Inhaltsverzeichnis II
INHALTSVERZEICHNIS
Inhaltsverzeichnis II
Abk ürzungsverzeichnis. III
1. Einleitung 1
1.1. Gegenstand und Ziel der Arbeit. 1
1.2. Methodik und Vorgehensweise. 2
1.3. Zur Forschungslage. 3
2. Definitorischer Rahmen. 6
2.1. Krisendefinitionen 6
2.1.1. Historischer Bezug. 6
2.1.2. Wirtschaftswissenschaftliche Betrachtung 7
2.1.3. Der Begriff “Unternehmenskrise 7
2.2. Der Insolvenzbegriff. 8
2.2.1. Der betriebswirtschaftliche Insolvenzbegriff 8
2.2.2. Der juristische Insolvenzbegriff 9
3. Analyse der Unternehmenskrisen 9
3.1. Krisentypologien 9
3.2. Endogene Krisenfaktoren 10
3.2.1. Führungs- und Managementfehler. 11
3.2.2. Mängel im Finanz- und Rechnungswesen 14
3.2.3. Schwächen in betrieblichen Funktionsbereichen 15
3.3. Exogene Krisenfaktoren 15
3.3.1. Konjunkturelle Entwicklung 15
3.3.2. Strukturelle Rahmenbedingungen. 16
4. Zusammenfassung und Ausblick 21
5. Quellen- und Literaturverzeichnis 23
Einleitung 1
1. Einleitung
1.1. Gegenstand und Ziel der Arbeit
Die vorliegende Hausarbeit basiert auf der Mitarbeit in dem Hauptseminar „Krise und Konsum im 19. und 20. Jahrhundert“ im Sommersemester 2009 am historischen Seminar (Abteilung Wirtschaftsgeschichte) der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Das Seminar befasste sich mit Krisenphänomenen und ihren jeweiligen Einflüssen auf die am Wirtschaftsleben teilnehmenden Akteure wie Konsumenten, Unternehmen und staatliche Institutionen. Am 11. Juli 2009 wurde von dem Verfasser dieser Arbeit ein Referat zum Thema „Unternehmenskrisen“ gehalten und als Grundlage der folgenden Erörterungen verwendet.
Ausgangspunkt der Überlegungen bildet die Frage, wie Unternehmenskrisen definiert werden und wodurch sie sich auszeichnen. Ziel ist es, die vielfältigen Faktoren, die als mögliche Krisenauslöser in Betracht kommen können, systematisch zu erfassen und zu strukturieren.
Die Beschäftigung mit dem Thema Unternehmenskrisen zwingt zur Selektion. Daher konzentriert sich die vorliegende Ausarbeitung auf die in der Literatur überwiegend behandelte Analyse der Ursachenfaktoren, die zur Insolvenz führten. Die Betrachtung der Wirkungen von Unternehmenskrisen wird nicht speziell hervorgehoben. 1 Vorrangiges Ziel ist es, die Schwachstellen zu lokalisieren und aufzuzeigen, in welcher Beziehung sie zueinander stehen. Weiterhin wird das Ziel verfolgt, Unternehmenskrisen im historischen Kontext darzustellen sowie mögliche Analogien und Veränderungen aufzuzeigen. Unterschiedliche Akzente der Literatur in Bezug auf die Klärung von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen gaben Anlass zu der Fragestellung, welche Insolvenzursachen überwogen und inwieweit neben der
1 Grundsätzlich geht die Literatur von der Annahme aus, die Insolvenz als primäre Wirkung von Unternehmenskrisen anzusehen. Der Verzicht auf die Darstellung der Auswirkungen ist der Tatsache geschuldet, dass sie ebenso vielfältige, komplexe und multikausale Elemente enthalten wie die zugrunde liegenden Krisen-ursachen und insofern den Rahmen dieser Arbeit überschreiten würde. Zumeist wird in der Literatur zwischen externen und internen Wirkungen unterschieden. Intern können Mitarbeiter und Gesellschafter betroffen sein. Extern sind es z.B. Lieferanten, Kreditgeber, Kunden oder Wettbewerber. Zusätzlich erfolgt eine Differenzierung in destruktive und konstruktive Wirkungen. Letztere werden als Chance für Unternehmen verstanden. Vgl. Birker, Klaus: Umgang mit Krisen als Führungsaufgabe. In: Birker, Klaus / Pepels, Werner (Hrsg.): Handbuch Krisenbewusstes Management. Krisenvorbeugung und Unternehmenssanierung. Berlin 2000, S. 12-21, hier S. 14 f.
Einleitung 2
vorherrschenden Bevorzugung quantitativer Insolvenzanalysen auch qualitative Aspekte eine Rolle spielten. Durch die mehrheitlich aus betriebswirtschaftlicher Perspektive geprägte Ausrichtung der Insolvenzursachenforschung auf endogene (unternehmensinterne) Krisenursachen wurde der Blick für außerhalb der Unternehmenssphäre vorkommende Krisenfaktoren bisher vernachlässigt. Deshalb soll die vorliegende Arbeit einen Beitrag dazu leisten, den Einfluss und mögliche Veränderungen exogener (unternehmensexterner) Faktoren näher zu beleuchten.
1.2. Methodik und Vorgehensweise
Aus der Zielsetzung dieser Arbeit lassen sich folgende Leitfragen ableiten: 1. Welche Ursachenfaktoren gelten als Auslöser für Unternehmenskrisen ? 2. Welche Einflüsse sind dominant ? 3. Ist im Zeitablauf eine Zunahme exogener Faktoren als Krisenursache festzustellen ? 4. Lassen sich Veränderungen in der Struktur der Ursachen erkennen ? Zur Beantwortung dieser Fragen wird zunächst ein Überblick über den For-schungsstand und die Quellenlage zu Unternehmenskrisen gegeben, die für die vorliegende Arbeit maßgebend waren. Die Bewertung der Krisenursachen wirft die Frage auf, was unter einer Krise zu verstehen ist. Hierzu grenzt die Arbeit allgemeine Krisenbegriffe unter historischen und wirtschaftswissenschaftlichen Perspektiven ab, um schließlich die für diese Arbeit relevanten Begriffe „Unterneh- menskrise“ und„Insolvenz“ zu definieren. 2
Die anschließende Analyse der Krisenursachen widmet sich dem Zeitraum von 1924 bis 2006. Sie basiert auf dem Gedanken einer zeitlichen und inhaltlichen Abgrenzung. Schilderungen von Unternehmenskrisen aus der Zeit vor 1924 sind zwar bis in die 30er Jahre des 17. Jahrhunderts nachvollziehbar. 3 Sie beschreiben jedoch keine wirtschaftswissenschaftlichen Implikationen und quantitativen Ursachenanalysen. Die systematische Erforschung kriseninduzierender Elemente be-
2 Insolvenzursacheund Krisenursache werden in dieser Ausarbeitung synonym verwendet. Zur Begründung vgl. Fußnote 1.
3 Vgl. Born, Karl-Erich: Wirtschaftskrisen. In: Albers, Willi (Hrsg.): Handwörterbuch der Wirtschafts- wissenschaften. Band 9. Stuttgart 1982, S.130-141.
Einleitung 3
gann erst in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts und bildet somit den wirt-schaftshistorischen Bezugsrahmen dieser Ausarbeitung.
In der Forschung ist die Unterscheidung zwischen endogenen und exogenen Ur-sachenfaktoren allgemein akzeptiert. Diese zunächst grobe Abgrenzung, an der sich diese Arbeit orientiert, verfolgt den Zweck, die Ursachenkomplexität zu reduzieren, obwohl die Interdependenz endogen wie exogen induzierter Einflüsse und das Zusammenwirken mehrerer Ursachen (Multikausalität) mit unterschiedlicher Gewichtung als Problemfelder erhalten bleiben.
Welche Prämissen und Kriterien für die Ursachenforschung maßgebend waren, veranschaulicht die Untersuchung der Krisenfaktoren. Hierzu werden Veränderungen der Krisenursachen sowohl unter quantitativen Aspekten als auch in qualitativer Hinsicht charakterisiert und vergleichend dargestellt. Ausgehend von der geschilderten Aufteilung der Ursachenstrukturen werden diesen Komplexen verschiedene Unterkategorien zusammenfassend zugeordnet. Damit ist die Fokussierung auf die Hauptursachenfaktoren gewährleistet, ohne die Nebenursachen zu vernachlässigen.
1.3. Zur Forschungslage
Die vorliegende Quellenlage bezieht sich im Wesentlichen auf zwei Untersuchungsaspekte: Krisenursachenforschung und Insolvenzvermeidung. Im Mittelpunkt dieser Studien stand die Erforschung der Krisenursachen. Seit der Arbeit von Mannheimer 4 aus dem Jahr 1924 und der maßgebenden Studie von Fleege-Althoff 5 , die unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise von 1929 entstand, beschäftigten sich auch die anschließenden Untersuchungen ausschließlich mit Krisenerscheinungen deutscher Unternehmen.
Kategorisierungen nach inner-, zwischen- und überbetrieblichen 6 , strukturellen, operativen, strategischen und verschärfenden Krisenursachen 7 , endogenen und
4 Mannheimer, Walter: Die Sanierung. Ein Handbuch für die Praxis. Berlin 1924.
5 Fleege-Althoff, Fritz: Die notleidende Unternehmung. Erster Band: Krankheitserscheinungen und Krankheitsursachen. Stuttgart 1930.
6 Vgl. Reske, Winfried / Brandenburg, Achim / Mortsiefer, Hans-Jürgen: Insolvenzursachen mittel- ständischer Betriebe - Eine empirische Analyse -. Göttingen 1976, S. 55-58.
Einleitung 4
exogenen 8 sowie Primär-, Sekundär- und Tertiärursachen 9 verdeutlichen die unterschiedlichen Erklärungsansätze bei dem Versuch, Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge herzustellen. Im Ergebnis stellen sie ein methodisch wie analytisch heterogenes Bild dar, das einen gemeinsamen konzeptionellen Bezugsrahmen vermissen lässt. 10
Einigkeit besteht dagegen in der terminologischen Unterscheidung in endogene und exogene Insolvenzursachen, die sich weitgehend durchsetzen konnte. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit exogen induzierten Krisenursachen besaß in den vergangenen Jahrzehnten untergeordnete Relevanz. Van de Kerkhof stellte fest, dass insbesondere Konjunkturkrisen als exogene Krisenfaktoren in den vorliegenden Forschungsarbeiten bisher vernachlässigt wurden. 11 Eine Ausnahme bildet die Studie von Reske, die bereits 1976 einen relativ starken Einfluss der Umweltbedingungen auf die Insolvenzanfälligkeit der Unternehmen feststellte. Sie war eine der wenigen Untersuchungen, die auf der Basis empirischer Erhebungen exogene Ursachenkomplexe analysierte. 12
In mehreren Studien gibt es jedoch Anzeichen dafür, dass die Bedeutung exogener Krisenursachen in den letzten Jahren zugenommen hat. 13 Kennzeichen dieser Untersuchungen ist das Bemühen, exogene Störfaktoren zu erfassen und differenziert darzustellen. 14
7 Vgl. Hauschildt, Jürgen / Leker, Jens (Hrsg.): Krisendiagnose durch Bilanzanalyse. 2. neu bearb. und erw. Auflage, Köln 2000, S. 10-13.
8 Vgl. Fleege-Althoff (1930), S. 84.
9 Vgl. Keiser, Horst: Betriebswirtschaftliche Analyse von Insolvenzen bei mittelständischen Einzel-handlungen. Köln und Opladen 1966, S. 98-101.
10 Auf diese und weitere Studien wird später in Kapitel 3 detailliert eingegangen.
11 Vgl. van de Kerkhof, Stefanie: Krisen als Chance oder Gefahr für das Überleben von Unternehmen ? - Zur Einführung. In: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 2006/2, S. 9-18, hier S.14.
12 Vgl. Reske et al. (1976), S. 161 f.
13 Vgl. KRYSTEK: Unternehmungskrisen: Beschreibung, Vermeidung und Bewältigung überlebenskritischer Prozesse in Unternehmungen. Wiesbaden 1987, S.71; vgl. auch: WEISEL: Ansätze einer Theorie der Verursachung von Unternehmungsinsolvenzen. Thun, Frankfurt am Main 1982, S. 166-168.
14 Vgl. EULER HERMES: Ursachen von Insolvenzen. Gründe für Unternehmensinsolvenzen aus der Sicht von Insolvenzverwaltern. In: Wirtschaft konkret, Nr. 414/2006, S. 1-36. URL:
http://www.wirtschaft-konkret.de/de/dokumente/414-ursachen-von-insolvenzen.pdf [Abruf: 05.08.
2009] sowie RUPP, Alexander: Exogene Unternehmenskrisen. Vorbeugung und Bekämpfung. Saarbrücken 2007.
Arbeit zitieren:
Eckhard Neudeck, 2009, Unternehmenskrisen, München, GRIN Verlag GmbH
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