Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 2
1.1 Sprachliche Aufschlüsselung Seite 2
2. Die antiken Autoren Seite 2
3. Quellenkritik Seite 4
3.1 Quellenlage (Überlieferung) Seite 4
3.2 Inhalt der Quellen Seite 5
4. Der Partherfeldzug des Jahres 36 v. Chr. Seite 15
4.1 D a s H e e r S e i t e 1 5
4.2 Motive für den Krieg Seite 16
4.3 Die politische Lage bei Beginn des Feldzuges Seite 17
4.4 Die Feldzugspläne und die Route des Antonius Seite 18
4.5 Der zeitliche Verlauf Seite 19
4.6 Die Kriegsziele Seite 20
4.7 Der Verlauf des Feldzuges Seite 21
4.8 Das Ergebnis des Partherfeldzuges Seite 24
5. Zusammenfassung Seite 24
6. Quellen und Literatur Seite 25
1
1. Einleitung
Das Thema der Hausarbeit ist der Partherkrieg des Marcus Antonius. Die Quellen- und Literaturlage zu dem Thema ist breit gefächert. Die Arbeit stellt einen Überblick über den Inhalt der vorhandenen Quellen und den Verlauf des Krieges in der modernen Literatur dar. Sie beginnt mit einem Überblick über die antiken Autoren und endet mit dem Erreichen des Mittelmeeres.
1.1 Sprachliche Aufschlüsselung
Die ungebräuchlichen Begriffe und Namen, die sich in den Quellen sowie in der gesamten Hausarbeit finden lassen, werden, falls sie einer Erklärung bedürfen, in den Fußnoten erläutert.
2. Die antiken Autoren
Ereignisse des Partherkrieges werden von verschiedenen antiken Autoren überliefert. Darunter sind zeitgenössische Autoren zu finden wie Strabon und Livius. Aber auch spätere Autoren wie Cassius Dio, Plutarch, Frontin, Florus, Eutrop, Orosi und Velleius Paterculus. Strabon war ein Historiker und Geograph. Er wurde 64/63 v. Chr. in Amaseia in einer vornehmen Familie geboren und er starb 23/26 n. Chr. Um 18 n. Chr. verfertigte er die „geografischen Kommentare“ als Ergänzung seines ersten Werks die „Historischen Kommentare“ Die „Geographika“, dies ist der echte Titel, beschreiben in 17 Büchern die Oikumene 1 . In den Büchern elf bis fünfzehn wird Asien beschrieben 2 . Das sind die Bücher, die für diese Hausarbeit relevant waren.
Cassius Dio war ein Geschichtsschreiber, der unter Antonius Pius oder Mark Aurel geboren wurde. Er war der Sohn eines römischen Senators Cassius Apronianus, Statthalter von Kilikien und Dalmatien. Der Autor Livius wurde 59 v. Chr. in Patavium geboren und starb 17 n. Chr. In seiner Jugend erlebte er den Todeskampf der Republik. Er war 28 Jahre alt als mit der Entscheidung von Actium (31 v. Chr.)die Ära der Bürgerkriege zu Ende ging.
1 Oikumene: Das Wort bezeichnet als geografischer Begriff die bewohnte Erdoberfläche, dann die zivilisierte
Welt. In: Lexikon der Alten Welt, hrsg. von Andresen, C. [u.a.], Zürich und Stuttgart, 1965, 2121.
2 Ebd., 2933.
2
Die eigentliche Zeit seines Wirkens fällt in die Zeit des Augustus, den er um drei Jahre überlebte. Er ist der erste namenhafte römische Historiker, der ohne eigenen politische und militärische Erfahrung Geschichte geschrieben hat. Bekannt wurde er durch sein großes Geschichtswerk „Libri ab urbe condita“. Das Werk berichtet in 142 Bänden über die Geschichte Roms von den Anfängen bis zum Tode des Drusus im Jahre neun v. Chr. Es sind aber nicht alle Bücher erhalten geblieben. Über den Inhalt der verlorenen, etwa drei Viertel des Gesamtwerkes umfassenden Bücher informieren die wahrscheinlich im 4. Jahrhundert n. Chr. entstandenen Periochae. 3
Cassius Dios Werk die römische Geschichte, für das er zehn Jahre lang Material sammelte, umfasste 80 Bücher. Es gilt als sein Hauptwerk und reichte von Aeneas bis Severus Alexander. Es sind aber nicht mehr alle Bücher erhalten. 4
Der Autor Plutarch lebte etwa von 40 n. Chr. bis 125 n. Chr. Er gilt als letzter und größter Vertreter der den Hellenismus auszeichnenden Gelehrsamkeit, geistigen Beweglichkeit und ehrerbietigen Liebe zur großen Vergangenheit des Griechentums. 5 Frontin lebte ca. 40 n. Chr. bis ca. zum Jahre 103 n. Chr. In den Jahren 74-77 war er Statthalter Britanniens, 97 curator aquarum. Eines seiner Hauptwerke ist die Strategemata. Als Exempla erzählte Kriegslisten, in vier Büchern, von denen nur die drei ersten eigentliche Kriegslisten enthalten, während die vierte Feldherrentaten allgemeiner, vorwiegend moralischer Art gibt. 6
Florus Lucius Annaeus lebte wohl zur Zeit Hadrians (117-138 n. Chr.) Er war der Verfasser einer „Epitome de Tito Livio“ in zwei Büchern. Die Schrift ist ein Bericht über die Kriege der Römer von der Gründung Roms an bis zu Augustus. Er schöpft seine Informationen von Livius, Sallust und Seneca d. Ä. Die Schrift ist weniger Geschichte als Verherrlichung der kriegerischen Erfolge und Eroberungen des römischen Volkes und nicht ohne Fehler. 7 Velleius Paterculus wurde etwa 20 v. Chr. geboren und stammte aus einer capuanischen Ritterfamilie und schlug wie seine Vorfahren die Offizierslaufbahn ein. Dem Konsul des Jahres 30 n. Chr. widmete er zu seinem Amtsantritt einen Geschichtsabriss, den er in den letzten Monaten des Jahres 29 n. Chr. schrieb. Das Werk beginnt mit der Zerstörung Trojas und behandelt die ganze römische Geschichte bis zum Konsulat des Adressaten. Velleius wollte keine Chronik schreiben, sondern ein Bilde der römischen Geschichtsentwicklung geben, die für ihn im Kaiserreich gipfelte. Er ist kein selbstständiger Forscher.
3 Ebd., 1753ff.
4 Ebd., 737f.
5 Ebd., 2381ff.
6 Ebd., 1005f.
7 Ebd., 985f.
3
Der Abriss enthält zahlreiche, meist chronologische Irrtümer und auch einige Verfälschungen historischer Fakten. Für die Geschichte bis zum Ende der Republik werden Nepo´s Chronica und eines der Werke De viris illustribus zugrunde gelegt sein. Auch ist es nahe liegend, dass er die Werke von Sallust und Livius herangezogen hat. 8
3. Quellenkritik
3.1 Quellenlage (Überlieferung)
Hermann Bengtson gliedert die Überlieferung des Partherkrieges des Marcus Antonius in vier Gruppen. Die ersten beiden Gruppen bestehen aus der Historia Romana 9 von Cassius Dio und „Leben von Antonius“ 10 von Plutarch.
Die dritte Gruppe bildet sich aus mehreren Historikern. Sie besteht aus Florus 11 , Fontinus 12 , Orosius 13 und Velleius Paterculus 14 . Die vierte Gruppe bildet laut Bengtson Strabon mit seinen geografischen Büchern 15 , der gelegentliche Angaben zum Partherfeldzug des Antonius macht. Den Autor Livius, der in seinem Werk „Periochae omnium librorum“ 16 ebenfalls Angaben zum Feldzug des Antonius gegen die Parther macht, nimmt Bengtson in seine Einteilung der Überlieferung nicht mit auf. Die Einteilung der Gruppen kann in zwei Richtungen erfolgen. Zum einen in eine, dem Antonius freundlich gesinnte Überlieferung und zum anderen in eine antoniusfeindliche Überlieferung. Zu der ersten Gruppe werden Plutarch und Strabon gezählt. Die zweite Gruppe besteht aus Cassius Dio, Livius und die von ihm abhängigen Historiker und Velleius Paterculus. 17 Des Weiteren gibt es bei Strabo 18 , einem Zeitgenossen Antonius, in seiner Erdbeschreibung Angaben, die wichtiger geografischer Natur sind.
Plutarch soll als Quelle die Überlieferung des Q. Dellius gedient haben. Dieser war ein Freund von Marcus Antonius und nahm aktiv an dem Partherfeldzug teil. Q. Dellius wechselte oft die Männer und Seiten, mit denen er befreundet war.
8 Lexikon der Alten Welt, hrsg. von Andresen, C. [u.a.], Zürich und Stuttgart, 1965, 3201f.
9 Cassius Dio: Historia Romana IL 23-31
10 Plutarch: Große Griechen und Römer, c. 37-51
11 Forus: Epitome of roman history
12 Frontinus: Kriegslisten
13 Orosius: Historiarum adversum paganos
14 Velleius Paterculus: Historia Romana
15 Strabon: Erdbeschreibung
16 Livius: Römische Geschichte
17 Bengtson, H.: Zum Partherfeldzug des Antonius, München 1974,10.
18 Strabo: Erdbeschreibung elftes Buch, Kapitel 9
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Es wird überliefert, dass er zu erst ein Freund des Dollabella war und sich dann auf die Seite von Cassius begab und danach die Freundschaft mit Antonius suchte. Als die Lage des Antonius für Q. Dellius nicht mehr günstig erschien, wechselte er erneut die Seiten und suchte die Nähe zu Oktavian auf.
Er hat sich für Antonius schnell unentbehrlich gemacht, denn er ist es gewesen, der die Verbindung zu Kleopatra im Jahre 41 herstellte.
Plutarchs Beschreibungen über den Partherfeldzug sind als Einschub in seinem Werk zu finden. Er hat die Vorlage von Q. Dellius mit Kürzungen versehen und sie in sein Werk eingeführt. Über das Werk des Dellius ist nicht bekannt, in welcher Sprache es verfasst wurde. Sicher ist nur, da es Antonius Leistungen lobt, dass er es in kurzer Zeit niedergeschrieben hat, da er schon vor der Schlacht bei Actium zu Octavian übergelaufen war. Denn nach dem Wechsel zu Octavian hätte er keinen Grund mehr gehabt, Antonius in einem Werk zu loben. 19 Wie weit sich Dellius in seinem Werk auf schriftliche Quellen stützt, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Doch nach Bengtson war ihm das Lagerjournal zugänglich gewesen 20
Cassius Dio lässt in seinem Werk eine antoniusfeindliche Position deutlich werden. Er spiegelt die Auffassungen Octavians wider. Cassius stellt die Ereignisse des Partherfeldzuges einseitig und vereinfacht dar.
3.2 Inhalt der Quellen
Strabon beschreibt im elften Buch, Kapitel neun seiner Erdbeschreibung, das Land Parthien. Er gibt vorwiegend geografische Angaben. Er beschreibt Parthien als kleines Land, dass sowohl in persischen Zeiten und auch unter der Herrschaft der Makedonier Steuern zahlen mussten. Des Weiteren beschreibt er Parthien als ein sehr waldiges, bergiges und unergiebiges Land. Weil das Land sie nicht einmal für kurze Zeit ernähren kann, ziehen Heere schnell hindurch 21 . Das sind die Angaben, die für diese Hausarbeit wichtig sind. Livius schreibt, dass Antonius sich vor dem Beginn des Partherfeldzuges mit Kleopatra vergnügt hat 22 Aus diesem Grund soll Antonius spät in Medien eingerückt sein 23
19 Bengtson, H.: Marcus Antonius. Triumvir und Herrscher des Orients, München 1977,186f
20 Bengtson, H.: Zum Partherfeldzug des Antonius, München 1974,11.
21 Strabo: Erdbeschreibung
22 Livius: Römische Geschichte, Buch CXXX, „ Weil M. Antonius sich mit Kleopatra Vergnügungen hingab“ ,
608.
23 Ebd, „ Rückte er spät in Medien ein“,608.
5
Des Weiteren hat Antonius nach Livius zwei Legionen verloren und das ganze Unternehmen ging nicht glücklich aus. 24 Auch schreibt Livius, dass Antonius auf dem Partherfeldzug von Unwettern heimgesucht wurde und auf dem Rückzug zu Kleopatra eilte. 25 Frontin beschreibt wenig in seinen Kriegslisten. Zum einen beschreibt er, dass das Heer des Marcus Antonius sich gegen die unzähligen Pfeile der angreifenden Parther wehrte, indem es sich zu einer Schildkröte 26 formierte. Er schreibt weiter, dass die Pfeile nutzlos verschossen wurden und dass sich der Vorrat des Feindes deswegen erschöpfte. 27 Ein weiteres Mal wird der Krieg gegen die Parther bei Frontin erwähnt dabei geht es um die Belagerung der Stadt Phraata. Frontin schreibt, dass der Wall des Antonius, den er hat errichten lassen, von den Feinden in Brand gesteckt wurde. Marcus Antonius soll daraufhin, die Männer zweier Kohorten dezimiert haben und je einen Centurio dieser Kohorten hingerichtet. Weiterhin hat er den Legaten unter Schimpf und Schande entlassen und die restlichen Angehörigen der Kohorten mit Gerste verpflegt. 28
Velleius Paterculus beschreibt die Ereignisse des Partherfeldzuges in seiner Historia Romana. Es heißt dort, dass Antonius mit 13 Legionen durch Armenien und Medien zog, um zu den Parthern zu gelangen 29 . Doch soweit sollte es nicht kommen, denn schon auf dem Weg dahin traf das Heer auf den Feind. 30
Laut Velleius Paterculus verlor dabei zwei Legionen mit seinen gesamten Tross und den Kriegsmaschinen. Auch sein Legat Oppius überlebte den Feldzug nicht.
24 Ebd., „ zwei Legionen verloren“, „ nichts glücklich ausging“, 608.
25 Ebd., „ während er zu Kleopatra eilte“, 609.
26 Schildkröte: bei dem Begriff testudo handelt es sich um Soldaten, die in einer Linie aufgestellt ihre
rechteckigen Schilde ohne Zwischenraum Seite an Seite so vor sich hielten, dass sie dem Feind gleichsam eine
Mauer aus Holz und Eisen entgegenstellten. Wenn die Soldaten sich in mehreren Reihen formierten, hoben die
Männer der hinteren Reihen die Schilde über den Kopf; die Soldaten an den Seiten schützten auf dieselbe Weise
die Flanken der Einheit, so dass alle zusammen mit der ersten Reihe einen Panzer bildeten; in dieser Form
konnte sogar marschiert werden. Der neue Pauly. Enzyklopädie der Antike, hrsg. von Cancik, H. und Schneider,
H., Bd. 12/1, Stuttgart und Weimar 2002, 191f.
27 „ Als Marcus Antonius gegen die Parther focht und diese mit einer unzähligen Menge von Pfeilen sein Heer
überschütteten, ließ er seine Männer niederkauern und eine Schildkröte formieren. Als die Pfeile über diese
nutzlos verschossen wurden, erschöpfte sich der Vorrat des Feindes, ohne den Römern Schaden zu bringen.
Frontin: Kriegslisten, übersetzt von Bendz, Gerhard, Berlin 1963, 79.
28 „ Als der Wall des Marcus Antonius von den Feinden in Brand gesteckt war, ließ er von denen, die an der
Schanzarbeit beteiligt gewesen waren, die Mannschaft zweier Kohorten dezimieren, je einen Centurio dieser
Kohorten hinrichten, den Legaten schimpflich entlassen und die übrigen Angehörigen der Legion mit Gerste
verpflegen.“ Ebd., 173.
29 „ Antonius zog nämlich mit 13 Legionen durch Armenien und dann durch Medien und wollte auf dem Weg
durch diese Gegenden zu den Parthern gelangen.“ Vellius, c. Paterculus: Historia Romana. Römische
Geschichte, übersetzt von Giebel, M., Stuttgart1989, 185.
30 „ Er traf aber schon auf dem Marsch auf den König selbst.“ Ebd., 185
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Katharina Schmolke, 2008, Der Partherkrieg des Marcus Antonius, München, GRIN Verlag GmbH
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