erwartet wurde, brachte der Bote, der schon den ersten Brief übergab, die Antwort direkt wieder mit.
Im Falle der Klöster war es so, dass diese ihre Mönche als Boten einsetzten, die bei Bedarf auch Briefe weltlicher Herren überbrachten. Mönche als Boten sind bis in die Mitte des 15. Jh. nachgewiesen. Die Landesfürsten hatten ihre eigenen Boten, die je nach Bedarf ausgesandt werden konnten. Die Ritter dieser Zeit benutzten ihre Knappen als Boten, die die Briefe meist in Büchsen um den Hals oder am Gürtel trugen. Diejenigen, die städtische Briefe überbringen sollten, mussten zumeist einen Boteneid schwören und somit wurde der Botendienst allmählich zu einem städtischen Amt. Der christlich geprägte „Deutsche Orden“ organisierte den Briefverkehr im Osten, d.h. zwischen dem Hochmeister, dem höchsten Amt im „Dt. Orden“, und den Ordenshäusern. Zum Transport der Briefe benutzte man Briefjungen und Briefschweiken (Postpferde). 1
Auch die Kosten, die für die Städte und Fürsten durch den Briefverkehr aufkamen, waren nicht zu verachten. Diese mussten die Botenlöhne, wobei Botengänge in der Nacht und in Eile höher bezahlt wurden, den Aufenthalt der Boten in einer fremden Stadt (z.B. wenn auf eine Antwort dort gewartet werden musste) und evtl. Geschenke an fremde Boten begleichen. Um einer Unregelmäßigkeit bei der Bezahlung der Boten vorzubeugen, vermerkte man am Ende des Briefs, was der Bote schon erhalten hatte und wann er ankam und wann er wieder fort ging.
Ab dem 15 Jh. konnte man ein erstarken des Privatbriefverkehrs erkennen. Diese Privatbriefe wurden von den oben beschriebenen städtischen Boten überbracht, wobei der Privatmann für die Verpflegung und Bezahlung des Boten sorgen musste. Wenn es der Weg und das Ziel des städtischen Boten zuließ konnten nun auch private Interessen bedient werden. Hier ist vor allem der mittelalterliche Kaufmann zu nennen, der nun auch durch Fuhrleute und Schiffer oder durch Kaufmannskollegen Briefe übermitteln lassen konnte. Für den Fernhandelskaufmann war das Briefschreiben eine entscheidende Voraussetzung für das Funktionieren seines Handelsbetriebes und eine regelmäßige Korrespondenz mit Handelspartnern, Beauftragten, Angestellten und auch Familienangehörigen deshalb unumgänglich. Soweit von Kaufleuten verfasste Briefe als Sammlung oder auch nur vereinzelt überliefert sind, sind es Handelsbriefe. Sie dienten in erster Linie der Organisation von Handelsgeschäften und enthielten daher zunächst einmal Informationen über die im Fernhandel üblichen Geschäftspraktiken. Neben Angaben über Art, Menge und Qualität versandter Waren, deren Verpackung, Kennzeichnung und Versendungsart, sowie den Bestimmungsort, findet man oft auch Hinweise auf günstige Weiterverkaufsmöglichkeiten,
1 Mehr Informationen dazu siehe: „Boockmann, Hartmut (1998): Die Briefe des Deutschordenshochmeisters“
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Arbeit zitieren:
Mario Kulbach, 2009, Die Beförderung von Briefen im 14.15. Jh. (im Hl. Röm. Reich Dt. Nation), München, GRIN Verlag GmbH
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