I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
1 Einleitung 4
2 Begriffsdefinition 5 2.1 Ethnische Minorität vs. Soziale Minorität 5
3 Ethnische Minderheiten in der Sozialstruktur 6
3.1 Der politische Hintergrund
3.1.1
3.1.2
3.1.3
3.1.4
3.1.5
3.1.6
3.1.7
3.1.8 3.2 Resümee 19
4 Ethnische Schichtung 22
5 Rechtliche Verbesserungen 24
6 Vom Anwerbestop zur gesteuerten Zuwanderung 25
- Eine Vision?
7 Quellenverzeichnisse 27 7.1 Literaturnachweise 27 7.2 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis 28
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1 Einleitung
Die historische Betrachtungsweise eines Nationalstaates zeigt als die ideologische Vorstellung ein ethnisch homogenes Volk auf. Ein Land wie die Bundesrepublik Deutschland bildet dabei eine Einheit von Staatsvolk, nationaler Kultur und territorial gekennzeichnetem Gebiet. Durch die stetig wachsende Internationalisierung der gesellschaftlichen Strukturen sowie auch die ethnische Pluralisierung wird diese als selbstverständlich angesehene Einheit jedoch zunehmend verändert. Im Laufe der Zeit entwickelten sich staatsübergreifende Strukturen, die den Austausch und damit die Vermischung vieler Kulturen in einem Territorium nach sich ziehen. Die Öffnung der Arbeitsmärkte ist eine der Ursachen, die die internationale Migration auslöst. Die Ausbreitung von multinationalen Unternehmen veranlasst viele Menschen, ihren eigenen Nationalstaat zu verlassen und ihren neuen Lebensmittelpunkt zum Beispiel nach Deutschland zu verlegen. Dieser Wanderungsprozess ist seit den Anfängen der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zu beobachten. Zur Stärkung der Konjunktur in Deutschland fand damals die Nachfrage nach ausländischen Gastarbeitern starken Zulauf. Auch heute noch gilt Deutsch-land als eines der populärsten Einwanderungsländer, da u.a. der Ausbau der sozialen Struktur einen erheblichen Unterschied im Vergleich zu dem der jeweiligen Herkunftsländer aufweist. Durch die Zuwanderung der ausländischen Menschen wird die multikulturelle Vielfalt innerhalb Deutschlands erhöht. Die Zahl der „subnationalen Einheiten“ bildet im gesamten Vergleich zu der Zahl der deutschen Bevölkerung zwar eine verhältnismäßig kleine Gruppe, die jedoch mittlerweile ein feststehender Bestandteil der sozialen Struktur in der Bundesrepublik Deutschland geworden ist und zum Teil sogar in der Gesetzgebung Beachtung findet. Aus diesen einleitenden Sätzen stellen sich verschiedene Fragen. Die Hauptfrage dabei und Ziel dieser Hausarbeit ist, die Stellung heraus zu kristallisieren, die die in Deutschland lebende ausländische Bevölkerung in der Gesellschaft hat. Dies soll durch einen kurzen, aber dennoch umfassenden Überblick über die sozialstrukturelle Position der Ausländer geschehen. Beschrieben werden die Lebensbereiche der Ausländer unter Einbeziehung ihres Alters, ihres Berufes, der Familiensituation, ihrer Wohnsituation, ihrer Einkommensstruktur sowie der Bildungssituation. Aus der Beschreibung der verschiedene Elemente mit ihren unterschiedlichen Auswirkungen auf die Migranten wird es möglich sein, einen Eindruck über die Situation der Zuwanderer zu gewinnen und die Gründe für deren jeweilige Stellung in der Gesell-schaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland zu manifestieren.
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2 Begriffsdefinition
Der Begriff der „ethnischen Minorität“ zieht sich als roter Faden durch die Hausarbeit. Um eine gemeinsame und nachvollziehbare Basis für das Thema zu schaffen, legt Kapitel 2.1 eine allgemeine Definition dazu fest und trifft Abgrenzungen zu anderen Bereichen.
2.1 Ethnische Minorität vs. Soziale Minorität
Eine ethnische Minderheit kategorisiert eine Subgruppe innerhalb einer Gesellschaft, die sich von der Mehrheit der Bevölkerung unterscheidet bzw. im Vergleich zu dieser in nationaler, rassischer, kultureller oder religiöser Hinsicht „negativ“ auffällt. Diese Abweichungen führen zur Bildung von stereotypen Vorurteilen und zu Diskriminierungen dieser Gruppen durch die Mehrheit der Bevölkerung. Als Folge dessen werden diese kulturell und institutionell von dieser Gesamtgesellschaft gemieden oder sogar vollkommen ausgeschlossen. Die folgende Tabelle stellt exemplarisch die betroffenen Personengruppen dar, die als ethnische Minderheit kategorisiert werden können 1,2 :
Tabelle 1
Natürlich weist die Kategorie der ethnischen Minderheit nicht alle Formen der Abweichung von der „normalen“ Bevölkerung auf. So wie nationale oder kulturelle Auffälligkeiten als ethnische Minderheiten beschrieben werden, werden gesellschaftliche Abweichungen von der Masse als soziale Minorität eingeordnet. Diese Form der Minderheit steht nicht in Bezug zur ethnischen Minorität und wird bei der Hausarbeit außer Acht gelassen.
1 Vgl. Markefka, Manfred, 1995: Vorurteile - Minderheiten - Diskriminierung: ein Beitrag zum Verständnis
sozialer Gegensätze. Berlin: Luchterhand, S.26.
2 Vgl. Ebenda S.26.
Die dargestellte Tabelle enthält nur einen beispielhaften Überblick und erfasst nicht alle faktisch möglichen zu
kategorisierenden Personengruppen.
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Die Merkmale der sozialen Minderheit lassen sich einführend als Beispiele in einer Tabelle nennen 3 :
Tabelle 2
3 Ethnische Minderheiten in der Sozialstruktur
Der Entstehung ethnischer Minoritäten liegt der Prozess der Wandlung vom Territorial- zum Nationalstaat zugrunde. Die bis dahin durch die Institution der Monarchie ideologisch abgesicherte Einheit des Territorialstaates stand der ethnischen Zugehörigkeit der Bevölkerung gleichgültig gegenüber. Der staatlich organisierte Nationalstaat strebt jedoch eine Einheit von Staatsvolk, nationaler Kultur und dem jeweilig territorial gekennzeichnetem Gebiet an. Zu einer Abweichung von dieser ethnisch homogenen Teilnahme am Nationalstaat kommt es dann, wenn Bevölkerungsgruppen anderer ethnischer Identität in diesen „fremden“ Staaten leben. Sie bilden die ethnischen Minoritäten und sind einem hohen Assimilationsdruck ausgesetzt. Aufgrund dieser Tendenz zu kultureller Homogenität werden die Angehörigen einer Minderheit häufig Diskriminierungen ausgesetzt. Für die Lebensverhältnisse, das Verhalten und Bewusstsein der Gruppenangehörigen sowie die Beziehungen zur ethnischen Mehrheit ist die sozialstrukturelle Stellung im Einwanderungsland von enormer Bedeutung. Sowohl in der Geschichte als auch heute noch bilden Zuwanderungen einen dominanten Be-standteil für die Herausbildung ethnischer Pluralitäten und die Entstehung der Minderheiten. Das Phänomen der Zuwanderung ist natürlich nicht nur auf Deutschland beschränkt, sondern
3 Vgl. Ebenda S.26.
Die dargestellte Tabelle enthält nur einen beispielhaften Überblick und erfasst nicht alle faktisch möglichen zu
kategorisierenden Personengruppen.
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findet in analoger Form sowohl in anderen Wohlsstands- als auch Entwicklungsgesellschaften statt. Ebenso ist Migration keine grundsätzlich neu entstandene Bevölkerungsbewegung, da sich bereits im Zuge der gesamten Menschheitsgeschichte Völkerwanderungen ergeben haben. Eine spezifische Form innerhalb dieser Wanderungen bilden die Arbeitsmigranten, die ihre Herkunftsländer zum Zweck der Arbeitsaufnahme in einer anderen Gesellschaft verlassen. Im Einwanderungsland werden sie zunächst überwiegend in der untersten Schicht der industriellen Lohnarbeit beschäftigt und befinden sich somit in schwachen sozialen Lebensverhältnissen. Charakteristisch ist für diese Einwanderer, dass sie langfristig den Wunsch hegen, in ihr Herkunftsland zurückzukehren. Als Folge dessen organisieren sich die Migranten im Zielland sozial und kulturell selbst in Form von ethnischen Kolonien. Im strengen Sinn bilden die Arbeitsmigranten selbst keine ethnische Minorität, tragen aber zu einer hohen multikulturelle Vielfalt bei. Sie werden dann als ethnische Minderheit bezeichnet, wenn sie ein eigenständiges sozialkulturelles und koloniales System entwickeln. Dies ist als ein Ergebnis der Wechselwirkung aus den Faktoren des Herkunftslandes und den Lebensbedingungen sowie den Arbeitsbedingungen der Einwanderungsgesellschaft zu sehen. Um das Verhältnis zwischen der Sozialstruktur 4 und der Ethnizität der ausländischen Bevölkerung aufzuzeigen, bietet sich die Gruppe der Arbeitsmigranten für einen allgemeinen Erklärungsansatz an, da sich die generellen Beschreibungen auf die einzelnen ethnischen Minderheiten unterschiedlicher Nationalitäten oft übertragen lassen.
3.1 Der politische Hintergrund
Zuwanderer kommen, sofern es sich nicht um Verfolgte, Vertriebene und Flüchtlinge handelt, mit dem Ziel und hoher Motivation, ihr Humanvermögen zur eigenen Wohlfahrtsbildung einzusetzen. Diese Arbeitsmigration ist als Resultat des Ungleichgewichts zwischen Gesellschaften unterschiedlichen Entwicklungsniveaus zu sehen. Die internationalen Beziehungen dieser Länder zueinander führen zu einer Wanderung von den kapitalarmen Auswanderungsländern in die kapitalreichen Einwanderungsländer. Sie kommen in Deutschland in eine Gesellschaft, deren Konsum- und Wohlfahrtsniveau eines der höchsten in der Welt ist und das Wohlfahrtsniveau ihrer Herkunftsgesellschaft zumeist deutlich übersteigt. Zugleich begeben sie sich in Konkurrenz auf einem stark umkämpften Arbeitsmarkt. Um diesen Schritt erfolgreich zu be- 4 Sozialstrukturbedeutet in diesem Zusammenhang Gruppenstruktur der Gesellschaft und steht für existierende
und in bestimmter Weise strukturierte soziale Beziehungen. Als weitere Aspekte der Sozialstruktur gelten Ge-
meinsamkeiten von Merkmalen bestimmter Bevölkerungsgruppen wie die berufliche Gliederung der Bevölke-rung und die Einteilung nach sozialen Klassen und Schichten.
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Arbeit zitieren:
Betriebspädagogin M.A. Anke Kristin Bojahr, 2003, Die sozialstrukturelle Position ethnischer Minoritäten in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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