Inhaltsverzeichnis 2
Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung 3
1 Einleitung 4
2 Aufmerksamkeit 5
2.1 Modelle und Komponenten der Aufmerksamkeit 5
2.2 Gestörte Aufmerksamkeit: Hyperkinetische Störungen und ADHS 7
2.2.1 Symptomatik und Klassifikation. 7
2.2.2 Prävalenz und Verlauf. 8
2.2.3 Pathogenese. 9
2.2.4 Neuropsychologische Befunde 10
2.2.5 Diagnostik und Differentialdiagnostik. 11
3 Computergestützte Aufmerksamkeitsdiagnostik 12
3.1 Möglichkeiten und Qualitätskriterien psychologischer Computerdiagnostik 12
3.2 Die Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung (TAP) 13
3.2.1 Theoretische Grundlagen 13
3.2.2 Kriterien für Aufmerksamkeitsfähigkeit 14
3.2.3 Durchführung und Aufbau. 14
3.2.4 Empirische Befunde und Gütekriterien. 17
3.3 Die Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung für Kinder (KiTAP) 18
4 Diskussion. 20
5 Ausblick 22
Literaturverzeichnis 23
Tabellenverzeichnis 26
Zusammenfassung 3
Zusammenfassung
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit computergestützter
Aufmerksamkeitsdiagnostik. Es werden zwei in der Praxis häufig angewandte Testverfahren vorgestellt und diskutiert: Die Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung (TAP) sowie die Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung für Kinder (KiTAP). Die theoretische Grundlage der Arbeit bilden Ausführungen zum Konzept Aufmerksamkeit und eine Darstellung des Krankheitsbildes der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS).
Schlüsselwörter:
Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, TAP, KiTAP
1 Einleitung 4
1 Einleitung
Mit ihren unterschiedlichen Komponenten zählt die Aufmerksamkeit zu einer der wichtigsten Basisleistungen unseres Gehirns und ist für nahezu jede praktische und intellektuelle Tätigkeit erforderlich. Aufmerksamkeitsfunktionen sind an vielfältigen Prozessen der Wahrnehmung, des Gedächtnisses, der Sprache sowie des Planens und Handelns beteiligt und stellen keinesfalls eine homogene Leistung dar. Vor allem im schulischen Kontext werden von Kindern Aufmerksamkeitsfähigkeiten erwartet. Aufmerksamkeit ist die Voraussetzung für kognitive Leistungen und damit auch gute Schulnoten.
Zu den häufigsten psychischen Auffälligkeiten im Kindesalter zählen hyperkinetische Störungen bzw. Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Sie sind der häufigste Vorstellungsanlass in Erziehungsberatungsstellen oder kinderpsychotherapeutischen Kliniken und Praxen (Döpfner, 2002). Die Diagnostik und Behandlung von ADHS rückte in den letzten Jahren zunehmend in das Blickfeld einer interessierten und kritischen Öffentlichkeit. Vor allem die medikamentöse Behandlung mit Methylphenidat sowie die oft mangelhafte Diagnostik werden kontrovers diskutiert.
Obwohl Richtlinien auf die Notwendigkeit einer multiaxialen Diagnostik von ADHS verweisen, werden diese Standards in der Praxis oft nicht eingehalten (Lehmkuhl, Frölich, Sevecke & Döpfner, 2007). Objektivität und eine zusätzliche Absicherung im diagnostischen Prozess könnten computergestützte Testverfahren gewährleisten. Die Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung (TAP) von Zimmermann & Fimm (1993, 2008) und ihre Kinderversion (KiTAP) von Zimmermann, Gondan und Fimm (2002) zählen zu den bekanntesten und den am häufigsten angewandten computergestützten Verfahren in der Aufmerksamkeitsdiagnostik (Heubrock & Petermann, 2001).
Zunächst erfolgt in Kapitel 2 eine Auseinandersetzung mit dem Konzept der Aufmerksamkeit und der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). In Kapitel 3 wird auf die Qualitätskriterien und Möglichkeiten psychologischer Computerdiagnostik eingegangen. Es werden die Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung (TAP) und die Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung für Kinder (KiTAP) näher erläutert und empirische Befunde dazu dargelegt. Nach einer Diskussion in Kapitel 3 endet die Arbeit in Kapitel 4 mit einem Ausblick.
2 Aufmerksamkeit 5
2 Aufmerksamkeit
Unter Aufmerksamkeit wird ein Zustand konzentrierter Bewusstheit verstanden; die Zuweisung von Bewusstseinsressourcen auf Bewusstseinsinhalte. Aufmerksamkeit beschreibt ein Konzept, an dem viele verschiedene Prozesse und Funktionen beteiligt sind, die sich auf basale Fertigkeiten menschlichen Handelns beziehen (Ward, 2004). Durch die Fokussierung der Aufmerksamkeit auf wichtige Reize, gelingt es dem Menschen, sich in seiner komplexen Umwelt zurecht zu finden. Aufmerksamkeit steht mit dem zentralen Nervensystem in unmittelbarer Verbindung. Die Regulation von Aufmerksamkeit sowie die Reaktion auf Stimuli erfolgt durch das Zusammenwirken verschiedener neuronaler Netzwerke, die vorwiegend durch dopaminerge und noradrenerge Bahnen kontrolliert und moduliert werden (Banaschewski, Roessner, Uebel & Rothenberger, 2004). Rund 80% aller Hirngeschädigten leiden unter Aufmerksamkeitsstörungen (Kasten, 2007).
Aktuelle Definitionen versuchen, die verschiedenen Komponenten und Funktionen der Aufmerksamkeit genau einzugrenzen und zu erfassen. Oft unterscheiden sich die Beschreibungen jedoch kaum von weit älteren Definitionsversuchen, in denen Aspekte der Selektion und Konzentration beschrieben wurden (Heubrock & Petermann, 2001).
2.1 Modelle und Komponenten der Aufmerksamkeit
In der Literatur werden verschiedene Modelle beschrieben, die von differenzierbaren Teilfunktionen der Aufmerksamkeit ausgehen. Gegen ein einheitliches Konzept von Aufmerksamkeit spricht auch die Vielfalt, mit der sich Aufmerksamkeitsstörungen im Alltag bemerkbar machen. Heubrock und Petermann (2001) beschreiben zwei Gruppen von Theorien, die Aufmerksamkeit erklären:
Der ersten Gruppe gehören Modelle an, die eine begrenzte Aufmerksamkeitskapazität annehmen. Diese auf Broadbent (1958) zurückgehenden Filtermodelle unterstellen, dass es eine einzige funktionelle Ursache für alle Aufmerksamkeitsphänomene gibt, die in einer Kapazitätsknappheit liegt. Ausgegangen wird dabei entweder von einer begrenzten Verarbeitungskapazität des informationsverarbeitenden Systems oder von einem begrenzten spezifischen wie auch unspezifischen Vorrat an Verarbeitungskapazität, wie die Theorie getrennter Energievorräte postuliert (vgl. Sanders, 1983).
2 Aufmerksamkeit 6
Eine zweite Gruppe von Theorien beschreibt die Selektions- und Integrationsfunktion von Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit wird dabei als Mechanismus verstanden, der eine große Anzahl an Stimuli aus der Umwelt aufnimmt und sortiert. Abhängig von situativen Bedingungen und Aufgabenanforderungen funktioniert der Mechanismus unterschiedlich. Grundlage vieler neuerer, vor allem neuropsychologischer Modellvorstellungen liefern Mehrkomponentenmodelle der Aufmerksamkeit, in denen mehrere Bereiche der Aufmerksamkeit unterschieden werden (vgl. Posner & Boies, 1971; Posner & Rafal, 1987; Neumann, 1992). Sturm (1997, zitiert nach Kasten, 2007, S. 133) beschreibt die vier, allen Theorien gemeinsamen Subsysteme der Aufmerksamkeit: Alertness, selektive Aufmerksamkeit, geteilte Aufmerksamkeit und Vigilanz. (1) Alertness meint die Aufmerksamkeitsaktivierung, Reaktionsbereitschaft und allgemeine Wachheit. Sie trennt sich in tonische und phasische Aktivierung. Unter tonischer Aktivierung wird der physiologische Wachzustand des Organismus verstanden, das dauernde Aktivierungsniveau (z.B. Aufmerksamkeit im Unterricht ist anhängig von der Tageszeit). Phasische Aktivierung bezeichnet die Fähigkeit der schnellen Aufmerksamkeitsaktivierung (z.B. unmittelbar nach Drohung des Lehrers).
(2) Selektive (oder fokussierte) Aufmerksamkeit ist das Potential, sich relevanten Merkmalen zuzuwenden und gleichzeitig irrelevante Aspekte zu ignorieren. Aus einer Vielzahl von Reizen wird nur ein einzelner und in diesem Augenblick bedeutsamer Stimulus beachtet (z.B. Konzentration auf den Unterricht des Lehrers in einer Geräuschkulisse von vielen Schülern).
(3) Geteilte Aufmerksamkeit beschreibt das gleichzeitige Beachten mehrerer Reizquellen und damit eine tägliche Routineanforderung (z.B. gleichzeitiges Zuhören und Abschreiben des Tafelbildes). Die Fähigkeit ist situationsabhängig, denn im Falle eines Rechtschreibfehlers des Lehrers würde die Aufmerksamkeit beispielsweise auf die Tafel fokussiert.
(4) Vigilanz ist die längerfristige Aufmerksamkeit bei niedriger Ereignishäufigkeit. Von Daueraufmerksamkeit wird gesprochen, wenn kritische Reize häufig auftreten (z.B. alltägliches Unterrichtsgeschehen). Die Fähigkeit, einen gleichmäßig hohen Aktivierungsgrad über einen längeren Zeitraum hinweg beizubehalten, ist zentrales Merkmal der Vigilanz. Die erläuterten Komponenten der Aufmerksamkeit sind klar voneinander abgrenzbare Subsysteme, die jedoch gleichzeitig eng miteinander verbunden sind. Sie lassen sich sowohl
2 Aufmerksamkeit 7
dimensional nach Intensität oder Selektivität ordnen als auch mit unterschiedlichen neuronalen Netzwerken in Verbindung bringen. Die verschiedenen Modelle und unterschiedlichen Komponenten des Konstrukts Aufmerksamkeit geben bereits einen Hinweis auf die damit verbundene Komplexität und Vielseitigkeit von Aufmerksamkeitsstörungen (Heubrock & Petermann, 2001).
2.2 Gestörte Aufmerksamkeit: Hyperkinetische Störungen und ADHS
Ein häufiges Problem im Kindesalter sind Störungen der Aufmerksamkeit, mangelnde Impulskontrolle und motorische Aktivität. Hyperkinetische Störungen bzw. die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zählen zu den häufigsten psychischen Auffälligkeiten im Kindesalter und stellen durch ihre recht hohe Persistenz ein beträchtliches Entwicklungsrisiko dar (Hampel & Petermann, 2004).
Für die klinisch gleichen Phänomene finden sich eine Vielfalt von Bezeichnungen, verschiedene Kriterien zur Definition sowie unterschiedliche Erklärungsmuster und diagnostische Erhebungsinstrumente (Lehmkuhl et al., 2007).
2.2.1 Symptomatik und Klassifikation
Aufmerksamkeitsstörungen lassen sich in den international gebräuchlichen
Klassifikationsschemata ICD-10 und DMS-IV einordnen. Während die ICD-10 den Begriff der einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (F90.0) bzw. hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens (F90.1) in der Rubrik hyperkinetische Störungen (F90) verwendet, bezeichnet DSM-IV die gleichen Auffälligkeiten als Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (Heubrock & Petermann, 2001).
In beiden Klassifikationssystemen sind die Symptomkriterien weitgehend übereinstimmend definiert. So gelten Störungen der Aufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität als Leitsymptome von ADHS, die durch spezifische Verhaltensbeschreibungen gekennzeichnet sind (vgl. Tab. 1). Die Auffälligkeiten sollten bereits vor dem siebten Lebensjahr deutlich erkennbar und in mehr als einem Lebensbereich erfüllt sein. Zusätzlich müssen die Symptome über einen Zeitraum von sechs Monaten in einem Ausmaß vorhanden sein, das deutliches Leiden oder eine Beeinträchtigung der sozialen, schulischen oder beruflichen Funktionsfähigkeit verursacht sowie dem Entwicklungsstand des Kindes unangemessen ist (Döpfner, 2002).
Arbeit zitieren:
BA Päd. Psych. Stefanie Pauly, 2009, Computergestützte Aufmerksamkeitsdiagnostik bei Kindern, München, GRIN Verlag GmbH
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