Inhaltsverzeichnis
Einleitende Worte. 3
1. Metaphern. 4
1.1. Argumentieren mit Metaphern. 5
1.1.1.Metapher nach Aristoteles 5
1.2. Traditionelle Theorien 7
1.2.1. These der Vergleichstheorie 8
1.2.2. These der Substitutionstheorie. 8
1.3. Metapherntheorie von Lakoff und Johnson 9
1.3.1. Konzeptuelle Metaphern. 11
2. Argumentation als Krieg 12
2.1. Die Metapher der Argumentation als Krieg. 12
3. Das Röhrenmodell 13
3.1. Die Metapher der Kommunikation als Röhre. 13
3.2. Argumentation als Tanz. 14
Schlie ßende Betrachtungen 15
Literatur - und Quellenverzeichnis 16
2
Einleitende Worte
Fällt der Terminus Metapher wird er in der Regel der poetischen oder rhetorischen Sprache zugeordnet. Für die meisten Menschen ist die Metapher demzufolge „...ein Mittel der poetischen Imagination und der rhetorischen Geste“ 1 , die eher in dem Bereich der außergewöhnlichen und nicht gewöhnlichen Sprache zu finden ist. Jedoch verwenden wir in jeglichen kommunikativen Prozessen Metaphern ohne explizit davon Kenntnis zu nehmen. „Wir bringen einem anderen etwas nahe, stehen auf Standpunkten, ziehen uns zurück, sind wahnsinnig vor Glück, fühlen uns von Bemerkungen anderer zutiefst getroffen oder dringen tief in andere ein. Manchmal trifft, was wir sagen, ins Schwarze, manchmal geht es daneben. Wir knüpfen Kontaktfäden und verstricken uns dabei, und wenn wir auf andere zugehen, kommt es zu Berührungen - oder nicht. Und manchmal funkt es sogar.“ 2 Metaphern durchdringen nicht nur unsere Sprache, sondern auch unser Denken wie unser Handeln oder kurz formuliert: Metaphern durchqueren unser Alltagsleben. „Konzepte, die unser Denken strukturieren, sind nicht auf den intellektuellen Bereich begrenzt. Sie lenken auch unser nichtreflektiertes Alltagshandeln bis in die prosaischsten Einzelheiten.“ 3 Der erste Teil der vorliegenden Arbeit beschäftigt sich mit den traditionellen Theorien sowie der Metaphertheorie von Lakoff und Johnson, die mit ihrem Werk die endgültige Abkehr von aristotelisch inspirierten Metapherntheorien markierten. Insofern wird auch geklärt, was unter konzeptuellen Metaphern zu verstehen ist.
Im zweiten Abschnitt steht die Metapher der Argumentation als Krieg im Vordergrund. An Beispielen wird verdeutlicht, was für ein metaphorisches Konzept, unser Handeln sowie unser Verständnis von unseren Handlungen beim Argumentieren strukturiert. Was sich hinter dem sogenannten Röhrenmodell verbirgt, klärt der dritte Teil der Arbeit. Aus dem Aspekt der Röhren-Metapher lassen sich sprachliche Ausdrücke sind Gefäße für Bedeutungen oder Bedeutungen sind Objekte ableiten.
Abschließend wird kurz auf das Gedankenexperiment: Stellen wir uns eine Kultur vor, in der man einen Argumentationsvorgang als Tanz betrachten würde, eingegangen.
1 Lakoff; Johnson 1998, S. 11; Auslassungen: H.W.
2 Ebd., S. 7
3 Ebd., S. 11
3
1. Metaphern
Was die Metapher betrifft, darüber ist wahrlich schon reichlich geschrieben worden - „...so viel, daß Rechtfertigungen wie diejenige Andrew Goatlys, der in The Language of Metaphors die Frage aufwirft: ‘But why another book on metaphor?’[ 4 ], mittlerweile nicht einmalig sind. Die Metapher ist zu einem ,historischen‘ Gegenstand geworden: Für die Zeit bis 1940 liegt eine sich als Geschichte der Metapher bzw. des Begriffs ,Metapher‘ verstehende Arbeit vor. [ 5 ] [...] Nicht wenige Autoren, die mit der Metapher befaßt sind, vertreten eine mehr oder weniger spezielle Theorie. Manche tun dies explizit, andere implizit. Die einen legen großen Wert auf die Feststellung, daß ihre Ausführungen eine bestimmte Metaphertheorie exemplifizieren; andere lassen die Frage offen, haben im Hinblick auf ihr Objekt aber trotzdem eine bestimmte Auffassung.
Was die geschichtliche Entwicklung betrifft, so ist festzustellen, daß Theorien der Metaphern erst nach dem Zweiten Weltkrieg vermehrt in Erscheinung treten. Für die Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg ist eine Situation zu reklamieren, wie sie Kant in der Vorrede zur zweiten Auflage der Kritik der reinen Vernunft beschrieben hat, wo er hinsichtlich der Logik sagt, daß diese seit Aristoteles ›keinen Schritt vorwärts hat tun können‹ 6 . Dem Schritt vorwärts, den Kant dann getan hat, entspricht auf dem Gebiet der Metapherntheorie das, was Autoren wie [Ivor Armstrong] Richards und Max Black mit ihren Analysevorschlägen erreicht haben, der eine vor, der andere nach dem Zweiten Weltkrieg. Rousseaus Theorie war noch nicht entdeckt, Karl Bühlers ,Gestalttheorie der Metapher‘, obwohl wesentlicher Bestandteil seiner Sprachtheorie, war und ist unbemerkt geblieben. Richards will über Aristoteles hinausgelangen, denn er glaubt diesen für die konstatierten Verzögerungen auf dem Gebiet der Metapherntheorie verantwortlich machen zu können; was Richards nachzuholen versucht, 8 geschieht, wie er selbst hervorhebt, ›Aristoteles zum Trotz‹[ 7 ].“ Eckard Rolf fasst den Terminus Metapher folgend zusammen: Sie „... ist [...] mit dem Vergleich und der Ironie verglichen oder mit indirekten Sprechakten auf einer Ebene gestellt worden; sie ist in Beziehung gesetzt worden zu Anaphern, Synekdochen, definiten Kennzeichnungen und indexikalischen Ausdrücken. Man hat sich auch nicht gescheut, die Metapher mit dem Vorbringen von Lügen in Zusammenhang zu bringen. Sie ist aber auch mit
4 Goatly, Andrew: The Language of Metaphors. London 1997, S. 4; Zitiert in: Rolf 2005, S. 1; Änderung der
Fußnotennummerierung: H.W.
5 Vgl. Stutterheim, Cornelis Ferdinand Petrus: Het begrip mataphoor. En taalkundig en wijsgerig
onderzoek. Amsterdam 1941; Zitiert in: Rolf 2005, S. 1; Änderung der Fußnotennummerierung: H.W.
6 Kant (1787/1974), B VIII.
7 Richard, I. Armstrong: "Die Metapher", 1936/1983, S. 35. In: Haverkamp, Anselm: Die paradoxe
Metaphern. Frankfurt/a. M. 1988, S. 31 - 52.
8 Rolf 2005, S. 1f. Einfügung, Auslassung und Änderung der Fußnotennummerierungen: H.W.
4
dem Phänomen der Substitution in Verbindung gebracht worden, und man hat den Begriff der Interaktion auf sie angewandt.“ 9
1.1. Argumentieren mit Metaphern
Wahrscheinlich fällt es auf den ersten Blick nicht leicht die Vermutung oder den Zusammenhang zu definieren bzw. zu finden, was die Thematik Argumentation mit Metaphern gemein haben könnten, abgesehen davon, dass es sich mit einer überzeugenden Metapher leichter argumentieren lässt. Jedoch, und so wird es verständlich, „...blickt man auf den Bezirk der lebensweltlichen Rationalität, lassen sich die Umrisse des Zusammenwirkens zwischen metaphorischer und argumentativer Redepraxis erkennen.“ 10 Es gilt Orte aufzufinden, „...an denen sich Rationalität ins Alltagsverständnis eingenistet hat. Genau hier liegt der Ankerplatz, an dem Topos und Metapher, gekleidet im sozialen Gewand, ins gemeinsame Boot steigen. Topik und Metaphorik sind die Orte, an denen, wie Bubner[ 11 ] sagt: »[...]Rationalität vor aller wissenschaftlichen Disziplin ihre unverwalteten Quellen in lebensweltlichen Dispositionen findet.«[ 12 ]
1.1.1.Metapher nach Aristoteles
Ansätze zu einer Theorie der Metapher finden sich zuerst bei Aristoteles 13 , in dessen Poetik und Rhetorik. In der Poetik verwendet er den Ausdruck Metapher in der ursprünglichen, weiteren Bedeutung von Übertragung, die in der seither entwickelten rhetorischen Terminologie in etwa dem Bedeutungsspektrum von Tropus 14 entspricht:
9 Ebd., S. 3f.; Auslassungen: H.W.
10 Pielenz 1993, S. 9; Auslassung: H.W.
11 „Rüdiger Bubner wurde 1941 in Lüdenscheid geboren. Er studierte Klassische Philologie und Philosophie an
den Universitäten Tübingen, Wien, Heidelberg und Oxford. 1973 wurde er Professor für Philosophie in
Frankfurt am Main, ab 1979 lehrte er an der Universität Tübingen, dann ab 1996 in Heidelberg. Bubner war
Präsident der Internationalen Vereinigung zur Förderung des Studiums der Hegelschen Philosophie. 2005
erhielt er die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg (Schweiz). Er starb am
9. Februar 2007.
Historische Schwerpunkte von Bubners Arbeit waren in der Antike Platon und Aristoteles, in der Neuzeit
der Deutsche Idealismus und die Moderne des 19. und 20. Jahrhunderts. Seine systematischen
Schwerpunkte lagen in der philosophischen Hermeneutik und Sprachphilosophie, in der politischen und
praktischen Philosophie sowie in der Ästhetik.“
Zitiert in: http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCdiger_Bubner; letzter Zugriff: 05.04.2009;
Hervorhebung/kursiv: H.W.
12 Bubner, Rüdiger: Dialektik als Topik. Frankfurt/Main, 1990, S. 7f.; Zitiert in: Pilenz 1993, S 9.; Das Zitat
bezieht sich bei Bubner explizit auf die Topik.
13 Aristoteles (griech. º!12o2");* 384 v. Chr. in Stageira (Stagira) auf der Halbinsel Chalkidike;
† 322 v. Chr. in Chalkis auf der Insel Euboia.
14 Der Tropus (auch die Trope, Plural Tropen oder nach dem gr. Tropoi) ist in der Rhetorik ein Überbegriff für
eine Gruppe rhetorischer Figuren (sprachlicher Stilmittel). Er leitet sich ab von gr. 2! (Wendung) und
bezeichnet die Ersetzung eines Ausdrucks durch einen anderen, der allerdings nicht synonym ist, also einem
anderen Bedeutungsfeld zugehörig ist.
Bei den Tropen handelt es sich um semantische Figuren, womit sie sich von anderen rhetorischen Figuren
5
Arbeit zitieren:
Magistra Artium Marta Cornelia Broll, 2008, Kriegerische Argumentation, München, GRIN Verlag GmbH
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