Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung - 1 -
2 Definitionen - 2 -
3 Rückblick - 3 -
4 Open Access Strategien - 6 -
5 Geschäftsmodelle im Überblick - 8 -
6 Open Access an den Universitäten - 11 -
7 Ursachenanalyse - 14 -
7.1 Publikationswege - 15 -
7.1.1 Traditionelle Publikationswege - 15 -
7.1.2 Kritik an den traditionellen Publikationswegen - 16 -
7.1.3 Neue Publikationswege - 16 -
7.2 Kostenaspekte - 17 -
7.3 Internationalität und Sprachen - 19 -
7.4 Kritik und Urheberrechtliche Probleme - 20 -
8 Fazit und Ausblick - 21 -
9 Literaturverzeichnis - 24 -
II
Abbildungsverzeichnis
Deckblatt: Open Access Logo
(Public Library of Science: Open Access Logo. Online verfügbar unter http://www.plos.org/,
zuletzt geprüft am 10.09.2009.)
1. Kenntnis nationaler und internationaler Erklärungen und Initiativen zur Förderung von
Open Access........................................................................................................... - 6 -
2. Open Access Logo....................................................................................................- 7 -
3. Anzahl registrierter Repositorien.............................................................................- 11 -
4. Kenntnis und Nutzung von OA Zeitschriften...........................................................- 12 -
5. Kenntnis von Open Access Zeitschriften nach Wissenschaftsbereichen………….- 13 -
6. Sinnvolle Orte zur Veröffentlichung elektronischer Postprints................................- 13 -
7. Zugriff auf Open Access Zeitschriften zur Informationsgewinnung.........................- 14 -
8. Open Access Zahlungsbereitschaft in den Geistes- und Ingenieur-
wissenschaften.......................................................................................................- 18 -
9. Präferierte Maßnahmen zur Unterstützung von Open Access...............................- 22 -
1 Einleitung
Seit 2000 werden an der Johannes-Gutenberg Universität Mainz Hochschulschriften wie Magister- oder Masterarbeiten, Dissertationen und Habilitationen digitalisiert im hochschuleigenen Server Archimed (Archiv Mainzer elektronischer Dokumente) zur freien Verfügung gestellt. Die Universitätsbibliothek hat sich zum Ziel gesetzt Hochschulpublikationen zentral und frei verfügbar zu machen, die zuvor einer Qualitätskontrolle durch Universitätsmitarbeiter unterzogen werden. Mit der Veröffentlichung auf Archimed behält der Autor zwar alle Urheberrechte, muss aber auch den freien und unbefristeten Zugang zu seiner Arbeit genehmigen. 1
Zur Zeit befinden sich fast 1500 Dokumente auf dem Server, wobei 173 aus den Fachbereichen der Geisteswissenschaften und 466 aus den Fachbereichen der Lebenswissenschaften stammen. 2 Die Lebenswissenschaftler wie Biologen oder Mediziner machen also mehr als doppelt so häufig Gebrauch von der Möglichkeit ihre Arbeiten im Internet zur Verfügung zu stellen wie die Geisteswissenschaftler.
Wie in einer Studie der Deutschen Forschungsgemeinschaft deutlich wurde, ist diese Diskrepanz an den meisten deutschen Universitäten zu finden. 3 Vor allem die Lebenswissenschaften, sowie die Ingenieurwissenschaften wie Maschinenbau, Informatik und Bauwesen wenden das neue Publikationsmedium Open Access weitaus öfter an als beispielsweise die traditionsbewussteren Geisteswissenschaften.
Welche Bedeutung Open Access im heutigen Forschungsbetrieb hat und wo die Ursachen der unterschiedlichen Nutzungsintensität liegen, soll im Folgenden anhand eines Vergleiches der Geistes- und Ingenieurwissenschaften exemplarisch dargelegt werden. 4
2 Definitionen
Laut einer 2007 für die UNESCO-Kommission formulierten Definition beschreibt der Begriff Open Access (OA) " [den] freien, für die Nutzer kostenlosen Zugang zum Wissen". 5 Hierbei geht es vor allem um wissenschaftliche Publikationen, im Gegensatz zu Belletristik, wie sie beispielsweise unter anderem bei Google Books verfügbar ist. 6 Bereit gestellt werden die Open Access Systeme zum einen von den Universitäten selbst, zum anderen von Forschungsgemeinschaften oder anderen Interessensgruppen, die meist Schriften aus einem bestimmten Fachgebiet publizieren.
Wissen umfasst hier nicht nur den Publikationstext, sondern auch falls vorhanden damit zusammenhängende Forschungsdaten, Medien und andere zugehörige Informationen. Auch diese Informationen sollen über Open Access abrufbar sein. So soll den Benutzern das „freie, unwiderrufliche und weltweite Zugangsrecht“, sowie „die Erlaubnis, die Veröffentlichung für jeden verantwortlichen Zweck zu kopieren, zu benutzen, zu verteilen, zu übertragen und abzubilden unter der Bedingung der korrekten Nennung der Urheberschaft [...] sowie das Recht, eine beschränkte Anzahl gedruckter Kopien für den persönlichen Gebrauch zu machen“ erteilt werden. 7
Open Access Definitionen basieren meist auf Schriften der drei bisher wichtigsten Treffen zum Thema Open Access in Budapest, Bethesda und Berlin, die bis auf geringfügige Unterschiede in den Grundzügen übereinstimmen oder sich lediglich ergänzen. Einer der aktivsten Open Access Vertreter Professor Peter Suber 8 bezeichnet die Definitionen daher nach ihren Tagungsorten als die „BBB-definition“.
3 Rückblick
Erste Open Access Bewegungen gab es bereits in den 60er Jahren. 9 1966 wurde vom US- amerikanischenBildungsministerium und der „National Library of Education“ eine der ersten digitalen Bibliotheken, das „Education Resources Information Center“ (ERIC), gegründet, welches sich heute selbst als größte digitale Bibliothek für Bildungsliteratur bezeichnet. 10
Neben der bloßen technischen Möglichkeit Open Access Systeme zu verwenden, gab es verschiedene Auslöser, die die Realisierung und Anwendung dieser Systeme vorantrieben und sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machten.
So sahen sich beispielsweise viele Bibliotheken in den vergangenen Jahren gezwungen Abonnements aufgrund steigender Kosten zu kündigen und mussten sich daraufhin anderen, kostengünstigeren Wegen der Literaturversorgung öffnen.
Zudem wuchs der öffentliche Druck auf die Universitäten durch Steuergelder finanzierte Forschungsergebnisse der Allgemeinheit und somit eben auch dem Steuerzahler umsonst zur Verfügung zu stellen. 11 Open Access Systeme bedienen beide Seiten, indem sie Wissenschaftlern einen einfacheren und schnelleren Publikationsweg ermöglichen, den Bibliotheken einen kostengünstigeren Zugriff auf eine größere Anzahl von wissenschaftlichen Publikationen eröffnen und zudem Forschungsergebnisse der breiten Allgemeinheit meist umsonst zugänglich machen.
Die Treffen in Budapest, Bethesda und Berlin
Als „Geburtsurkunde“ der Open Access Initiative wie wir sie heute kennen gilt die auf dem ersten Treffen zum Thema Open Access von zahlreichen Wissenschaftlern unterzeichnete Erklärung. Das vom Open Society Institute (OSI) organisierte Treffen fand 2002 in Budapest statt und hatte vor allem das Ziel, den gemeinschaftlichen Willen zur schnellen, effektiven und flächendeckenden Umsetzung und Förderung von Open Access auszudrücken. 12 Außerdem legten die anwesenden Wissenschaftler eine Definition des Open Access Begriffs und der beiden Open Access Strategien der Selbstarchivierung und der Open Access Journale fest, die heute unter den Begriffen „Green Road“ (Grüner Weg) und „Gold Road“ (Gol-
dener Weg) bekannt sind. 13 In Budapest wurde vor allem über den Grünen Weg des Open Access debattiert, also die digitale Veröffentlichung von Artikeln, die bereits oder parallel in Fachzeitschriften publiziert und von Fachkollegen in einem sogenannten Peer-Review-Prozess geprüft werden.
Nach der Budapest Open Access Initiative gab es neben zahlreichen anderen Initiativen 14 zwei weitere Meilensteine in der Entwicklung des Open Access: das „Bethesda Statement on Open Access Publishing“ von 2003 und die Berliner Erklärung über den offenen Zugang zum wissenschaftlichen Wissen von 2003.
In Bethesda (USA) wurden im Gegensatz zum eher allgemein gehaltenen ersten Treffen in Budapest konkrete Ankündigungen und Handlungsaufforderungen von verschiedenen Arbeitsgruppen festgelegt. Obwohl sich in Bethesda vor allem Vertreter aus den Bereichen der Naturwissenschaften wie Medizin und Biologie trafen, können die erarbeiteten Grundsätze und Förderungsmaßnahmen auf alle Wissenschaftszweige angewandt werden.
Das “Bethesda Statement on Open Access Publishing” umfasst drei Stellungnahmen, die von den Arbeitsgruppen „Institutionen und finanzierende Gesellschaften“, „Bibliotheken und Verleger“ und „Wissenschaftler und wissenschaftliche Vereinigungen“ zusammengestellt wurden. Die Arbeitsgruppe „Institutionen und finanzierende Gesellschaften“ bietet an, die bei Open Access Publikationen entstehenden Kosten mit zu tragen und deklariert bei der Vergabe von Stipendien und Promotionsplätzen den Wert der bereits getätigten Publikationen nicht an der Bekanntheit des Wissenschaftsjournals, sondern am inhaltlichen Wert der Arbeit selbst zu bemessen. Somit kann eine Open Access Publikation also nicht als per se weniger wertvoll als eine traditionelle Printpublikation, etwa in einer renommierten Fachzeitschrift, angesehen werden. Zudem ermutigt die Gruppe alle Angestellten und Stipendiaten ausdrücklich ihre Arbeiten in Open Access Systemen zugänglich zu machen.
Ebenso kündigt auch die Arbeitsgruppe der „Bibliotheken und Verleger“ ihre Unterstützung an, indem die Bibliotheken ihre Nutzer gezielt auf Open Access Angebote hinweisen und die technische Entwicklung unterstützen wollen. Die Verleger schlagen vor für jeden Printartikel auch eine Open Access Version bereit zu stellen, einen Zeitplan aufzustellen, der die Umstellung von Journal Publikationen zu Open Access regelt, die technische Entwicklung ge-
Arbeit zitieren:
Mira-Sophie Potten, 2009, Open Access für alle?, München, GRIN Verlag GmbH
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