Inhaltsverzeichnis
1 Aby Warburg - Biographie und Werk 3
2 Die Ikonologie 4
3 Die Monatsbilder im Palazzo Schifanoja in Ferrara 8
3.1 Der Saal im Palazzo Schifanoja. 8
3.2 Das Bildprogamm 9
3.3 Die Monatsbilder. 9
3.4 Das Beispiel „April“ 10
4 Quellenverzeichnis 12
4.1 Literatur 12
4.2 Internet 12
5 Anhang 13
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1 Aby Warburg - Biographie und Werk
„Ebreo di sangue, Amburghese di cuore, d’anima Fiorentino.“ (In: Wuttke 1980: 464)
Mit diesen Worten beschreibt Abraham Moritz Warburg, der am 13.06.1866 in Hamburg geboren wurde, jüdischen Glaubens war und dessen Seele in Florenz erst auflebte. Er stammt aus einer bekannten Hamburger Bankiersfamilie, die um 1700 in Warburg in Westfalen aus Italien eingewandert war und aus diesem Grund den Familiennamen Warburg trug. Als erstes von insgesamt sieben Kindern wurde ihm von seinem konservativen, jüdischen Elternhaus das Erstgeborenenrecht zugesprochen. Aby Warburg revoltierte bereits früh gegen die religiösen Rituale der Familie und weigerte sich gegen die Berufspläne der Familie, die für ihn eine berufliche Laufbahn als Arzt, Rabbiner oder Jurist vorsah. Stattdessen studierte er Kunstgeschichte, Geschichte und Archäologie unter anderem in Bonn, München, Florenz und Straßbourg. Da Warburg seit früher Jugend ein leidenschaftlicher Leser war, zeichnete sich schon bald sein enormes Interesse für Geschichte und Literatur ab. In der Literatur wird er trotz seines schwierigen Charakters und seinem labilen und sprunghaften Temperament, das vor allem durch Jähzorn sowie mangelnde seelische Stabilität geprägt war, die ihn zum Einzelgänger machten, als charismatisch dargestellt. (Vgl. Böhme 1997: 1) Unabhängig von seinen Charaktereigenschaften ist er heute als deutscher Kunsthistoriker, Kulturwissenschaftler und Begründer der kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg bekannt. Im kunsthistorischen Bereich war besonders das Nachleben der Antike in den unterschiedlichsten Bereichen von der abendländischen Kultur bis in die Renaissance sein Forschungsgegenstand. So konnte er aufgrund seiner Untersuchungen die Ikonologie als eigenständige Disziplin der Kunstwissenschaft etablieren. Zum Meilenstein der Kunstgeschichte wurde seine 1892 veröffentlichte Dissertation über ‚Sandro Boticellis Geburt der Venus und Frühling’, die aus einem in den Jahren 1888 und 1889 Studienaufenthalt in Florenz vorhergegangen ist. Nach seiner Promotion besuchte er kurzzeitig Psychologieveranstaltungen an der Medizinischen Fakultät in Berlin. Innerhalb dieser Zeit muss er sich zu einem erneuten Florenzaufenthalt entschlossen haben, den er bald antrat. Die 1895/6 angetretene USA-Reise, deren Anlass die Hochzeit einer seiner Brüder war, führte ihn zum Studium indianischer Kulturen am Smithionian-Institute sowie zu seiner Feldforschung bei indianischen Stämmen (Pueblo) in New Mexico, die von Frank H. Cuschings Forschungen an Zoni in New Mexico inspiriert wurde. Bei den Hopi in Arizona hielt er sich auf, um Zeichen-Experimente mit Schulkindern durchzuführen. Eigene Kinder folgten aus der
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1897 geschlossenen Ehe mit Mary Hertz. Nur kurz nach der Heirat schloss sich von 1898 bis 1902 ein erneuter Florenzaufenthalt an, auf dem er die privaten und wirtschaftlichen Lebensumstände der Renaissance-Künstler und ihrer Auftraggeber sowie die wirtschaftliche Situation des Florenz in der Renaissance untersuchte. Das Ergebnis war, neben einer Vortragsreihe über Leonardo da Vinci, die Beschäftigung mit Sandro Boticellis Bezügen zur Antike bei Darstellung der Kleidung von Bildfiguren. Seine umfassende Deutung der Monatsbilder im Palazzo Schifanoja in Ferrara (1912), auf die später näher eingegangen wird, ergab sich aus der Lektüre von Franz Bolls Buch Sphaera und der Sichtung zahlreicher astrologischer Dokumente und Handbücher. Der Grund dafür, dass ihn Astrologie faszinierte, lag in der Wirkungsmacht der Symbole und dem Nachleben der Antike. So untersuchte er die Sternkunde der Griechen, die nicht zwischen Astrologie und Astronomie unterschieden, aber Lichtpunkte, Fixsterne und Sternfigurationen nach Göttern benannten. Diese werden bis heute in der Astronomie verwendet und entfalten als Symbole eine unerwartete Wirkungsmacht. Warburg war sein Leben lang von eher kränklicher Natur. So erkrankte er bereits mit sechs Jahren an Typhus und war seitdem körperlich und seelisch labil. Dies hatte zur Folge, dass er zu nervösen Zuständen neigte, die häufig Depressionen zur Folge hatten, schnell überlastet war und teilweise unter Lähmungen litt. Im November 1918 kam es zum Ausbruch einer schweren Psychose, da er die Nachkriegszeit mit ihren ernsten wirtschaftlichen und sozialen Problemen als Bedrohung für sich und seine Familie empfand. Die Folge war eine Einweisung in eine psychiatrische Klinik. Dort wurden Anzeichen von Wahnvorstellungen, Aggressivität gegen das Personal, Phobien und zwanghafte Hygienerituale dokumentiert. Bis zu seinem Lebensende am 26.10.1929 blieben die Ärzte sich uneinig, ob es sich um eine Schizophrenie handelt oder er manisch-depressiv ist. (Vgl. Böhme 1997: 2 ff.; Villhauer 2002: 3 ff.)
2 Die Ikonologie
Nachdem nun ein kurzer biographischer Abriss Aufschluss über die Person Aby Warburg geboten hat, soll nun im Hauptteil dieser Arbeit auf seine Gedanken zur Ikonologie eingegangen werden. Im Folgenden wird auf die Forschungsrichtung der Kunstgeschichte, die in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden ist, eingegangen, indem anhand von zwei Aufsätzen, zum einen jener von Hartmut Böhme (1997), zum anderen der von Warburg selbst, seine Gedanken dargestellt werden.
In Ergänzung zur wertindifferenten Methode der Formanalyse und der Ikonographie deutet die Ikonologie die symbolischen Formen eines Kunstwerkes. Ikonologie war für Warburg
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Arbeit zitieren:
Rebecca Elisabeth Meyer, 2009, Aby Warburg (1866-1929) als Begründer der Ikonologie, München, GRIN Verlag GmbH
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