1
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Risiko - Wahl - Modell (Atkinson) 3-5
3. Attributionsmodell (Weiner) 6-7
4. Attributionsmodell (Kelley) 8
5. Rubikon - Modell. 9 -10
6. Förderung der Lern- und Leistungsmotivation der Schüler 11-12
6.1 Interessenentwicklung im Unterricht durch Autonomieunterstützung 13-15
7. Schlussbetrachtung 16
8. Literaturverzeichnis 17
1 Einleitung
In der hier vorliegenden Arbeit geht es um die Erarbeitung eines differenzierten Einblickes in die Thematik der Lern- und Leistungsmotivation. Um eine wissenschaftliche Grundlage und ein Verständnis für diese Thematik zu bekommen, werden im ersten Teil dieser Arbeit die Modelle von Atkinson, Weiner und Kelley dargestellt und eingeordnet. Anschließend wird die Lern- und Leistungsmotivation auf ihre Praxiskompatibilität in der Schule hin erörtert. Gerade in der frühen Adoleszenz und in der Pubertät ist es immens wichtig, die Schüler anzuregen und stets neue Impulse zu setzen, die die Aufmerksamkeit und Lernmotivation langzeitlich stabilisieren soll. Der Hauptteil wird sich demnach damit beschäftigen, wie man die Schüler aktiviert und welche Lehren und Konsequenzen aus den vorgestellten Modellen zu ziehen sind.
Es wird in diesem Teil dieser Arbeit darum gehen, wie bzw. mit welchen Methoden die Schüler optimal für den jeweiligen Unterricht motiviert werden können, um so im Endeffekt bessere Ergebnisse zu erzielen.
Es wird erörtert werden, wie das Konzept der Selbstbestimmung nach Deci und Ryan mit dem Aufbau von Persönlichkeit, von Lernbereitschaft und Interessen der Schüler in Zusammenhang steht.
Des Weiteren wird versucht, die Motivationspsychologie einzuordnen und deren Stellenwert im Schulbetrieb zu beschreiben.
2 Risiko - Wahl - Modell (Atkinson)
John Atkinson forschte und lehrte an der University of Michigan. Er ist einer derjenigen Forscher, die am nachhaltigsten auf die Bedeutung der Persönlichkeitsstruktur zum Verständnis motivationaler Prozesse hingewiesen haben. Sein Verhaltensmodell ähnelt von der Konzeption und der Grundannahme denen von Hull und Lewin. Er setzt aber durch die Betonung interindividueller Unterschiede differenzierte Akzente. 1
Atkinson versuchte die Determinanten des Verhaltens zu isolieren. Er stellte ein Modell vor, das neben den Personfaktoren auch die situativen Momente für die Verhaltensdetermination berücksichtigt.
Leistungsorientiertes Verhalten wird von Atkinson als Ergebnis eines Konflikts zwischen Annäherungs- und Vermeidungstendenzen aufgefasst. Mit jeder leistungsbezogenen Handlung ist die Möglichkeit von Erfolg (mit dem nachfolgenden Gefühl des Stolzes) und die Möglichkeit von Misserfolg (mit dem nachfolgenden Gefühl der Scham) verbunden. Die Stärke dieser antizipierten Gefühle ist ausschlaggebend dafür, ob ein Individuum Leistungshandlungen in Angriff nehmen oder ihnen aus dem Weg gehen wird. Leistungsmotivation wird als resultierende Tendenz eines emotionalen Konflikts zwischen der Hoffnung auf Erfolg und der Furcht vor Misserfolg aufgefasst. 2
Die Tendenz Erfolg zu haben, wird als Produkt aus drei Faktoren angesehen, die multiplikativ miteinander verknüpft sind: 1. dem Leistungsmotiv bzw. Erfolgsmotiv,
2. der subjektiven Wahrscheinlichkeit, dass man bei der durchzuführenden Aufgabe auch erfolgreich sein wird 3. und dem Anreiz des Erfolges.
zu 1.: Atkinson definiert das Leistungsmotiv als eine Fähigkeit zum Erleben von Stolz über erbrachte Leistungen. Er geht also von einer emotionalen Disposition aus, die es dem Menschen ermöglicht, bestimmte Gefühle und Stimmungen wahrzunehmen und zu empfinden. 3
1 Weiner, Bernard: Motivationspsychologie, Beltz Verlag, 3. Aufl., Weinheim, S. 152, 1994.
2 Weiner, Bernard: Motivationspsychologie, Beltz Verlag, 3. Aufl., Weinheim, S. 152, 1994.
3 Vgl. Ebenda, S. 152/153.
zu 2.: Die subjektive Wahrscheinlichkeit lässt sich damit erklären, dass eine bestimmte Erwartung in der jeweiligen Handlung steckt. Die Erwartungshaltung (Belohnung) geht auf bereits erlernte Verhaltensmuster zurück. Der Mensch lernt bspw., dass eine bestimmte Reaktion in einer Situation zu einer Belohnung geführt hat. Auf Grund von bereits gemachten Erfahrungen werden gewisse Verhaltensmuster aktiviert. Tolman, auf dessen Analysen sich Atkinson bei der Erstellung seiner Theorie hat leiten lassen, gibt an, dass die Zielerwartung mit der Anzahl der belohnten Durchgänge zunimmt.
Er behauptet, dass die ersten und letzten Durchgänge eines Versuchsexperimentes auf die Bildung von Zielerwartungen einen besonders starken Einfluss haben. 4 Atkinson stellt weiterhin fest, dass jede Information verwendet und gegeben werden kann, die die Überzeugung einer Person hinsichtlich ihrer Chancen zu gewinnen oder besser abzuschneiden, positiv beeinflusst. Dies können Manipulationen ob der Schwierigkeit einer Aufgabe oder zur Abgrenzung zu einer anderen Gruppe unterschiedlicher Größe sein.
zu 3.: Der Anreiz des Erfolges ist durch die Erfolgswahrscheinlichkeit determiniert. Der Anreizwert von Erfolg nimmt mit sinkender Erfolgswahrscheinlichkeit zu. Man empfindet ein intensiveres Gefühl von Stolz bei der Lösung einer schwierigen Aufgabe, als nach Erfolg bei einer einfacheren. Wie schwierig die Aufgabe nun war, hängt von der subjektiven Sichtweise mit ab.
Wie leistungsbezogene Situationen Stolz evozieren können, so ist das Empfinden von Misserfolgen, gar Scham, ebenso ausgeprägt. Negativ erlebte und durchlebte Situationen lösen also Furcht vor Misserfolg aus.
Wie bei der Hoffnung auf Erfolg, gibt es bei diesem Modell drei Determinanten. Auch bei diesem Modell wird angegeben, dass die Tendenz zur Vermeidung von Misserfolg das Produkt des Motivs, Misserfolg zu vermeiden, der subjektiven Wahrscheinlichkeit des Misserfolges und des negativen Anreizes von Misserfolg ist: 5
4 Vgl. Ebenda.
5 Weiner, Bernard: Motivationspsychologie, Beltz Verlag, 3. Aufl., Weinheim, S. 154, 1994.
Arbeit zitieren:
2008, Lern- und Leistungsmotivation und ihre Förderung im sozialen Umfeld Schule, München, GRIN Verlag GmbH
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