1. Einleitung: 3
2. Vom Bürokratiemodell zum NPM 5
3. NSM - oder die deutsche Antwort auf NPM 7
3.1 Motive und Ziele 7
3.2 Theoretische Basis 9
3.3 Maßnahmen. 10
3.3.1 Verantwortungsabgrenzung/Dezentrale Ressourcenverantwortung. 10
3.3.2 Kontraktmangement. 11
3.3.3 Controlling 12
3.3.4 Personal 13
3.3.5 Qualitätsmanagement (QM) 13
4. Fazit: 15
Literaturverzeichnis 19
Fachb ücher: 19
Beitr äge in Fachzeitschriften/-büchern: 20
Beitr äge aus dem Internet: 22
2
1. Einleitung:
Die Krise als Chance für NPM?
Zweifelsohne erlebt Globalität, infolge des Endes der „bipolaren Welt“, die Bildung großräumiger Wirtschaftsregionen, das wachsende Potential der Informationstechnologie, sowie deutlich verbesserter physischer
Transportmöglichkeiten, seit Mitte des 20.Jahrhunderts ihre bisherige historische Hochphase. Wie jedem weltumfassenden und gleichzeitig welterfassenden Phänomen wohnen auch der Globalität Chancen und Risiken inne (siehe hierzu ausführlich Duwendag 1998: S.507-523). Mit Blick auf die deutsche Wirtschaft, bedeutet Globalität vor allen Dingen Wettbewerb. Da sich die globale Ökonomie in wachsendem Maße zu einem einzigen, weltumspannenden Markt entwickelt und Unternehmen häufiger und kurzfristiger als je zuvor ihre Standorte verlagern können, ist die Schaffung und Erhaltung attraktiver regionaler Unternehmens- und Kapitalanlagebedingungen im Hinblick auf die langfristige Sicherung des nationalen ökonomischen Wohlergehens von fundamentaler Bedeutung. Staat und Verwaltung kommt hierbei die zentrale Aufgabe zu, adäquate Rahmenbedingungen zu schaffen, sowohl hinsichtlich der Versorgung und Beschäftigung der Bevölkerung, der Steuer- und Abgabefinanzierung gesellschaftlich wichtiger öffentlicher Aufgaben, als auch hinsichtlich der Wirtschaft und deren Erfordernis, sich an verändernde globale Bedingungen schnell und flexibel anpassen zu können (Ebenda: S.115ff.).
Unter dem Eindruck globalitätsbedingter Herausforderungen, sowie einer, unter dem Schlagwort „New Public Management (NPM)“ geführten, weltweiten Diskussion um eine betriebswirtschaftlich-manageriale Reform des öffentlichen Sektors, ist auch in Deutschland Anfang der 90er Jahre die Forderung laut geworden, die teure, ineffiziente und starre Bürokratie zu überwinden und geeignete Maßnahmen zur Ökonomisierung von Staat und Verwaltung zu ergreifen.
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Letztere lassen sich in Anlehnung an Reinermann idealtypisch zu sechs Punkten verdichten:
„Centerkonzept“: Das öffentliche Handeln soll entkoppelt, in übersichtlichere Module und Zentren unterteilt und um Produkte und Dienstleistungen herum gebildet werden. Auf diesem Wege sollen die Kernaufgaben der öffentlichen Hand in den Mittelpunkt des Geschehens gerückt werden und Staat und Kommunen Handlungsfreiraum zurückgewinnen.
„Prozessorientierung“: Die Geschäftsprozesse innerhalb und zwischen den Modulen und Zentren sollen über Behörden- und Gebietskörperschaftsgrenzen hinweg besser koordiniert, gestrafft und beschleunigt, Verbünde und Partnerschaften unterstützt, sowie Wertschöpfungsketten herausgearbeitet und optimiert werden. „Wettbewerb“: Die Module und Zentren sollen, durch Transparenz ihrer öffentlichen Aktivitäten und deren Wirkungen, sowie der Schaffung von Wahlmöglichkeiten bei der Herstellung von Produkten und Inanspruchnahme von Dienstleistungen, einem stärkeren Außendruck ausgesetzt werden.
„Adressatenorientierung“: Durch Wettbewerbsdruck soll es zu einer deutlicheren Ausrichtung des öffentlichen Handelns auf die Betroffenen und Abnehmer der verschiedenen Produkte und Dienstleistungen kommen; die Existenz öffentlicher Einrichtungen soll sich aus den Ansprüchen der Adressaten heraus rechtfertigen. (Reinermann 2004: S.6)
„Mitarbeiterorientierung“: Die Module und Zentren sollen schneller und flexibler an veränderte Voraussetzungen und Anforderungen angepasst werden können. Um dies zu erreichen, soll Freiraum für die Beschäftigten als „Intrapreneure“, durch Delegation kombinierter Fach- und Ressourcenkompetenzen geschaffen werden, ohne jedoch hierdurch die zuvor genannten Systemzusammenhänge zu unterbrechen. „Führungsorientierung“: Durch veränderte Strukturen sollen den Führungsaufgaben mehr Gewicht verliehen werden: Strategieerarbeitung, Zielausrichtung, Sinnvermittlung, Organisations- und Personalentwicklung sollen im Mittelpunkt politischer und administrativer Führung stehen. (Ebenda)
Deutlichster Niederschlag der bisherigen Verwaltungsreformdebatte stellt „Das neue Steuerungsmodell (NSM)“ der „Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt)“ mit Sitz in Köln aus dem Jahre 1993 dar(1), welches, originär als Steuerungsinstrument für Kommunalverwaltungen entwickelt wurde, mittlerweile jedoch zum Leitbild der allgemeinen Diskussion über NPM, bzw. Verwaltungsmodernisierung in Deutschland, geworden ist (Jann 2001: S.82).
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Im Rahmen der vorliegenden Hausarbeit liegt der Schwerpunkt daher auf dem NSM. Nachdem zunächst die Erläuterung des Wandels von der klassischen bundesdeutschen Verwaltung zum NPM erfolgt, werden die Motive, Ziele, theoretische Basis und Maßnahmen des NSM dargestellt. Im Rahmen eines Fazits, erfolgt schließlich eine kurze Wirkungsanalyse des NSM, sowie eine kritische Auseinandersetzung mit dem aktuellen Stand von NPM in Deutschland.
2. Vom Bürokratiemodell zum NPM
In Deutschland gründet das klassische Modell von Staat und Verwaltung auf den, Anfang des 20.Jahrhunderts entwickelten, Theorien von Max Weber und der Reform von Stein-Hardenberg (siehe hierzu ausführlich Lorig 2001: S.113ff.). Geprägt ist das sog. „Bürokratiemodell“ von Rechtsbindung, Unparteilichkeit, Professionalität, Gleichbehandlung und der Kontrollierbarkeit des Verwaltungshandelns. Gemäß diesem Modell sind Staat und Verwaltung streng hierarchisch aufgebaut, Kompetenzen klar verteilt, und herrscht eine hochgradige Spezialisierung vor (Banner 1994: S.350-361). Die Aufgaben werden nach Regeln sachbezogen umgesetzt und die Einheitlichkeit der erbrachten Dienstleistungen ist garantiert, wobei der Verwaltungsapparat vertikal hoch integriert ist: Programmierung, Betreibung, Durchführung und Finanzierungsfunktion werden verwaltungsmäßig gebündelt. Das Anreizsystem für Beamte und Angestellte in diesem System stellt die Gemeinwohlbindung und
Senioritätsregel dar (Naschold/Bogumil 2000: S.84f.). Anhand dieser Determinanten liegen die Vor- und Nachteile des deutschen Systems klassischer öffentlicher Verwaltung deutlich auf der Hand: Die Stärken liegen eindeutig in der Rechtsstaatlichkeit, Leistungsverlässlichkeit, sowie der pluralen und dezentralen Struktur des öffentlichen Sektors, die Schwächen dagegen in den relativ hohen Kosten, Qualitätsdefiziten und der schwachen Innovationsdynamik (Reichard 1996: S.13).
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1)Inspiriert durch das neu entwickelte Finanzsteuerungssystem der niederländischen Stadt Tilburg („Tilburger
Modell“) aus dem Jahre 1990, welches nach Meinung der KGSt einen hohen Grad an instrumenteller
Geschlossenheit und Unternehmensähnlichkeit aufweist, wurde das NSM für deutsche Kommunalverwaltungen
entwickelt (KGSt Bericht 5/1993: S.24).
Das „Bürokratiemodell“ als Antwort auf gesellschaftliche Voraussetzungen im Europa des frühen 20.Jahrhunderts, wie personengebundene patriarschische Herrschaft und subjektive Willkür, wird den heutigen gesellschaftspolitischen Herausforderungen und den, sich auf Seiten der Bürger und der Wirtschaft geradezu inflationär entwickelnden Ansprüchen an die öffentliche Verwaltung, immer weniger gerecht (Budäus 1994: S.13). Insbesondere in Zeiten knapper öffentlicher Kassen infolge von, im weitesten Sinne globalitätsbedingen Folgen, wie Industrieabbau und hoher Arbeitslosigkeit, sowie „hausgemachten“ Finanzierungslasten der
deutschen Einheit und steigenden Kosten für Renten- und Sozialausgaben, u.a. ausgelöst durch eine ungünstige Veränderung der Bevölkerungsstruktur, wird das bisherige Vorgehen der Verwaltung, vornehmlich additives Ressourcenmanagement, bzw., die additive Erweiterung der Verwaltung unter Beibehaltung der bisherigen Struktur, Instrumenten und Personen, zu betreiben, immer weniger praktikabel (Ebenda).
NPM steht somit nicht nur für ein neues Paradigma der Verwaltungswissenschaften, sondern spiegelt vielmehr auch ein neues Rollenverständnis des Staates wider: Weg vom allzuständigen, expandierenden Wohlfahrtsstaat und hin zum, sich zurücknehmenden Gewährleistungsstaat, der zwar nach wie vor das Gemeinwohl verantwortet, aber stärker als bisher die Selbsthilfekräfte der Wirtschaft und des dritten gesellschaftlichen Sektors aktiviert (Reinermann 2004: S.3, 7-10).
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Arbeit zitieren:
Klaudia Gabriele Geisler, 2009, New Public Management (NPM) oder "Die Krise als Chance"?, München, GRIN Verlag GmbH
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