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2. Die X-Men Filme
2.1 Handlung und Charaktere
Das Team der X-Men besteht, in den drei bisherigen Verfilmungen, aus den bekanntesten Charakteren der Comicgeschichten. Innerhalb der Haupthandlung, die sich über alle drei Filme erstreckt, werden teilweise neue Protagonisten vorgestellt, die größere oder kleinere Rollen einnehmen. Essenziell für alle drei Teile sind Dr. Charles Xavier (Patrick Stewart), Eric Lensherr (Ian McKellen) alias Magneto und Logan, besser bekannt als Wolverine (Hugh Jackman). Dr. Xavier ist Leiter der Schule für „Begabte Kinder“ und mit seinen telepathischen Kräften, der Kopf der X-Men. Um ihn versammelt sich eine Gruppe von Schülern, bestehend aus der ebenfalls telepathisch begabten Jean Grey (Famke Jansen), Scott Summers (James Marsden) der, aufgrund seiner Fähigkeit Energieblitze aus den Augen zu schießen, Cyclops genannt wird und Ororo Munroe (Halle Berry). Sie kann nach Belieben das Wetter kontrollieren und wird innerhalb der Gruppe als Storm bezeichnet. Bis auf Cyclops, der im Laufe der Handlung stirbt, sind diese Charaktere immer vertreten. Mit dem Eintreffen von Rogue (Anna Paquin) und Wolverine zu Beginn des ersten Films, wird das eigentliche Team um zwei Personen erweitert. Demgegenüber steht Magneto, als Anführer der „Bruderschaft der Mutanten“. Als ehemaliger KZ-Häftling fürchtet er, dass die Mutanten von den Menschen nie akzeptiert werden und es daher unweigerlich zu einem Krieg kommen muss. Die Haupthandlung orientiert sich so an der Vorlage, dem „Kampf zwischen Magneto, der davon überzeugt ist, dass Mutanten den Menschen überlegen sind und Professor X, der die Ansicht vertritt, dass sie integriert werden sollten“ (Vgl. epd Film). Magnteo wird stets von der Gestaltenwandlerin Mystique (Rebecca Romijn-Stamos) begleitet, der Rest seiner Gefolgschaft wechselt innerhalb der Filme. Dramaturgisch liegt der Fokus, auf dem bevorstehenden Krieg zwischen Mutanten und Menschen, beziehungsweise auf den Vorfällen, die zu dieser Auseinandersetzung führen. Während Magneto in X-Men noch versucht die Oberhäupter der Welt in Mutanten zu verwandeln, um eine Meldepflicht für sich und seine Rasse zu verhindern, deutet sich in X2 bereits die Bildung einer Mutantenarmee an. In The Last Stand, kommt es schließlich, wenn auch in relativ kleiner Form, zu einer militärischen Auseinandersetzung mit Magnetos Bruderschaft
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und den Menschen im Kampf um ein Serum, dass Mutationen rückgängig macht. Dieser Haupthandlungsstrang wird aber von vielen, kleineren Handlungssträngen begleitet, die oft zur Entwicklung der Figuren und Ihrer Beziehung beitragen. Wichtig ist in jedem Fall die Geschichte von Rogue. Schon zu Beginn des ersten Films beginnt ihre Storyline, in der sie ihre Fähigkeit, Menschen durch Berührung die Lebenskraft zu entziehen, in einem intimen Moment mit ihrem Freund entdeckt. Fortan verkörpert sie den ängstlichen Teenager, der sich ausgeschlossen und allein fühlt. Im Lauf der Geschichte lernt sie eine neue Liebe unter den Mutanten kennen, doch auch mit ihm ist ihr, trotz mehrmaliger Versuche, der körperliche Kontakt verwehrt (X2). Schließlich ist sie eine von den Mutanten, die sich durch eine neuartige Behandlung „Heilung“ von ihren Kräften verspricht, um so ein normales Leben führen zu können (X-Men 3).
Ein weiterer dramaturgischer Schlüsselpunkt ist die gemeinsame Vergangenheit von Professor X und Magneto. Wird bereits im ersten Teil, im Dialog der beiden, durch Sätze wie "Ich werde dir Hoffnung geben alter Freund! Ich verlange dafür nur eins: Stör nicht meine Kreise!" (Magneto, X-Men), keine Feindschaft, sondern eine alte Freundschaft angedeutet. Im dritten Teil wird diese Freundschaft auch filmisch inszeniert, wenn in einer Rückblende gezeigt wird, wie beide zusammen, die damals noch junge, Jean Grey besuchen und ihre besonderen Fähigkeiten entdecken. Der gleiche Ort, ihr Elternhaus, wird schließlich auch Schauplatz von Dr. Xaviers Tod, der Magneto für den Moment, noch betroffener erscheinen lässt, als Xaviers Schüler. Jean Grey selbst wächst in ihrer Bedeutung von Film zu Film. Steht sie in X-Men noch im Hintergrund, so rettet sie im Zweiten das gesamte Team vor dem Tod, opfert sich dafür jedoch selbst. Sie erwacht im dritten Teil, als gespaltene Supermutantin Phoenix, zu neuem Leben. Der dunkle Teil von ihr tötet Cyclops, den Mann den sie eigentlich liebt und wendet sich von den X-Men ab. Sie schließt sich vorerst Magnetos Bruderschaft an, richtet ihre Wut schlussendlich jedoch sowohl gegen die Menschen, als auch die Mutanten. Nur Wolverine, der seit ihrer ersten Begegnung in Jean Grey verliebt war, ist in der Lage sich ihr zu nähern und sie auf ihr Bitten hin zu „erlösen“.
Das erlöst werden von seinen Kräften oder die Rückkehr zu einem normalen Leben, ist ausserhalb der verschiedenen Handlungsstränge, auch abgesehen von Rogue, immer wieder einer der wichtigsten Aspekte der Filme.
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Nicht ohne Grund sehen wir Mutanten in langen Schlangen vor dem Haus anstehen, in dem sie die sogenannte „Heilung“ bekommen können (X3). Immer wieder tauchen Charaktere auf, die besonders unter ihrer Mutation leiden. So zum Beispiel der Deutsche Kurt Wagner, oder auch Nightcrawler (Alan Cumming). Er erinnert äußerlich an einen Dämon, der die Fähigkeit besitzt sich zu teleportieren. Durch diese körperliche Veränderung war gezwungen, sein Leben als Attraktion in einem Zirkus zu fristen. Während seines Gesprächs mit Mystique wird deutlich, wie sehr er sich ein menschliches Äußeres wünscht, wenn er sie fasziniert fragt, warum sie nicht immer eine menschliche Gestalt annimmt, um ihre Mutation zu verbergen (X2). Als besonders tragisch stellt sich das Leben eines geflügelten Mutanten namens Angel da (Ben Foster). Die Abneigung seines Vaters gegenüber Mutanten ist so groß, dass er schon als kleiner Junge versucht, sich die heranwachsenden Flügel zu entfernen. Die Szene mit ihm im Badezimmer stehend und seinem Vater an die verschlossene Tür schlagend, wird dabei beinahe so inszeniert, als würde der Mann seinen Sohn beim Masturbieren erwischen. Dem Jungen bleibt darauf nur ein „Es tut mir leid“, mit dem er sich für etwas entschuldigt, dass in seinem Fall nur natürlich ist. Sein Vater ist es schließlich auch, der das Serum zur Heilung herstellt und Angel als erste Testperson nutzen will.
Dieses Serum wird durch das Blut eines Jungen gewonnen, der durch bloße Anwesenheit, die Mutation anderer Rückgängig machen kann. Eine solche Begegnung macht Dr. Henry McCoy (Kelsey Grammer). Trotz seiner blauen Behaarung und seines Aussehens, das ihm den Namen Beast eingebracht hat, ist er gebildet und arbeitet für die Regierung. Damit ist er der Prototyp für die Integration der Mutanten in die Gesellschaft, doch als sein rechter Arm für einen kurzen Moment menschlich wird, starrt auch er ihn fasziniert und vermittelt für diesen kurzen Zeitraum den Eindruck, dass auch er der Versuchung ein „normaler“ Mensch zu werden nicht bedingungslos widerstehen kann.
Zumindest die ersten beiden Filme bilden noch einen weiteren Bogen aus der Geschichte heraus, nämlich das Mysterium um die Vergangenheit des Einzelgängers Wolverine. Seine Fähigkeit zur Zellregeneration macht es unmöglich, sein genaues Alter zu bestimmen und er selbst hat sein Gedächtnis verloren. Alles was ihm bleibt sind Träume, die Erinnerungen an eine Operation zu sein scheinen, der er sein Metallskelett und dem daraus resultierenden Markenzeichen, seine ausfahrbaren Metallklauen zu verdanken hat. Der zweite Film beleuchtet eben diese Träume etwas
Arbeit zitieren:
Dustin Schmidt, 2009, Antihelden und Politallegorie in den X-Men Filmen, München, GRIN Verlag GmbH
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