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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis.................................................................................................................... 1
I. Einleitung 2
II. 17. und 18. Jahrhundert - Kritik und verdeckte Rezeption. 3
II.1. Benedict Baruch Spinoza - rationalistische Bibelkritik 3
II.2. John Locke - das naturrechtliche Eigentum. 4
II.3. Jean-Jacques Rousseau - Kritik des negativen Menschenbildes. 6
III. 20. Jahrhundert - Erstarken des Kontraktualismus und Entwicklung zweier
Hauptinterpretationsstr änge 8
III.1. James Buchanan, John Rawls und Robert Nozick - Sozialphilosophie nach Hobbes
8
III.2. Zwei Interpretationsansätze der Hobbes-Rezeption. 10
IV. Schluss und Zusammenfassung. 12
Literaturverzeichnis. 14
Prim ärliteratur 14
Sekund ärliteratur 14
2
I. Einleitung
Diese Arbeit soll anhand einer Auswahl einiger Autoren, die Hobbes direkt oder indirekt rezipierten, zum Verständnis Hobbesscher Ideen beitragen und in einer historisch-kritischen Herangehensweise die Auseinandersetzung mit seinen Werken zu seinen Lebzeiten wie in der jüngeren Vergangenheit untersuchen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit versucht diese Arbeit durch die Beobachtung ebenjener Auseinandersetzung Relevantes zu Tage zu fördern. Das Augenmerk wird dabei auf den Rezeptionslinien liegen, die seine in „De Cive“ und „Leviathan“ erfassten Hauptthesen - das vernunftbasierte Zustandekommen eines gesellschaftsbildenden Moments durch einen violenten Kriegszustand und die Einsetzung eines unumschränkten Souveräns zur Lösung der virulenten Konflikte um Eigentum und Leben und zur Kanalisierung des individuellen Egoismus.
Thomas Hobbes wurde im Jahre 1588 als Sohn eines Geistlichen geboren. Nach dem Besuch der Privatschule, setzte Thomas Hobbes seinen Bildungsweg als Student am Magdalen College fort, welches er 1607 als Baccalaureus artium abschloss. Ab 1608 arbeitete Thomas Hobbes als Hofmeister beim Hofe des Barons Cavendish, dabei kam es zur ausführlichen Beschäftigung mit der Geschichte der Peleponnesischen Krieges und der Idee, inspiriert von Euklid, die „Menschen wie Geometrie zueinander in Verbindung zu setzen“ 1 . Dies ist der Kern des Hobbesschen Gesellschaftsbildes. Das Individuum als Atom der Gesellschaft zu sehen, begründet das affektionskausale Modell des materialistischen Menschenbildes.
Hobbes beschäftigt sich eingehend mit der klassischen (Moral-) Philosophie und deren Kategorien Gerechtigkeit und Tugend, und versucht sie beständig zu widerlegen. Er publiziert 1640 des Pamphlet “The Elements of Law”. Schon hier ergreift er die absolutistische Option als Lösung des Konflikts konkurriender Gesellschaftsgruppen. Er flieht aus Angst vor dem provozierten Parlament nach Frankreich.
Erst 1651, nachdem Cromwell die Macht ergriffen, das Parlament entmachtet und König Karl I hingerichtet hatte, kehrt Hobbes nach England zurück. Das Hauptwerk des Philosophen -
1 Münkler, S.11
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der „Leviathan“ - und seine umfassende Abhandlung über den Bürger („De Cive“) erscheinen.
Neun Jahre später kommt es durch Karl II zur Restauration der Monarchie in England. Hobbes steht während dieser Zeit unter heftiger Kritik, die in einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss gegen den ‚Atheisten’ Hobbes gipfelt. Hobbes zeigt im Deckblatt des ‚Leviathan’ die Symbole der Kirche in der Hand des absoluten Herrschers. Die Vorstellung der Unterwerfung des kirchlichen Politikeinflusses musste unweigerlich auf erbitterte Widerstände treffen. Die uneingeschränkte Autorität des staatlichen Souveräns gehört zu den Grundgesetzen der politischen Philosophie Hobbes. Seinem neuerlichen Werk, dem ‚Behemoth’, wird die Druckerlaubnis verweigert.
Vier Jahre nach seinem Tod, 1683, werden sämtliche seiner Schriften von der Universität Oxford verurteilt und verbrannt.
II. 17. und 18. Jahrhundert - Kritik und verdeckte Rezeption
II.1. Benedict Baruch Spinoza - rationalistische Bibelkritik
Thomas Hobbes und Baruch de Spinoza (1632-1677) waren Zeitgenossen. Sie erlebten die blutigen, teils religiös motivierten Bürgerkriege und waren ähnlichen politischen und kulturell-philosophischen Einflüssen ausgesetzt. Sie studierten beide die antiken Philosophen. Auch die Faszination an den Ideen René Descartes’ 2 war beiden gemein. Der wissenschaftliche Versuch, menschliches Handeln und insbesondere die Art und Weise der Gesellschaftsbildung aufgrund natürlicher Gesetze und der idealtypischen gedanklichen Entwicklung eines Naturzustands zu beschreiben, ist auch für Spinoza kennzeichnend. Sein Naturzustand mündet jedoch nicht, wie für Hobbes, in einen „Krieg aller gegen alle“. Auch Spinoza wurde zu Lebzeiten Atheismus vorgeworfen, dies ist jedoch deutlich zu bestreiten, da die Existenz Gottes ein vitaler Bestandteil seines Monistischen Naturalismus ist.
2 Herausragend zu nennen sind die Arbeiten Descartes’ über erkenntnistheoretische Grundlagen, z.B. in „Grundlagen der Philosophie“, 1644
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Doch lag es Spinoza, wie auch Hobbes, nicht fern, das Grundübel der Kriege ihrer Zeit in den kirchlichen Machtansprüchen und deren Einfluss auf die Staaten zu sehen. Der gesinnungsneutrale Staat bildet daher eine Grundfeste beider. Doch wo Thomas Hobbes die Notwendigkeit des überragenden, unumschränkten Herrschers der absolutistischen Monarchie erkennt, entwickelt Baruch de Spinoza nach dem humanistischen Grundsatz „tu niemanden etwas an, was du selber auch nicht wünschen würdest“ ein demokratisches Modell.
Spinoza waren Hobbes’ Schriften bekannt. Es wird angenommen, dass Spinoza Hobbes’ Staatsentwurf als Vorbild nahm, um ein Gegenmodell zu entwickeln, da er systematisch alle Zweifel zu zerstreuen sucht, die einem Monarchisten für gewöhnlich an der Demokratie erscheinen. 3 Offen bezug auf Thomas Hobbes nimmt Baruch de Spinoza nicht. Er ist damit ein Beispiel der verdeckten Rezeption Hobbescher Gedanken im 17. und 18. Jahrhunderttrotz der Ächtung fand eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Hobbes statt.
Verkürzt und zusammenfassend erklärt sich Spinozas Absolutismuskritik wie folgt: Der absolute Staat verstößt gegen die Natur des Menschen, wodurch er sich als nicht lebensfähig erweist und so keine reale Alternative zum Naturzustand darstellt. Daher ist der Absolutismus für die Menschen nicht opportun und der Gesellschaftsvertrag mündet also nicht in die Errichtung der absoluten Herrschaft.
Der demokratische Staat hingegen, in dem die Souveränität bei den Bürgern liegt, ist ein Garant für gesellschaftlichen Ausgleich und sichert den Frieden dauerhaft.
Er arbeitete bis ungefähr 1670 am ‚Theologisch-Politischen Traktat’. Es wurde schon früh als umstürzlerisches Werk von der noch immer mächtigen katholischen Kirche auf den Index gesetzt.
II.2. John Locke - das naturrechtliche Eigentum
Auch John Locke (1632-1704) war ein Zeitgenosse Hobbes’. Legte Hobbes die Grundlagen des Vertragsdenkens, so führte Locke sie bis zur Perfektion. Sein konsequentes
3 Vgl. Saner, Hans: Baruch de Spinoza, in: Fetscher und Münkler, S. 369 f.
Arbeit zitieren:
Jonas Eberle, 2003, Rezeptionsgeschichte des Thomas Hobbes - Souveränitätsanspruch und gesellschaftsbildendes Moment am Beginn der Neuzeit und in der Gegenwart, München, GRIN Verlag GmbH
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