INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 3
2. KOMMUNIKATION IM ONLINESEMINAR 3
2.1 COMPUTERVERMITTELTE KOMMUNIKATION 4
2.2 KOMMUNIKATIVE LEHR- UND LERNWERKZEUGE 5
2.3 KONSTRUKTIVER AUSTAUSCH UND ZUSAMMENARBEIT 8
2.4 UMGANG MIT KONFLIKTEN 9
3 TELETUTORING UND ONLINE-MODERATION 10
3.1 FUNKTION UND AUFGABEN EINES TELETUTORS 10
3.2 KOMPETENZPROFIL EINES TELETUTORS 11
4 GESTALTUNG EINES ONLINE-LERNANGEBOTES 13
4.1 GRUNDSZENARIEN DES ONLINE-LERNENS 14
4.2 FAHRPLAN ZUR DURCHFÜHRUNG EINES ONLINE-SEMINARS 14
5 FAZIT UND AUSBLICK 17
LITERATURVERZEICHNIS 19
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abb.1 : Rollen und Aufgaben der Online-Moderation 10
Abb. 2: Didaktische Analyse und Planung eines Lernarrangements 13
ANHANG
Anhang 1: Diagnose, Prävention und Intervention bei problematischen
Situationen 20
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1. EINLEITUNG
Ziel und inhaltlicher Aspekt der vorliegenden Hausarbeit zum Modul 3A ist die didaktische Konzeption und Gestaltung eines Online-Seminars unter der Gesamtperspektive Teletutoring: Online Lernen und Lehren.
Im Zuge des Wandels in der Lehr-Lernkultur rückt das Lernen in den Mittelpunkt des Interesses von Online-Pädagogik. Demzufolge verändern sich nicht nur die Kompetenzen der Lernenden, sondern auch die der Lehrenden. Nunmehr geht es nicht mehr nur um die didaktische Aufbereitung und Präsentation der Lehrinhalte, denn die werden im virtuellen Netz zur Verfügung gestellt, vielmehr gehören die Konstruktion der Lernumgebung und die Lernberatung zu den neuen wesentlichen Aufgaben der Lehrenden. Die so gestalteten Lernarrangements haben, insbesondere durch die neue aktive Rolle des Lernenden, interaktiven Charakter und nicht mehr den von bloßen Instruktionen seitens der Lehrenden (vgl. Wildt 2005, S. 206). Bevor ich in den praktischen Teil, die Gestaltung eines solchen Online-Lernangebotes, übergehe, möchte ich den Leser mit der veränderten Kommunikation im Online-Seminar und mit den Begriffen Teletutoring und Online-Moderation vertraut machen. Dazu werde ich im zweiten Abschnitt auf computervermittelte Kommunikation und kommunikative Lehr- und Lernwerkzeuge eingehen, aber auch das Gelingen von Zusammenarbeit bzw. eines konstruktiven Austausches sowie den Umgang mit Konflikten näher beleuchten. Im dritten Kapitel werde ich die Funktionen und Aufgaben eines Teletutors beschreiben und darauf aufbauend versuchen ein Kompetenzprofil zu erstellen. Im Anschluss daran möchte ich mich unter Punkt 4 der Konzeption und Gestaltung eines Online-Seminars widmen. Dabei sollen insbesondere die Grundszenarien des Online-Lernens verdeutlicht und die Erstellung eines Fahrplanes zur Durchführung eines Online-Seminars im Ergebnis präsentiert werden. Mit einem Fazit bzw. Ausblick in Bezug auf das Teletutoring, die Konzeption eines Online-Seminars und generell das Online-Lernen möchte ich diese Arbeit abschließen.
2. KOMMUNIKATION IM ONLINESEMINAR
Das Online-Seminar ist methodisch betrachtet mit dem klassischen Seminar zu vergleichen, verlangt jedoch aufgrund der aktiveren Rolle der Lernenden und dem damit
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verbundenen interaktiven Charakter des Online-Lernarrangements ein erfolgreiches kommunikatives Handeln. Daher benötigen Teletutoren für die erfolgreiche Durchführung eines Online-Seminars nicht nur technisches Know How, sondern auch soziale Kommunikationskompetenz und natürlich auch Methodenkompetenzen, um die unterschiedlichen kommunikativen Lehr-/Lernwerkzeuge, auf die ich später noch zurückkommen werde, didaktisch sinnvoll verwenden zu können (vgl. Rautenstrauch 2001).
Im Online-Seminar kommt eine weitere Besonderheit zum Tragen. Die Kommunikation zwischen den Teilnehmenden findet nicht auf natürlichem Wege, d. h. face-to-face bzw. in einer body-to-body-situation, bei der die Kommunikationspartner zur selben Zeit am gleichen Ort miteinander verbale, nonverbale und paraverbale (z. B. Stimmlage oder Tonlage) Botschaften miteinander austauschen, sondern computervermittelt (vlg. Döring 1999) statt. Dies möchte ich im nächsten Abschnitt erläutern.
2.1 COMPUTERVERMITTELTE KOMMUNIKATION
Als computervermittelte Kommunikation (CvK) oder als Computer-Mediated Communication (CMC) bzw. auch als Telekommunikation wird die vom herkömmlichen interpersonalen Austausch abweichende Kommunikation über bspw. Emails, Mailinglisten, Newsgroups etc. bezeichnet. Dabei ist besonders hervorzuheben, dass bei der Rezeption, Produktion und Interpretation solcher computervermittelten Botschaften nicht mehr alle bekannten Sinnesmodalitäten (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen) genutzt werden können (Döring 1999, S. 34), was auch Konfliktpotential birgt (siehe Abschnitt 2.4). Grundsätzlich sind zwei Formen der Telekommunikation zu unterscheiden:
1. die zeitversetzte (asynchrone) Telekommunikation, bei der die Botschaften aufgezeichnet oder aufgeschrieben, mit zeitlicher Verzögerung zur Zielperson gelangen und dann erst von dieser rezipiert und interpretiert werden können. (z. B. Brief, Email, Telefax, Telegramm, Nachricht auf dem Anrufbeantworter etc.).
2. die zeitgleiche (synchrone) Telekommunikation, bei der eine wechselseitige Kommunikationsverbindung existiert. Bei dieser gleichzeitigen Aktivität der
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Beteiligten wird eine unmittelbare Interaktion möglich (z. B. Telefonieren, Chatten, Abhalten von Videokonferenzen etc.).
„Auf dieser Basis ist computervermittelte Kommunikation bzw. Netzkommunikation als eine nach technischen Kriterien abgrenzbare Form der medial vermittelten Telekommunikation zu verstehen, bei der vernetzte Computer als Kommunikationsmedien fungieren. Bei der CvK sind sowohl asynchrone (Email, Mailingliste, Newsgroup) als auch synchrone (Chat, Chat-Kanal, MUD) Verbindungen möglich.“ (Döring 1999, S. 34)
Bei der computervermittelten Kommunikation spricht man auch von Textkommunikation (vgl. Döring 1999), da die Beteiligten eher durch Tippen-auf-der-Computertastatur und Lesen-vom-Monitor miteinander in Verbindung treten. Erst mit der Entwicklung audio-visueller Eingabemöglichkeiten wie Mikrofon und Webkamera wird die Tastatur als Eingabegerät ergänzt. Damit nimmt zwar der Austausch von textbasierten Botschaften immer noch den Hauptanteil computervermittelteter Kommunikation und folglich eine Schlüsselrolle ein, wird jedoch zunehmend von anderen Varianten wie Videokonferenzen sinnvoll begleitet. Für den didaktisch sinnvollen Einsatz dieser Medien benötigen Teletutoren entsprechende Sachkenntisse über die einzelnen kommunikativen Lehr- und Lernwerkzeuge, von denen ich die Wesentlichen nun vorstellen möchte.
2.2 KOMMUNIKATIVE LEHR- UND LERNWERKZEUGE
Die E-Mail, als asychnrone Telekommunikationsform, ist eines der am häufigsten eingesetzten kommunikativen Lehr- und Lernwerkzeuge im Online-Seminar, gefolgt von der Mailingliste, der Newsgroup und dem Schwarzen Brett (vgl. Info- bzw. Pinwand im klassischen Seminar). Diese asynchronen Kommunikationsmöglichkeiten haben den Vorteil, dass sie zeitlich flexibel von den Teilnehmenden verwendet werden können. Eine E-Mail kann z. B. zu jedem Zeitpunkt versendet werden und ist analog zu einem herkömmlichen Brief, die verbindlichste Kommunikationsform (vgl. Rautenstrauch 2001), da sie direkt an einen Empfänger adressiert ist. Ein großer Vorteil gegenüber dem Brief ist, dass die elektronische Variante nicht einfach ignoriert werden kann, d. h. der Ein- und Ausgang einer E-Mail wird immer registriert und deren Inhalt, oder auch komplette Kommunikationsverläufe können zu einem späte-
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ren Zeitpunkt nicht nur nachvollzogen, sondern auch noch bearbeitet werden. Eine elektronisch verfasste Nachricht ist auch wesentlich schneller und komfortabler als auf herkömmlichen Postweg versandte Briefe, Faxe etc. und folglich auch nicht so kostenintensiv. Des Weiteren ist der Empfängerkreis variabel, denn eine verfasste E-Mail kann nicht nur an eine Person, sondern auch an begrenzte Personengruppen (Mailinglisten) versandt und über Newsgroups oder dem WWW für breite Massen verfügbar gemacht werden.
Die über Text vermittelten Botschaften können nicht, wie in der herkömmlichen faceto-face Kommunikation, auf paraverbale Kommunikationsmöglichkeiten zurückgreifen. Für das Herstellen von interpersonaler Nähe und die Kommunikation emotionaler Botschaften im Netz muss daher auf andere, neuartige Hilfsmittel, wie z.B. Emoticons 1 , ASCII-Art 2 , Soundwörter 3 , Aktionswörter 4 , Disclaimer 5 oder Großbuchstaben 3 erfolgen (vgl. Döring 1999). Dennoch birgt die asychrone Kommunikation auf-grund der unterschiedlichen Zeitebenen auch Grenzen, die durch die Verwendung synchroner Kommunikation ausgeglichen werden können oder sollten. Letztere kann z. B. durch Chat, Application Sharing 6 , MUDs 7 , Videokonferenz und Whiteboard ermöglicht werden.
Die Kommunikation im Chat, als eine der im Online-Seminar sehr häufig eingesetzten synchronen Form der Kommunikation, erfordert ein sehr schnelles Agieren und Reagieren von allen Beteiligten und in besonderem Maße vom Moderator sehr viel Aufmerksamkeit, Konzentration und Erfahrung.
1 Emoticons (emotional icons oder auch smileys) bezeichnen Gesichtsikonen, die meist aus Interpunktionszeichen gebildet werden und Emotionen ausdrücken sollen. Am bekanntesten ist das lachende Gesicht, der Smiley „:-)“ (vgl. Döring 1999)
2 ASCII-Art bzw. ASCII-Zeichen sind alphanumerische Zeichen (ASCII: American Standard Code for Information Interchange), die Symbole oder Bilder darstellen sollen. (vgl. Döring 1999)
3 Soundwörter deuten Emotionen und Gedankenprozesse an, in dem sie wahrnehmbare Ereignisse auditiv imitieren, wie z. B. „argh“, „hmm“ oder „grmmpf“. Der Ausdruck in Großbuchstaben verstärkt die Bedeutung, wobei ganze Sätze in Großbuchsta-
ben verfasst, eher als unhöfliches SCHREIEN gilt. (vgl. Döring 1999)
4 Aktionswörter, zumeist als Infinitv ausgedrückt wie *lach*, *mit den Augen roll*, beschreiben situative Vorgänge bzw. drücken physische und psychische Befindlichkeiten bzw. Handlung aus. Sie werden häufiger in synchroner Telekommunikation,
aber auch in der E-Mail Kommunikation verwendet. (vgl. Döring 1999)
5 Disclaimer schwächen Äußerungen ab und beugen somit Konflikten vor und können gleichzeitg eine positive Bezziehungsbotschaft übermitteln, wie z. B. durch die Suggestion eines An- und Ausschaltens von einem bestimmten Modus
„
um Kraftausdrücke zu mildern wie „Sch**ss*“. (vgl. Döring 1999)
6 Application Sharing ist eine gemeinsame Anwendung von Programmen, die nicht auf allen beteiligten Rechnern vorhanden sind. Die Anwendung steht damit allen Teilnehmern auf ihrem Computer zur Verfügung. Dabei können mehrere Benutzer ein
Dokument gleichzeitig bearbeiten. (http://www.e-teaching.org/glossar/application-sharing)
7 MUDs (Multi User Dungeons/ Dimensions) sind Computerprogramme, in die man sich einloggen kann, um in einer interakti-ven textuellen oder grafischen Umwelt in Echtzeit zu agieren und miteinander zu kommunizieren. Dabei kann diese auch von
den Beteiligten aktiv verändert werden. (vgl. Döring 1999)
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Arbeit zitieren:
Nicole Rohr, 2009, Teletutoring – Online Lernen und Lehren: Die didaktische Konzeption und Gestaltung eines Online-Seminars, München, GRIN Verlag GmbH
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