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Gliederung
HINF ÜHRUNG 3
1. THEORETISCHE GRUNDLAGEN 5
1.1 Projektunterricht 5
1.1.1 Entwicklung des Projektbegriffs 5
1.1.2 Schritte und Merkmale eines Projekts. 6
1.1.3 Projektplanung 8
1.1.4 Begründungsansätze für den Projektunterricht 10
1.1.5 Das Projekt im Lehrplan der Grundschule 11
1.1.6 Projektunterricht unter Kritik. 12
2. PRAKTISCHE UMSETZUNG. 14
2.1 Von der Entscheidung für das Projekt bis in die Phase der Vorplanung 14
2.2. Ernährungserziehung im Lehrplan der Grundschule. 16
2.3 Begründung der Zielsetzung 17
2.4 Zielstellung 17
2.5 Methodische und didaktische Vorüberlegungen. 18
2. 6 Verlauf der Projekttage. 20
Projekttag 1 20
Projekttag 2 25
Projekttag 3 28
NACHBETRACHTUNG 32
VERWENDETE LITERATUR. 34
ANHANG 35
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Hinführung
Übergewicht und Adipositas (sehr starkes Übergewicht) sind ein wachsendes Problem in Deutschland, sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern. 2004/2005 lag in Bayern der Anteil an übergewichtigen Kindern bei 9,0%, der an adipösen Kindern bei 3,6%. Die Folgen sind gravierend, weil damit auch das Risiko für Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und Herz- Kreislauferkrankungen steigt. Als Hauptursache für Übergewicht gelten Bewegungsmangel und falsche Ernährungsgewohnheiten. 1 Vor diesem Hintergrund mag überraschen, dass von Kindern gesundheitsrelevante Bezüge zur Ernährung durchaus richtig angegeben werden können, nur leider zeigen sie keine entsprechenden Verhaltensweisen beim eigenen Essverhalten. 2
Da die Ernährungsgewohnheiten vor allem im Kindesalter geprägt werden und ausschlaggebend für den Gesundheitszustand im späteren Erwachsenenalter sind, ist es sinnvoll, sich mit dem Thema „Ernährung“ auseinander zu setzen. So gehört die Ernährungserziehung als wesentlicher Bestandteil der
Gesundheitserziehung zu den fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungsaufgaben der Grundschule. „Gesundheitserziehung will bei den Kindern gesundheitsorientierte Einstellungen, Verhaltensweisen und auch grundlegende Handlungskompetenzen aufbauen.“ 3
Um diese anbahnen zu können, hält es Professor Dr. Volker Pudel, Leiter der Ernährungspsychologischen Beratungsstelle der Universität Göttingen, für unabdingbar, gesundheitsbewusstes Verbraucherverhalten im Sinne eines „Trainings“ erfahrbar zu machen. 4 Durch die konkrete Erfahrung, dass Lernen für die eigene Person sinnvoll und bedeutsam ist, kann die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen angebahnt werden. 5 Als ein passender Rahmen gilt der Projektunterricht, weil er das Lernen anschaulich macht und die Selbsttätigkeit und Selbstständigkeit der Schüler fördert. 6
1 vgl. Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus: Empfehlungen zur Schulverpflegung S. 3. 2 www.landwirtschaft-mlr.baden-wuerttemberg.de, 13. 06. 2007.
3 vgl. Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus: Lehrplan für die bayerische Grundschule 2000. S. 14f.
4 Waltraud Lucic, Bayerische Schule 7/8 -2007 In: Zeitschrift des BLLV, 21. Juli 2007, 7/8, S. 8. 5 vgl. Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus: Lehrplan für die bayerische Grundschule 2000. S. 9.
6 vgl. Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz: Ernährungserziehung in der Grundschule 2001. S. 2.
4
Vor diesem Hintergrund soll in der vorliegenden Arbeit zunächst im Rahmen einer theoretischen Grundlage eine umfassende Betrachtung von Projektunterricht stattfinden. In einem zweiten Teil soll die praktische Umsetzung nachgezeichnet sowie in einem abschließenden Teil in reflektierender Form eine eigene Stellungnahme zum Verlauf des Projektunterrichts genommen werden.
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1. Theoretische Grundlagen
1.1 Projektunterricht
1.1.1 Entwicklung des Projektbegriffs
Der Begriff „Projekt“ ist fester Bestandteil unseres gängigen Wortschatzes geworden. Seinen etymologischen Ursprung hat er im lateinischen projicere, was übersetzt vorauswerfen, entwerfen, planen, sich vornehmen bedeutet. 7 Im pädagogischen Raum haben Ausdruck und Idee „Projekt“ eine etwa 300-jährige Geschichte. Zunächst benutzte man den Begriff an den Kunstakademien Italiens und Frankreichs für die Aufgabe der Architekturstudenten, selbstständig ein Portal, eine Fassade, eine Kirche zu entwerfen. Von dort aus verbreitete sich die Idee des Lernens am Projekt auf die Anfang des 19. Jahrhunderts in Europa und den USA entstandenen technischen Schulen und Hochschulen. 8 Als Teil einer internationalen Bewegung nahm sie je nach den Vorstellungen und Bedürfnissen ihrer Vertreter verschiedene Inhalte und Formen an. 9 Gemeinsames Ziel aber war es, die Distanz zwischen Schule und Leben, Wissenschaft und Beruf, Theorie und Praxis zu verringern, so dass es den Lernenden möglich wird, ihre erworbenen Kenntnisse auf den konkreten Fall anzuwenden. Dieses Verständnis ist allerdings noch nicht identisch mit dem heutiger Projektkonzeptionen. Als der Projektbegriff unter dem Einfluss des kindzentrierten Teils der amerikanischen Reformpädagogen Anfang des 20. Jahrhunderts allerdings seine feste Bindung an den technischen Bereich verliert, 10 entwickelte der amerikanische Philosoph und Pädagoge Dewey (1859-1952) erstmals unter politischen, philosophischen, lernpsychologischen und pädagogischen Aspekten ein umfassendes Konzept, welches wir heute in unserem Sinn als Projektunterricht bezeichnen. 11
Zur damaligen Zeit reagierte er damit auf die sich rasch wandelnden gesellschaftlichen Verhältnisse, als man seiner Meinung nach Erziehung nicht mehr als Vorbereitung auf vorausbestimmte Lebensverhältnisse verstehen konnte. 12 Als seine zentrale Antwort auf die (gesellschaftlichen) Herausforderungen dieser Zeit, sollte die junge Generation vielmehr lernen, Probleme zu erkennen und diese frei und selbstbestimmt zu
7 vgl. Frey 2005. S. 14.
8 vgl. ebd. S. 29. 9 vgl. ebd. S. 31. 10 vgl. ebd. S. 31 11 vgl. Gudjons 2001. S. 73f 12 vgl. ebd. S. 74
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bewältigen. 13 Auch das heute oftmals in der deutschen Sprache verwendete „learning by doing“ geht auf Dewey zurück, demnach Erkennen und Tun untrennbar zusammenhängen und nur durch selbstständiges Handeln ein Lernprozess stattfinden kann. Die Erfahrung des Einzelnen ist dabei zugleich Weg und Ziel menschlicher Weiterentwicklung. 14 Indem die Schüler im Projektunterricht als gleichberechtigte Partner respektiert werden, sich zunehmend selbst organisieren und auch selbst verantworten, fördert und bahnt man demokratisches Handeln in Schule und Gesellschaft an. 15
„[Projektunterricht ist] ein geplanter Versuch, als pädagogisches Experiment mit der Wirklichkeit, das von Lehrern und Schülern in Form von Unterricht unternommen wird und das zugleich die Grenzen von Unterricht überschreitet, indem es Schule und Gesellschaft durch praktisches pädagogisches Handeln erzieherlich zu gestalten versucht.“ 16
In der Konsequenz eines veränderten Unterrichtsstils agiert der Lehrer nun als „Hintergrundlehrer“, indem er das Planen lenkt, leitet und nur eingreift, wenn die Schüler Hilfe benötigen. Ziel ist es als Ratgeber beim Verarbeiten von Lebenserfahrungen zu dienen und die Schüler in die aktive Rolle schlüpfen zu lassen. Durch entdeckendes Lernen lösen die Schüler vorab ausgewählte und diskutierte Probleme, indem sie überwiegend in kooperativen Gruppen arbeiten. Der Unterricht findet
fächerübergreifend statt und ist unabhängig vom Klassenraum. 17
1.1.2 Schritte und Merkmale eines Projekts
Beim Vergleich der Literatur fällt auf, dass Projekte selten einheitlich definiert werden, sondern lediglich Merkmalskatalogen unterliegen, die je nach Autor unterschiedlich viele Kriterien beinhalten. Beispielsweise umfasst FREY’S Grundmuster einer Projektmethode sieben Verlaufspunkte. 18 GUDJONS dagegen beschreibt vier Projektschritte mit zehn Wesensmerkmalen 19 , die seiner Meinung nach Unterricht zu Projektunterricht machen.
Diese dienen mir im Folgenden als Richtlinie für die inhaltliche Beschreibung von Projektunterricht, die ich an passender Stelle mit Ansichten weiterer Autoren ergänze.
13 vgl. Hänsel, 1995. S. 33.
14 vgl. Gudjons 2001. S. 76f. 15 vgl. ebd. S. 85. 16 Hänsel 1995. S. 33. 17 Frey 1982. S. 176ff. 18 vgl. Frey 2005. S. 54. 19 vgl. Gudjons 2001. S. 81ff.
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In einem ersten Projektschritt, der Projektinitiative, soll eine geeignete Sachlage ausgewählt werden. Dieser erste Schritt - Wahl des Projektthemas - ist charakterisiert durch die Merkmale des Situationsbezuges, der Schülerinteressen und der gesellschaftlichen Praxisrelevanz. Es kommt dabei darauf an, dass die Fragestellung des Projektes mit der Lebenswelt der Schüler zu tun hat. Unbedingt sollte sich die Wahl des Themas an den Interessen der Schüler orientieren, wenn ein echtes Problem aus der Sachlage erwachsen soll. Da die Unterrichtssituation es oftmals schwer macht die Interessen,
Lebenszusammenhänge und Probleme der Schüler herauszubekommen, kann der Lehrer durch das Schaffen unterrichtsuntypischer Situationen wie Exkursionen, Wanderungen etc. die Interessen und Probleme der Schüler besser erkunden. Auf diese Weise erleichtert er es den Schülern selbst auf ihre wirklichen Interessen und Probleme zu stoßen. Entscheidend ist, dass durch die Projektinitiative das Interesse und die Motivation der Schüler geschaffen werden. Der Rahmen eines derartigen Vorhabens kann jedoch auch aus der Initiative des Lehrers entspringen, vor allem wenn es als Einführung in den projektorientierten Unterricht dient. 20 Aus dem Zielanspruch der Projektmethode - Höherentwicklung des Einzelnen und der Gesellschaft - ergibt sich das Merkmal der gesellschaftlichen Praxisrelevanz, um einer völligen Beliebigkeit der Inhalte - „einer gruppenweisen Hobbypflege“ - entgegen zu steuern.
Der nächste Projektschritt besteht in einer für die Problemstellung gemeinsamen Entwicklung eines Lösungsplanes, der die Merkmale Zielgerichtetheit und Selbstständigkeit der Schüler trägt. Schüler und Lehrer fertigen gemeinsam einen Plan für die Lösung des Problems bzw. für das Erreichen des vereinbarten Ziels an, d. h. sie planen Ziel, Zeit, Kosten und Material. Die Planungsphase ist dabei als offen und revisionsfähig zu verstehen. Es liegt dann an den Schülern, die Umsetzung des Geplanten selbst zu organisieren. So liegen die erzielten Ergebnisse - ein sichtbares Produkt - in der völligen Verantwortung der Schüler.
Folgende Merkmale bestimmen den dritten von GUDJONS beschriebenen Schritt von Projektunterricht, nämlich den, sich mit dem Problem handlungsorientiert auseinanderzusetzen: Theorie und Praxis rücken wieder eng zusammen und so kommt es darauf an, eine handlungsbezogene Auseinandersetzung unter Einbeziehung des Kopfes, des Gefühls, der Hände, Füße, Augen, Ohren, der Nase, des Mundes, der Zunge
20 vgl. Frey 1989. S.55.
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- also möglichst vieler Sinne - mit dem Themenbereich zu erreichen. Dies sollte in sozialen Lernprozessen in Kooperation und Kommunikation der Handelnden geschehen, was das Merkmal des sozialen Lernens beschreibt. Der Lehrer hat nun eine veränderte Rolle.
Für ein anwendungsfähiges Wissen sollen im vierten und letzten Projektschritt die Schüler ihre erarbeitete Problemlösung an der Wirklichkeit dahingehend überprüfen, ob das Ziel erreicht, die Ausgangsfrage beantwortet worden ist. Weil den erzielten Ergebnisse zudem ein „Gebrauchs- und Mitteilungswert“ zugeschrieben wird, ist es für den Projektunterricht wesentlich, seine Produkte am Ende in irgendeiner Form öffentlich zugänglich zu machen, um sie der Kenntnisnahme, Beurteilung und eventuellen Kritik anderer auszusetzen. Neben dem beschriebenen Merkmal der Produktorientierung kennzeichnet diesen Projektschritt das der Interdisziplinarität. Es geht dabei darum, ein Problem, eine Aufgabe in ihrem komplexen Lebenszusammenhang, das heißt über die Fächergrenzen hinaus, zu begreifen.
In einem letzten Merkmal werden auch Grenzen des Projektunterrichts berücksichtigt. Es wird kritisch hinterfragt, dass nicht alle Lehrplaninhalte über Projektlernen lehrbar sind. Fremdsprachen oder Mathematik beispielsweise müssen ihrem eigenen, sachlogischen Aufbau folgen und sind überdies nur bedingt per „Erfahrung“ vermittelbar.
Wenn alle Schritte eines Projekts in dieser ausgeprägten Weise befolgt werden, sprechen Projektmethodiker gerne von der „Hochform eines Projekts“. Übertragen auf den Grundschulunterricht sind Projekte allerdings bereits aufgrund der vorausgesetzten Arbeitsformen nur sehr schwer zu verwirklichen. Für Unterricht, „der sich bemüht, jene Prinzipien des Projektgedankens zu verwirklichen, die sich unter gegebenen Bedingungen verwirklichen lassen“, finden sich Umschreibungen wie „projektartiges Lernen“ oder auch „projektorientierter Unterricht“. 21
1.1.3 Projektplanung
Gegenwärtig werden 3 Wege diskutiert, wie Projektunterricht zu seinen Themen findet: die lehrplan-, die bezugsrahmen- und die schülerorientierte Themenfindung. Die Schülerorientierte Themenfindung überlässt es den Schülern, mit welchem Thema sie sich beschäftigen wollen. Einige halten diese Vorgehensweise für eine unabdingbare Voraussetzung, wenn es Projektunterricht sein soll. Im Gegensatz dazu
21 Behr/Grönwoldt/Nündel/Röseler/Schlotthaus 1975. S. 300.
Arbeit zitieren:
Manuela Schroll, 2007, Konzeption und praktische Umsetzung des jahrgangsübergreifenden Projektes "clever essen" im Rahmen der Schulprojektwoche "Schule ist mehr...", München, GRIN Verlag GmbH
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