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Inhaltsverzeichnis
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Inhaltsverzeichnis 2
Tabellenverzeichnis 5
Abk ürzungsverzeichnis 7
Symbolverzeichnis 9
Anlagenverzeichnis 11
1 Einleitung 12
1.1 Ausgangsituation und Problemstellung 12
1.2 Ziel der Arbeit und Herangehensweise 13
2 Wissenschaftliche Einordnung 14
2.1 Unternehmensbewertung 14
2.1.1 Grundsätzliche Erwägungen 14
2.1.2 Zweck und Funktion der Unternehmensbewertung. 14
2.1.3 Anlässe von Unternehmensbewertungen 16
2.1.4 Anforderungen an die Unternehmensbewertung 17
2.2 Value-Driver-Konzpete 18
2.2.1 Shareholder Value als Quelle 18
2.2.2 Zum Begriff der Value Driver 21
2.2.3 Einordnung in die Unternehmensbewertung 22
2.2.4 Informatorische Basis 23
3 Value-Driver-Modell nach Rappaport 25
3.1 Grundsätzliche Erwägungen 25
3.2 Berechnung des Unternehmenswertes 26
3.2.1 Berechnung des Cashflows 26
3.2.2 Residualwert 27
3.2.3 Marktwert handelsfähiger Wertpapiere 29
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3.3 Value Driver des Konzeptes 29
3.3.1 Überblick über die Werttreiber 29
3.3.2 Wachstumsrate des Umsatzes 31
3.3.3 Gewinnmarge/Umsatzrentabilität 31
3.3.4 Gewogene Kapitalkosten 32
3.3.5 Zusatzinvestitionen Umlaufvermögen 33
3.3.6 Zusatzinvestitionen Anlagevermögen 34
3.3.7 Gewinnsteuersatz 35
3.3.8 Dauer der Wertsteigerung 36
3.4 Berechnungsbeispiel 37
3.5 Kritische Würdigung des Modells 39
4 Value-Driver-Modell nach Copeland et al. 41
4.1 Grundsätzliche Erwägungen 41
4.2 Konzept des Modells 41
4.3 Berechnung des Unternehmenswertes 43
4.4 Value Driver des Konzeptes 46
4.4.1 Heranführung / Grundgedanke des Konzeptes 46
4.4.2 Rendite des investierten Kapitals 48
4.4.3 Wachstumsrate der Umsätze, Gewinne und Kapitalbasis 49
4.5 Berechnungsbeispiel 49
4.6 Kritische Würdigung des Modells 52
5 Value-Driver-Modell nach Stewart 53
5.1 Grundsätzliche Erwägungen 53
5.2 Berechnung des Unternehmenswertes 53
5.3 Value Driver des Konzeptes 55
5.3.1 NOPAT 55
5.3.2 Steuerersparnis durch Verschuldung 55
5.3.3 Nettoinvestitionen Anlagevermögen und Working Capital 56
5.3.4 Rendite der Nettoinvestitionen 57
5.3.5 Renditeforderung der Eigenkapitalgeber 58
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5.3.6 Dauer der Wertsteigerung 58
5.4 Berechnungsbeispiel 59
5.5 Kritische Würdigung des Modells 60
6 Anwendung der Konzepte auf ausgewählte Konzernbilanzen 61
6.1 Grundsätzliche Erwägungen 61
6.2 Continental AG 62
6.2.1 Value-Driver-Konzept nach Rappaport 62
6.2.2 Value-Driver-Konzept nach Copeland 67
6.2.3 Value-Driver-Konzept nach Stewart 71
6.3 Hamburger Hafen und Logistik AG 73
6.3.1 Value-Driver-Konzept nach Rappaport 73
6.3.2 Value-Driver-Konzept nach Copeland 77
6.3.3 Value-Driver-Konzept nach Stewart 81
6.4 Gegenüberstellung der Berechnungsergebnisse 84
7 Fazit 85
Quellenverzeichnis 88
Anlagen 93
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Tabellenverzeichnis
S e i t e
Tabelle 1: Diskontierung prognostizierter Cashflows. 26
Tabelle 2: Berechnung Kapitalkosten (WACC-Ansatz) 33
Tabelle 3: Beispiel Entwicklung FCF 39
Tabelle 4: Berechnungsbeispiel Rappaport 39
Tabelle 5: Wachstum des Cashflows Unternehmen A. 47
Tabelle 6: Wachstumsrate des Cashflows Unternehmen B. 47
Tabelle 7: FCF-Betrachtung Unternehmenswachstum. 48
Tabelle 8: Beispielberechnung FCF Copeland 50
Tabelle 9: Steuerersparnis durch Verschuldung. 55
Tabelle 10: Vergleich Total Return. 56
Tabelle 11: Prognosezeiträume im Vergleich. 59
Tabelle 12: Berechnungsbeispiel FCF Stewart. 60
Tabelle 13: Cashflow Continental nach Rappaport. 65
Tabelle 14: Cashflow-Verlauf der Continental AG nach Copeland. 69
Tabelle 15: Ermittlung der Basisdaten 72
Tabelle 16: Cashflow-Verlauf der Continental AG nach Stewart 73
Tabelle 17: Cashflow HHLA Rappaport. 76
Tabelle 18: Cashflow-Verlauf HHLA AG nach Copeland. 80
Tabelle 19: Ermittlung der Basisdaten 83
Tabelle 20: Cashflow-Verlauf der Continental AG nach Stewart 83
Tabelle 21: Vergleich Berechnungsergebnisse 84
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Abbildungsverzeichnis
S e i t e
Abbildung 1: Zwecke der Unternehmensbewertung.
Abbildung 2: Anlässe der Unternehmensbewertung.
Abbildung 3: Verfahren der Unternehmensbewertung.
Abbildung 4: Beziehungen zwischen Cashflow-Begriffen.
Abbildung 5: Shareholder Value Netzwerk.
Abbildung 6: Gesamtwertermittlung eines Ein-Produkt-Unternehmens.
Abbildung 7: Gesamtbewertung eines Konzerns.
Abbildung 8: Prozentualer Anteil des Fortführungswertes am Gesamtwert des
investierten Kapitals
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Abkürzungsverzeichnis
akt. aktualisiert
AG Aktiengesellschaft
APV Adjusted Present Value
Aufl. Auflage
AV Anlagevermögen
BFuP Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis
CAPM Capital Asset Pricing Model
CF Cashflow
DCF Discounted Cashflow
DB Der Betrieb
DBW Die Betriebswirtschaft
EBIT Earnings before Interests and Taxes
EG Europäische Gemeinschaft
erw. erweitert
et al. und andere
EVA Economic Value Added
FCF Free Cashflow
GE Geldeinheiten
GuV Gewinn- und Verlustrechnung
HGB Handelsgesetzbuch
HHLA Hamburger Hafen und Logistik AG
Hrsg. Herausgeber
IDW Institut der Wirtschaftsprüfer
LBO Leveraged Buy-Out
Mio. Million
NOPAT Net Operating Profit after Taxes
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NOPLAT Net Operating Profit less Adjusted Taxes
ROIC Return on Invested Capital
SBR Schmalenbachs Business Review
TCF Total-Cashflow
u. a. und andere
UE unfertige Erzeugnisse
überarb. überarbeitet
umgearb. umgearbeitet
UmwG Umwandlungsgesetz
UV Umlaufvermögen
UW Unternehmenswert
vollst. vollständig
WACC Weighted Average Costs of Capital
WPG Die Wirtschaftsprüfung
ZBB Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft
ZFBF Schmalenbachs Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung
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Symbolverzeichnis
AfA t Abschreibungen der Periode t
CF Cashflow
CF t+1 betrieblicher Cashflow der Folgeperiode
CF t=0;P Gegenwartswert des betrieblichen Cashflows
CV Continuing Value wacc gewichteter Kapitalkostensatz
C d NI Wachstumsrate der Umsätze, Gewinne und der Kapitalbasis
€ Euro
EBIT t Gewinn vor Zinsen und Steuern der Periode t
EK/GK Eigenkapitalquote
FK/GK Fremdkapitalquote
g erwartetes ewiges Wachstum des NOPLAT IC * investiertes Kapital (Nettoinvestition)
IC t investiertes Kapital einer Periode
i i Inflationssatz
k E Eigenkapitalkostensatz
k F Fremdkapitalkostensatz
LA t Liquidationsauszahlungen im Zeitpunkt t
LE t Liquidationseinzahlungen im Zeitpunkt t
LW Liquidationswert
MW Marktwert handelsfähiger Wertpapiere
n AV Nettoinvestitionsrate
n UV Nettoinvestitionsrate UV
NI I Nettoinvestition AV NI t Nettoinvestitionen AV in der Periode t UV NI t Nettoinvestitionen UV in der Periode t
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r(EK) U Renditeforderung der Eigenkapitalgeber
r IC Investitionsrate des investierten Kapitals
r NI Rendite der Nettoinvestitionen
ROIC I Zusätzliche Rendite auf das neu investierte Kapital
r u Gewinnmarge in Abhängigkeit zum Umsatz in Periode t
RW Residualwert
RW I Inflationsbereinigter Residualwert
s Gewinnsteuersatz
SH Shareholder Value
tD Barwert des Tax Shields
T L Liquidationszeitraum T PI Prognoseperiode
TR Total Return
U t Umsatz der Periode t
U t-1 Umsatz der Vorperiode
UW Unternehmenswert
Wachstumsrate des Umsatzes der Periode t w U
Umsatzwachstum der Periode t ûU t
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Anlagenverzeichnis
Seite
Anlage 1: Bilanz Continental AG 2006………………………………….93 Anlage 2: GuV Continental AG 2006…………….……………………...94 Anlage 3: Finanzergebnis Continental AG 2006………………………...95 Anlage 4: Bilanz HHLA AG 2007……………….………………………96 Anlage 4: GuV HHLA AG 2007…………………..……………………..97
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1 Einleitung
1.1 Ausgangsituation und Problemstellung
Die im deutschsprachigen Raum bekannte Unternehmensbewertung erfuhr in den letzten beiden Jahrzehnten durch die Erschaffung neuer Bewertungskonzepte im US-amerikanischen Raum eine Veränderung. Während im deutschsprachigen Raum Unternehmen mithilfe von investitionstheoretischen Unternehmensbewertungskonzepten monetär bewertet wurden, schwappten aus Übersee neue finanz-theoretische Bewertungskonzepte in die deutschsprachige Theorie der Unternehmensbewertung über. Über die bis dahin bekannten und gängigen Verfahren der Unternehmensbewertung, wie dem Ertragswertverfahren und dem Substanzwertverfahren, herrschte ein weitgehender Konsens. Die Einführung neuer Bewertungskonzepte mit wohlklingenden Namen, wie das Discounted-Cash-Flow-Verfahren, entfachten in der hiesigen Literatur neue breit gestreute Diskussionen und führten in der Folgezeit aufgrund der Vielfältigkeit zu einem neuen betriebswirtschaftlichen Forschungsbedarf im deutschsprachigen Raum. Zur damaligen Zeit bahnbrechende Werke wie „Creating Shareholder Value“ aus dem Jahr 1986 von Alfred Rappaport, „Valuation“ aus dem Jahr 1990 von Tom Copeland, Jack Murrin und Tom Koller oder auch „The Quest for Value“ aus dem Jahr 1991 von Bennett G. Stewart waren Ausgangspunkt der Diskussionen. Vor allem diese Verfasser entwickelten neue Ansätze zur Berechnung von Unternehmenswerten. Gemeinsam waren den Konzepten die Ausgangspunkte der Betrachtung: So basieren die Konzepte auf dem Cash-Flow-Gedanken und leiten aus den künftig zu erzielenden Werten einen Unternehmenswert ab. Bekannt geworden sind die besagten Konzepte unter dem Begriff der „Value Driver Modelle“.
Aufgabe dieser Arbeit wird die kritische Analyse der Value Driver Modelle Rap-paports, Copeland/Koller/Murrins und Stewarts sein. Untersucht wird die Frage, inwieweit diese Konzepte geeignet sind Unternehmen zu bewerten und inwieweit die Konzepte den Anforderungen an eine (praktikable) Unternehmensbewertung gerecht werden.
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1.2 Ziel der Arbeit und Herangehensweise
Ziel der Arbeit ist die kritische Analyse der Value-Driver-Modelle von Rappaport, Copeland/Koller/Murrin und Stewart. Während der Analyse wird untersucht, welche Value-Driver die Verfahren beinhalten und wie sich die jeweiligen Value Driver auf die Berechnung des Unternehmenswertes auswirken. Im Laufe der Untersuchung sollen die Modelle anhand der aktuellen Anforderungen, die an eine repräsentative Unternehmensbewertung gestellt werden, geprüft werden. Im ersten Teil der Arbeit werden die theoretischen Grundlagen erarbeitet, in welche sich das Thema bettet. Um die Unternehmensbewertung zu skizzieren, werden einleitend der Zweck, die Funktionen, die Anlässe sowie die Anforderung an eine repräsentable Unternehmensbewertung beschrieben. Anschließend wird auf die Quelle der Value-Driver-Konzepte eingegangen. Hierfür wird im ersten Schritt der gedankliche Vater des Konzeptes, Rappaports Shareholder-Value-Konzept, beschrieben, um im folgenden Schritt den Begriff der Value-Driver abzugrenzen. Abgeschlossen wird dieser Teil mit der Einordnung der Value-Driver-Konzepte in die Unternehmensbewertung und der anschließenden Beschreibung der informatorischen Basis der Konzepte, dem Cashflow-Begriff.
Im zweiten Teil der Arbeit, der die Kapitel 3 bis 5 umfasst, werden die Value-Driver-Konzepte Rappaports, Copeland/Koller/Murrins sowie Stewarts nachei-nander analysiert. Hierfür wird im ersten Schritt die modellkonforme Unternehmenswertberechnung dargestellt, um folgend die beinhalteten Value Driver zu analysieren. Für die anschauliche Darstellung der Konzepte werden die Ausführungen mit einer Beispielberechnung verbildlicht. Abgeschlossen wird die Analyse der einzelnen Konzepte mit einer kritischen Würdigung. Der dritte Teil der Arbeit widmet sich der praktischen Anwendung der Konzepte. Auf der Grundlage aktueller Bilanzen der Continental AG sowie der HHLA AG werden sowohl die Praktikabilität als auch die Berechnungsergebnisse der Konzepte nacheinander geprüft. Abgeschlossen wird der praktische Teil der Arbeit mit einem Vergleich der Berechnungsergebnisse.
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2 Wissenschaftliche Einordnung
2.1 Unternehmensbewertung
2.1.1 Grundsätzliche Erwägungen
Die Unternehmensbewertung ist seit geraumer Zeit ein betriebswirtschaftliches Dauerthema sowohl für die Bewertungspraxis als auch für die Rechtssprechung (vgl. Schacht 2005: 15). Die Gründe hierfür können in der Breite der Bewertungskonstellationen sowie der Breite der Bewertungsmethoden gesucht werden. Bereits im Jahre 1983 äußerte Moxter die Erkenntnis über den fehlenden, einzig richtigen Unternehmenswert. Der Unternehmenswert ist nach Moxter stets in Abhängigkeit vom Zweck der Unternehmensbewertung im Einzelfall zu sehen (vgl. Moxter 1983: 6).
Ziel der Unternehmensbewertung ist es, einen ausschließlich auf finanzieller Zielbasis begründeten Unternehmenswert zu ermitteln, der „durch den Barwert der mit dem Eigentum an dem Unternehmen verbundenen Nettozuflüsse an die Unternehmenseigner“ (IDW S1 2008: 3) bestimmt wird.
2.1.2 Zweck und Funktion der Unternehmensbewertung
Grundsätzlich werden die Zwecke der Unternehmensbewertung in die in Abbildung 1 dargestellten fünf Kategorien unterteilt (vgl. Schultze 2003: 10; Coenenberg et al. 2002: 602).
Abbildung 1: Zwecke der Unternehmensbewertung. - Quelle: Coenenberg 2002: 602.
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Nach dem Prinzip der Zweckadäquanz wird das Bewertungsverfahren in Abhängigkeit vom jeweiligen Bewertungszweck gewählt (vgl. Coenenberg et al. 2002: 600). Eine mögliche Klassifizierung der Bewertungsverfahren in Abhängigkeit des Bewertungszweckes liefert Abbildung 1. Ersichtlich wird aus der Abbildung die eingeschränkte ganzheitliche Eignung der Bewertungsmethoden. Die Zwecke der Unternehmensbewertung lassen sich nach Schultze in Funktionen unterteilen, die aus den Haupt- und Nebenfunktionen der sog. „Kölner Funktionenlehre“ abgeleitet wurden. Hauptfunktionen sind die Beratungs-, Vermittlungs-und Argumentationsfunktion. Die Nebenfunktionen der Unternehmensbewertung sind die Steuerbemessung, die Vertragsgestaltung und die Bilanzierung. Jedoch werden diese als lediglich untergeordnete Aufgaben beschrieben (vgl. Schultze 2003: 8f). Da die Nebenfunktionen ausschließlich eine untergeordnete Rolle spielen, werden diese hier nicht vollständig vertiefend erläutert. Die Beratungsfunktion dient der Bereitstellung von Entscheidungswerten für Ver-handlungen. „Wird der Bewerter in der Beratungsfunktion tätig, ist er Berater einer Partei, die an der Unternehmenstransaktion interessiert ist. Es ist Aufgabe des Bewerters, die Grenze der Konzessionsbereitschaft seines Mandanten zu ermitteln, also den Grenzpreis, der bei Abschluss der Transaktion gerade noch zu einem ökonomisch vorteilhaften Ergebnis führen würde. Die Wertkonzeption wird Entscheidungswert genannt.“ (Behringer 2004: 37). Der Bewertende unterstützt somit eine Verhandlungspartei mit dem Ziel, einen Entscheidungswert zu bestimmen, der an dieser Stelle für die vertretene Partei einen individuellen Grenzpreis darstellt. Der Entscheidungswert beruht auf der Erkenntnis, dass zukünftige Situationen nur mit einer subjektiv ermittelten Wahrscheinlichkeit vorausgesagt werden können (vgl. Matschke 2007: 50) Der Grenzpreis stellt an dieser Stelle die Preisober- oder Preisuntergrenze dar, bei der ein Kauf oder Verkauf gerade noch ökonomisch sinnvoll ist. Ob eine Preisober- oder Preisuntergrenze ermittelt wird, ist abhängig von der vertretenen Partei, die als Käufer oder Verkäufer in die Ver-handlung treten kann. Beratende Instanzen sind in dieser Funktion zumeist Wirtschaftsprüfer, Unternehmensberater oder auch Investmentbanken (vgl. Schultze 2003: 9).
Im Rahmen der Argumentationsfunktion werden Argumentationswerte ermittelt, welche offen in Verhandlungen eingebracht werden, um der Unterstützung einer
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Verhandlungspartei zu dienen (vgl. Schultze 2003: 9). Geeignete Bewertungsmethoden als auch eine geschickte Verhandlungsführung sollen die Argumentationen bei der Wertvorstellung der vertretenen Partei unterstützen (vgl. Schildbach 1993: 29; IDW S1 2008: 5). Der Entscheidungswert innerhalb der Argumentationsfunktion ist durch die Mandantschaft ein parteiischer Wert (vgl. Matschke 2007: 52). In der Vermittlungsfunktion wird der Bewertende die Aufgabe eines Vermittlers übernehmen und zwischen den Verhandlungsparteien schlichtend auftreten, um einen fairen Einigungspreis zwischen den Parteien zu finden. Die Aufgabe des Vermittlers besteht hierbei darin, einen Schiedsspruchwert zu ermitteln, der innerhalb einer Bandbreite von Wertunter- und Wertobergrenzen liegt und auch von den Verhandlungsparteien akzeptiert wird (vgl. Schultze 2003: 9; IDW S1 2008: 5).
Zusätzlich zu den klassischen drei Bewertungsfunktionen hat sich eine weitere Funktion, ehemals eine Nebenfunktion der Unternehmensbewertung, zu einer Hauptfunktion entwickelt (vgl. Coenenberg et al. 2002: 600). Die Bilanzierungsfunktion ist im Rahmen des Shareholder-Value-Gedankens und der daraus resultierenden Unternehmenswertmaximierung zum Handwerkszeug des betrieblichen Controllings aufgestiegen. Aufgabe der Bilanzierung ist es, die Unternehmensführung im Hinblick auf langfristige Entscheidungen und deren Umsetzung zu beraten. Begründet wird die Wesentlichkeit der Bilanzierungsfunktion mit der auch in Deutschland zunehmenden Kapitalmarktfinanzierung und der daraus resultierenden Ausrichtung der Berichtserstattung an die Anteilseigner. Beispielhaft sei hier auf die interne Bewertung von Marken oder auch auf den Geschäfts- oder Firmenwert verwiesen. Gerade der Geschäfts- oder Firmenwert erfordert nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften fortlaufende Neubewertungen (vgl. Coenenberg et al. 2002: 599f).
2.1.3 Anlässe von Unternehmensbewertungen
Die Bewertung von Unternehmen kann aufgrund multipler Anlässe notwendig werden. Abbildung 2 gibt einen möglichen Überblick über die Klassifizierung der Bewertungsanlässe, gegliedert nach betriebswirtschaftlichen, persönlichen, fami- liären und gesetzlichen Anlässen. Auch andere Klassifizierungen werden für die
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Anlässe in der Literatur begründet, um den Bewertungsanlässen konkrete Bewertungsverfahren zuordnen zu können (vgl. Matschke 2006: 75f).
Abbildung 2: Anlässe der Unternehmensbewertung. - Quelle: Hering 2006: 15.
Auf die Frage, wer traditionell Unternehmensbewertungen durchführt, gibt Ballwieser die Antwort, es sei in der Vergangenheit so gewesen, dass ausschließlich Wirtschaftsprüfer, betriebswirtschaftliche Hochschullehrer sowie Juristen diese durchgeführt haben. Allerdings seien zusätzlich Unternehmensberater in jüngerer Zeit in diesem Geschäftsfeld tätig geworden (vgl. Ballwieser 1995: 119). Die von den von Ballwieser genannten Unternehmensberatern, namentlich beispielsweise Rappaport, Copeland/Koller/Murrin (vgl. Ballwieser 1995: 120) und später Stewart, entwickelten Konzepte sollen im Laufe dieser Arbeit analysiert werden.
2.1.4 Anforderungen an die Unternehmensbewertung
Eine Unternehmensbewertung erfordert für die Anerkennung des ermittelten Ergebnisses qualitative Anforderungen, welche in der BRD vor „dem Hintergrund der in der Theorie, Praxis und Rechtssprechung entwickelten Standpunkte“ (IDW S1 2008: 3) vom IDW festgelegt werden. Diese stellen für die Unternehmensbewertung alle wesentlichen Grundsätze dar und sind im IDW Standard verankert (vgl. IDW S1 2008: 3f).
Auszugsweise sollen die Grundsätze zur Durchführung von Unternehmensbewertungen an dieser Stelle dargestellt werden. Den folgenden Grundsätzen muss eine Unternehmensbewertung genügen:
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x Maßgeblichkeit des Bewertungszwecks,
x Bewertung der wirtschaftlichen Unternehmenseinheit, x Stichtagprinzip,
x Unbeachtlichkeit des bilanziellen Vorsichtsprinzips, x Nachvollziehbarkeit der Bewertungsansätze u. a. (vgl. IDW S1 2008: 7ff).
Die Grundsätze zur Durchführung von Unternehmensbewertungen sind, abgesehen von der Maßgeblichkeit des Bewertungszweckes, selbsterklärend. Die Maßgeblichkeit des Bewertungszweckes beinhaltet einen in Abhängigkeit von der Bewertungsfunktion angepassten jeweiligen Bewertungszweck sowie deren Annahmen und Typisierung (vgl. IDW S1 2008: 7). Hierunter fällt ebenfalls das unter 2.1.1 bereits dargestellte Prinzip der Zweckadäquanz. Ein besonderes Augenmerk wird vom IDW auf die Berechnungsgrundlagen der Bewertung gelegt. Als besonders problematisch wird die Prognose der künftigen finanziellen Überschüsse genannt. Aus diesem Grund wird an die Überschussprognose eine besondere Sorgfalt geknüpft, der durch umfangreiche vergangenheits-, stichtags- und zukunftsorientierte Unternehmensanalysen Rechnung getragen werden soll (vgl. IDW S1 2008: 15ff). Bei der Ermittlung des Kapitalisierungszinssatzes ist ebenfalls sorgfältig vorzugehen: Es ist i.d.R. von einer unendlichen Lebensdauer des Unternehmens auszugehen (sofern keine Annahmen über Ende des Fortbestehens der Unternehmung vorliegen) als auch der Ungewissheit der Zukunft über Zinsrisikozuschläge Rechnung zu tragen (vgl. IDW S1 2008: 18ff).
2.2 Value-Driver-Konzpete
2.2.1 Shareholder Value als Quelle
„Shareholder Value steht […] oben auf der Tagesliste“ (Black et al. 1998: 41), so fasste Andrew Black 1998 den zukünftigen Ausblick auf die Umsetzung des Shareholder Value Konzeptes zusammen und begründete dies unter anderem mit der bereits damaligen Durchdringung des Konzeptes in der US-amerikanischen Wirt- schaft. 65 Prozent aller US-amerikanischen Großunternehmen haben bereits 1998
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das Bekenntnis zum Shareholder Value als Leitmaxime abgegeben (vgl. Black et al. 1998: 42). Bereits in den fünfziger und sechziger Jahren wurde durch die bahnbrechende Arbeit von Markowitz, Modigliani, Miller und Sharpe der Weg für das Shareholder Value Konzept geebnet, welches von Alfred Rappaport 1986 erstmals publiziert wurde.
Der Shareholder-Value-Ansatz ist ein Konzept zur Unternehmenssteuerung, welches in der Zeit nach seiner Entwicklung einer raschen Verbreitung unterlag und vielfach zu Diskussionen führte, aber auch gleichzeitig zu einem Modebegriff wurde (vgl. Wellner 2001: 61). Neu war an dieser Stelle das Vorgehen mit inves-titionstheoretischen Argumenten im Gegensatz zu den bisherigen Verfahren, die mit Hilfe buchmäßiger Kennziffern arbeiteten (vgl. Ballwieser 2000: 162). Der Shareholder-Value-Ansatz soll die Unternehmensleitung dazu befähigen, für die Anteilseigner des Unternehmens einen bestmöglichen Wert ihrer Anteile zu generieren, was nach Rappaport zwei wichtige Vorteile mit sich bringt: Während sich deutsche Unternehmen historisch eher über Kredite finanzieren, finanzieren sich US-amerikanische Unternehmen traditionell sehr stark über die Verbriefung von Unternehmensanteilen in Form von Aktien. Das Konzept bietet den maßgeblichen Vorteil, dass bei konsequenter Wertsteigerung der Anteilswerte die Unternehmensaktien für Investoren attraktiv bleiben. Investoren folgen grundsätzlich der Rendite, daher werden nach dem Shareholder-Value-Konzept gesteuerte Unternehmen über die Attraktivität der Anteilsscheine langfristig einen Vorteil bei der Unternehmensfinanzierung erlangen. Der zweite wesentliche Vorteil spiegelt sich durch den Blick auf die konsequente Steigerung des Unternehmenswertes wieder. Ein steigender Unternehmenswert ermöglicht steigende Aktienkurse. Dies macht es für übernahmeinteressierte Investoren deutlich teurer, Unternehmen zu kaufen, da deren Unternehmensanteile am Kapitalmarkt einen höheren Preis erzielen. Kurz gesagt bietet dies einen effektiven Schutz vor feindlichen Übernahmen (vgl. Simon 2000: 162; Pampel 2008: 177).
Das Kernziel des Shareholder-Value-Gedankens ist somit die Wertsteigerung, die sich über unternehmensspezifische Cashflows messen lässt (vgl. Black et al. 1998: 21). Maßstab des Shareholder Value Gedankens ist ausschließlich der betriebliche Cashflow (vgl. Black et al. 1998: 21). Innerhalb der Berechnung wird auf die be- kannten Discounted-Cashflow-Verfahren zurück gegriffen. Der Wert der Unter-
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nehmung wird hier durch die Diskontierung der künftigen Cashflows über einen Kapitalisierungszinssatz erreicht. Wird vom Unternehmenswert der Wert des Fremdkapitals abgezogen, so ergibt sich der Shareholder-Value (vgl. Rappaport 1998, zitiert nach Klien 1999, 39). Der Shareholder Value entspricht somit dem Marktwert des Eigenkapitals (vgl. Black et al. 1998: 27).
(1) 5* L 79 F (-
DieBerechnung des Shareholder-Value zeigt, dass vor dessen Bestimmung der Wert des gesamten Unternehmens bestimmt werden muss. Der Gesamtwert der Unternehmung wird nach Rappaport durch drei wesentliche Komponenten bestimmt, die wie folgt unterteilt werden.
(2) 79 L %( ç@4âÉ E49E/9
Dem Ansatz liegt der Gedanke zugrunde, dass der Unternehmenswert grundsätzlich über die Addition des auf den Bewertungsstichtag diskontierten Cashflows während der Prognoseperiode, des Residualwertes sowie des Wertes der handelsfähigen Wertpapiere berechnet werden kann. Hervorgehoben werden muss für das Verständnis die gedankliche Aufspaltung der künftigen Perioden in einen zeitnahen Prognosezeitraum sowie in die anschließende unendliche Phase des Unter-nehmensfortbestandes. Der Gegenwartswert der betrieblichen Cashflows stellt den Wert während des Prognosezeitraumes dar, während der Residualwert den Wert im Anschluss an die Prognoseperiode wiederspiegelt. Der Marktwert handelsfähiger Wertpapiere bezieht sich bei der Berechnung auf finanzielle Investitionen, die für den Fortbestand der Unternehmung nicht wesent-
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Michael Kort, 2009, Eine kritische Analyse von Value-Driver-Konzepten im Rahmen von Unternehmensbewertungen, München, GRIN Verlag GmbH
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