Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkungen 3
I Regionalgeschichte: theoretische Grundlagen 4- 6
I.1 Literaturstand 4
I.2 Begriff „Regionalgeschichte“ 4
I.3 Ziele und Möglichkeiten der Regionalgeschichte 5
I.4 Regionales Arbeiten im Geschichtsunterricht 5
II Didaktische und methodische Vorüberlegungen 7- 9
II.1 Unterrichtsinhalte und regionalgeschichtliche 7
Schwerpunktsetzung
II.2 Klassensituation 8
II.3 Einsatz von Materialien und Medien 8
II.4 Sozialformen und Methoden 9
III Durchführung der Unterrichtseinheit 10- 28
III.1 Gesamtübersicht 10
III.2 Erste Stunde, 8.5.09: Versailles, der Hofalltag und ihr 10
politischer Zweck
III.3 Zweite Stunde, 8.5.09: Das Herrschaftsverständnis 12
Ludwigs XIV.
III.4 Dritte Stunde, 15.5.09: Frankreich im Absolutismus 14
III.5 Vierte Stunde, 15.5.09: Der Merkantilismus - Eine neue 17
Wirtschaftspolitik zum Wohle Frankreichs?
III.6 Fünfte und Sechste Stunde, 12.6.09: Markgraf Ludwig 20
Wilhelm von Baden- Baden
III.7 Siebte Stunde, 19.6.09: Aufklärung 23
III.8 Achte Stunde, 19.6.09: Friedrich II. von Preußen - ein 24
aufgekl ärter Herrscher?
III.9 Neunte und Zehnte Stunde, 21.7.09: Exkursion zum 27
Rastatter Schloss
IV Schlussbetrachtung 29-30
V Literaturverzeichnis 31-33
V.1 Rahmenrichtlinien 31
V.2 Fachdidaktische Literatur 31
V.3 Lehrwerke und Unterrichtsmaterialien 32
V.4 Internetverweise 32
2
Vorbemerkungen
Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich zunächst mit den theoretischen Grundlagen der Regionalgeschichte (Begriff und Ziele der
Regionalgeschichte, Regionales Arbeiten im Geschichtsunterricht). Die im Vorfeld der Unterrichtseinheit angestellten didaktischen und methodischen Überlegungen (Unterrichtsinhalte, regionalgeschichtliche
Schwerpunktsetzung, Klassensituation, Materialien und Methoden) werden im zweiten Kapitel näher beleuchtet. Der Hauptteil der Arbeit (3. Kapitel) beinhaltet die eigentliche Dokumentation der Unterrichtseinheit. Dabei werden jeweils Lernziele, Stundenentwürfe und der tatsächliche Unterrichtsverlauf beschrieben, um einen entsprechenden Überblick über die gehaltenen Stunden zu vermitteln. Der Schlussteil (4. Kapitel) stellt eine Schlussbetrachtung bzw. Reflexion über die gehaltene Unterrichtseinheit dar. Nach dem Schlusswort sind Literaturverzeichnis und Anhang vorzufinden.
3
I. Regionalgeschichte: theoretische Grundlagen
I.1 Literaturstand
Literatur, die sich auf Regionalgeschichte und ihren Einsatz im Geschichtsunterricht bezieht, ist in großem Maße vorhanden. Es gibt dabei viele Monographien, die sich auf fachwissenschaftliche oder fachdidaktische Themen beziehen 1 . Einzelne Herausgeber liefern ganze Buchreihen über unterrichtspraktische Beispiele (z.B. „Landesgeschichte im Unterricht“ herausgegeben von der Stuttgarter Landesstelle für Erziehung und Unterricht), die jedoch aufgrund anderer Themeninhalte hier nicht verwendet werden können. Der unterrichtspraktische Versuch, den Absolutismus Ludwigs XIV. am regionalgeschichtlichen Beispiel Markgraf Ludwig Wilhelms von Baden- Baden zu verdeutlichen, ist bisher noch nicht durchgeführt worden.
I.2 Begriff „Regionalgeschichte“
Der regionalgeschichtliche Begriff ist eng mit Heimat-, Lokal- und Landesgeschichte verknüpft. Eine inhaltliche Definition dieser Termini liegt nicht vor. 2 Aufgrund des jeweils zugrunde liegenden Raumverständnisses wird die Regionalgeschichte jedoch thematisch über der Heimat- und Lokalgeschichte angeordnet 3 . Das genaue Verhältnis zwischen Regional- und Landesgeschichte bleibt umstritten 4 .
Der Begriff „Regionalgeschichte“ wurde stark von der marxistischen Geschichtsauffassung der DDR geprägt. Eine Abkehr von der bisherigen Landesgeschichte sollte so die Länderauflösung der DDR ideologisch rechtfertigen. Entsprechend sollte die historische Realität der Länder ignoriert werden. 5 Zu Beginn der siebziger Jahre etablierte sich der neue Terminus auch in der Bundesrepublik. Hier diente der regionalgeschichtliche Begriff vor allem dazu, sich von einem politisch vorbelasteten Heimatbegriff zu distanzieren. Die „neue Regionalgeschichte“ integrierte dabei auch Elemente der Sozialwissenschaft. 6 Heutzutage ist der von Ideologien befreite Begriff
1 Vgl. hierzu zum Beispiel die im Literaturverzeichnis angegebene Sekundärliteratur. 2 Vgl. Wolk, Christoph, Regionalgeschichte und Identität. Empirische Untersuchungen am Kaiserstuhl, Frankfurt am Main (u.a.) 1998 (Freiburger Beiträge zur Erziehungswissenschaft und Fachdidaktik Bd. 5), S. 12. 3 Vgl. Holzfurtner, Ludwig, Landesgeschichte, in: Maurer, Michael, Aufriß der Historischen Wissenschaften Bd. 2: Räume, Stuttgart 2001, S. 376. 4 Vgl. Wolk, Christoph, Regionalgeschichte und Identität, S. 13. 5 Vgl. ebd. S. 12.-Vgl. auch Holzfurtner, Ludwig, Landesgeschichte, S. 371. 6 Vgl. Wolk, Christoph, Regionalgeschichte und Identität, S. 12.- Vgl. auch Koschig, Manfred, Regionale und lokale Ansätze im Geschichtsunterricht, in: Schulmagazin 5 bis 10. Impulse für kreativen Unterricht Ausg. 1/95, München 1995, S. 4.
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„Regionalgeschichte“ weitestgehend etabliert. Teilweise wird er als Synonym für die Landesgeschichte benutzt. 7
I.3 Ziele und Möglichkeiten der Regionalgeschichte
Die Regionalgeschichte versteht sich als Teildisziplin innerhalb der Geschichtswissenschaft 8 . Dabei steht die möglichst ganzheitliche Erfassung aller historischer Lebensbereiche (also Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Religion usw.) im Vordergrund 9 . Grundlegend für die Ziele und Möglichkeiten der Regionalgeschichte ist aber das Verhältnis zur allgemeinen Geschichte. Der regionalgeschichtliche Betrachtungswinkel kann die Erkenntnisse der allgemeinen Geschichte bestätigen, es kann allerdings auch zu Abweichungen kommen. So mussten z.B. für bestimmte Nahräume eigene individuelle Chronologien erstellt werden. Die Regionalgeschichte ist jedoch nicht befähigt die Ergebnisse der allgemeinen Geschichte zu bezweifeln. 10 Vielmehr wird der universale Kenntnisstand durch die regionalgeschichtlichen Parallelen oder Sonderwege differenziert bzw. vertieft 11 . Insgesamt sollen die am konkreten Gegenstand und im Detail durchgeführten Forschungen dazu beitragen, fundamentale Tendenzen zu erklären und so ein „plastischeres Bild der historischen Realität“ 12 zu erzeugen.
I.4 Regionales Arbeiten im Geschichtsunterricht
Insgesamt muss zunächst darauf hingewiesen werden, dass
regionalgeschichtliche Elemente im Geschichtsunterricht nicht isoliert betrachtet werden dürfen. Vielmehr soll die allgemeine Geschichte konkret vor Ort erfahren werden. 13 Die besondere Herausforderung liegt darin, „Makro-und Mikrogeschichte aufeinander zu beziehen und miteinander zu verknüpfen“ 14 . Das könnte etwa bedeuten mit Hilfe eines
regionalgeschichtlichen Beispiels die Struktur bzw. den Typus universalgeschichtlicher Ereignisse zu verdeutlichen oder aber eine regionale
7 Vgl. Holzfurtner, Ludwig, Landesgeschichte, S. 372. 8 Vgl. ebd. S. 385. 9 Vgl. Beeck, Karl- Hermann, Kriterien für landesgeschichtlichen Geschichtsunterricht, in: Ders. (Hrsg), Landesgeschichte im Unterricht, Ratingen/ Kastellaun/ Düsseldorf 1973 (Schriftenreihe zur Geschichte und Politischen Bildung Bd. 11), S. 30 f.- Vgl. auch Holzfurtner, Ludwig, Landesgeschichte, S. 359 f. 10 Vgl. ebd. S. 379 f. 11 Vgl. Koschig, Manfred, Regionale und lokale Ansätze im Geschichtsunterricht, S. 8. 12 Holzfurtner, Ludwig, Landesgeschichte, S. 378.-Vgl. hierzu auch Beeck, Karl- Hermann, Kriterien für landesgeschichtlichen Geschichtsunterricht, S. 39 f. 13 Vgl. Sauer, Michael, Geschichte unterrichten. Eine Einführung in die Didaktik und Methodik, Seelze- Velber7 2008, S. 139. 14 Ebd. S. 139.
5
Andersartigkeit zu interpretieren 15 . Innerhalb dieses fachlichen Rahmens bietet Regionalgeschichte einige didaktisch- methodische Möglichkeiten für den Geschichtsunterricht:
(1) Die Arbeit am konkreten Beispiel ermöglicht ein selbstständiges Arbeiten sowie entdeckendes Lernen der Schüler(innen) 16 . (2) Die konkrete Umwelt bietet Motivationsanreize und wird als Quelle historischer Erfahrungen wahrgenommen 17 .
(3) Historische Exkursionen ermöglichen ein Begreifen und Erleben von Geschichte 18 .
(4) Eine direkte Beziehung der Schüler zu dieser unmittelbar begriffenen Geschichte erleichtert den Zugang zu historischen Kenntnissen bzw. Erfahrungen 19 .
Andererseits soll aber auch auf einige Problembereiche regionalen Arbeitens im Geschichtsunterricht hingewiesen werden. Regionalgeschichte darf hier nicht den Weg zu einer sentimentalen Überhöhung des Lokalen ebnen 20 . Verklärte Heimatansichten führen die Schüler nicht zu einem kritischen Geschichtsverständnis 21 . Zusätzlich kann eine falsche Auffassung von Regionalgeschichte einen erkenntnis- und ergebnislosen Unterrichtseinsatz bedingen. So ist darauf zu achten, dass der unterrichtliche Einsatz von Regionalgeschichte eine Beziehung zu universalgeschichtlichen Strukturen herstellt 22 . Ein dritter Problembereich liegt in der zeitlichen Belastung der Lehrperson. Die inhaltliche und methodische Erschließung regionaler Themen überfordert oftmals den einzelnen Lehrer und kann von einem entsprechenden Einsatz abschrecken 23 .
15 Vgl. Hasch, Rudolf (Hrsg.), Landesgeschichte und Exkursion im Geschichtsunterricht, Donauwörth 1977, S. 7.-Vgl. auch Koschig, Manfred, Regionale und lokale Ansätze im Geschichtsunterricht, S. 8. 16 Vgl. Sauer, Michael, Geschichte unterrichten, S. 139 f.- Vgl. auch Schneider, Gerhard, Gelungene Einstiege. Voraussetzungen für erfolgreiche Geschichtsstunden, Schwalbach/ Ts.4 2004, S. 150 f.Zur Vereinfachung wird im Folgenden auf die weibliche Form verzichtet und entsprechend nur noch von „Schüler“ gesprochen. 17 Vgl. Koschig, Manfred, Regionale und lokale Ansätze im Geschichtsunterricht, S. 8. 18 Vgl. Hasch, Rudolf, Landesgeschichte und Exkursion im Geschichtsunterricht, S. 8. 19 Vgl. Koschig, Manfred, Regionale und lokale Ansätze im Geschichtsunterricht, S. 8. 20 Vgl. Beeck, Karl- Hermann, Die unterrichtlichen Mißverständnisse von Regionalgeschichte, in: Ders. (Hrsg), Landesgeschichte im Unterricht, Ratingen/ Kastellaun/ Düsseldorf 1973 (Schriftenreihe zur Geschichte und Politischen Bildung Bd. 11), S. 2. 21 Vgl. ebd. S. 5. 22 Vgl. Jeismann, Karl- Ernst, Landesgeschichte im Unterricht - Didaktik zwischen Politik und Wissenschaft, in: Beeck, Karl- Hermann (Hrsg), Landesgeschichte im Unterricht, Ratingen/ Kastellaun/ Düsseldorf 1973 (Schriftenreihe zur Geschichte und Politischen Bildung Bd. 11), S. 27. 23 Vgl. Koschig, Manfred, Regionale und lokale Ansätze im
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Produktives regionalgeschichtliches Arbeiten stellt somit hohe Ansprüche an den Lehrer (und teilweise auch an die Schüler). Die Verwirklichung dieser Ansprüche stellt die Lehrperson dabei immer wieder vor neue Herausforderungen.
II. Didaktische und methodische Vorüberlegungen
II.1 Unterrichtsinhalte und regionalgeschichtliche Schwerpunktsetzung
In den Bildungsstandards des Landes Baden- Württemberg für das Fach Geschichte heißt es, das Schüler der 7. Klasse „Legitimierung und Kennzeichen der Herrschaftsform des Absolutismus in Frankreich erläutern“ 24 können. Als wesentliche Daten und Begriffe nennt der Bildungsplan „1661-1715 Regierungszeit Ludwigs XIV.; Absolutismus; Sonnenkönig;
Merkantilismus“ 25 . Entsprechend dieser Vorgaben (verbunden mit den in Kapitel I.4 dargelegten Erwägungen) kann Regionalgeschichte nicht durchgängig zum Inhalt der zu haltenden Stunden gemacht werden. Vielmehr sollen die Schüler im Rahmen dieser Arbeit immer wieder auf regionalgeschichtliche Auswirkungen und Folgen der absolutistischen Politik Ludwigs XIV. hingewiesen werden, um so zu einem vertieften historischen Verständnis der Schüler beizutragen.
Die dokumentierte Unterrichtseinheit umfasst 8 (mit Exkursion 10) Stunden. Es sollte also durchaus möglich sein die Unterrichtseinheit des Absolutismus abzuhandeln. Zusätzlich möchte ich - über die in den Bildungsstandards festgelegten Inhalte hinaus - die Themen „Aufklärung“ und „Aufgeklärter Absolutismus“ (am Beispiel Preußen) behandeln. Obwohl diese Stunden keinen regionalgeschichtlichen Bezug zu Baden- Baden aufweisen werden, sind sie dennoch im Rahmen der Unterrichtseinheit von besonderer Wichtigkeit. Die Schüler sollen hier Geschichte als Prozess mit hohem Veränderungspotenzial begreifen, was deutlich zum Geschichtsbewusstsein beiträgt 26 . Eine Gegenüberstellung des französischen und preußischen Absolutismus mit dem mittelalterlichen Kaisertum wiederholt Inhalte auch über die dokumentierte Unterrichtseinheit hinaus und trägt so zu einem vertieften Kenntnisstand der Schüler bei.
Der erste Schwerpunkt der Unterrichtseinheit liegt auf der absolutistischen Herrschaftsrepräsentation. Das Versailler Schloss und Hyacinthe Rigauds Portrait von Ludwig XIV. bieten hier den Aufhänger sich auch mit
Geschichtsunterricht, S. 9.-Vgl. auch Jeismann, Karl- Ernst, Landesgeschichte im Unterricht - Didaktik zwischen Politik und Wissenschaft, S. 28.- Vgl. auch Schneider, Gerhard, Gelungene Einstiege, S. 151. 24 Ministerium für Kultus und Sport Baden-Württemberg (Hrsg.): Bildungsplan 2004 (Allgemein bildendes Gymnasium). Bildungsstandards für Geschichte, Stuttgart 2004, S. 222. 25 Ebd. S. 222. 26 Vgl. Sauer, Michael, Geschichte unterrichten, S. 16.
7
absolutistischen Herrschern vor Ort zu beschäftigen. Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden- Baden 27 (der gleichzeitig Namensgeber des Gymnasiums ist) soll dabei mit seinem Rastatter Schloss in Bezug zu Ludwig XIV. gesetzt werden. Insbesondere werden hier Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Herrschaftsrepräsentation erarbeitet.
Innen- und Außenpolitik Ludwigs XIV. sowie das merkantilistische Wirtschaftssystem sind ein zweiter Schwerpunkt. Der Expansionsdrang des französischen Königs wird anhand der Zerstörung Baden- Badens im Jahre 1689 verdeutlicht. Ausgehend von diesem Beispiel beschreiben die Schüler allgemeine Ziele und Mittel der französischen Außenpolitik. Neben Merkmalen der Verwaltungs- und Religionspolitik wird auch erarbeitet, inwieweit Hugenotten in das badische Gebiet eingewandert sind. Der Merkantilismus wird auf Ursachen, Eigenschaften, Auswirkungen und Folgen untersucht. Der dritte Schwerpunkt liegt in der Perons Markgraf Ludwigs. Da die entsprechenden Lehrwerke und Schulbücher hier keine Informationen bzw. Quellen zusammengetragen haben, wird das Internet als Arbeitsmittel benutzt 28 . Inhaltlich soll dabei auf die folgenden Themen eingegangen werden: Markgraf Ludwig als Landesherr und Reichsstand, Die Jugend Markgraf Ludwigs, Markgraf Ludwig als kaiserlicher Feldherr, Das Rastatter Schloss, Markgraf Ludwig und Kaiser Leopold I., Die Markgrafschaft Baden-Durlach und die Markgrafschaft Baden- Baden. Auf dieser Wissensgrundlage aufbauend wird das Verhältnis zwischen Markgraf Ludwig und Ludwig XIV. diskutiert.
Der „Aufgeklärte Absolutismus“ wird ebenfalls im Rahmen der dokumentierten Unterrichtseinheit behandelt. Zunächst steht der epochengeschichtliche Aufklärungsbegriff im Mittelpunkt. Danach sollen Merkmale der Politik Friedrichs des Großen, die Frage ob dieser ein aufgeklärter Herrscher war und ein personenbezogener Vergleich „Kaisertum (Karl der Große) -Absolutismus (Ludwig XIV.) - Aufgeklärter Absolutismus (Friedrich II.)“ erarbeitet werden.
Im Anschluss an diese theoretischen Unterrichtsinhalte wurde zusätzlich eine Exkursion zum Rastatter Schloss durchgeführt. Die Führung „Von den Pflichten und dem Vergnügen - Das Zeremoniell des „lever“ im Rollenspiel“ orientierte sich inhaltlich an Markgraf Ludwig, Ludwig XIV. sowie ihrem gegenseitigen Verhältnis und knüpfte so an die im Unterricht behandelten regionalgeschichtlichen Themen an.
II.2 Klassensituation
II.3 Einsatz von Materialien und Medien
Regionalgeschichtliche Zugänge erfordern eine Beschäftigung mit einer großen Bandbreite möglicher Unterrichtsmaterialien. Neben der Sichtung von
27 Aus Gründen der Einfachheit wird dieser im Folgenden nur noch als Markgraf Ludwig bezeichnet. 28 Vgl. hierzu insbesondere Schneider, Gerhard, Gelungene Einstiege, S. 161- 165.
8
Schullehrbüchern stellte insbesondere das Internet eine große Hilfestellung bei der Beschaffung von regionalgeschichtlichem Material dar 29 . Am Markgraf-Ludwig- Gymnasium selbst wird das Schulbuch „Geschichte und Geschehen 2“ vom Klett- Verlag benutzt. Dieses Lehrwerk konnte den Schülern aber lediglich für die ersten vier gehaltenen Stunden als Orientierungshilfe dienen (die Themen „Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden- Baden“ und „Aufklärung“ bzw. „Aufgeklärter Absolutismus“) sind in dem Buch nicht vertreten. An einigen Stellen der Unterrichtseinheit wurde zusätzlich auf selbst erstellte Arbeitsblätter zurückgegriffen.
Bei entsprechenden Stunden musste auch die Versorgung der Schüler mit Medien (z.B. Computer für die Internet- Recherche, Overheadprojektor für Präsentationen) und Materialien (z.B. Folien, Folienstifte) sichergestellt werden.
II.4 Sozialformen und Methoden
Die dokumentierten Unterrichtsstunden beinhalten verschiedenste
Sozialformen und Methoden. Im Rahmen der regionalgeschichtlichen Schwerpunktsetzung wurde zum Beispiel eine Internet- Recherche mit anschließender Gruppenpräsentation durchgeführt. Dies wurde zum Teil auch dadurch bedingt, dass die entsprechenden Schullehrbücher zu der in der Klasse behandelten regionalgeschichtlichen Thematik keine Materialien oder sonstige Texte beinhalteten. Eine andere eingesetzte Sozialform war die des Gruppenpuzzles. Durch diese kooperative Arbeitsform wurde insbesondere die Eigenverantwortlichkeit der Schüler gefördert. Neben Einzel-, Partner- und Gruppenarbeiten wurde auch auf lehrerzentrierte Unterrichtsformen zurückgegriffen. Die späteren Kapitel beleuchten dies genauer. An dieser Stelle möchte ich auch noch auf die bereits erwähnte Exkursion zum Rastatter Schloss hinweisen. Neben einem geführten Museumsbesuch hatten die Schüler hier zusätzlich die Möglichkeit an einem kostümierten Rollenspiel teilzunehmen.
29 Eine Übersicht über die verwendeten Schullehrwerke und Internetseiten findet sich im Literaturverzeichnis.
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Matthias Storm, 2009, Der Absolutismus - Eine Unterrichtseinheit in Klasse 7, München, GRIN Verlag GmbH
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