Inhaltsverzeichnis
Vorwort.................................................................................................................................. 3
1. Einleitung 4
2. Unterrichtsstörungen: Ein theoretischer Exkurs 5
2.1 Schattenseite des Lehrerberufs 5
2.2 Lehrende im Umgang mit Störungen 6
2.3 Erscheinungsformen nach Winkel. 6
3. Schriftliche Befragung als Forschungsmethode. 7
3.1 Befragungsthema 7
3.2 Zielgruppe. 8
3.3 Untersuchungsmethode 9
4. Präsentation der Fragebögen 10
4.1 Zustandekommen der Umfrage. 10
4.2 Erwartungshaltung und Zielsetzung 11
4.3 Wahl der empirischen Untersuchung 11
4.4 Musterblatt 13
5. Evaluation 16
5.1 Erkenntnisse der ersten Befragung. 16
5.2 Erkenntnisse der zweiten Befragung. 16
5.3 Erkenntnisse der dritten Befragung. 17
5.4 Vergleich der Befragungen unter folgenden Gesichtspunkten: 18
5.4.1 Wahrnehmung. 18
5.4.2 Einsatz von Methoden 19
5.4.3 Fallbeispiel: Frage 14 20
6. Schlussbetrachtung 21
7. Literaturverzeichnis 22
2
Vorwort
Der Weg von der Lehramtsstudentin bis zur Referendarin, über die staatlich geprüfte Lehrerin und schlussendlich bis hin zur erfahrenen Lehrerin ist noch ein weiter und mit etlichen Hürden versehen. Oft reicht das theoretische Wissen um ein Problem nicht aus, die Lösung zu finden, woraufhin sich die Fragen an der Praxis orientieren.
Die Bildung werdender Lehrkräfte verläuft auf ähnliche Weise: durch das Aneignen von The-orien im Studium und das Verstehen dieser mittels der Praxis im Schulpraktikum. Schulpraktische Erfahrungen sollen ebenso dazu dienen, Sicherheit in der Ausübung des Lehrerberufes zu erlangen. Oft zeigen erst die Erfahrungen in den Schulpraktika die Eignung für den Beruf der Lehrerin oder des Lehrers. Grund dafür sind Phänomene, bei denen Lehrende auf Widerstand stoßen und mit denen auch ich mich des Öfteren konfrontiert sehe. Die Rede ist von Konfliktsituationen und Störungen im Unterricht.
Ich entschloss ich mich, das Thema „Umgang mit Konfliktsituationen im Unterricht“ zu analysieren und ging exemplarisch vor. Da mich dieses Thema in den Praktika bisher am meisten beschäftigt hat, erstellte ich einen Fragebogen, den ich den drei mich während eines Praktikums betreuenden Mentoren zur individuellen Beantwortung vorlegte. Durch den engen Kontakt und die Erfahrung zahlreicher Hospitationsstunden, konnte ich drei sehr unterschiedliche Lehrertypen wahrnehmen. Aus diesem Grund erschien es mir interessant, genau diese drei zu dem Thema zu befragen. Das Spektrum an störfaktorialen Ereignissen, die Herangehensweisen und die vielseitigen Methodeneinsätze zeigten letzten Endes nur, dass jede Lehrperson aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz schöpft und die Methoden anwendet, die sie für die wirksamsten hält. Hierbei sei zu erwähnen, dass diese Untersuchung durch die intensive Auseinandersetzung mit jenem Phänomen außerdem einer tiefer gehenden Reflexion meiner Praktikumserfahrungen diente und somit seinen Zweck erfüllte.
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1. Einleitung
Auf sich allein gestellt wächst der Mensch in einer sich stetig verändernden Gesellschaft auf und begegnet auf seinem recht kurzem Weg der Schulbildung immer wieder neuen Lehrerinnen und Lehrern, deren Aufgabe es ist, ihr Wissen und ihre Lebenserfahrung an die jungen Heranwachsenden weiter zu geben. Eine Aufgabe, die nicht nur viel Verantwortung bedeutet, sondern auch eine gewisse Pflicht gegenüber dem Heranwachsenden mit sich bringt. Die Pflicht ihm die Möglichkeit zu geben, sich selbst fortzubilden, denn „der Mensch muss sich in der Welt selbst forthelfen. Dies ihn zu lehren, ist unsere Aufgabe.“ (PESTALOZZI) 1 . Als Lehrerin und Lehrer gilt es zum einen, den passenden Umgang und zum anderen, den richtigen Zugang zu den Schülern finden. Nicht jede Schülerin und jeder Schüler zeigt sich offen und interessiert gegenüber Aufnahme von neuem Wissen oder neuen Informationen. Die ersten Anzeichen von Resignation machen sich bemerkbar und führen besonders im Klassenkollektiv letztendlich zu Störungen und Unruhe, mit der sich die Lehrenden konfrontiert sehen. Wider Willen kommt es zum Einsatz verschiedenster Methoden, die kaum ihren Zweck erfüllen. Doch gibt es die eine Idealmethode oder sogar ein Sammelsurium an Methoden zur Eindämmung unwillkommener Unterrichtsstörungen? Oder ist diese Fragestellung allein schon utopisch?
Auf der Suche nach möglichen Antworten erscheint mir der Weg in das Schulleben als der Sichere. Die Praxis ist der Schlüssel, da aus ihr nicht nur die Erfahrungen gezogen werden, sondern sich auch die pädagogischen Theorien von ihr ableiten und erschließen. Diese Schlüsselerfahrung machen zum Beispiel Studierende in mehreren Praktika. Die Erfahrungen und Erkenntnisse richten sich nach der eigenen Position, dem Finden einer neuen Rolle und der Eignung für den Beruf. Dabei sehen auch wir Studierende uns, mit den alltäglichen Problemen des Schullebens - wie den Unterrichtsstörungen - konfrontiert. Der Versuch der Anwendung klassischer Methoden vom Ermahnen bis hin zur Drohung scheitert. Mit den oben gestellten Fragen wenden wir uns schnell an Kollegen und Mentoren in der Hoffnung, diese wüssten um die Problemherde im Unterricht bescheid und hätten aus den Jahren der Erfahrungen Kenntnis über die passende Methode.
Auf dieser Grundlage habe ich drei schriftliche Befragungen bei Mentoren einer Realschule gemacht. Im Folgenden soll die gewählte Herangehensweise kritisch betrachtet und gleichsam begründet werden. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit werden die Ergebnisse der Befragung unter verschiedenen Gesichtspunkten untersucht. Abschließend umrahmt eine persönliche Stellungnahme und Einschätzung die Ausführung mit dem Ziel, neue Sichtweisen für den eigenen Erfahrungsschatz gewinnen.
1 Puntsch, Eberhard: Zitatenhandbuch. Universitas Verlag, München 2003, 308.
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2. Unterrichtsstörungen: Ein theoretischer Exkurs
2.1 Schattenseite des Lehrerberufs
In Deutschland macht eine Unterrichtsstunde rund 65 % 2 der Lehr- und Lerntätigkeiten aus. Die restlichen 35 % 3 der Zeit werden darauf verwendet, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Diese Zahlen zeigen, dass auch der Beruf des Lehrers seine Schattenseiten hat. Doch in den seltensten Fällen wird darüber gesprochen, was den Lernprozess ins Stocken bringt, was den Unterrichtshergang aus den Fugen geraten lässt und was Angst und Hilflosigkeit bei betroffenen Lehrkräften auslöst. Diese wiegen sich in Anonymität, möchten darüber reden, aber nicht erkannt werden. Der Grund ist die Einsicht des Scheiterns, der Verlust von Kontrolle oder der Wegfall von Autorität, die dazu führt, das dass Problem nicht öffentlich dargestellt wird. Sätze wie Ich bin gestresst! oder War die Klasse heute wieder stressig! gehören zum Schulalltag. Diese Sätze drücken aus, dass sich Lehrer „durch kritische Situationen über das normale Maß hinaus beansprucht [fühlen], dass [Lehrer] auf belastende Zwischenfälle oder die häufiger vorkommenden sehr vielen kleinen einzelnen belastenden Ereignisse nicht mehr angemessen und gelassen reagieren [können].“ 4 Dem entgegenzusteuern erweist sich oft als unüberwindbares Hindernis und der Versuch Problemen aus dem Weg zu gehen, scheitert kläglich.
Dabei gehören Schulkonflikte zum Alltag von Lehrerinnen und Lehrern. Meist ist von Disziplinproblemen, von Verhaltensauffälligkeiten oder von Erziehungsschwierigkeiten die Rede. „Disziplin ist ein Begriff, der im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts [jedoch] eine Renaissance erfahren hat.“ 5 Verhaltensauffälligkeiten und Disziplinschwierigkeiten lenken in erster Linie die Ursache auf den Schüler und weisen die Schuld von der Lehrperson. Sie beinhalten daher gehend eher veraltete Ansichten. Resultierend aus dieser sprachlichen Ungleichheit wird in der gegenwärtigen Schulpädagogik bevorzugt der Begriff der Unterrichtsstörung verwendet, welchen Rainer WINKEL aus der kommunikativen Didaktik 6 initiierte. „Er stellt den Prozess des Verstehens in den Mittelpunkt und interpretiert Unterrichtsstörungen hauptsächlich vom Unterricht her.“ 7 Und auch wenn eine begriffsdefinitorische Änderung zu verzeichnen ist, so kann jedoch nicht von einer schulpraktisch bezogenen Veränderung gesprochen werden. Das Problem besteht weiterhin, nur hat sich der Blickwinkel um 180 Grad gedreht.
2 Vgl. Keller, Gustav: Disziplinmanagement in der Schulklasse. Unterrichtsstörungen vorbeugen - Unterrichtsstö-
1 ,28. rungen bewältigen. Verlag Hans Huber. Bern 2008
3 Vgl. Ebenda.
4 Thal, Jürgen / Ebert, Uwe: Methodenvielfalt im Unterricht - mit Lust stressarm und effektiv lernen. Neuwied:
Verlag Luchterhand, 2004, 18.
5 Keller 2008 1 , 7.
6 Vgl. Schäfer, Christa D.: Wege zur Lösung von Unterrichtsstörungen. Jugendliche verstehen - Schule verän-
dern. Bd. 56, Schneiderverlag Hohengehren GmbH, Baltmannsweiler 2006, 1.
7 Ebenda.
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2.2 Lehrende im Umgang mit Störungen
Bei Auftreten von Unterrichtsstörungen ist die Lehrerin und der Lehrer verpflichtet, zu intervenieren. Aus schulrechtlicher Sicht sind zum einen der Erlass geregelter Erziehungsmaßnahmen 8 und die gesetzlich festgelegten Ordnungsmaßnahmen 9 zu differenzieren. In den Rahmen der pädagogischen Freiheit 10 fällt der Handlungsspielraum der Lehrkraft und die Wahl legitimer Methoden bei Unterrichtsstörungen.
Unterrichtsstörungen zählen für Lehrerinnen und Lehrer zu den bewegenden schulischen Problemen. 11 Grundlegend ist nicht der Störfaktor an sich, sondern was dieser bei Lehrern auslöst und wie mit ihnen umgegangen wird. In Gedanken verloren, kommen Selbstzweifel auf und Fragen wie Bleibe ich im Unterricht ich selbst?, Wie reagiere ich angemessen?, Welche Methode wäre die Wirksamste? oder Muss ich meine Person der Lehrerrolle opfern? irren ohne passende Antworten im Kopf umher. Störungen im Unterricht sind Angriffe auf das Selbstwertgefühl des Lehrenden, welches ihn Siegfried gleich an der Schulter trifft und seine Verwundbarkeit zu Tage kommen lässt. Einige reagieren mit Resignation oder geben sich selbst auf und andere versuchen mit Humor, Methodenwechsel und Sanktionen die Störung im Keim zu ersticken. Als wirklich effektiv erweist sich wohl kaum eine Methode. Ein Risiko besteht weiterhin.
Dabei handelt es sich wirklich nicht um die schlechtesten Lehrer. Sie sind fachkompetent, gut vorbereitet und durchaus guten Willens. 12 „Und doch […] handeln viele Lehrer im Zwiespalt ihres pädagogischen Anspruches mit der täglich erfahrenen Realität ihres Berufes oft verzweifelt gegen ihre Ansichten und dennoch im kollegialen Kanton tradierter Erziehungspraktiken“ 13 , schreibt Rainer MANERTZ bereits Ende der Siebziger. Obwohl diese Auffassung bereits dreißig Jahre zurück liegt, scheint sie im Einklang mit aktuellen Gesprächen über Formen der Konfliktlösung bei Unterrichtsstörungen zu sein.
2.3 Erscheinungsformen nach Winkel
Zuallererst ist darauf hinzuweisen, dass keine allgemeingültige Definition von Unterrichtstörungen existiert. Die hier vorgestellten Definitionen sind willkürlich und von der breiten Masse akzeptiert. WINKEL äußert sich folgendermaßen über diese Teilaspekt: „Was eine Unterrichtsstörung ist, kann überhaupt nicht ein einzelner oder eine Gruppe vorweg ausmachen, gleichsam von außen festlegen. […] Eine Unterrichtsstörung liegt dann vor, wenn der Unter-
8 Vgl.Keller 2008, 37.
9 Vgl. Ebenda.
10 Vgl. Ebenda..
11 Vgl. Singer, Kurt: Lehrer - Schüler- Konflikte gewaltfrei regeln. Erziehungsschwierigkeiten und Unterrichtsstö-
1 ,11. rungen als Beziehungsschwierigkeiten bearbeiten. Beltz Verlag, Weinheim und Basel 1988
12 Vgl. Korte, Jochen: Disziplinprobleme im Schulalltag. Über den unpädagogischen Umgang mit schwierigen
Schülern. Beltz Verlag, Weinheim 1982, 18.
13 Manertz, Rainer: Strafen oder nicht? Disziplinierung als pädagogisches Problem des Lehrers. Verlag Herder
Freiburg im Breisgau, Freiburg 1978, 8.
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Arbeit zitieren:
Sandra Triepke, 2009, Reflexionen aus der Praxis, München, GRIN Verlag GmbH
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