Social Media als Instrument der Markenkommunikation I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abk ürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
1. Einleitung und Zielsetzung 1
1.1 Einleitung 1
1.2 Zielsetzung 3
2. Theoretische Grundlagen 5
2.1 Definition Social Media 5
2.1.1 Formen und Instrumente von Social Media 8
2.1.1.1 Content Plattformen 8
2.1.1.2 Beziehungsorientierte Plattformen 10
2.2 Markenkommunikation 11
2.3 Viral Marketing 14
3. Herausforderung von Social Media 18
3.1 Notwendigkeiten für die Unternehmen 18
3.1.1 Notwendigkeiten neuer Unternehmensstrategien 20
3.2 Unternehmensstrategien via Videoplattform 27
3.2.1 Das Unternehmen als Kreator 27
3.2.2 Der User wird zum Kreator 31
Social Media als Instrument der Markenkommunikation II
3.3 Grundlagen für Communities 34
3.3.1 Dialogkommunikation auf Foren 37
3.3.2 User Generated Content 41
3.3.2.1 UCG auf Kommunikationsplattformen 42
3.3.3 Dialogkommunikation und UCG im Blog 47
4. Erfolgskontrolle 52
4.1 Monitoringmodelle 52
5. Zusammenfassung und Ausblick 60
6. Literaturverzeichnis 63
Social Media als Instrument der Markenkommunikation III
Abkürzungsverzeichnis
AIDA Attention, Interest, Desire, Action BDDO Batten, Barton, Durstine & Osborn (Company) BMW Bayrische Motorenwerk bzgl. bezüglich bzw. beziehungsweise BtoB Business to Business BtoC Business to Consumer CtoC Customer to Customer
EIAA European Interactive Advertising Association e.V. eingetragener Verein ggf. gegebenenfalls GM General Motors Insb. insbesondere ROI Return on Investment RSS Really Simple Syndication S&P Schoener & Partner TNS Taylor Nelson Sofres u.a. unter anderem UGC User generated Content WWW World Wide Web
Social Media als Instrument der Markenkommunikation
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Durchschnittliche Verweildauer (in Minuten)
Abbildung 2: Lasswell´s Modell
Abbildung 3: Das zyklische Prinzip der Netzwerkkommunikation
Abbildung 4: Social Technographics-Leiter
Abbildung 5: Effect of online research of brand chosen
Abbildung 6: Blogpuls Live Real-time view of the most popular
topics that bloggers are writing about.
Abbildung 7: Blogpuls Percent of all Blog Posts
Abbildung 8: Calculating the ROI of Bloging
Social Media als Instrument der Markenkommunikation 1
1.Einleitung und Zielsetzung
1.1 Einleitung
Social Media ist das Schlagwort, das in den letzten Jahren häufiger von Internetexperten verwendet wird. Des Weiteren werden immer häufiger Begriffe wie Interaktivität, Web 2.0 und neuerdings auch der Begriff Viral Marketing genannt. Doch was ist mit diesen Begriffen genau gemeint? Wie hängen sie zusammen und welche Auswirkung hat das auf das Internet? Welcher Zusammenhang besteht mit der Markenkommunikation? Diesen Fragen möchte in dieser Arbeit nachgehen. Dabei soll aufgezeigt werden welche Aktivitäten sich hinter den Begriffen verbergen und wie sie zusammen als
Markenkommunikationsmittel eingesetzt werden können.
Seit dem Beginn des Internet-Booms in den 90ziger Jahren, lässt die Reichweite von Werbung im Allgemeinen trotz der steigenden Anzahl an Internetnutzern (Usern) nach. 1 Dies führt zu einem Problem auf dem Online-Werbemarkt, „denn unter den Werbetreibenden ist die Reichweite entscheidend, um zum Beispiel Budget vom Fernsehen ins Internet zu übertragen“. 2
Viele Unternehmen sehen daher in Social Media ihre Chance die Reichweite und gleichzeitig die Aufmerksamkeit der User zu erhöhen. Denn
Kommunikationsplattformen wie zum Beispiel Facebook und StudiVZ weisen ein starkes Wachstum auf. „The total German Internet audience grew 11 percent versus the previous year to 37.6 million visitors in January 2009. Amongst the fastest growing site categories were multimedia (up 36 percent to 23.8 million visitors), social networking (up 36 percent to 23.6 million visitors), entertainment (up 30 percent to 29.2 million visitors), and instant messengers (up 25 percent to 19.4 million visitors). Social networking sites, Yasni.de and Facebook.com were
1 Vgl. Schmidt (2009), S. 15
2 Schmidt (2009), S. 15
Social Media als Instrument der Markenkommunikation 2
Germany’s fastest gaining properties during the period, (…)”. 3 Hinzu kommt, dass auch die Verweildauer der User im Internet steigt, wie aus der untenstehenden Grafik (Abb.1) entnommen werden kann. Facebook 4 verzeichnet Anfang 2009 eine Verweildauer von 144 Minuten und die Tendenz ist weiterhin steigend 5 . Folglich ist “Social media (...) more popular than surfing the Web, watching TV or playing video games. 57% of global Web users have joined a social network making it the number one platform for creating and sharing content. 73% of German Internet users visit social media sites at least once a week”. 6
Jedoch haben sich bislang, laut Jupiter Research Analyst Nate Elliot, die meisten Werbekampagnen von Unternehmen in sozialen Netzwerken als Flop erwiesen. Die Hälfte aller 40 analysierten Markenseiten auf MySpace konnten nicht einmal 1.000 Freunde für ihre Marke und Webseite gewinnen. Nate Elliot sieht zwei Gründe für dieses Problem. Auf der einen Seite im mangelnden Budget, denn die
3 http://www.comscore.com/Press_Events/Press_Releases/2009/3/Fastest_Growing_German_
Websites; (Stand:03.08.2009)
4 www.facebook.de ist eine Plattform zum bilden von Sozialen Netzwerken, indem registrierte
User ein Profil von sich anlegen können. Vgl. Kiefer (2008), S. 166
5 Vgl. Ahlers (2008), S. 94
6 http://www.medienwoche.de/WebObjects/Medienboard.woa/wa/CMSshow/1777239;
(Stand: 25.08.2009)
7 Schmidt (2009), S. 15
Social Media als Instrument der Markenkommunikation 3
deutschen Unternehmen investieren zu wenig in soziale Netzwerke, auf der anderen Seite in der Unerfahrenheit der Unternehmen, Werbung effizient in sozialen Netzwerken einzusetzen. Die meisten Unternehmen hoffen auf einen viralen Effekt, der die Werbung oder Events der Unternehmen im Internet kostenlos und ohne zusätzlichen finanziellen Aufwand verbreitet. Allerdings erfüllt sich diese Hoffnung in 85 Prozent 8 der Fälle nicht, denn die Unternehmen haben die Online-Werbung oft uninteressant gestaltet und somit nicht die Aufmerksamkeit der User wecken können. 9
Infolgedessen haben sich im Internet Communities über Marken gebildet. Die Mitglieder einer Community treffen sich auf der Plattform, um sich über die Marke und das Unternehmen auszutauschen. Dies führt zum Wandel der Kommunikation. Die frühere CtoC-Kommunikation 10 , hat sich so zu einer Manyto-Many-Kommunikation 11 im Internet entwickelt. Durch das menschliche Verlangen sich mit anderen zu unterhalten und dem altruistischen Bedürfnis das zwischen Mitgliedern einer Gruppe aufkommt, treffen sich viele Menschen in Communities und verbreiten Informationen (Content). 12
Demzufolge müssen die Unternehmen sich mit den Formen der Kommunikation im Internet vertraut machen, um die Gesprächsführung über ihre Marke nicht zu verlieren und gänzlich den Usern zu überlassen. 13
1.2 Zielsetzung
Ziel dieser Arbeit ist es aufzuzeigen, in wieweit die Unternehmen in Deutschland Social Media als Markenkommunikationsinstrument bereits nutzen und in wie fern Social Media als ein geeignetes Instrument der Markenkommunikation
8 Vgl. Schmidt (2008), S. 21
9 Vgl. Schmidt (2008), S. 21
10 Kommunikation zwischen zwei Kunden
11 Kommunikation zwischen vielen Kunden
12 Vgl. Hörner (2008), S. 205
13 Vgl. Gruber (2008), S. 75
Social Media als Instrument der Markenkommunikation 4
eingesetzt werden kann. Aufgrund der Tatsache, dass das Phänomen der Social Media noch recht jung ist, wird in dieser Arbeit unter anderem auf Internetrecherchen, Zeitungsartikel und auf die Mediathek 14 zurückgegriffen.
Die vorliegende Arbeit ist in vier Teile gegliedert. Zum grundlegenden Verständnis werden einleitend die verschiedenen Begrifflichkeiten rund um das Thema Social Media, Markenkommunikation und Viral Marketing vorgestellt. In Abschnitt 2.2 werden die charakteristischen Werkzeuge (Tools) von Social Media dargestellt.
Zu Beginn des 3. Kapitels werden die notwendigen Veränderungen für Unternehmen aufgezeigt, die in Verbindung mit Social Media stehen. Danach folgen Praxisbeispiele von Unternehmen, anhand derer die Versuche einer Umsetzung gezeigt werden. Hier liegt der Schwerpunkt auf zwei Unternehmensstrategien. Der Dialogkommunikation und dem User Generated Content 15 (UGC). Beide werden bzgl. der Markenkommunikation auf Video-/ Bild-Dateien sowie auf textbasierten Plattformen untersucht.
Anschließend werden im 4. Kapitel die Messinstrumente der Erfolgskontrolle vorgestellt. Hierbei wird sowohl auf etablierte Verfahren wie das Marketingcontrolling, als auch auf neuere Verfahren, wie das Brand-Monitoring eingegangen.
Abschließend werden die Ergebnisse dieser Arbeit zusammengefasst und ein Ausblick gegeben, wie es um die Zukunft der Markenkommunikation in Social Media bestellt ist.
14 Mediathek ist eine virtuelle Bibliothek, die unterschiedliche Medien bereithält wie
beispielsweise Videos und Hörbücher.
Vgl. http://www.managerseminare.de/Knowhow/Lexikon/Detail?urlID=153081;
(Stand 14.09.2009)
15 Vom User selbst erstellter Inhalt
Social Media als Instrument der Markenkommunikation 5
2. Theoretische Grundlagen
Das folgende Kapitel bildet den theoretischen Ausgangspunkt für das spätere Verständnis der einzelnen Komponenten in dieser Arbeit. Der Abschnitt 2.1 dient zum Grundverständnis von Social Media. Zunächst wird Social Media definiert und anschließend werden Social Media Plattformen gelistet. Abschnitt 2.2 beschäftigt sich mit der Markenkommunikation. Hier wird speziell die Markenkommunikation im Internet betrachtet. Abschließend wird in 2.3 auf das Viral Marketing als eine Art der Verbreitung von Markenkommunikation eingegangen.
2.1 Definition: Social Media
Der Begriff Social Media hat sich aus der neuen Rolle des Internets entwickelt. Nachdem sich in den 1990er Jahren das Internet bereits erfolgreich in den Unternehmen via B2B etabliert hatte, konnte es sich im 21 Jahrhundert auch erfolgreich in die privaten Haushalte integrieren. Dies war möglich aufgrund der Tatsache, dass Breitband-Internetzugänge flächendeckend und günstig verfügbar, Internetanwendungen weiterentwickelt und die Technik auch für Laien verständlich wurden. 16 Daher benutzen heutzutage deutlich mehr Menschen das Internet, so dass sich aus diesem Verhalten heraus das Schlagwort „Social Media“ entwickelt hat.
Das Schlagwort Social Media ist noch recht jung und soll daher ausführlich dargelegt werden. Im Internet & Web 2.0 Lexikon von Philip Kiefer wird Social Media wie folgt definiert:
„Mit diesem Begriff bezeichnet man Medien, die dem Austausch mit anderen dienen, also Foren, Communities, Blogs, Podcast usw. Als Kommunikationsmittel werden vor allen Dingen Texte, aber auch Bild-
16 Vgl. Brodbeck (2009), S. C10
Social Media als Instrument der Markenkommunikation 6
Audio- oder Video-Dateien eingesetzt. Bekannte Beispiele für Social Media sind beispielweise der Social Bookmarking- Anbieter, Mister Wong oder die Video -Community YouTube“. 17
Brian Solis 18 der Gründer und Direktor von FuturWorks definiert den Begriff Social Media wie folgt:
“1. Social media describes the online tools that people use to share content, profiles, opinions, insights, experiences, perspectives and media itself, thus facilitating conversations and interaction online between groups of people. These tools include blogs, message boards, podcasts, micro blogs, life streams, bookmarks, networks, communities, wikis, and vlogs. 2. Social Media is the democratization of information, transforming people from content readers into publishers. It is the shift from broadcast mechanism to a many-to-many model, rooted in conversations between authors, people, and peers”. 19
Hieraus wird ersichtlich, dass beide Definitionen einerseits beinhalten, dass die User miteinander kommunizieren, indem sie Bilder, Videos und Text einsetzen, andererseits, dass die User aktiver im Internet agieren. Sie beteiligen sich an der Gestaltung des Internets, indem sie auf Internetseiten ihr Wissen preisgeben, z.B. auf Wikipedia und, in Foren, oder sich im Internet in Videos präsentieren.
Der frühere passive Besucher einer Website hat sich zu einem aktiven Mitgestalter entwickelt. Somit ist auch das Wort „Interaktivität“ ein vielverwendeter Begriff in der neuen Ausrichtung der Mediengestaltung und Kommunikation. Thomas Hörner Autor und Berater für Onlinemarketing definiert Interaktivität wie folgt:
17 Kiefer (2008), S. 466
18 Sein Unternehmen verfolgt das Ziel “of building a communication bridge between the rapidly evolving world of high technology, the technical needs of consumers and businesses, and their
channels for learning about new solutions”, http://www.future-works.com/about/exec_bio.html;
(Stand 19.08.2009)
19 http://www.briansolis.com/2007/06/defining-social-media/; (Stand: 19.08.2009)
Social Media als Instrument der Markenkommunikation 7
„‘Interaktiv‘ bedeutet die Einbeziehung des Mediennutzers. Inhalte werden nicht passiv konsumiert, sondern aktiv abgerufen und die Darstellung unter Einbeziehung des Empfängers gestaltet“. 20
Eine unternehmerische Definition von Interaktivität lautet:
„Interaktivität ist (…) mehr als nur das Einholen und Sammeln von Kundenfeedback mittels in Websites integrierten Formularen. Es bietet die Chance, in einen kontinuierlichen Dialog mit dem Kunden zu treten“. 21
Daher verhilft die neue technologische Ausrüstung dem User zur neuen Partizipation im Internet und verändert somit die Wirkung der externen Kommunikationspolitik 22 der Unternehmen, denn Interaktivität grenzt sich aufgrund ihrer Anwendung von den klassischen Medien ab. 23
Im Zusammenhang mit dem Begriff Social Media wird meistens auch der Begriff Web 2.0 genannt, aber bislang wurde dieser noch nicht einheitlich definiert. 24 Er wird jedoch häufig als Weiterentwicklung des Web 1.0 verstanden und damit in Zusammenhang mit der neuen Internetnutzung der User gesetzt. Das Lexikon „Internet & Web 2.0 von A bis Z einfach erklärt“ von Philip Kiefer erklärt wichtige Merkmale des Web 2.0, wie folgt: der Internetuser kann im Internet mitwirken, die Benutzerfreundlichkeit (Usability) der Angebote ist gewährt, die Webseiten werden als dynamisch angesehen und Komponenten verschiedener Entwickler werden miteinander kombiniert. Des Weiteren wird kritisch angemerkt, dass es sich beim Begriff Web 2.0 lediglich um eine von Tim O‘Reilly und Dale Dougherty 25 geprägte Modeerscheinung handelt. Eine klare Definition
20 Hörner (2008), S. 5
21 Frosch-Wilke (2002), S. 4
22 Vgl. Kielholz (2008), S. 5
23 Vgl. Pradel (1997), S. 66
24 Vgl. Gruber (2008), S. 25 / Vgl. Schmahl (2007), S. 79
25 Tim O'Reilly, gelernter Altphilologe, gilt als geistiger Vater der Idee vom "Web 2.0", dem
Mitmach- Netz der Gegenwart. O'Reilly stellte gemeinsam mit Dale Dougherty 1993 auch die
erste kommerzielle Webseite ins Netz.
Vgl. http://www.oreilly.de/oreilly/about.html (Stand 09.09.2009)
Social Media als Instrument der Markenkommunikation 8
von Web 2.0 steht nach wie vor aus, sodass der Begriff stets erklärungsbedürftig bleibt. 26
Annette Kielholz schreibt in ihrem Buch „Online-Kommunikation“ über das Web 2.0, dass erst durch dieses Schlagwort „die Öffentlichkeit auf ein Phänomen aufmerksam [wurde], das für das Internet schon seit den Gründerjahren charakteristisch ist: Das Internet ist ein Medium. Menschen finden und organisieren sich im Netz, sie werden aktiv im Bereich Freizeit und Hobby, aber auch beruflich und politisch, und das potentiell immer auf globaler Ebene“. 27
Abschließend soll Social Media in dieser Arbeit wie folgt verstanden werden: Social Media steht für eine Reihe von Anwendungen und Diensten im Internet, die es Usern erlauben, sich miteinander zu vernetzen und zu verlinken. Dadurch entsteht ein globaler Austausch von Content zwischen den Menschen, der über digitale: Text-, Audio-, Bild- oder Video-Medien stattfinden kann.
2.1.1 Formen und Instrumente von Social Media
Wie schon im vorherigen Abschnitt 2.1 die Definition von Social Media gezeigt hat, sind Social Media auf sehr verschiedene Weise im Internet repräsentiert. Die einfach zu bedienenden und zu erstellenden Internet-Tools tragen dazu bei, dass die Anzahl an neuen Kommunikationswegen stetig zunimmt. Daher soll hier nur auf die zurzeit schnellst wachsenden Instrumente eingegangen werden, die content- und die beziehungsorientierte Kommunikationsplattform 28 .
2.1.1.1 Content-Plattformen
Unter der Sammelbezeichnung, „Contentorientierte Plattformen“, werden Blogs, Media-Sharing-Plattformen, Plattformen zum Austausch von Informationen,
26 Kiefer (2008), S. 512
27 Kielholz (2008), S. 58
28 Vgl. Schmidt (2009), S. 15
Social Media als Instrument der Markenkommunikation 9
Social-Tagging und Social-Bookmarking-Plattformen zusammengefasst. Diese Plattformen stellen eine Verbindung zwischen Usern gleicher Interessen her, die sich über die neuen Medien gefunden haben.
Blogs
Blogs sind unter dem Begriff Online-Tagebücher bekannt geworden. Der Begriff Blog ist eine Verkürzung des Wortes Weblogs, welches sich aus den Wörtern World Wide Web und Log zusammensetzt. Der Begriff Log stammt aus dem Englischen und steht für Logbuch.
Die User können auf verschiedenen Seiten kostenlos Blogs eröffnen und bspw. ihre Erlebnissen und Meinungen niederschreiben. Die meisten Blogs spiegeln ein bestimmtes Individuum wider weshalb die Inhalte in diesen Fällen oft subjektiv ausfallen als Artikel einer Tageszeitung. Blogs sind mit interaktiven Elementen ausgestattet. So kann der Blogger 29 Links einfügen oder Blog-Beiträge können abonniert oder kommentiert werden. Durch diese Verlinkungen sind die Blogger eng miteinander verbunden und Informationen lassen sich rasch weiterleiten und verbreiten. 30
Media-Sharing-Plattformen
Media Sharing Plattformen dienen dem Vernetzen und Austauschen von Mediendaten im Internet. Plattformen wie Flickr und YouTube bieten diese Interaktionsmöglichkeiten an. Der User kann visuelle-Daten selbst veröffentlichen, sich andere anschauen, bewerten und verwalten.
Plattformen zum Austausch von Informationen
Plattformen zum Austausch von Informationen bzw. Information-Sharing-Plattformen sind ähnlich gestaltet wie die Media-Sharing-Plattformen. Hier geht es lediglich um den Content, der in das Netz gestellt und von anderen Usern bewertet wird. Eine bedeutende Seite ist digg.com.
29 Der Autor eines Blogs
30 Vgl. Buss (2009), S. 283
Social Media als Instrument der Markenkommunikation 10
Social Tagging
Social Tagging kommt aus dem Englischen und kann nicht eins zu eins übersetzt werden. Tag bedeutet soviel wie Schlüsselwort, Schlagwort, mit welchen die Nutzer Inhalte im Netz etikettieren können. So erstellt ein Blogger in der Regel Tags, damit am jeweiligen Thema interessierte User seinen Blog bei Eingabe des Schlagworts sofort auffinden können, ähnlich wie bei einer Suchmaschine. So können Blogs mit ähnlichen Inhalten verbunden werden. Diese Verbindungen über Tags werden auch Folksonomies genannt. 31
Newsroom
Ein Newsroom ist eine Website, die auch als „Web 2.0 Pressemitteilung“ bezeichnet werden kann, weil dieser die aktuellsten Informationen anbietet. Ein Newsroom versucht, den Dialog zwischen den Zielgruppen der PR-Arbeit eines Unternehmens und den Bloggern und Fans herzustellen. Dabei werden notwendige Materialien für die Weitergabe und Verwendung für die Öffentlichkeit in allen Social-Media-Kanälen bereitgestellt. 32 Ein Beispiel hierfür ist die Seite ist newsroom.de.
2.1.1.2 Beziehungsorientierte Plattformen
Beziehungsorientierte Plattformen werden überwiegend dazu genutzt, private und geschäftliche Kontakte zu pflegen und zu gründen. Auf diesen Seiten muss der User ein Profil anlegen und kann erst anschließend mit den anderen Mitgliedern kommunizieren. Die Zielgruppen für diese Art von Plattformen können sehr unterschiedlich ausfallen. Facebook bspw. ist eine Plattform die grundsätzlichen jeden User auf internationaler Ebene adressiert und eher auf private Verwendungszwecke ausgerichtet ist. Registrierte User können hier ihr eigenes Profil erstellen, dieses z.B. mit Fotos und Videos ausstatten und sich mit anderen Nutzern vernetzen. Das Netzwerk XING dient hingegen vorrangig der Pflege und
31 Fleck und Kirchhoff (2008), S. 190
32 Vgl. http://newsroom.eu/2009/07/29/social-media newsroom-putting-the-public-back-in-public-
relations/ (Stand:19.08.2009)
Social Media als Instrument der Markenkommunikation 11
Herstellung von geschäftlichen Kontakten und wird überwiegend im deutschsprachigen Raum eingesetzt.
2.2 Markenkommunikation
Markenkommunikation ist ein wichtiges Element des Marketings, es gehört mit zum Marketing-Mix 33 , der dem Unternehmen einen Einstieg bietet, um auf die Märkte gestaltend einzuwirken. Mit Hilfe der Markenkommunikation versuchen die Unternehmen, Markenimage (das Fremdbild 34 ) und Markenidentität (das Selbstbild 35 ) möglichst übereinstimmend dem Kunden zu präsentieren.
Dabei wird jede Berührung zwischen dem Konsumenten und dem Produkt als Markenkommunikation verstanden 36 , weil diese die Aufgabe hat, eine Verbindung zwischen dem Produkt und dem Endverbraucher herzustellen. Dementsprechend existieren in jedem Unternehmen eine interne und externe Kommunikationspolitik.
„In der internen Kommunikation haben innovative Werbetechnologien wie Weblogs oder Wikis in vielen Unternehmen bereits Einzug (gehalten), ebenso wie im BtoB-Bereich“. 37 In dieser Arbeit geht es jedoch um den BtoC-Bereich und daher liegt der Fokus auf der externen Kommunikationspolitik. Die externe Kommunikationspolitik umfasst die Bereiche der Mediawerbung (breit gestreute Werbemedien), der Direktwerbung (Postversand, Mailing etc.), der Verkaufsförderung (Proben, Messen etc.), des Below the Line Advertising 38
33 Der Marketing-Mix besteht aus 4 Variablen: Produkt, Promotion, Preis und Platzierung. Es wird
als eine Gesamtheit steuerbarer taktischer Werkzeuge definiert, die das Unternehmen kombiniert,
um auf dem Zielmarkt bestimmte Reaktionen hervorzurufen. Vgl. Bruhn (2002), S. 28-29
34 Im Sinne einer Aussensicht
35 Im Sinne einer Innensicht
36 Vgl. Bott (2007), S. 6
37 Gruber (2008), S. 5
38 Below the Line Advertising ist ein Sammelbegriff für die Werbung im nicht klassischen Stil.
Vgl. http://www.werbe-lexikon.info/fachbegriffeaz/belowtheline.html; (Stand: 19.09.2009)
Arbeit zitieren:
Britta Bonczynski, 2009, Social Media als Instrument der Markenkommunikation , München, GRIN Verlag GmbH
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