Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Gewalt in den Medien 4
2.1 Die Entwicklung von Film- und Fernsehgewalt bis zur Gegenwart 4
2.2 Die Spirale der Reizüberflutung. 5
2.3 Was ist Gewalt? 6
2.4 Wahrnehmung von Gewalt in den Medien 6
2.5 Gewalt in den Medien und ihre Wirkung. 7
3. Quentin Tarantino und Kill Bill Vol 1 9
3.1 Tarantino - vom Video-Kid zum Kultregisseur 9
3.2 Inhalt von Kill Bill Vol. 1 - Gewalt und Filmzitat 12
3.2.1 Der Vorspann 12
3.2.2 Chapter One: 2 13
3.2.3 Capter Two: The blood-splattered Bride. 14
3.2.4 Chapter Three: The Origin of O-Ren 16
3.2.5 Chapter Four: The MAN From Okinawa. 17
3.2.6 Chapter Five: Showdown at House of Blue Leaves. 17
3.3 Die japanische Version von Kill Bill Vol. 1 19
3.4 Zweck und Effekt der Gewalt in Kill Bill Vol. 1 20
4. Fazit 22
Literaturliste / Internet. 23
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1. Einleitung
Solange man zurückdenken kann, bildet die Gewalt eine Verwirklichungsform des Menschen als geschichtliches Wesen. Die Kunst, als eine gesellschaftliche Verarbeitungsform, hat um die kulturelle Dimension von Gewalt schon immer gewusst (vgl. Schnell, 1987, S.12). Ebenso lange existiert auch die Diskussion über Gewalt in den Medien
Heutzutage dreht es sich bei Debatten über Mediengewalt hauptsächlich um den Film und das Massenmedium Fernsehen.
Auch ich möchte mich im Folgenden mit Gewaltdarstellungen in den neuzeitlichen Medien beschäftigen. Im zweiten Kapitel gebe ich vorerst einen kurzen Überblick über die Entwicklung der Mediengewalt. Danach stelle ich Überlegungen und Thesen der Wissenschaftler zu diesem Thema vor, um schließlich auf den neuesten Stand der Wirkungsforschung zu sprechen zu kommen. Fast scheint es so, als ob die negativen Auswirkungen von Mediengewalt in den vergangenen Jahrzehnten erheblich überbewertet wurden. Um einen aktuellen Bezug zu dem Thema Mediengewalt herzustellen, beschäftige ich mich im dritten Kapitel mit dem 2003 erschienenen ersten Teil des Filmes Kill Bill. Dieses ist der vierte Film von Quentin Tarantino - einem Filmemacher, dessen Filme für seine violenten Inhalte bekannt sind. In den 90er Jahren befreite er die Gewalt aus ihrem moralischen Kontext und nahm dem Tod seine ultimative Bedeutung. Seine bekanntesten Werke Resevoir Dogs (1992) und Pulp Fiction (1994) spalteten die Lager. Während die Einen, ob der gezeigten Gewalt aufschrien, feierten ihn die Anderen als Revolutionär des Studiokinos. Bevor ich auf Kill Bill Vol. 1 zu sprechen komme, möchte ich im Abschnitt 3.1 Quentin Tarantinos Biografie näher beleuchten, um ein besseres Verständnis für sein Schaffen zu ermöglichen.
Nach einer sechsjährigen Pause schockierte Tarantino mit Kill Bill Vol. 1 die Öffentlichkeit. Schon bevor der Film in den Kinos anlief, entfachte er heftige Diskussionen um das Thema Mediengewalt. Die Gewalt erscheint nicht mehr als eine Beiläufigkeit, wie in seinen vorherigen Werken, sondern wird augenscheinlich in regelrechten Blutorgien zelebriert. Bei genauer Betrachtung der gezeigten Gewaltdarstellungen fällt auf, dass der Ursprung dieser, oftmals in einem anderen Film verborgen liegt. Kill Bill Vol. 1 ist ein Flickenteppich aus Filmzitaten. Im Abschnitt 3.2 gehe ich deshalb auf den Inhalt des Films ein, unter besonderer Berücksichtigung der gezeigten Gewalt, sowie der verwendeten Zitaten, deren Ursprung ich ergründen möchte. Beide Aspekte stehen nicht selten in einem unmittelbaren Zusammenhang.
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Nachdem ich im Abschnitt 3.3 kurz auf die gewalthaltigere japanische Version des Films eingehe, diskutiere ich in dem letzten Abschnitt 3.4 den Zweck und Effekt der Gewalt in Kill Bill Vol. 1. Die Frage, ob Tarantino die Gewalt in seinem Film nur benutzt, um weltweit Zuschauer ins Kino zu locken, oder ein ganz anderes Ziel verfolgt. Übt Tarantino vielleicht sogar Kritik an der Mediengewalt? Und welchen Effekt hat der Film auf den Zuschauer? Nach der Diskussion dieser Fragen komme ich schließlich zu einem Fazit.
2. Gewalt in den Medien
2.1 Die Entwicklung von Film- und Fernsehgewalt bis zur Gegenwart
Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde ein neues Medium geboren - der Film. Schon zu Beginn der Filmgeschichte, zu der Zeit der Kinematographen, kristallisierte sich die Vorliebe der Rezipienten für Gewalt und Sensationen heraus. Willy Rath verwies 1913 auf den kommerziellen Erfolg der Sensationsdramen und fragte: "Will denn das Volk den Schund?" (Rath, 1913, S.81)
In den 20er und 30er Jahren stellte man in Inhaltsanalysen fest, dass vier von 10 amerikanischen Unterhaltungsfilmen Morde zeigten (vgl. Groebel; Gleich, 1993, S. 15). Mit dem Aufkommen des Fernsehens und der Videotheken begannen der Anteil und die Intensität von gewalthaltigen Szenen in filmischen Produktionen stetig zuzunehmen. Die Faszination, die dargestellte Gewalt in den Medien auf Menschen ausübte, entpuppte sich als ein solider Erfolgsgarant.
Internationale Spielfilmproduktionen bedienten sich der Gewalt als Universalsprache, um es weltweit zu einem Kassenerfolg zu bringen.
Private Fernsehsender machten sich aggressive Darstellungen zunutze, um nach der Kommerzialisierung des Fernsehprogramms in den 80er Jahren, im Kampf um die Einschaltquoten zu bestehen (vgl. Groebel; Gleich, 1993, S.125). So ist Gewalt in vielen Filmen sowie Fernsehprogrammen zum Selbstzweck geworden, was heißt, dass aggressive und brutale Szenen allein zur Steigerung der visuellen Attraktivität bei einer bestimmten Zielgruppe dienen. Über die geringe Qualität und die fehlenden Inhalte wird so hinweg getäuscht. „Unbestritten und auf absehbare Zeit wohl kaum zu ändern ist die Tatsache, dass Aggression oder zumindest Action im Programm eine hohe Massenattraktivität besitzen, für viele erst einmal interessanter sind als komplizierte prosoziale Inhalte" (Groebel; Gleich, 1993, S. 17).
Gleichzeitig löste der Umstand, dass durch das Fernsehen und die Videotheken, die Verbreitung qualitativ minderwertiger Gewaltstreifen zunahm und sich immer mehr auf den
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privaten Bereich verlagerte, eine medienpädagogische Gewaltdebatte in Deutschland aus, die sich insbesondere auf den Aspekt des Jugendschutzes konzentrierte, da die Möglichkeit der Alterskontrolle erheblich eingeschränkt wurde (vgl. Barg; Plöger, 1996, S.4). Gewalt in den Medien ist ein globales Phänomen. International liegen bei Gewaltdarstellungen im Fernsehprogramm die USA und Japan an vorderster Stelle, gefolgt von den westeuropäischen Staaten und Australien, während Skandinavien und Großbritannien im Vergleich dazu etwas geringere Werte aufweisen (vgl. Groebel; Gleich, 1993, S. 40). Diese globalen Entwicklung von Mediengewalt widerspricht der These, dass Medien nur ein Spiegel von gewaltsamen oder latent gewaltsamen Strukturen in der Gesellschaft sind, denn bislang konnten noch keine direkten Zusammenhänge zwischen Fernsehgewalt und Gesellschaftsformen hergestellt werden (vgl. Groebel; Gleich, 1993, S. 40).
2.2 Die Spirale der Reizüberflutung
Warum die Häufigkeit und Intensität der in den Medien gezeigten Gewaltszenen stetig zunehmen und sich nicht auf einem gleichbleibenden Level bewegen, versucht beispielsweise die Reizüberflutungsthese so zu erklären: Ähnlich der physiologischen Anpassung an eine immer schneller werdende Umwelt, gibt es auch bei den Medien ein Einpendeln auf die jeweils durchschnittliche Gewalt (vgl. Groebel; Gleich, 1993, S 18). Dadurch, dass der Zuschauer bei seiner Risikosuche im Kino oder Fernsehen auf entsprechende Angebote trifft, wird sein Reizbedürfnis zwar zunächst befriedigt, aber über die Zeit hinweg tritt eine Gewöhnung an starke aggressive Reize ein, und er benötigt zum physiologischen Ausgleich noch stärkere Reize. Hieraus entsteht eine Spirale aus immer extremeren Angeboten und noch weitergehenden Reizbedürfnissen (vgl. Groebel; Gleich, 1993, S 18). Diese These der Reizüberflutung wird von vielen Wissenschaftlern vertreten und besitzt eine große Aktualität.
Eine erste intensive Diskussion dieser Reizüberflutungsthese fand übrigens schon damals bei der Einführung des neuen Mediums Stummfilm statt. Der Psychiater und Neurologe Robert Gaupp machte auf die Marktgängigkeit von Schauerdramen aufmerksam und stellte das Problem der Reizüberflutung heraus: "Allein der Kinematograph wirkt schädlicher und nervenzerstörender durch die zeitliche Konzentration der Vorgänge. Beim Lesen können wir beliebig halt machen [...] anders beim Kino." (Gaupp, 1911/12, S.66)
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2.3 Was ist Gewalt?
Gewalt wird sehr unterschiedlich definiert, ebenso in der Diskussion über massenmediale Gewaltdarstellung. Im folgenden möchte ich einige gängige Klassifikationen von verschiedenen Formen der Gewalt aufzeigen.
Unter personaler Gewalt wird im Allgemeinen die beabsichtigte physische oder psychische Schädigung einer Person, eines Lebewesens oder einer Sache durch eine andere Person verstanden.
Strukturelle Gewalt meint eine in einem sozialen System eingebaute Gewalt, ohne dass der Aggressor sichtbar sein oder sich das Opfer struktureller Gewalt dessen bewusst sein muss. Diese Form von Gewalt kann sich in ungleichen Machtverhältnissen oder Lebensumständen äußern
Legale Gewalt ist eine Form von Gewalt, die zwar durch ein Gesetz legitimiert wird, aber dennoch anderen Personen beabsichtigten Schaden zufügt.
Keppler und Dahlem unterscheiden bezogen auf Mediengewalt zwischen natürlicher und unnatürlicher, sowie realer und fiktiver Gewalt. Mit natürlicher Gewalt ist die lebensechte Präsentation im Realfilm gemeint. Unnatürliche Gewalt meint die artifizielle Präsentation, wie beispielsweise im Zeichentrickfilm. Die Darstellung realer Gewalt bezeichnet die Präsentation von Verhaltensweisen, die physische und psychische Schädigungen beabsichtigen oder bewirken. Unter der Darstellung fiktiver Gewalt versteht man die Präsentation von Verhaltensweisen, die dieses nur vorgeben (vgl. Kepplinger; Dahlem, 1990, S. 384).
2.4 Wahrnehmung von Gewalt in den Medien
Zwischen der Quantität der Gewaltakte und der vom Zuschauer wahrgenommenen Violenz besteht offensichtlich kein konsistenter Zusammenhang, was auch eine frühe Studie der BBC belegt (1972). Ein anderer wichtiger Befund dieser Studie ist, dass Gewalthandlungen in Nachrichten und Dokumentationen als gewalttätiger wahrgenommen werden als in fiktionalen Sendungen. Also reale Gewalt vom Rezipienten als schlimmer empfunden wird, als fiktive Gewalt (vgl. Hasebrink, 1995, S.203).
Tate zeigt auf, dass die Rezipienten grundsätzlich weniger Gewalt in Fernsehprogrammen wahrnehmen als aufgrund von Inhaltsanalysen erwartet wird (vgl. Tate 1977). Die Einschätzung von bestimmten Verhaltensweisen als gewalttätig oder nicht kann sehr unterschiedlich ausfallen. Sie ist abhängig von dem jeweiligen Filmgenre, von der Involviertheit des Rezipienten, von dessen Lebensumständen und individuellen
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Arbeit zitieren:
Diplom-Kulturwissenschaftlerin Sabine Lüdtke, 2004, Gewalt in den Medien, München, GRIN Verlag GmbH
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