei, drei oder mehr. Wie verlaufen die Erwerbsprozesse der Fremdsprache? Verlaufen sie ähnlich zum Erstsprachenerwerb oder entstehen ganz andere Gesetzmäßigkeiten? Das versuche ich in dem Kapitel zu erläutern. Kapitel 3, das sich der Interferenz beim DaF Lernen widmet, stellt den Themenschwerpunkt dieser Arbeit dar. In der Sprachwissenschaft gilt Interferenz als Hauptproblem der sprachlichen Kontakte. Quelle, Ursprung, Gründe und Erscheinungsformen der Inteferenz beim Aneignen des fremdsprachlichen Wortschatzes, seiner Semantik und seiner Anwendungsbereiche sind mannigfaltig und zahlreich. Um die Interferenz und ihre
Rolle beim Erlernen einer Fremdsprache darzustellen wird in einem weiteren Kapitel 4 eine Analyse von den häufigsten Fehlern durchgeführt.
Anschließend (Kapitel 5) werden die Vorschläge zu Fehlertherapie und für einen effektiven Deutschunterricht vorgestellt. Einige abschließende Bemerkungen
(Zusammenfassug) runden die Bachelorarbeit ab.
Ziele,Verfahren
Sprache ist ein Schlüssel für erfolgreiche Integration. Ein wichtiges Ziel der vorliegenden Arbeit ist ein Versuch den Einfluss des Russischen auf den Erwerb des Deutschen zu analysieren. Welche Rolle spielt die deutsche Sprache bei der Integration in die Gesellschaft? In wieweit kann die Muttersprache den Erwerb einer Fremdsprache beeinflussen? Welche Bereiche der Sprache werden am meisten von der muttersprachlichen Interferenz getroffen? Welche Rolle spielt überhaupt die Muttersprache bei den Einwanderern, Aussiedlern aus Osteuropa? Ich versuche in meiner Arbeit klar zu stellen wie äußert sich die Interferenz zwischen den beiden Sprachen Russisch und Deutsch. Die Bezugnahme auf die Muttersprache der Lerner und die Berücksichtigung der im Verlauf des Fremdsprachenunterrichts bestehenden Wechselwirkung zwischen Fremd -und Muttersprache gehören zu den wichtigsten Momenten des Unterrichtsprozesses. Die Frage nach der Rolle und Stellung der Muttersprache im Fremdsprachenerwerb gehört zweifellos zu den wichtigsten Problemen in der Fremdsprachendidaktik. Obwohl seit dem Ende des 19. Jahrhunderts neue Methoden entstehen, die die Rolle der Muttersprache ignorieren und diese aus dem Unterricht ausschließen, herrscht auch heute noch die Meinung vor, dass der Bezug auf die Muttersprache der Lerner (in unserem Fall sind das die KT mit der Muttersprache Russisch, die Deutsch lernen) die Voraussetzung eines effektiven Deutschunterricht ist. Die Frage, ob sich die Muttersprache der Lerner im Prozess des Deutschunterrichts ignorieren lässt, kann man mit einem von L. Stscherba, einem der bekanntesten russischen Fremdsprachenmethodiker, geäußerten Gedanken beantworten: die Muttersprache kann zwar aus dem Unterrichtsprozess, nicht aber aus den Köpfen der Lerner vertrieben werden(vgl. Stscherba 1958:25).
Es ist bekannt, dass die Muttersprache immer im Bewusstsein der Lerner vorhanden ist und wirkt auf den Prozess der Aneignung einer fremden Sprache ein. Je älter der Lerner ist, desto gewichtiger wird die Rolle der Muttersprache. Da sich in meiner Arbeit um die Kursteilnehmer im Alter von 30-50 handelt, hat die Muttersprache bei denen besonders großen Einfluss auf den Prozess der Aneignung. Die Muttersprache (Russisch) und die
Integrationssprache (Deutsch) treten im Unterrichtsprozess in komplizierte Wechselbeziehungen zueinander.
Es ist unbestreitbar, dass die Kursteilnehmer muttersprachliche Kenntnisse und Fertigkeiten in die Fremdsprache übertragen, wobei diese Übertragungen je nach dem Verhältnis zwischen den entsprechenden muttersprachlichen und fremdsprachlichen Erscheinungen entweder einen förderlichen oder einen störenden Einfluss auf den Lernprozess ausüben können.
In meiner Arbeit versuche ich den Einfluss der Muttersprache zu beschreiben und die anfälligsten Bereiche in der Sprache darzustellen. Meine Erfahrung im Unterricht für die Spätaussiedler und Ausländern im Integrationskurs hat mich auf den Gedanken gebracht das Problem des Deutschsprachenerwerbs näher zu betrachten. Das ist ein Versuch die Problembereiche bei Lernenden in der Deutschsprache mit einer Fehleranalyse zu beschreiben damit die, im Unterricht entstehende Fehler weiterhin leichter und schneller gelöst werden könnten. Diese Wechselwirkung zwischen den Sprachen könnte mit Hilfe der inhaltlichen und methodischen Gestaltung im Deutschunterricht von den Lehrern gut gebraucht werden. Die zu erweiterten Erkenntnisse werden möglich machen, den Fremdsprachenunterricht gezielter zu gestalten, und Lernschwierigkeiten, wenn nicht ganz zu verhindern, so doch im Voraus zu vermeiden. Aus meiner Lernerfahrung hatte ich am Anfang die große Wirkung von der Muttersprache gefühlt, was mir immer Probleme bereitete.
In den letzten fünf Jahrzehnten sind fast drei Millionen Aussiedler aus Osteuropa in die Bundesrepublik Deutschland übergesiedelt. Der größte Teil der in die Bundesrepublik gekommenen Russlanddeutschen verfügt nur über unzureichende Kenntnisse des Deutschen. Alle, die beruflich mit der Integration von Immigranten befasst sind wissen, dass die Beherrschung der Sprache des Aufnahmelandes ein entscheidender Faktor der Integration ist. Die Zuwanderung hat bei den Zuwanderern und in der Aufnahmegesellschaft ganz offensichtlich Probleme aufgeworfen. Das wichtigste Problem hat sich aber in der Sprache geäußert. Sprache hat im Prozess der Integration eine überragende Bedeutung und ohne Kenntnisse der Integrationssprache ist keine Integration in die Aufnahmegesellschaft möglich. Und im nächsten Kapitel möchte erläutern, warum die meisten Spätaussiedler haben mit der Sprache große Probleme.
1. Geschichte der Spätaussiedler aus Osteuropa
Um das Thema die Sprache und der Einfluss der Muttersprache auf den Erwerb der Fremdsprache näher betrachten zu können ist es wichtig die Geschichte der Spätaussiedler zu wissen. Ich möchte an dieser Stelle über die Geschichte und die historische Hintergründe der Einwanderer erzählen.
1.1. Historische Hintergründe der Aussiedlung
Seit den achtzigen Jahren sind viele Immigranten aus Ost- und Südosteuropa nach Deutschland gekommen. Diese Immigranten sind meistens keine Ausländer, sondern Aussiedler: Deutsche, die nach den Gesetzen der Bundesrepublik ein Recht darauf haben, in Deutschland zu leben. Die Aussiedler sind die Nachkommen von Deutschen, die vor mehr als 200 Jahren nach Osteuropa ausgewandert sind (http://www.neusserfttal.de/Integration/aussiedler.htm).
Dem Einladungsmanifest Katharina II folgend, wanderten zwischen 1764 und 1767 aus hessischen Territorien, aus Nordbayern, aus Nordbaden, aus der Pfalz und aus einigen Teilen der Rheinprovinz etwa 29 000 Personen nach Russland aus. Die deutschen Einwanderer (Kolonisten) wurden teilweise in der Nähe Petersburgs, überwiegend aber in den Wolgasteppen in der Nähe des Städtchens Saratov angesiedelt. Dort gründeten (vorwiegend) Hessen, Pfälzer und Württemberger am rechten und linken Ufer der Wolga 104 Kolonien. Dabei handelte es sich um die größte deutsche Sprachinsel, die von den russischen Dialektforschern als wolgadeutsche Sprachinsel benannt wurde 1924 wurde das Gebiet der Wolgadeutschen zu einer Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen (ASSRWD) ernannt (vgl. Eisfeld 1991:37, Berend 1998:54). Kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges am 22. Juni 1941 wurde die Bevölkerung der Wolgarepublik der Kooperation mit Hitlerdeutschland beschuldigt und im September nach Sibirien und Kasachstan umgesiedelt
(http://74.125.39.104/search?q=cache:ioLLnGcqBAJ:www.jmdschwerin.de/deutsch/migrante n).
In den ersten zwanzig Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die Deutschstämmige kaum Chancen, die Sowjetunion zu verlassen. Die Zahl der Aussiedler erhöhte sich erst, nachdem Michail Gorbatschow 1 Generalsekretär der KPdSU 2 geworden war. Mit der Öffnung der
1 Michail Gorbatschow ist ein Russischer Politiker und war von März 1995 bis August 1991 Generalsekretär des
Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion.
2 KPdSU Kommunistische Partei der Sowjetunion.
Arbeit zitieren:
Liubov Aleynikova, 2008, Einfluss des Russischen auf den Erwerb des Deutschen am Beispiel eines Deutschkurses für Spätaussiedler aus Russland, München, GRIN Verlag GmbH
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