AS: Das elisabethanische England 15.01.2009 Laura Schiffner
Machtanspruch auf zwei Throne und sie waren zudem katholisch legitimiert. Die Stuarts selbst sahen sich als die imperiale Monarchie, was schon allein auf Grund der Größe des Landes erstaunlich war. Die Personalunion von 1603 und der spätere Zusammenschluss mit Großbritannien zu einem Imperium im Jahre 1707 sind charakteristisch für das schottische Expansionsstreben. Erster Akt
Als Elisabeth den englischen Thron bestieg, war Maria Stuart in Schottland Königin. Da diese aber noch ein Kind war, übernahm ihre französische Mutter, Maria von Guise, die Regentschaft. Maria war Schottin und als Französin auch eine strenge Katholikin. Schottland sollte unter der Führung Maria Stuarts und mit Hilfe Frankreichs zu einem katholischen Land gemacht werden. Als dem Katholizismus wohl gesinnt, unterstützte es daher auch die Anwesenheit französischer Truppen im eigenen Land. Aber diese Art der Truppenverstärkung beunruhigte den schottischen Adel und Teile des Volkes, da diese eher dem Protestantismus zugeneigt waren. Einige Adlige (Lords of the Congregation) schlossen sich zu einer Rebellion zusammen und ersuchten Elisabeths Unterstützung, die sich jedoch zunächst von einem direkten Eingreifen in Schottland distanzierte. Die Königin von England befand sich in einer Zwickmühle. Zum einen wünschte sie sich ein freies und protestantisches Nachbarland, zum anderen verabscheute sie jegliche Intervention gegen einen Monarchen. Sollte sie also die rebellischen Adligen unterstützen und damit die Möglichkeit eines Krieges nicht nur mit Schottland, sondern auch mit Frankreich und Spanien heraufbeschwören? Die Annäherung Spaniens an Frankreich führte jedoch dazu, dass sich Elisabeth entschloss die Adligen zu unterstützen. Ein so erzkatholischer Einfluss von Spanien und Frankreich musste von Schottland ferngehalten werden, um mögliche Rebellionen gegen das protestantische England zu unterbinden. Elisabeth entschloss sich dazu, die Truppen so geschickt zu unterstützen, dass der Vorwurf der Intervention und die Möglichkeit eines größeren Krieges nicht direkt auf sie zurückgeführt werden konnte. Sie ließ Waffen über die Grenze schmuggeln. Währenddessen kündigten Frankreich und Spanien an, Truppen nach Schottland zu entsenden, denn nur mit Hilfe der französischen Truppen konnte Maria von Guise ihre Herrschaft in Schottland aufrechterhalten. Der Zusammenschluss englischer und schottischer Truppen wurde unausweichlich. Die englische Königin übernahm in dieser Allianz den Schutz von Schottland. Im Oktober 1559 erklärte die schottische Versammlung des protestantischen Adels Maria von Guise, die Mutter Maria Stuarts, als Regentin für abgesetzt. Mit dem Vertrag von Edinburgh 1560 beruhigte sich die Lage in Schottland. Es wurde vereinbart, dass Maria Stuart auf das Führen des englischen Königswappens zu verzichten hatte. Außerdem sollte die französische Militärpräsenz in Schottland abgebaut werden. Mit dem Tode Franz II. von Frankreich 1560 verlor Maria Stuart auch den Status einer Königin von Frankreich und kehrte zurück nach
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Schottland, wo sie immer noch Königin war. Aus Angst vor einer Rebellion verwehrte ihr Elisabeth die Durchreise durch England. Zweiter Akt
Elisabeth bot Maria Robert Dudley zur Heirat an. Zum einen hegte sie so tiefes Vertrauen in Dudley, dass er die englische Königin niemals stürzen würde, zum anderen war Dudley ein überzeugter Protestant. Einige Historiker meinen auch, dass dieses Angebot ein Ausgleich für Dudley sein sollte, da er die englische Königin nicht heiraten konnte. Elisabeth hätte somit die für ihn verloren gegangene englische Krone mit der schottischen Krone ersetzt. Maria lehnte ab und heiratete Lord Darnley, der vom Hofe Elisabeths stammte. Allerdings erfolgte diese Heirat ohne Zustimmung Elisabeths, da Darnley selbst mit den Tudors verwandt war und so der schottische Anspruch auf die englische Krone noch unterstützt wurde. Im Hinblick auf Marias Heiratspolitik mobilisierte England noch mehr Truppen in Nordengland an der Grenze zu Schottland. Die Katholiken Lord Dacres und Earl of Northumberland wurden ihrer Ämter enthoben und durch protestantisch gesinnte, treue Anhänger Elisabeths ersetzt.
Die Ehe Marias mit Lord Darnley endete mit seiner Ermordung. Zuvor hatte Lord Darnley Marias mutmaßlichen Liebhaber David Rizzio erstochen. Eine Versöhnung mit ihrem Ehegatten erschien daher aussichtslos. Die Scheidung konnte Maria nicht eingehen, da sonst ihr Sohn Jakob für illegitim hätte erklärt werden können. Man geht in der heutigen Forschung davon aus, dass Maria von der Ermordung wusste oder diese sogar in Auftrag gegeben haben könnte. Für Maria entstand eine schwierige Situation, indem sie sich noch dazu mit einem der Mörder, Lord Bothwell, einließ. Sie verlor die Sympathien beim Volk, wurde, nach dem die königlichen Truppen geschlagen wurden, gefangen genommen und musste zugunsten ihres Sohnes abdanken. Die Herrschaft für Jakob VI. von Schottland übernahmen James Earl of Murray und ein 12 - köpfiges Privy Council.
Als Maria Stuart in Schottland als Königin abgesetzt und verfolgt wurde, floh sie im Mai 1568 nach England und brachte die Königin Elisabeth erneut in eine Zwickmühle. Einerseits war Maria ihre Erzfeindin und stellte eine Gefahr für eine inländische Revolution dar, denn sie hätte zur Symbolfigur einer Opposition werden können, so wie Elisabeth es wurde. Elisabeth wollte ihr das insofern ersparen und versuchte eine katholische Rebellion abzuschwächen. Andererseits war Maria von königlichem Blut und eine gewaltvolle Beseitigung bzw. Hinrichtung wurde problematisch gesehen.
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Arbeit zitieren:
Laura Schiffner, 2009, Die schottische Innenpolitik Elisabeths, München, GRIN Verlag GmbH
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