Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Währungskrisen und die theoretische Entwicklung der Währungskrisenmodelle 2
3. Modelle der ersten Generation 5
3.1 Modell von Flood Garber (1984) 5
3.2 Implikation und Kritik 9
4. Modelle der zweiten Generation 9
4.1 Modell von Obstfeld (1996) 10
4.2 Implikation und Kritik 13
5. Die Debatte: Sind Währungskrisen selbsterfüllend? 13
6. Fazit 16
7. Appendix 18
7.1 Mathematische Herleitung des Modells von Flood Garber (1984) 18
7.2 Mathematische Herleitung des Modells von Obstfeld (1996) 19
Literaturverzeichnis 22
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Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Entwicklung der Geldmenge, Fremdwährungsreserven sowie inländischen
Kreditmenge
Abbildung 2: Fixer Wechselkurs und Schattenwechselkurs
Abbildung 3: Stochastischer Schock und Escape-Clause
Abbildung 4: Multiple Gleichgewichte
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Abkürzungsverzeichnis
ASEAN: Association of Southeast Asia Nations EWS: Europäische Währungssystem
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1. Einleitung
Die hohe Aufmerksamkeit, die den Währungskrisen in den letzten Jahren sowohl aus der Wissenschaft als auch aus der Öffentlichkeit widerfährt, kann als ein Beweis für die große Bedeutung dieses Themas für das internationale Finanzsystem gesehen werden. Eine Konsequenz der Asienkrise von 1997-1998, einer der schwersten Währungskrisen der jüngeren Vergangenheit, zeigt sich in dem um mehr als $200 Milliarden geschrumpften nominalen Bruttosozialprodukt des gesamten Verband Südostasiatischen Nationen (ASEAN) (Asian Development Bank, 2001).
Auch vor dem Hintergrund der heutigen Finanzkrise sind Warnungen bezüglich der Stabilität einiger fixierter, aber auch flexibler, Währungen, sowie Bemühungen der jeweiligen Regierungen zur Verteidigung ihrer heimischen Währungen zu finden. Als Beispiele können sowohl Lettland als auch andere baltische Staaten angeführt werden, welche erhebliche Anstrengungen unternehmen müssen, um die Fixierung zum Euro beizuhalten (The Economist, 2009b). Auch die mexikanische sowie die russische Zentralbank haben beachtliche Summen ihrer Fremdwährungsreserven benutzt, um die Wechselkurse zu stabilisieren (The Economist, 2008, 2009a).
Die schwerwiegenden und oftmals auch globalen Nachwirkungen der Krisen untermauern die besondere Wichtigkeit der Währungskrisentheorien. Eine Währungskrise ist nach der Definition von Jeanne (2000) eine Situation, in der die Wahrscheinlichkeit einer Währungsabwertung abrupt auf ein ungewöhnlich hohes Niveau steigt. Schon seit den 1970ern wurden unterschiedliche Ansätze entwickelt, um die Entstehung der Währungskrisen zu erklären, welche als die drei Modellgenerationen in die Literatur eingegangen sind (Greßmann, 2008, S. 14).
Ziel dieser Seminararbeit ist es, einen Überblick über die Konzepte der Modellgenerationen zu geben, wobei der Schwerpunkt auf den ersten beiden Generationen liegt. Die Arbeit ist wie folgt aufgebaut. Im Kapitel 2 werden wichtige Währungskrisen seit dem Zusammenbruch des Bretton Woods Systems sowie die parallele theoretische Entwicklung der Generationen der Währungskrisenmodelle dargestellt. Danach wird die erste Modellgeneration im Kapitel 3 anhand des Beispiels von Flood und Garber (1984) näher beschrieben. Das Kapitel 4 widmet sich der Erläuterung der zweiten Modellgeneration mit Hilfe des Modells von Obstfeld (1996). Anschließend wird die akademische Debatte zwischen den Vertretern der beiden Generationen über den richtigen Erklärungsansatz im
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Kapitel 5 geschildert. Kapitel 6 rundet diese Arbeit mit einem Fazit ab.
2. Währungskrisen und die theoretische Entwicklung der Währungskrisenmodelle
Seit dem Kollaps des Bretton Woods Systems im Jahr 1973 haben mehrere Währungskrisen ihre weitreichende Konsequenzen für die Volkswirtschaften klar demonstriert (Fontaine, 2005). Die historische Entwicklung der Währungskrisentheorien spiegelt das Auftreten der Währungskrisen mit deren unterschiedlichen Charakteristika wider. Modelle, die Ursachen, Zeitpunkte und Entstehungsprozesse der Krisen zu erklären versuchen, wurden seit den 1970ern entwickelt und immer wieder erweitert, um sie an neu entstandene Krisen anzupassen (Greßmann, 2008, S. 14). Wenn bereits existierende Krisenmodelle, auch durch Erweiterungen, neue Krisen nicht erklären konnten, wurden Modelle mit anderen Ansätzen entwickelt, um die Krisen zu modellieren. So entstanden mit der Zeit Währungskrisenmodelle, die in drei grundlegende Kategorien unterteilt werden können, wodurch heute meist von Generationen der Modelle gesprochen wird (Greßmann, 2008, S. 14). Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Historie der Währungskrisen seit dem Zusammenbruch des Bretton Woods Systems und über die parallele Entwicklung der Währungskrisenmodelle. Historische Perspektive
Eine der bedeutendsten Währungskrisen nach dem zweiten Weltkrieg war der Kollaps des Bretton Woods Systems, unter welchem der US-Dollar als internationale Leitwährung festgelegt wurde und die übrigen Währungen an diesen fixiert waren. Seitens der US-Zentralbank bestand die Verpflichtung, US-Dollar jederzeit in Gold einzulösen (Bundesministerium der Finanzen, 2009). Als sich das Außenhandelsbilanzdefizit der USA vergrößerte, vermehrten sich auch die Forderungen von Ausländern und ausländischen Institutionen. 1969 wollte Frankreich seine Dollarreserven in Gold einlösen. Doch die Goldreserven der USA reichten nicht einmal aus, um den Forderungen dieses einen Landes nachzukommen (Bundesministerium der Finanzen, 2009). Andere bekannte Beispiele während dieser Zeit sind die Pfund-Sterling-Krise 1947-1949 sowie 1967 und die US-Dollar-Krise 1960 (Fontaine, 2005). Schließlich wurde das System 1973 außer Kraft gesetzt. Nach dem Zusammenbruch des Bretton Woods Systems erlebten viele Länder weitere schwerwiegende Währungskrisen. Insbesondere traten in den 1980ern in Lateinamerika in regelmäßigen Abständen Krisen auf, was die Volkswirtschaften schwer beeinträchtigten und zu der sogenannten „lost decade“ führte. Auch das Europäische Währungssystem (EWS),
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welches als Ziel die Einführung eines festen jedoch anpassungsfähigen Wechselkurses in Europa hatte, wurde in den achtziger und neunziger Jahren angegriffen (Fontaine, 2005). Zudem hatte die Attacke auf das britische Pfund 1992 Großbritannien dazu gezwungen, aus dem EWS auszutreten (Fratianni & Artis, 1996). Zu den weiteren schweren Währungskrisen in den letzten Jahrzehnten gehören noch die von Mexiko ausgegangene sogenannte „Tequila Krise“ zwischen 1994 und 1995, die „Asien Krise“ von 1997 bis 1998, deren Auswirkungen auch in anderen Entwicklungsländer wie Brasilien und Russland zu spüren waren, sowie die Brasilienkrise im Jahr 1998 und die Argentinienkrise im Jahr 2002 (Fontaine, 2005; Berger, 2002, S. 15; vlg. beispielsweise Feldstein, 2002; De Paula & Alves, 2000). Entwicklung der Währungskrisenmodelle
Hauptsächlich durch den Zusammenbruch des Bretton Woods Systems sowie die Krisen in Lateinamerika in den siebziger und achtziger Jahren, entstanden die Modelle der ersten Generation (Greßmann, 2008; vlg. Kaminsky, 1999, S. 5f). Diese Generation von Modellen, die vorrangig auf der Arbeit von Krugman (1979) und Flood & Garber (1984) basiert, hat sich bis in die frühen neunziger Jahre durchgesetzt (Jeanne, 2000, S. 1). Da die Krisen, welche diese Modelle zu erklären versuchen, oft mit großen staatlichen Defiziten einhergingen, betonte die erste Modellgeneration die Rolle der Staaten (Mark, 2001, S. 256). Es wird unterstellt, dass die Regierung eine exogen gegebene Fiskal- und Geldpolitik verfolgt, die inkonsistent zu dem langfristigen Ziel der Wechselkursfixierung ist. Dies induziert einen Run der Spekulanten auf die Fremdwährungsreserven der Zentralbank, da sie eine Abwertung der Währung antizipieren. Somit entsteht eine Währungskrise (Jeanne, 2000, S. 1f; Mark, 2001, S. 257).
Die Einschränkungen der Modellen erster Generation wurden ersichtlich, als versucht wurde, diese auf die folgenden Krisen, wie zum Beispiel die Pfundkrise 1992, anzuwenden (Jeanne, 2000, S. 2). Da die neueren Krisen nicht hauptsächlich von einer Verschlechterung der Fundamentaldaten, sondern von spontanen Änderungen der Erwartungen des privaten Sektors herbeigeführt wurden, war die Entwicklung einer neuen Modellgeneration notwendig, welche diese Charakteristika erklären konnte. Diese Generation wird in der Literatur als die zweite Modellgeneration bezeichnet (Mark, 2001, S. 256ff). Im Unterschied zu der ersten Generation wird in diesen Modellen keine exogene Politik unterstellt. Stattdessen besitzt die Regierung eine Verlustfunktion, die in Abhängigkeit von u.a. der Entscheidung bezüglich der Aufrechterhaltung der Wechselkursfixierung steht. Die Regierung versucht durch ein Optimierungskalkül diese Verlustfunktion zu minimieren. Das Optimierungskalkül der
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Arbeit zitieren:
Yao Chen, 2009, Währungskrisenmodelle, München, GRIN Verlag GmbH
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