Kurzfassung 2
Kurzfassung
Gegenstand der hier vorgestellten Arbeit ist die Betrachtung einer Generation, die in einer technisch organisierten Gesellschaft aufwächst. Die Rede ist von der Netz-Generation und ihrem Leben in der heutigen Informationsgesellschaft.
In einer Analyse der Anforderungen und Herausforderungen, die der Alltag den Mitgliedern unserer Gesellschaft stellt, werden die Protagonisten dieser Arbeit, der heutigen heranwachsenden Generation, und ihre Namensgeber näher vorgestellt.
Eine besondere Bedeutung kommt in der vorliegenden Arbeit den neuen Medien zu. Aufgezeigt wird dabei der Einfluss der neuen Medien auf die subjektive Lebenswelt und den Alltag der Netz-Generation. Weiter wird analysiert, welche Rolle die Medien bei der Entwicklung von Schlüsselqualifikationen und der Medienkompetenz spielen.
Zentraler Gegenstand dieser Arbeit ist jedoch die Bedeutung des informellen Lernens für die Heranwachsenden im Umgang mit den neuen Medien. Darauf aufbauend fällt der Blick auf eine neue Lernkultur der Netz-Generation. Es werden Chancen und Möglichkeiten der informellen Bildung sowie der Anforderungen der Gesellschaft diskutiert und Optimierungsversuche zur Verbesserung des Lernens für die Netz-Generation erläutert.
Schlagwörter: Informationsgesellschaft, Informelles Lernen, Lernkultur, Medienbildung, Medienkompetenz, Mentoring, Netz-Generation
Inhaltsverzeichnis 3
Inhaltsverzeichnis
Kurzfassung 2
Inhaltsverzeichnis 3
Abbildungsverzeichnis 5
Einleitung. 6
1 Überblick. 8
2 Ziele. 10
3 Informationsgesellschaft und Mediennutzung. 11
3.1 Der Wandel der Industriegesellschaft zur Informationsgesellschaft 11
3.2 Medien als Teil der subjektiven Lebenswelt. 13
3.3 Herausforderungen und Anforderungen der Informationsgesellschaft 14
4 Eine neue Generation von Heranwachsenden 17
4.1 Der Generationsbegriff in der Bildungswissenschaft. 17
4.2 Die "Netz-Generation" - "Bestimmungsversuche" 19
4.2.1 Die "Netz-Generation" nach Don Tapscott. 20
4.2.2 "Generation " nach Opaschowski. 21
4.2.3 Der kritische Ansatz von Rolf Schulmeister 22
4.3 Kompetenzen der Netz-Generation 24
5 Die Medienkompetenz der Netz-Generation 26
5.1 Der Erwerb der Medienkompetenz im Alltag. 26
5.1.1 Computer- und Netzaktivitäten 29
5.1.2 Voraussetzungen zur Mediennutzung und mögliche Kompetenzdefizite 32
a. Selbsteinschätzung der technischen Komptenzenzen der Netz-
Generation 32
b. Computeraktivitäten in der Freizeit und die Herausforderungen im
Umgang 34
5.2 Eine neue Lernkultur - Einen neue Perspekt 35
6 Lernen in der Informationsgesellschaft. 37
6.1 Formen des Lernens 37
6.1.1 Formales und non- formales Lernen. 38
6.1.2 Informelles Lernen. 40
6.2 Informelles Lernen durch neue Medien 42
6.2.1 Vorausetzungen zum informellen Lernen 42
6.2.2 Attraktivität der neuen Medien als Bildungsraum 44
Inhaltsverzeichnis 4
7 Perspektiven für eine neue Lernkultur der Netz-Generation. 46
7.1 Informelle Medienbildung versus die Anforderungen der
Informationsgesellschaft: Eine Gegenüberstellung 46
1. Durch informelle Medienbildung erworbene Kompetenzen und mögliche
Kompetenzdefizite. 47
2. Wichtige technische Anforderungen der Informationsgesellschaft. 48
3. Was will die Netz-Generation? 48
7.2 Optimierung des Erwerbs von Medienkompetenz im Zusammenhang mit
der Medienbildung. 49
7.2.1 Medienerziehung als Richtlinie für die informelle Medienbildung? 49
7.2.2 Potentiale der Netz-Generation - Netzwerkbildung zwischen den
Lebenswelten 50
7.2.3 Diskurs: Das Mentoring 52
8 Resümee 54
Glossar. 55
Literaturverzeichnis 57
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Geräte-Ausstattung im Haushalt 2006 (Auswahl)
Abbildung 2: Medienbeschäftigung in der Freizeit 2006
Abbildung 3: Internet-Aktivitäten 2006.
Abbildung 4: Selbsteinschätzung der Computerkompetenz 2006
Abbildung 5: Technische Kompetenzen der Kinder 2006
Abbildung 6: Online-Nutzer-Typen ab 14 Jahre.
Abbildung 7: Elemente der Lebensbereiche der Lernkultur (eigene Ausführung)
Abbildung 8: Wechselwirkung wichitger Medienkomponenten (eigene Ausführung)
Einleitung 6
Einleitung
„Dass man nun die jungen Leute nicht nur zur Unterhaltung erziehen darf, ist ja klar: denn das Lernen ist kein Spiel, sondern eine ernste Mühe.“
(Aristoteles, 384 - 322 v. Chr.)
Das Lernen nimmt in der biografischen Lebenszeit eine immer größere Rolle ein, und auch durch das Prinzip des lebenslangen Lernens wird das Leben zu einem anhaltenden Lernprozess. Bereits im Jugendalter spiegelt sich dieser besondere Stellenwert, den das Lernen in der subjektiven Lebenswelt einnimmt, in vielen Bereichen, wie etwa in den institutionellen Bildungsstätten, wieder. Dass dies auch mit „ernster“ Mühe ver-bunden ist, wird den Heranwachsenden früh bewusst und begleitet sie ihr Leben lang.
Eine Vielzahl von Anforderungen, die mit Veränderungen der Gesellschaft einhergehen, bekommen die Heranwachsenden spätestens bei der Integration in die Gesellschaft, wie bei der Übergangsschwelle Schule - Arbeitswelt, zu spüren. Die Informationsgesellschaft mit ihren technischen Möglichkeiten bietet den Jugendlichen einerseits Pluralität, andererseits können diese Eventualitäten aber auch selektiv in der Lebensgestaltung sein. Insbesondere die neuen Medien und deren Auswirkungen haben in öffentlichen Diskussionen einen besonderen Stellenwert eingenommen. Einerseits werden die neuen Medien als Teil der subjektiven Lebenswelt im Alltag oder in der Arbeitswelt akzeptiert; andererseits werden aber eventuelle psychosoziale Folgen der Mediennutzung vor allem für Heranwachsende erörtert. In diesem Zusammenhang kommt den neuen Medien, wie etwa Computer oder Internet, eine besondere Rolle zu. In der Lebenswelt der Heranwachsenden sind diese fest integriert. Deshalb ist hier die Rede von einer Netz-Generation oder einer Generation@, die bereits von Kindheit an mit den Medien Computer und Internet aufwächst.
Fakt ist, dass in solchen Diskussionen wesentliche Ziele in den Hintergrund geraten. Im Mittelpunkt sollte die Frage stehen, wie Jugendliche sich in die Informationsgesellschaft integrieren können beziehungsweise wie sie die nötigen Schlüsselqualifikationen erwerben. Daher muss die Form des informellen Lernens der Netz-Generation in Bezug zum Erwerb der Medienkompetenz näher analysiert werden. Derzeit herrscht Konfusion bezüglich der Medienkompetenz: Zum einen wird die Medienbildung als Qualifikation vorausgesetzt; zum anderen steht die Netz-Generation mit ihrer informellen Medienbildung im Alltag ziemlich alleine da. Für den Bereich der institutionellen Bildung ist die Arbeit mit dem Computer oder dem Internet immer noch sehr kontrovers.
Die Frage, der nachgegangen werden muss, ist folgende: Entspricht die informelle Medienbildung, die in der Freizeit der Jugendlichen erworben wird, auch gleichzeitig den Anforderungen der Informationsgesellschaft? Weiter muss untersucht werden, welchen Stellenwert die informelle Medienbildung im Alltag der Netz-Generation überhaupt be- sitzt und wie dadurch Bildungsbereiche geformt werden. Durch eine Verlagerung der
Einleitung 7
Perspektiven des informellen Lernens und der Anforderungen der Informationsgesellschaft werden Vernetzungen der einzelnen Bereiche hervorgehoben und Optimierungsversuche erläutert.
Abschließend werden wesentliche Aspekte der informellen Medienbildung und dem Einsatz von Dialogpartnern bei der Medienerziehung deutlich. Zum Verständnis wird die Erfahrung des Modells Mentoring im Bereich der Berufsorientierung und Berufsbe- ratung vorgestellt und mit Aspekten der Mediendialogpartner verbunden.
1 Überblick 8
1 Überblick
Die mit der Technisierung einhergehenden Veränderungen in der Gesellschaft wirken sich ferner auf die einzelnen Mitglieder aus. Gleichzeitig führen diese Veränderungen auch zu neuen Herausforderungen und Anforderungen, mit denen sich die einzelnen Mitglieder in der Gesellschaft auseinander setzen müssen. Gerade wenn es um das Für und Wieder von Computer und Internet in öffentlichen Diskussionen geht, werden besonders die Auswirkungen der neuen Medien für die Heranwachsenden analysiert.
Ein erster Einblick in die Kapitel soll eine Übersicht über den Aufbau der Arbeit bieten.
- Im dritten Kapitel zur „Informationsgesellschaft und Mediennutzung“ wird der Wandel von der Industriegesellschaft zur Informationsgesellschaft näher erläutert und auf die Folgen der Veränderung für die einzelnen Mitglieder der Gesellschaft eingegangen. Den neuen Medien kommt dabei eine besondere Rolle zu. Es wird erklärt, inwieweit sie Teil der subjektiven Lebenswelt sind und wie sie den Alltag der Menschen mitbestimmen.
- Darauf aufbauend steht im vierten Kapitel die Generation der Heranwachsenden im Mittelpunkt. Der Generationsbegriff wird charakterisiert und in Verbindung mit den Veränderungen der Gesellschaft gebracht. In diesem Zusammenhang werden die Begriffe „Netz-Generation“ des Informatikspezialisten D. Tapscott und „Generation@“ des Freizeitwissenschaftlers H. W. Opaschowski analysiert. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Aufsatz „Gibt es eine Net Generation?“ von R. Schulmeister zeigt bereits einen Einblick in die Diskussion um die Netz-Generation. Gleichzeitig bietet Schulmeister selbst Diskussionsansätze, wodurch fehlende Aspekte bei der Betrachtung der heutigen Generation aufgedeckt werden.
- „Die Medienkompetenz der Netz-Generation“ wird mit diesem bisher erarbeiteten Hintergrund auf die Frage hin untersucht, inwieweit es die Netz-Generation bei der Integration und dem Zurechtfinden in der heutigen Informationsgesellschaft leichter hat als Generationen vor ihr. Dazu werden der Alltag sowie die Computer- und Netzaktivitäten der Heranwachsenden näher erklärt. Anschließend werden Anforderungen der neuen Technik mit den Untersuchungsergebnissen der KIM- und JIM-Studie auf mögliche Kompetenzvorteile und Defizite hin analysiert.
- Im Folgenden sollte deutlich geworden sein, dass es an Analysen zum Kompetenzerwerb der Netz-Generation fehlt. Aufgrund dessen werden mögliche Lern-formen und die Merkmale der Netz-Generation im sechsten Kapitel untersucht. Im Vordergrund wird dabei das informelle Lernen stehen, das mit seinen Merkmalen besonders bedeutend für die Netz-Generation und die Medienbildung ist. Eine Verbindung vom informellen Lernen und der Attraktivität der neuen Medien
1 Überblick 9
für die Netz-Generation hebt die Bedeutung dieser für die Anforderungen der Informationsgesellschaft hervor.
- Aspekte einer neuen Lernkultur erfordern eine neue Perspektive. Im siebten Kapitel werden die Untersuchungen der vorangegangenen Kapitel zusammengetragen und Optimierungsversuche des Erwerbs von Medienkompetenz und Medienbildung diskutiert. Es findet die Vorstellung eines Projektes zum „Mentoring an der Schwelle zum Berufeinstieg“ statt, in dem bereits auf einer anderen Grundlage Dialogpartner eingesetzt werden.
- Im Resümee wird die Bedeutung des informellen Lernens beurteilt und mein Standpunkt zur Qualifikation der Netz-Generation dargestellt.
2 Ziele 10
2 Ziele
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Aspekte der Diskussion um die Netz-Generation nicht nur zusammenzutragen, sondern auch eine neue Perspektive im Zusammenhang mit der informellen Medienbildung darzulegen. Es sollen wesentliche Aspekte und Elemente der Lebenswelt der Netz-Generation als Ressourcen einer neuen Lernkultur dargestellt werden, mit der nicht nur die Medienkompetenz optimiert werden soll. In Zukunft wird es unerlässlich sein, auf die Elemente des informellen Lernens aufzubauen und die Kompetenzen der Jugendlichen in dieser Hinsicht zu ergänzen oder auszubauen.
Es soll in der folgenden Analyse nicht um die Frage der Existenz einer Netz-Generation gehen, die anhand von Daten zur Mediennutzung diskutiert werden soll. Es werden vielmehr Aspekte genannt, die für eine Veränderung des Generationsbegriffs sprechen. Ausgegangen wird von einer heranwachsenden Generation, die anders als die Generationen vor ihr von Kindheit an mit den neuen Medien aufwächst und die von dem dynamisch-technischen Wandel besonders betroffen ist. Es wird keine Unterscheidung bezüglich unterschiedlichen Generationsbestimmungen vorgenommen, da sich diese im Wesentlichen auf eine Veralltäglichung der neuen Medien in der subjektiven Lebenswelt der Heranwachsenden beziehen. Die diskutierten Theorien dienen dazu, die Perspektive auf einen wichtigeren Aspekt zu lenken. Im Mittelpunkt stehen daher viel mehr die Aspekte des Erwerbs von gesellschaftlich förderlichen Kompetenzen oder der negativen Folgen der Mediennutzung, mit denen die Netz-Generation in Verbindung gebracht wird. Durch die Analyse des informellen Lernens sowie der Freizeitgestaltung der Netz-Generation ist eine Verbindung dieser mit dem Erwerb der Medienkompetenz erst möglich.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, eine Vernetzung der unterschiedlichen Faktoren, die in die Betrachtung einer neuen Lernkultur mit einfließen, hervorzuheben. Aufbauend auf vorhandene Ressourcen der informellen Medienbildung sowie auf die Ziele der Medienerziehung steht damit die Optimierung des Erwerbs der Medienkompetenz im Mittelpunkt.
Anzumerken ist, dass die Bezeichnung der neuen Medien vorwiegend den Computer und das Internet in die Diskussion mit einschließt. In diesem Zusammenhang werden die Anwendungsmöglichkeiten der Medien bei der Förderung von Kompetenzen sowie die mögliche Verbindung der Freizeitgestaltung der Netz-Generation mit den Angebo- ten von Computer und Internet betrachtet.
3 Informationsgesellschaft und Mediennutzung 11
3 Informationsgesellschaft und Mediennutzung
Wenn es um die Beschreibung der heutigen Gesellschaft und deren Entwicklung geht, wird seit den 90er Jahren häufig die Globalisierung als Erklärung des fortschreitenden Wandels herangezogen. Gleichzeitig kommt den Medien als zusätzliche tragende Kraft des technischen Fortschritts eine bedeutsame Rolle zu und begleitet den gesellschaftlichen Veränderungsprozess. Begriffsbestimmungen wie „Informationsgesellschaft“ oder „Wissensgesellschaft“ stehen zur Beschreibung der heutigen Gesellschaft im Raum wissenschaftlicher Diskurse und zeigen zusammenfassend, dass spezielle industrielle Charakteristika weit in den Hintergrund geraten sind und durch neue Merkmale ersetzt wurden.
Aus diesem Zusammenhang heraus ist zuerst eine Erläuterung der Merkmale der In-formationsgesellschaft im Gegensatz zur Industriegesellschaft notwenig. Weiter wird durch den Einblick in die Entwicklung und Verbreitung der neuen Medien gezeigt, wie die ökonomischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereiche von Veränderungen betroffen sind und wie sich diese in der subjektiven Lebenswelt bemerkbar machen.
3.1 Der Wandel der Industriegesellschaft zur
Informationsgesellschaft
Der französische Soziologe Henri de Saint-Simon hat im 18./19.Jahrhundert den Zusammenhang von Industrialisierung und gesellschaftlichen Veränderungen analysiert und dadurch gleichzeitig den Begriff der „Industriegesellschaft“ charakterisiert. Kennzeichnend für die Wechselbeziehung von Ökonomie und Gesellschaft ist, „dass Veränderungen in der Produktionsweise - auf Basis von technologischen Veränderungenden Kern des sozialen Wandels ausmachen und dass der technisch-ökonomische Wandel auch auf andere Bereiche der Gesellschaft ausstrahlt und weitere soziale, kulturelle und politische Veränderungen nach sich zieht“ 1 . Offensichtlich wird dies unter anderem durch die Einführung der preußischen Schulpflicht oder der Ablösung des Erfahrungstransfers durch den Wissenstransfer in der Arbeitswelt, z.B. durch den Ausbau der preußisch- staatlich geregelten Lehre anstatt der traditionellen Zünfte.
Durch den sich immer weiter entwickelnden ökonomischen Fortschritt entstand im 20. Jahrhundert eine Verlagerung vom sekundären Sektors (der Produktionsverarbeitung) hin zum tertiären Sektor (der Dienstleistungen), was wiederum zu Veränderungen in
einer Bilanz zur Vereinigung. Wiesbaden, vgl. S. 21.
3 Informationsgesellschaft und Mediennutzung 12
verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen führte 2 . Der fortlaufende Prozess der Tertiärisierung hat im 20. Jahrhundert sowohl global eine Vernetzung der ökonomischsozialen Systeme als auch national einen dynamischen Informationsaustausch zur Folge.
Nach dem Soziologen K.-W. Deutsch handelt es sich um eine Informationsgesellschaft, „wenn diese mehr als die Hälfte des nationalen Einkommens aus der Verbreitung von Informationen bezieht und die Hälfte aller Erwerbstätigen in Informationsberufen beschäftigt sind.“ 3 Insofern zählt unter anderem Deutschland seit den 70er Jahren als Dienstleistungsgesellschaft, da 2/3 der Beschäftigten im tertiären Sektor tätig sind.
Auch wenn es unterschiedliche Benennungsversuche, wie etwa „Netzwerkgesellschaft“ oder „Weltgesellschaft“ 4 zur Bestimmung der heutigen Gesellschaft, gibt, ist ihnen allen gleich, dass sie „lockere, nicht hierarchisch aber komplexe Verknüpfung von Ereignissen, Personen oder Organisationen [beschreiben], die mühelos regionale und nationale Grenzen“ 5 überschreiten.
Dennoch ist die Betrachtung der Definition der „Informationsgesellschaft“ für den weiteren Verlauf wichtig, denn charakteristisch für Informationsgesellschaften ist ihre Dynamik, die sich durch ein hohes Innovations- und Wandlungspotenzial und ihre Abhängigkeit von Erneuerungen auszeichnet. Damit dies gesellschaftlich umsetzbar ist, sind Informationsgesellschaften sowohl auf die Verfügbarkeit als auch auf die Vereinfachung von Informationen oder Wissen angewiesen. Erkennbar wird dies unter anderem am formalen Bildungssystem, wo „im Dienste der Informationsgesellschaft (...) Bildung in staatlich gelenkten Bildungs- und Ausbildungssysteme institutionalisiert“ 6 wurde, so dass die Mitglieder der Gesellschaft unter anderem über die gleichen kulturellen Güter verfügen.
Eine sich bereits hier in den Vordergrund drängende Frage ist, wie diese Übermittlung von Informationen im Einzelnen funktioniert und was für weitere Hilfsmittel es zur Vereinfachung der Informationsdynamik oder Informationsvielfalt gibt. Durch die Erläuterung der Folgen dieser Dynamik im weiteren Verlauf wird dies zuerst in den neuen An-forderungen der Informationsgesellschaft an die einzelnen Mitglieder der Gesellschaft und später bei der Betrachtung der heutigen Jugendlichen deutlich.
2 Fourastié J. (1949, 2. Auflage 1954): Die große Hoffnung des 20. Jahrhunderts. Köln.
3 Tully, C.J. (2006): Lernen in flexibilisierten Welten. Wie sich das Lernen der Jugend verändert. München, vgl. S.12.
4 vgl. unter anderem Castells M. (2002 [1997]): Das Informationszeitalter: Wirtschaft - Gesellschaft - Kultur. Band :1 Aufstieg der Netzwerkgesellschaft, Opladen.
5 Rauschenbach, T. / Düx, W. / Sass, E. (2006): Informelles Lernen im Jugendalter. Vernachlässigte Dimensionen der Bildungsdebatte. München, vgl. S.73.
6 Tully, C.J. (2006): Lernen in flexibilisierten Welten. Wie sich das Lernen der Jugend verändert. München, vgl. S.14.
Arbeit zitieren:
Yvonne Schmidt, 2008, Die Bedeutung des informellen Lernens für die Netzgeneration, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Yvonne Schmidt's Text Die Bedeutung des informellen Lernens für die Netzgeneration ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Yvonne Schmidt hat den Text Die Bedeutung des informellen Lernens für die Netzgeneration veröffentlicht
Yvonne Schmidt hat einen neuen Text hochgeladen
Basiskompetenzförderung im Kontext berufsfachlichen Lernens
Erfahrungen und Reflexionen de...
Reinhard Kitzig, Günter Pätzold, Julia von der Burg, Stephan Kösel, Udo von der Burg, Renate Hinz, Dieter Höltershinken
0 Kommentare