INHALTSVERZEICHNIS
I. Einleitung 3
II. Entstehungskontext 3
III. Formale Aspekte 4
IV. Historische und Religiöse Tendenzen 5
V. Gesellschaftliche Assoziationen 7
VI. Bibliografie 8
2
I. Einleitung
In der folgenden Arbeit möchte ich die geschichtlichen und kulturwissenschaftlichen Komponenten, im Besonderen dabei die religiösen Elemente, des Filmes „Der blutige Pfad Gottes“ untersuchen und herausarbeiten.
Dazu werde ich zu Beginn kurz auf den unkonventionellen Entstehungshintergrund der Produktion eingehen, mich danach auf die formalen Aspekte des oft so genannten „Kultfilms“ beziehen. Letztendlich versuche ich die historischen und vor allem religiösen Tendenzen des Filmes herauszufiltern und mit dem gesellschaftlichen Umfeld der Zeit, sowie im speziellen den religiösen Konnotationen für die Fangemeinden in Verbindung zu bringen.
II. ENTSTEHUNGSKONTEXT
Troy Duffy, der Regisseur und Autor des Films stammt aus South Boston. Nach eigener Aussage hat er in dem Film seine Eindrücke von der Kriminalität und der enormen Brutalität in seiner Heimat verarbeitet. Er ist für die Story sowie die Umsetzung des Filmes hauptverantwortlich und lehnt sich formal an einige berühmte Vorbilder an, wie etwa Sam Peckinpahs typische Zeitlupen-Effekte, Francis Ford Coppolas Darstellung der Kombination der Mafia und Religion in „Der Pate“ und Quentin Tarantinos Ezechiel Gebet sowie die Dialogform in „Pulp Fiction“. Bei den Gewaltszenen die er gerne mit feierlich-klerikaler Chormusik unterlegt, kann man auf Einflüsse von John Woo schließen. Ob man den Film allerdings tatsächlich als Autorenfilm einstufen kann, ist eine äußerst heikle Angelegenheit und enorm von der allgemein sehr stark fluktuierenden Definition des Autorenfilms abhängig. Jedoch sind die starke Involvierung von Troy Duffy in der gesamten Produktion, sein kurzes Erscheinen im Film als Statist sowie die formale Machart, die allgemeingültigen Elemente des so genannten Autorenfilms.
Troy Duffy wurde sozusagen von einem der erfolgreichsten Produzenten Hollywoods, Harvey Weinstein, entdeckt und gefördert. So kam es auch dazu, dass sich Miramax des heiß umworbenen Drehbuchs annehmen wollte. Troy Duffy übernahm das Casting selbst, lehnte jedoch Bill Murray sowie Silvester Stallone für die Rolle des Kommissars ab, woraufhin Miramax absprang. Eine kleine Independent
3
Produktionsfirma übernahm das Projekt, und realisierte es gemäß den Wünschen Duffys, 1999 in Boston und Toronto. 1
Dieser kontroverse Film gilt unter Cineasten als Geheimtipp, und genau so ist er auch erst an die Öffentlichkeit geraten. Im deutschsprachigen Raum ist der Film nie in den Kinos angelaufen, er erschien dann im Jahre 2000 als VHS-Verleihversion und erst 2 Jahre danach als Kauf-DVD. Dennoch erhielt der Film, vor allem durch das Medium Internet, einen enormen Kultstatus. Wie ein Lauffeuer verbreiteten sich Schwarzkopien im Internet, in Foren war der Film ein heiß umwobenes Thema und nicht zuletzt auch durch Mundpropaganda entstanden unzählige Fangemeinschaften und letztendlich ein enormer Hype um den Film.
III. FORMALE ASPEKTE
Die simple Story ist gestrickt wie ein B-Actionfilm mit Tendenzen zum Kriminalfilm. Im Plot sind jedoch nicht die Morde Hauptgegenstand, sondern der gedankliche Hintergrund, der sich auf die philosophische Frage nach Gerechtigkeit und den moralischen Umgang damit stützt. Der Subplot ist für den Film also richtungweisend, damit spielt wie, und in welcher Reihenfolge die Morde passieren, für den Film formal keine Rolle.
Die Erzählstruktur ist zersplittert und nicht kontinuierlich. Durch Rückblenden wird, in der Manier von „Reservoir Dogs“, bereits Geschehenes bildlich dargestellt, wobei es sich meist um die Aufklärung der Mordfälle handelt. Im Plot übernimmt diese Rolle Willem Dafoe als homosexueller FBI-Ermittler Paul Smecker, der in obsessiv-genialer Weise die Mordfälle aufklärt und bei seinen literarisch angehauchten Nachstellungen des Tathergangs gerne mit euphorischer, klassischer Musik untermalt wird. Troy Duffy spielt in seiner repräsentativen Bilderwelt sehr stark mit Gewalt. In comichafter Manier verwendet er eindeutige Codes, wie reichlich spritzendes Kunstblut und apostrophierten Hinrichtungsszenen, die auf die Symbollastigkeit des Stoffes explizit hinweisen. Besonders fallen hier Szenen auf wie etwa die, in der eine Katze durch das zufällige Abfeuern eines Revolvers getötet und deren Überreste an der Wand verschmiert werden, oder der Tathergang zu Beginn des Films, das jemand mit einer Kloschüssel, die aus einem oberen Stockwerk geworfen wird, zur Strecke gebracht wird. An anderen Stellen zeigt der Film jedoch die Brutalität sehr
1 siehe http://en.wikipedia.org/wiki/The_Boondock_Saints, 2006
4
Arbeit zitieren:
Mag. phil. Elsa Kremser, 2006, Religionskritische Analyse des Films „Der blutige Pfad Gottes“, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Philosophische Voraussetzungen von Deleuzes Arbeit über das Kino
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Magisterarbeit, 63 Seiten
Über Fritz Langs "M - eine Stadt sucht einen Mörder" von 193...
Hausarbeit, 38 Seiten
'Alle Tage wieder ...': Faszination Fernsehserie
Erklärungsansätze für das Phän...
Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Seminararbeit, 45 Seiten
Unterrichtseinheit: König der Löwen - Der Film im Unterricht
Darstellung ausgewählter Unter...
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Die "Mulholland Drive" Entschlüsselung
Wie man David Lynchs Straße de...
Wissenschaftlicher Aufsatz, 37 Seiten
Die Rolle der Frau im Horror-G...
Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Psycho-Analyse. Betrachtungen zur Entwicklung der kinematographischen ...
Seminararbeit, 30 Seiten
Der Film „Das Waisenhaus“ unter den Aspekten der mise-en-scene
Hausarbeit, 14 Seiten
Dekonstruktion - am Beispiel von Mulholland Drive
Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Hausarbeit, 19 Seiten
"Das Versprechen" von Friedrich Dürrenmatt
Didaktisch-methodische Überleg...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Examensarbeit, 48 Seiten
Quo vadis Filmkompetenz? Eine explorative Studie über Strukturen, Hind...
Magisterarbeit, 142 Seiten
Verlorene Helden - Das Modell der Heldenreise im postmodernen serielle...
Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Bachelorarbeit, 78 Seiten
Tatort vs. Monk - Ein Erfolgsrezept für die Krimiserie?
Erzählstruktur und Franchise i...
Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Hausarbeit, 21 Seiten
Peeping Tom interpretiert mit der Filmtheorie von Laura Mulvey
Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Referat (Ausarbeitung), 10 Seiten
Wie in Alfred Hitchcocks - Psycho - durch filmische Mittel Angst, Schr...
Seminararbeit, 19 Seiten
Elsa Kremser hat den Text Religionskritische Analyse des Films „Der blutige Pfad Gottes“ veröffentlicht
Elsa Kremser hat einen neuen Text hochgeladen
European Film and Media Culture: Northern Lights - Film and Media Stud...
Lennard Hojbjerg, Henrik Sondergaard
Film - Kino - Zuschauer: Filmrezeption Film - Cinema - Spectator: Film...
Irmbert Schenk, Margrit Tröhler, Yvonne Zimmermann
0 Kommentare