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Bei mittlerweile knapp drei Millionen türkisch-stämmigen Mitbürgern in der Bundesrepublik Deutschland stellt sich automatisch die Frage, wie die Integration dieser Türken bisher verlaufen ist. Können wir überhaupt von Integration sprechen?
Türkische Migranten in Deutschland: „Wie funktioniert Integration (nicht)?“ ist das Thema und wir werden einige Erkenntnisse dazu gewinnen. Die Frage nach der Integration der Migranten ist deshalb so wichtig, da zum einen fast täglich in den Nachrichten, im Positivem wie auch im Negativem Sinne, etwas darüber zu hören ist, und zum Anderen jenes eine Brisanz erhält, in der die deutsche Bevölkerung geblendet wird durch fahrlässige Berichterstattung. Diesbezüglich werden uns diverse Pro und Contras in diesem Essay begleiten, und wir werden sehen wie wir am besten mit diesem Problem umgehen können.
Wenn wir uns die Mühe machen und im Duden nach dem Wort Integration schauen, dann werden wir feststellen, dass damit in erster Linie „Wiederherstellung eines Ganzen“ gemeint ist. Hier ist schon deutlich erkennbar, dass Integration ein sehr breites Thema ist. Was wird von der deutschen Gesellschaft gewünscht, ferner welche Art von Integration ist gemeint? Was sind die Integrationsziele und -mechanismen? In der Diskussion um den Integrationsprozess der türkisch-stämmigen Mitbürger, wird somit kein eindeutiges und übereinstimmendes Konzept dargelegt. Auch sind Begriffe wie Anpassung, Eingliederung, Assimilation, Absorption und Akkulturation ein Bestandteil dieser Diskussion. Zudem findet man in der Literatur eine Stufenskala zu den genannten Fachtermini. Angefangen von der partiellen Anpassung in der untersten Stufe weiter zur Angleichung anschließend in die Stufe der Akkulturation und an oberster Stelle der Begriff der Assimilation. Doch der wesentliche Wunschgedanke vielerorts ist die soziale und kulturelle Integration dieser Türken in die deutsche Gesellschaft. Bevor ich mit meiner Arbeit beginne, möchte ich ein Beispiel aufzeigen wo Integration nicht geklappt hat. Die Rede ist von Mallorca und den dort 35.000 lebenden Deutschen. 60% dieser Deutschen sprechen kein Spanisch. Zudem kennen sich 68% dieser Menschen nicht in der Kultur und den lokalen Bräuchen in Mallorca aus. Mit diesem Beispiel möchte ich lediglich erwähnen, dass, wenn von Integration in Deutschland gesprochen wird und mit dem Zeigefinger auf die "Türken" gezeigt wird, vier andere Finger auf einen selbst zeigen.
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Befassen wir uns nun mit dem „Problem“ dieser Migranten in Deutschland. Auch hier lohnt sich der Blick in den Duden, denn hier bekommen wir als Entschlüsselung zu Migrant „wandernd“. Begriffsdefinitions-Probleme werden bei Integration und Migrant sichtbar.
Mehr als die Hälfte der drei Millionen Türken in Deutschland ist nicht hier geboren. Anhand dieses Faktums müssen wir unterscheiden zwischen den hier Geborenen (der zweiten, dritten oder auch vierten Generation) und den nicht hier Geborenen, die die erste Generation bilden.
Wenn wir also diese Differenzierung vornehmen, können wir dann überhaupt, von den hier geborenen türkisch-stämmigen Menschen noch von Migranten oder Ausländern sprechen? Als Migranten können wir selbstverständlich die erste Generation bezeichnen, denn diese sind in einer anderen Kultur aufgewachsen und haben auch keine deutschen Schulen besucht. Objektiv betrachtet sind die Menschen der zweiten, dritten oder vierten Generation allerdings deutsche. Schließlich ist der Geburtsort mitten in Deutschland. Subjektiv gesehen, sind diese Leute leider aber immer noch nicht „richtige“ Deutsche, schließlich sehen sie nicht danach aus. Diese Ansichten stellen große Probleme für Integrationswillige ein. Trotz des Geburtsortes Deutschland werden sie nicht anerkannt als deutsche.
Ein weiteres Problem, das zur Sprache gebracht werden muss ist folgendes: Menschen mit schwarzen Haaren und meist etwas dunklerer Haut werden sofort als Türken angesehen. Doch das wiederum stimmt nicht immer. Wir sollten beachten, dass außer der größten ausländischen Gruppe, den Türken, weitere Gruppen existieren wie z.B. Perser, Araber, Kurden, Albaner usw. All diese Gruppen haben eigene Sprachen und Kulturen und es nicht richtig wenn in der deutschen Bevölkerung von der Annahme ausgegangen wird, dass alle türkisch-stämmig sind. Sicherlich ist das eines der kleineren Probleme in der Gesellschaft, doch hier kann man doch am ehesten sehen, dass Integration von der anderen Seite aus nicht ernst genommen wird. Wenn von Integration gesprochen und gleichzeitig gefordert wird, dann unter der Voraussetzung, das beide Seiten dies ernsthaft wollen und fördern.
Die Politik hat es leider nach fast 50 Jahren, die ersten Türken um die es hier geht kamen schon 1961 nach Deutschland, immer noch nicht schaffen können, türkisch-
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stämmige Mitbürger in die deutsche Gesellschaft vollständig integrieren zu können. Beachtlich ist die sture Haltung der diversen Regierungen in Deutschland bis 1984. Man dachte an Rückführung aber nicht an Integration. Selbst in dem Jahre, also nach 23 Jahren -Türken in Deutschland- wurde versucht, türkisch-stämmige Mitbürger in die Türkei zurückzuschicken, indem man eine Rückkehrhilfe von 10500 DM anbot. Dieses Beispiel zeigt nicht unbedingt von weitsichtigem Handeln der Politik vor 1984. Schon dort hätte man auf kostenlose Integrationskurse bzw. Sprachkurse setzen müssen. Daraus können wir schließen, dass ein gewollter Integrationsprozess seitens der Bundesrepublik erst seit frühestens 1984 stattfindet. Einen Zwang zu Deutschkursen gab es leider nicht, und kostenlos waren diese Institutionen zudem auch nicht. Was in den 80er Jahren versäumt wurde, wird erst jetzt nachgeholt, getreu dem Motto besser zu spät als nie.
Ein Musterbeispiel aus dem Alltag: Gehen Sie in einen Supermarkt und nehmen Sie sich ein Elektro-Gerät zur Hand. Auf der Verpackung werden Sie sehr selten eine türkische Anleitung finden, dafür aber eine moldawische, lettische, chinesische oder arabische. Wie viele Letten gibt es in Deutschland? Mit solchen Hindernissen haben viele Mütter der ersten Generation zu kämpfen. Mag dieses Beispiel kein allzu großes Teilgebiet unsere Frage nach der richtigen Integration ausmachen. Trotzdem. Das muss auch in die Diskussion mit eingebracht werden. Mit diesem Beispiel sehen wir zudem, dass die Wirtschaft neben der Politik auch einen großen Teil zum Integrationsprozess beitragen kann. Die Politik muss auch hier ansetzen.
Das Staatsbürgerrecht ist eine weiteres Themengebiet, das die Integration betrifft. In vielen europäischen Ländern war und ist es Gang und Gebe mit der Geburt von Migranten-Kindern die dortige Staatsbürgerschaft evtl. die doppelte Staatsbürgerschaft zu bekommen, bestes Beispiel ist Frankreich. Wie sieht es in Deutschland aus? Seit 2000 werden hier geborene Migranten-Kinder sofort zu deutschen Bürgern. Vor dem Jahre 2000 geborene sind also keine Deutschen in dem Sinne. Letztendlich sind diese Menschen dadurch keine Vollmitglieder der Gesellschaft. Dieses Faktum ist gleichzeitig unfair gegenüber Migranten die seit 40-50 Jahren hier leben und Steuern zahlen, die Rente mitversichern aber kein Wahlrecht besitzen. Türkisch-stämmige Mitbürger die vor dem Jahre 2000 geboren sind, müssen einen Deutschen Pass beantragen und haben zudem keine Möglichkeit die andere Staatsangehörigkeit zu behalten. Das Staatsbürgerschaftsrecht, welches vor dem Jahre 2000 galt, war noch eine
Arbeit zitieren:
Islam Fatih Kisacik, 2008, Türkische Migranten in Deutschland , München, GRIN Verlag GmbH
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