Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort 3
2 Gattungszugehörigkeit des Werkes 3
2.1 „In 80 Tagen um die Welt“, ein Science-Fiction Roman? 3
2.2 Nicht nur Science-Fiction, sondern auch Reiseliteratur? 4
2.3 Jules Verne und das Reisen. 5
3 Das Motiv des Reisens. 6
3.1 Das Motiv des Reisens allgemein 6
3.2 Das Reisemotiv des Protagonisten Phileas Fogg 6
3.3 Die Stationen der Reise um die Erde 7
3.4 Die Besonderheiten dieser Reise. 11
3.5 Welche Erfahrungen machen die Reisenden in der Geschichte und was können die
Sch üler daraus lernen? 12
4 Die Behandlung des Werks in der Schule 13
4.1 Der Rahmenplan Grundschule, Teilrahmenplan Deutsch. 14
4.2 Didaktik und Methodik. Zur Umsetzung und Durchführung in einer
Grundschulklasse. 15
4.3 Die Verbindung zu anderen Fächern. 18
5 Fazit 19
6 Literatur. 20
2
1 Vorwort
Das Werk „In 80 Tagen um die Welt“ hat mich bereits während meiner Kindheit fasziniert. Daher war mir in der Vorbereitung auf diese Hausarbeit in dem Seminar „Reisende und Entdecker“ schnell klar, dass ich mich mit diesem Werk noch einmal genauer befassen möchte, nicht zuletzt, da das Motiv des Reisens in diesem Buch eine zentrale Rolle einnimmt. Es hat sich dabei als äußerst spannend erwiesen, eines der bekanntesten Werke des französischen Autors Jules Verne, einmal literaturdidaktisch unter ganz bestimmten Aspekten zu betrachten.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Gattungszugehörigkeit des Werkes zu klären, den Aspekt des Reisens einmal genauer zu betrachten und auf die Behandlung des Werkes im Unterricht einzugehen.
2 Gattungszugehörigkeit des Werkes
Der Roman „In 80 Tagen um die Welt“ gehört zu den populärsten Werken des bekannten französischen Autors Jules Verne.
Das Buch, welches den französischen Originaltitel „Le tour du monde en quatre-vingt jours“ trägt, erschien erstmals 1872, zunächst als Fortsetzungsroman in der französischen Zeitung „Le Temps“ unter dem Titel „Voyages extraordinaires“. 1873 wurde die Geschichte dann als vollständiges Buch in Paris veröffentlicht und erschien schon 1874 in deutscher Übersetzung. Sofort nach der Veröffentlichung wurde das Buch fast überall zu einem Sensationserfolg.
2.1 „In 80 Tagen um die Welt“, ein Science-Fiction Roman?
Doch welcher literarischen Gattung lässt sich das Werk eines der „am meisten übersetzten Autoren der Welt“ (Hurrelmann 1995, 175) zuordnen?
Jules Verne wird in allen Quellen als „Gründungsvater“ (Haas 1984, 325) und „Vorläufer des modernen Science-Fiction“ (Lexikon der Kinder- und Jugendliteratur 1984, 708) bezeichnet. Um behaupten zu können, dass seine Werke, im Besonderen „In 80 Tagen um die Welt“, zur Gattung des Science-Fiction gehören, muss zunächst geklärt werden, wie sich der Begriff Science-Fiction überhaupt definiert. Denn für den Laien scheint sich diese Bezeichnung fast ausschließlich mit der Vorstellung von Weltraumabenteuern, fremden Planeten und Robotern zu verbinden, (vgl. Haas 1984, 326) was in diesem Fall ja in keinster Weise zuzutreffen scheint.
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Der Begriff Science-Fiction, im Weiteren mit SF abgekürzt, ist laut Haas eine „Spiel-Art des Phantastischen“ (Haas 1984, 324) und setzt sich aus science (= Wissenschaft) und fiction (= Dichtung) zusammen. SF entsteht, wenn „sich vor allem technischer Elemente bedient [wird] und daraus erzählte Bilder einer zukünftigen Welt oder einer Parallelwelt [aufgebaut werden]“. (Haas 1984, 324)
Auch folgendes Zitat des deutschen SF-Autors Herbert W. Franke geht in diese Richtung wenn er sagt: „Bei Science-Fiction handelt es sich um Schilderungen dramatischer Geschehnisse, die in einer fiktiven, aber prinzipiell möglichen Modellwelt spielen. Basis der behandelten Konfliktsituationen sind naturwissenschaftlich-technisch initiierte Veränderungen.“ (in Haas 1984, 324)
„Ich schrieb dir neulich, mir wären ein paar unwahrscheinliche Dinge in den Kopf gekommen. In Wirklichkeit waren sie gar nicht so unwahrscheinlich. Alles, was sich der Mensch vorstellen kann, werden andere Menschen realisieren können.“ (Jules Verne in Haas 1984, 324)
Dieses Zitat Vernes, aber auch das von Franke in dem er die „prinzipiell mögliche Modellwelt“ anspricht, zeigt genau das was sein Werk ausmacht. Es ist nicht „utopisch“ oder „unlogisch“, was man eventuell gemeinhin mit SF verbinden würde. Verne beschreibt in seinem Roman etwas Zukünftiges, eine Weltumrundung in kürzester Zeit, möglich gemacht durch „neue technische Revolutionen“ (Lexikon der Kinder- und Jugendliteratur 1984, 361) und Weiterentwicklungen, wie beispielsweise das Verlegen einer Bahnlinie quer durch einen ganzen Kontinent, die für uns heute zwar ganz normal sind, aber für die Menschen des 20. Jhd. kaum vorstellbar waren.
Das ist das „Phantastische“ daran. Verne war in seinen Vorstellungen über das technisch Machbare seiner Zeit weit voraus. Sein daraus resultierender „technischer Zukunftsroman“, (Lexikon der Kinder- und Jugendliteratur 1984, 361) also die Verbindung von Wissenschaft, Phantastik und Dichtung, lässt sich somit problemlos der Gattung SF zuordnen.
2.2 Nicht nur Science-Fiction, sondern auch Reiseliteratur?
Reiseliteratur wird definiert als eine „Sammelbezeichnung für jede Art literarischer Äußerung, die sich stofflich mit dem Bereich des Reisens befasst“. (http://de.encarta.msn.com/encyclopedia_721527295/Reiseliteratur.html 25.03.2009) Dabei sind es meist „Texte, die in fiktiver oder dokumentarischer Weise von Reisen oder Reiseerlebnissen berichten und den Zweck haben, den Leser zu informieren, zu belehren oder zu unterhalten.“ (http://www.kettererkunst.de/lexikon/reiseliteratur.shtml 25.03.2009)
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Folgt man diesen beiden Definitionsversuchen ist der Roman „In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne, der vom Lexikon der Kinder- und Jugendliteratur sogar als „Autor exotischutopischer Reiseerzählungen“ (Lexikon der Kinder- und Jugendliteratur 1984, 709) charakterisiert wird, also ebenfalls der Gattung der Reiseliteratur zuzurechnen, da unter Reiseliteratur nicht allein informierende Reiseführer und ähnliches verstanden werden, sondern eben auch „fiktive und phantastische Reise- oder Abenteuerromane.“ (http://www.kettererkunst.de/lexikon/reiseliteratur.shtml 25.03.2009)
2.3 Jules Verne und das Reisen
„In 80 Tagen um die Welt“ und auch die meisten seiner anderen Werke handeln vom Reisen und werden auch der Reiseliteratur zugerechnet. Daher stellt sich die Frage, ob der Autor in seinem Leben selbst viele Reisen unternommen hatte und so zu seinen Werken inspiriert wurde.
Bei der Betrachtung seiner Biographie wird deutlich, dass er immer schon dem Reisen und Entdecken zugewandt war. Schon als Kind entwickelte er ein großes Interesse am Reisen und Entdecken. Als Kind hatte es immer das Verlangen zu See zu fahren. „Welches Verlangen ich hatte, die bebenden Leitplanken zu überspringen, die sie mit dem Hafendamm verband, und den Fuß auf ihr Deck zu setzen!“ (Dehs 1986, 14) Im Alter von 11 Jahren gab er seinem Verlangen nach und schlich sich als Schiffsjunge auf ein Schiff Richtung Indien. Doch da kam er nie an, denn sein Vater
fasste den Ausreißer und verprügelte ihn anschließend so, dass er beschloss „von nun an nur noch im Traum zu reisen.“ (Lexikon der Kinder- und Jugendliteratur 1984, 709) Dabei blieb es allerdings nicht, denn als Erwachsener unternahm Verne, auch mit Hilfe seines eigenen Schiffes, der „Saint-Michel I- III“, („...welch ein Schiff und was für Reisen in Aussicht! Mittelmeer, Ost- und Nordsee, Konstantinopel wie Sankt-Petersburg, Norwegen, Island, usw.“, Dehs 1986, 86) etliche Reisen durch Europa und eine nach Amerika. So kann man sagen, dass Verne durch seine eigenen Reisen sicher zum Schreiben seiner Werke inspiriert wurde, doch muss auch angefügt werden, dass er die Länder, welche der Protagonist Fogg bei seiner Weltumrundung bereist, zum größten Teil nie selbst bereist hat und sein Wissen darüber lediglich aus Nachschlagewerken bezieht. Doch trotzdem gelingt es ihm, „unter dem Deckmantel wissenschaftlicher Wahrscheinlichkeit und aufwendig recherchierter Genauigkeit dem Leser eine spektakuläre Wunderwelt vor Augen zu führen.“ (Hurrelmann 1995, 186)
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3 Das Motiv des Reisens
3.1 Das Motiv des Reisens allgemein
„Die Literatur erzählt immer wieder vom Reisen: Von Aufbrüchen in unbekannte Gegenden und Abenteuer, von den Herausforderungen eines Lebens in der Fremde, von neuen Erfahrungen, von der Einsamkeit und der Sehnsucht nach der Heimat, von erzwungenen Reisen, von fiktiven und von erträumten, von Lebensreisen und kurzen Ausflügen nach Nebenan. Die Reise ist ein Hauptthema in der Literatur. Und das Reisemotiv ist in der Kinder- und Jugendliteratur, [...], ein zentrales.“ (Institut für Jugendliteratur 2006, 3) Dabei kann das Reisemotiv in unterschiedlichen Formen auftreten und unterschiedliche Funktionen erfüllen. Allen gemeinsam ist das „Verlassen der gewohnten geographischen Umgebung“ und das „Eintreten in eine fremde Welt“. (Haas 1984, 275)
Haas geht von zwei verschiedenen Typen von Erzählungen aus: „solche, die das Faktum der Reise sowie die Art und das Ziel der Reise betonen, und solche, in denen nicht die Reise selbst, sondern das reisende Ich im Mittelpunkt steht“, (Haas 1984, 275) wobei es bei allen Formen des Reisens in erster Linie um das „Einholen von Erfahrungen“ gehe. (Haas 1984, 276)
3.2 Das Reisemotiv des Protagonisten Phileas Fogg
Das zentrale Motiv der Reise des reichen Engländers Phileas Fogg ist eine Wette. Fogg wettet, unter Einsatz seines ganzen Vermögens mit den Mitgliedern eines Herrenclubs, dass er in der Lage ist, durch Ausnutzung der modernsten Verkehrsmittel, die Erde in 80 Tagen zu umrunden.
Dieser Wette vorausgegangen war eine Diskussion der Männer über die Frage ob der Räuber, der die Bank von England überfallen hatte, in der großen Welt untertauchen könne. Durch Nutzung der neuesten Verkehrsmittel könne der Dieb rasch fliehen und binnen drei Monaten die Welt umrunden. („Etwa weil man heute in 3 Monaten herum kommt?“, Verne 1997, 15) Doch dieser Behauptung widerspricht Fogg unter Berufung auf den Artikel in einer Zeitung und geht so die Herausforderung und Wette ein, indem er verspricht er werde 80 Tage später, „am Samstag, den 21.Dezember wieder hier im Club sein zur nächsten Runde Whist.“ (Verne 1997, 16-17)
Bezieht man dies auf Haas' Einteilung, handelt es sich hier um eine Erzählung, die die Art, nämlich eine Reise um den Erdball mit Hilfe der neuesten technologischen Verkehrsmittel der
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Arbeit zitieren:
Stephanie von Wendt, 2009, Das Motiv des Reisens in der Kinder- und Jugendliteratur, München, GRIN Verlag GmbH
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