Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS 3
1 EINLEITUNG 4
2 DIE GRAMMATISCHEN PROBEN 6
2.1 DEFINITION UND ZWECK DER GRAMMATISCHEN PROBEN 6
2.2 ERLÄUTERUNG DER EINZELNEN PROBEN 6
2.2.1 Die Einsetzprobe 7
2.2.2 Die Ersatzprobe 7
2.2.3 Die Erweiterungsprobe 8
2.2.4 Die Flexionsprobe 9
2.2.5 Die Klangprobe 9
2.2.6 Die Listenprobe 10
2.2.7 Die Umschreibungsprobe 10
2.2.8 Die Umstellprobe 10
2.2.9 Die Weglassprobe 11
3 DIE GRAMMATISCHEN PROBEN IN DER SCHULE 12
3.1 GIBT ES EINE HIERARCHIE DER PROBEN? 12
3.2 ANWENDUNG IN DER SCHULE 15
3.2.1 Grammatische Proben in „U n s e r e r M u t t e r s p r a c h e “ 15
3.2.2 Grammatische Proben in „T a n d e m D e u t s c h “ 19
3.2.3 Praxis Deutsch - eine Alternative zum Lehrbuch 21
3.2.4 Jede Probe hat ihre Grenzen 22
4 SCHLUSSBETRACHTUNG 24
LITERATURVERZEICHNIS : 25
3
1 EINLEITUNG
„Grammatik ist der Versuch von Menschen, die Vielfalt der Sprache zu gliedern, zu analysieren. Sie ist nicht mit der Sprache selbst schon gegeben!“ 1 - mit diesen Worten thematisieren JÜRGEN BAURMANN und WOLFGANG MENZEL ein elementares Problem des Menschen im Umgang mit seiner eigenen Sprache. Nachdem er sie in jungen Jahren auf spielerische Weise und in den meisten Fällen wohl auch ohne große Mühen erlernte, muss er sie in späteren Jahren verstehen lernen, um einen sicheren Umgang mit ihr zu gewinnen.
Grammatik - also die Vermittlung von sprachlichen Regeln verbunden mit einem Grundverständnis der sprachlichen Phänomene - spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie soll dem Lerner (im Großteil der Fälle wohl dem Schüler) also nicht vorrangig schlechte Noten und Unlustgefühle einbringen, (was sie ohne Zweifel vielfach tut), sondern vermitteln, was unsere Sprache ausmacht und was wir mit ihr bewirken können, wenn wir sie denn beherrschen und ihre Regeln zu verstehen wissen. Dies meint jedoch nicht, dass man als Sprecher im täglichen Leben alle grammatischen Fachtermini wissen muss. Vielmehr kommt es darauf an, den tieferen Sinn - vor allem die Funktionen, die sich hinter diesen Worten verbergen, zu verstehen.
Auf der Suche nach dem Sinn und der Funktion seiner Sprache, so also auf dem langen Weg durch seinen Grammatikunterricht, werden dem Schüler immer wieder grammatische Phänomene anhand von Proben erläutert. Besonders beliebte Beispiele dafür sind die Umstellprobe und die Frageprobe, die der Satzgliederkennung und -bestimmung in Sätzen oder der Kasusbestimmung des Nomens dienen. Grammatische Proben zielen dabei auf das Verständnis von grammatischen Zusammenhängen; sie sind Werkzeuge im Sprachgebrauch und können schon deshalb nicht als selbstständige grammatische Phänomene im Unterricht behandelt werden. In der folgenden Abhandlung jedoch, soll die Rolle der grammatischen Proben für den Unterricht aufgezeigt werden. Der Duden 2 kennt neun verschiedene Proben, doch welche Bedeutung wird ihnen im Unterricht beigemessen und welchen Funktionen und Zwecken unterliegen sie? Diesen Überlegungen gilt es auch anhand der Einführung von Proben in unterschiedlichen Lehrwerken nachzugehen. Ein weiteres didaktisches Problem, das zu erörtern sein wird, ist die zeitliche Einführung der Proben in den
1 BAURMANN/ MENZEL 1989, S.23.
2 Im Folgenden wird immer auch die 7. Auflage des DUDENS - die Grammatik - von 2005 Bezug
genommen.
4
Unterricht. All diese Fragen werden in der folgenden Abhandlung diskutiert werden, doch zuvor ist es vonnöten, die Proben im Einzelnen vorzustellen und ihre Funktionen, wie sie nach fachwissenschaftlichen Ansätzen, z.B. des Dudens, vorgesehen sind, zu erläutern. Auch die Frage, was grammatische Proben überhaupt sind, wird diskutiert werden, denn sie bildet die Grundlage für weitere Überlegungen und ein tieferes Verständnis für die didaktischen Erläuterungen, die im Anschluss der allgemeinen Vorstellung erfolgen.
5
2 DIE GRAMMATISCHEN PROBEN
2.1 DEFINITION UND ZWECK DER GRAMMATISCHEN PROBEN
Grammatische Proben, die auch Linguistische Operationen genannt werden, sind Hilfsmittel zur Bestimmung und Überprüfung von grammatischer Aussagen und Eigenschaften von Sätzen und Wörtern. Zudem dienen sie einem Lerner zur Gewinnung von grammatischen Einsichten, die ihm dabei helfen, seiner eigenen Sprache näherzukommen und das Verständnis für bestimmte grammatische Phänomene zu erlangen. Diese „Such- und Bestimmungsverfahren“ 3 finden „sowohl in der Wortlehre als auch in der Satzlehre“ 4 Anwendung. Das heißt für den Einsatz solcher Proben im Deutschunterricht, dass sie sehr wohl auch im Literaturunterricht ihre Berechtigung finden, obwohl sie dennoch vermehrt im Grammatik- und Sprachunterricht eingesetzt werden. In diesem Zusammenhang ist es auch notwendig ‚probenspezifisch’ zu differenzieren - nicht alle der neun Proben nach Duden eignen sich gleichermaßen für den Einsatz sowohl im Literatur- als auch im Sprachunterricht. Doch um dies näher zu erläutern, sollen zunächst die einzelnen Proben vorgestellt werden.
2.2 ERLÄUTERUNG DER EINZELNEN PROBEN
Die im Duden vorkommenden Proben sind folgende:
• die Ersatzprobe, • Weglassprobe • Listenprobe • Verschiebeprobe • Einsetzprobe • Umschreibungsprobe und schließlich • Flexionsprobe • die Klangprobe. • Erweiterungsprobe
Um keine vorherige Wertung der Proben nach ihrer Wichtigkeit (besonders im schulischen Kontext) zu geben, werde sie im Folgenden in alphabetischer Reihenfolge erläutert werden. Auf eine Gewichtung der Proben und eine mögliche Hierarchie wird jedoch an späterer Stelle noch genauer eingegangen werden.
3 GALLMANN/SITTA 2004, S. 12.
4 DUDEN 2005, S. 139.
6
2.2.1 Die Einsetzprobe
Die E i n s e t z p r o b e wird verwendet bei der Untersuchung einzelner Wörter oder Wortgruppen. Dabei wird die Stellung des zu untersuchenden Wortes im Satz oder in der Wortgruppe verändert, um beispielsweise die Wortart näher bestimmen zu können. 5 In einem Beispiel zur Bestimmung und Unterscheidung von Adjektiven und Adverbien sieht dies folgendermaßen aus:
Handelt es sich bei gründlich und bei gratis um ein und dieselbe grammatische Kategorie? Sind beides Adjektive oder gar Adverbien? Um dies herauszufinden, werden die zu untersuchenden Worte aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgelöst und in einen anderen Satzzusammenhang eingesetzt. Da Adjektive im Gegensatz zu Adverbien flektierbar sind, lassen sich die beiden in den Ausgangssätzen grammatisch-identisch wirkenden Wörter unterscheiden, indem man sie zwischen einen Artikel und ein Nomen setzt. Das Adjektiv passt sich der Form an, wobei aus gründlich gründliche wird. Das Wort gratis hingegen kann nicht flektiert werden! Somit ergibt sich die Erkenntnis, dass es sich bei gründlich um ein Adjektiv, bei gratis jedoch um ein Adverb handeln muss. Schließlich bleibt noch zu erwähnen, dass sich nach dem Einsetzen des Wortes in den neuen Kontext nicht notwendigerweise ein sinnvoller Ausdruck ergeben muss: So wäre auch an den bedeutungsleeren Beispielen der gründliche Kuchen oder der gründlich Baum erkennbar, dass es sich um ein Adjektiv handelt.
2.2.2 Die Ersatzprobe
Die E r s a t z p r o b e beschreibt das gezielte Ersetzen von Wortgruppen oder auch einzelnen Wörtern in einem Satz mit dem Ziel der Bestimmung von Satzgliedern und Wortarten oder von grammatischen Kategorien wie etwa dem Kasus 6 . Bei der Ersatzprobe lassen sich drei Unterarten ausmachen: die Frageprobe - das Ersetzen des Wortes durch ein Fragewort; die ‚Maskulinumprobe’ - das Ersetzen durch ein männliches Nomen im Singular sowie die Pronomenprobe, bei der das Wort durch ein Pronomen ersetzt wird. In einem Beispiel zur Kasusbestimmung lässt sich dies verdeutlichen:
5 Vgl. GALLMANN/SITTA 2004, S. 14.
7
Arbeit zitieren:
Jana Kirchhübel, 2007, Grammatische Proben im Deutschunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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