Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
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Frauenbilder
Gestern und heute
(+ Analyse eines Leitbildes einer Institution)
120.577 Menschenbild und Ethik für die Integration in Bildung,
Beruf und Freizeit unter Berücksichtigung der Grundsätze des
Empowerments
Studentin: Schatzig Kerstin
SS 2009 Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
SS 2009
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 3
2. Frauenbilder in der Geschichte ... 4
2.1.
Die Frau im antiken Griechenland (ca. 800 v. Chr. Christi Geburt) ... 4
2.2.
Die Frau in Rom (ca. 100 v. Chr. 550 n. Chr.) ... 6
2.3.
Die Frau im Mittelalter (ca. 500 1500)... 7
2.4.
Die Frau in der Renaissance (ca. 1300 1600)... 9
2.5.
Die Frau in der Neuzeit (1500 heute) ... 12
3. Die Frau heute ... 14
3.1.
Ehe heute Rechte und Pflichten... 14
3.2.
Bildung und Erwerbstätigkeit... 15
3.3.
Arbeitsteilung ... 19
4. Literatur... 21
5. Anhang ... 23
5.1.
Das bauMax Leitbild ... 23
5.1.1.
Christliche Ethik ist unser geistiges Fundament... 23
5.1.2.
Die Zufriedenheit der Kunden ist der Maßstab unserer Aktivitäten... 25
5.1.3.
Die Zufriedenheit der Mitarbeiter ist die Voraussetzung für unseren Erfolg... 25
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1.
Einleitung
,,Von der teuflischen Schlange versucht, überredete sie Adam, von der verbotenen Frucht
jenes Baumes zu essen. Beide wurden für immer aus dem Garten Eden und der Gegenwart
Gottes verbannt [...] Die Sünde Evas hing mit ihrer ganzen Natur zusammen. Von Natur aus
sexuelle, während der Mann rational war, verkörperte speziell sie die Sünde des fleischlichen
Verkehrs, der erst durch den Fall im Paradies zur Sünde geworden war. Sie allein war zu den
Schmerzen verurteilt, die aus ihrer Geschlechtsnatur folgten: den Wehen der Mutterschaft.
Sie allein, so war es bestimmt, würde für immer einem anderen Mann Gehorsam und Liebe
schulden: ihrem Gatten und Herrn. Jede Frau würde fortan eine Tochter Evas sein, [...]
(King 1993, S. 10-11)."
Dieses Zitat könnte erklären, warum Frauen lange Zeit respektlos behandelt und benachteiligt
wurden. Die gläubigen, ehrfürchtigen Menschen vergangener Epochen sahen in den
Erzählungen der Bibel, wahrscheinlich einen Hinweis darauf, dass die Frau von ihrer
Entstehung an eine hinterlistige Sünderin ist, die den Mann verführt hat und seit dem ihr
Leben lang dafür büßen müsse.
Frauen blieben in der Geschichte lange Zeit im Hintergrund, wurden von den Männern
unterdrückt und als deren Besitz angesehen. Sie mussten jahrhundertelang über ihr Schicksal
schweigen und ihren Männern widerspruchslos Gehorsam leisten. Bei Nichteinhaltung
wurden sie teils schwer bestraft oft sogar mit dem Tode. Frauen wurden nicht als Individuen
gesehen, sondern sie waren ein Anhängsel ihres Mannes minderwertig und zu naiv, zu
dumm, zu schwach, um allein ihr Leben bestreiten zu können. Einzige sinnvolle Aufgabe der
Frau, schien die Führung des Haushaltes und die Erziehung der Kinder zu sein.
Mein Anliegen ist es also, in der folgenden Betrachtung des Themas zu untersuchen, wie sich
das Bild der Frau über die Jahrhunderte hinweg geäußert und verändert hat. Im letzten Kapitel
möchte ich schließlich auf das heutige Bild der Frau eingehen. Ihre Alltagsrolle(n) und ihre
Stellung in der Welt der Erwerbstätigkeit.
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2.
Frauenbilder in der Geschichte
In den folgenden Kapiteln habe ich die Situation der Frauen, ihre Stellung in den
verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens und im Privatleben, in verschiedenen
Epochen untersucht, um zu erforschen, welche Bilder von Frauen in unserer Geschichte bis
heute existierten und vielleicht noch existieren.
2.1.
Die Frau im antiken Griechenland (ca. 800 v. Chr. Christi Geburt)
Durch die Erzählungen des Gelehrten Homer kann vermutet werden, dass in den
aristokratischen Familien Griechenlands Frauen häufig einen großen Einfluss auf das
Gesellschaftsleben ausübten. Er bringt in seinen Schriften mehrere Beispiele mächtiger
Königinnen. Aufgrund dieser Annahme könnte man darauf schließen, dass im alten
Griechenland durchaus auch die Herrschaftsform des Matriarchats vorkam. Trotzdem konnte
sich das Matriarchat in Griechenland nicht vollends durchsetzen. Gegen Ende der Bronzezeit
war es für viele Herrscher Voraussetzung einen männlichen Thronfolger zu ernennen (vgl.
Pomeroy 1985, S. 31-35).
Der Wert der Frau wurde über ihre Schönheit, Intelligenz und Anmut festgelegt. Frauen
waren in der griechischen Gesellschaft häufig die Beute einer erfolgreichen Eroberung oder
eines Wettkampfes. Sie wurden des Öfteren von den gegnerischen Truppen gemeinsam mit
ihren Kindern zu Sklavinnen gemacht, welche den Männern der Truppen hilflos ausgeliefert
waren.
Jeder König hatte zu dieser Zeit mehrere Konkubinen, welche von der Ehefrau geduldet
werden mussten. Bei Frauen wurde Untreue jedoch als Schande angesehen. Für junge Frauen
hatte es eine bedeutende Wertigkeit jungfräulich in die Ehe zu gehen. Wurde doch einmal ein
uneheliches Kind gezeugt, so wurde verkündet, dass es aus einer Zusammenkunft mit einem
Gott stammt. Dies wurde der Betreffenden verziehen (vgl. Pomeroy 1985, S. 38-41).
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Frauen, Sklavinnen oder nicht, hielten sich zu dieser Zeit vorwiegend im Haus auf und
verrichteten dort anfallende Arbeiten. Frauen sind auf Fresken deshalb häufig mit heller Haut
dargestellt, im Gegensatz zu ihren gebräunten Männern. Zu ihren zahlreichen Aufgaben
zählten Kochen, Nähen, Weben, Wäsche waschen, das Baden und Einölen der Männer (und
nicht nur der eigenen), Ernten, Getreide mahlen. Von den Frauen wurde Zurückhaltung
gewünscht. Allerdings wurden sie nicht vollkommen vom gesellschaftlichen Leben
ausgeschlossen. Manche Bilder aus dieser Zeit zeigen sogar Frauen, die helfen die Stadt vor
kriegerischen Truppen zu verteidigen (vgl. Pomeroy 1985, S. 44-46).
Trotzdem schickte es sich für die Athenerin bis ins klassische Athen (ab 500 v. Chr.) nicht,
das Heim zu verlassen, außer zu Festlichkeiten und Begräbnissen. Ihre persönlichen
Wohnbereiche lagen im hinteren Teil des Hauses und waren für Fremde nicht zugänglich.
Höchstens Verwandte bekamen sie zu Gesicht (vgl. Pomeroy 1985, S.119-121).
Nicht in allen griechischen Städten gestalteten sich die alltäglichen Aufgaben der Frauen, wie
oben beschrieben. In Sparta z.B. hielten sich die Frauen aus den höheren
Gesellschaftsschichten nicht mit allgemeinen Haushaltsarbeiten auf. Sie gingen lieber einer
sportlichen und musikalischen Betätigung nach und kümmerten sich um die Kindererziehung.
Des Weiteren wurde hier kein großes Aufsehen um uneheliche Kinder gemacht, solange der
Vater Spartaner war. Auch mit der Treue der Ehefrau sah man es nicht so eng. So kam es vor,
dass Ehefrauen auch mit anderen Männern Kinder hatten, aus Vergnügen, oder auch weil
Mutterschaft in Sparta sehr angesehen war (vgl. Pomeroy 1985, S. 52-55).
Im sechsten Jahrhundert v. Chr. wurden die Gesetze, welche Frauen betrafen strenger. Frauen
und Huren wurden nun streng getrennt und erste Bordelle wurden gegründet. Der Einfluss der
Frauen wurde gemindert, um die Demokratie nicht zu gefährden. Es gab genaue Regelungen
für Spaziergänge, Feste oder die Nahrung der Frauen.
Die Meinungen über den Status der Frauen in dieser Zeit gehen auseinander. Einige glauben
sie wurden verachtet und eingesperrt, andere glauben, sie wären respektiert worden und hätten
viele Freiheiten gehabt (vgl. Pomeroy 1985, S. 85-86).
In Athen wurden als wichtigste Ziele jeder Frau die Ehe und die Mutterschaft gesehen. Die
Frauen standen bis zu ihrem Tode unter der Vormundschaft ihres Ehemannes. Väter hatten
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das Recht geborene Mädchen nur dann aufzuziehen, wenn er der Meinung war er würde sie
später verheiraten können (vgl. Pomeroy 1985, S.93-94).
Im Hellenismus (etwa ab 300 v. Chr.) begannen die Frauen mehr Einfluss in das
gesellschaftlich Leben zu gewinnen. Sie erhielten außerdem einen besseren Zugang zur
Bildung. Sie lernten Lesen und Schreiben, und waren vermehrt sportlich aktiv. In der Folge
gab es auch zunehmend Dichterinnen die zum Teil sehr erfolgreich waren (vgl. Pomeroy
1985, S. 207-208).
2.2.
Die Frau in Rom (ca. 100 v. Chr. 550 n. Chr.)
Auch hier brachte der Hellenismus bessere Bildungschancen für Frauen, vor allem für jene
der Oberklasse, welche in wahrem Reichtum lebten. Es war ihnen sogar gestattet in
Abwesenheit ihrer Männer die Führung zu übernehmen.
Frauen wirkten teilweise in der Politik mit, obwohl von ihnen nach wie vor alltägliche
Arbeiten wie Spinnen und Weben erwartet wurden. Auch in Rom standen die Frauen noch
immer unter der Vormundschaft der Männer, weil sie als schwach und leichtsinnig galten.
Der ,,Pater familias", also der älteste männliche Vormund im Haus entschied über Leben und
Tod aller sich im Haus befindenden Angehörigen (vgl. Pomeroy 1985, S.227-229).
Der Ehebruch einer Frau war ein Verstoß gegen das öffentliche Recht. Jener der Männer
hingegen nicht. Der ,,Pater familias" hatte in so einem Fall das Recht, seine Tochter zu töten.
Der Ehemann hatte lediglich die Pflicht sich von ihr scheiden zu lassen und sie vor Gericht zu
bringen. Bei einer Verurteilung musste sie die Hälfte ihrer Mitgift abgeben und wurde
schließlich, wie auch ihr Liebhaber, allerdings getrennt von ihm, verbannt. Die Frau konnte
sich bei Untreue ihres Mannes zwar von ihm scheiden lassen, er hatte aber mit keinen
rechtlichen Folgen zu rechnen.
Unglaubliche Gesetze gab es auch in Bezug auf Vergewaltigungen. Glaubte man, das
Mädchen habe sich freiwillig hingegeben, wurde sie am Scheiterhaufen verbrannt (vgl.
Pomeroy 1985, S.241-245).
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Zu den wichtigsten Aufgaben der Frauen zählten, wie auch in Griechenland, Ehe und
Mutterschaft. Das Mindestheiratsalter für Mädchen lag bei 12 Jahren. Ein Grund für die frühe
Heirat waren die gesetzlichen Vergütungen für Eheschließungen.
Frauen hatten eine kürzere Lebenserwartung und so gab es meist mehr Männer wie Frauen,
was eine mehrmalige Heirat für die Frauen erleichterte (vgl. Pomeroy 1985, S.250-251).
Die Frau hatte in ihrem Haus die Aufsicht über die Sklaven und erledigte Arbeiten wie
Spinnen und Weben. Sie erledigte Einkäufe, ging zu Festen, machte Besuche und war mit der
Erziehung ihrer Kinder betraut. Sie war also keinesfalls in ihrem Haus eingesperrt.
Mädchen aus reichen Familien konnte auch eine Schule besuchen, allerdings längstens bis sie
verheiratet waren. So waren die römischen Frauen auch recht gebildet (vgl. Pomeroy 1985,
S.258-261).
Nach und nach konnten sich vor allem die Frauen der Oberklasse von ihren Männern lösen
und wurden dadurch von ihrem Umfeld auch nicht mehr als ein Teil von ihm betrachtet. Das
alles stand natürlich im Zusammenhang mit ihrem Reichtum. In rechtlicher Hinsicht hatten
die Frauen trotzdem weiterhin keinen Einfluss (vgl. Pomeroy 1985, S.278-280).
2.3.
Die Frau im Mittelalter (ca. 500 1500)
Die Ehe blieb lange Zeit dem Adel und den freien Menschen vorbehalten. Die Zustimmung
der Frau war hier nicht unbedingt von Nöten. Frauen wurden von öffentlichen
Angelegenheiten grundsätzlich ausgeschlossen. So durfte sie bei der eigenen
Gerichtsverhandlung nicht selbst erscheinen, sondern sie wurde von einem Mann, ihrem
Ehemann oder ihrem Vater, vertreten. Dieser Vormund entschied auch über ihr Vermögen
und sogar ihren Tod (vgl. Uitz 1988, S.11).
Im Bereich der Fronwirtschaft waren die Aufgaben der Frauen Arbeiten am Feld, im Wald,
im Stall oder im Haus. Sie halfen bei der Ernte, bauten Gemüse und Kräuter an, stellten Brot,
Getränke und Kerzen oder Seifen her (vgl. Uitz 1988, S.13).
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