Inhaltsverzeichnis
Einleitung. 3
1. Was sind Engel? 3
2. Das Bild Angelus Novus von Paul Klee. 4
2.1. Entstehungsvorgeschichte. 4
2.2. Der Bildtitel Angelus Novus. 5
3. Walter Benjamin und der Angelus Novus. 5
3.1. Das Bild im Besitz Walter Benjamins. 5
3.2. Der kabbalistische Engel. 6
3.3. Versuch einer Interpretation der Gedanken Benjamins. 7
4. Die 9. Geschichtsthese. 8
4.1. Einordnung in Benjamins Situation. 8
4.2. Einordnung in die Gesamtthesen. 9
5. Meinungen zur 9.Geschichtsthese. 9
Ergebnis. 11
Literaturverzeichnis. 13
2
Einleitung
Walter Benjamins 9. Geschichtsthese stammt aus seinem Werk Über den Begriff der Geschichte, das er 1940 verfasste. Im ersten Teil dieser These spielt das Bild Angelus Novus von Paul Klee eine zentrale Rolle, im zweiten der Engel der Geschichte. Kontrast und Gemeinsamkeiten dieser beiden Engelfiguren soll unter anderem in dieser Arbeit nachgegangen werden.
Vor Beginn der These befindet sich ein kurzer Spruch von Gershom Sholem, der den Titel Gruß vom Angelus trägt. Hierbei ist zu erörtern, warum der Spruch Scholems dieser These hinzugefügt wurde, und ob dies von Walter Benjamin beabsichtigt war, oder ob spätere Herausgeber den Spruch hinzugefügt haben. Anderen Fragen zum Begriff Angelus Novus, einer möglichen wörtlichen Übersetzung und dem Sinn eines Neuen Engels soll ebenso nachgegangen werden wie den Unterschieden und Gemeinsamkeiten von Angelus Novus und dem Engel der Geschichte und warum Benjamin für die 9.Geschichtsthese gerade das Bild von Klee herangezogen hatte.
Ergänzend werden dann auch Meinungen anderer Philosophen herangezogen werden. Am Ende soll eine Einordnung der 9. These in das Werk der Geschichtsphilosophischen Thesen und in Benjamins Lebenssituation erfolgen.
1. Was sind Engel?
Das Wort „angelos“ stammt aus dem Griechischen und heißt übersetzt Bote, Botschafter, Gesandter. Engel spielen in fast allen Religionen eine große Rolle. Im Alten und Neuen Testamen greift Gott durch Engel in das Leben eines Menschen ein, ändert seine Pläne. Engel verkünden Gericht, große Freude und geben Mut, den Weg des Glaubens weiterzuverfolgen oder bereits beschrittene Wege zu verlassen. Sie entschwinden sobald ihre Mission erfüllt ist. Engel sind Vermittler und Boten zwischen Gott und den Menschen. Die Flügel des Engels erklären die Möglichkeit einer Überbrückung des großen Abstandes zwischen Gott und den Menschen. Sie unterstreichen die Beweglichkeit des Boten. Im Alten Testament ist zu Beginn im 1. Buch Mose in Kapitel 3, Vers 24 von Cherubim die Rede. Gemeint sind damit himmlische Wesen mit Flügeln, aus Tier-
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und Menschengestalt gemischt, beschrieben. Sie sollen den Weg zum Baum des Lebens bewachen, damit der aus dem Paradies vertriebene Mensch nicht zurückgelangen kann. Die Aufgabe der Engel ist hier, den Zorn Gottes auf den Menschen zu vollstrecken.
Im Neuen Testament werden Engel u.a. auch als geistige Mächte bezeichnet. Der christliche Glaube lehnt eine Engelverehrung jedoch ab, da Engel und himmlische Mächte ihren Dienst nie von Gott losgelöst erfüllen können. Der Engel in der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts hat wenig mit der Vorstellung des pausbäckigen Engels im reichen barocken Schmuck einer Kirche zu tun. Die Epoche der Expressionisten mit dem Hintergrund der beiden großen Weltkriege lassen keine Engelidylle mehr zu. Neben Klee zählen hier Künstler wie Barlach, Rohlfs und Chagall dazu. 1
2. Das Bild Angelus Novus von Paul Klee
2.1. Entstehungsvorgeschichte
Paul Klee wurde 1879 in Münchenbuchsee in der Nähe von Bern geboren. Seine Studienzeit verbrachte er in München, wohin er 1906 auch umsiedelte. In den Wirren des Ersten Weltkrieges floh er in die Schweiz und verarbeitete die grausamen Kriegserlebnisse in seiner Kunst. Unter anderem entstand ein Selbstbildnis mit dem Titel Versunkenheit, das sein Gesicht mit geschlossenen Augen und zusammengebissenen Zähnen zeigt, die sich durch den stummen Mund hindurch abdrücken.
In München führte der Sieg der Reaktion in Bayern auch zu Veränderungen im kulturellen Leben. 1919 bildeten sich etwa 50 politisch-weltanschauliche Zusammenschlüsse, die mit messianischem Anspruch meist demokratiefeindliche, rechtsradikale oder andere aus der Angst der Zeit geborene Ziele vertraten. Zu ihren Angriffspunkten zählten die Moderne und ihre Kunst. Die Aggressivität des kunstfeindlichen Kleinbürgertums richtete sich auch gegen die Kunsthandlung, die Paul Klee vertrat. Das negative Klima in München bewog ihn 1921 von dort weg und nach Weimar umzuziehen., da ihm dort auch eine Stelle als
1 vgl. Gisela Zimmermann: Dem Geheimnis der Engel auf der Spur, Konstanz 1991
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Arbeit zitieren:
Christine Keuerleber, 2009, Angelus Novus und der Engel der Geschichte - Gedanken zur 9. Geschichtsthese von Walter Benjamin , München, GRIN Verlag GmbH
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