Inhaltsverzeichnis.
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1. Einleitung. 03
2. Kurzbiographie Walter CHRISTALLERs. 04
3. Die Theorie der Zentralen Orte, eine Darstellung. 05
3.1. Die Hierarchie der Zentralen Orte. 06
3.2. Die drei räumlichen Anordnungen Zentraler Orte. 09
3.3. CHRISTALLERs Anwendung auf Süddeutschland. 11
4. Kritik am CHRISTALLER’schen Modell. 14
5. Schlussanmerkung. 16
6. Literaturverzeichnis. 17
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1. Einleitung.
Bei der Suche nach Antworten und Gesetzmäßigkeiten, warum Städte groß oder klein sind, wo, warum und wie viele entstanden und nach welchem Ordnungsprinzip sie sich bildeten, verfasste Walter CHRISTALLER im Jahre 1933 seine bedeutende wirtschaftsgeographische Studie "Die zentralen Orte in Süddeutschland“. Diese legt eine deduktive Theorie dar, die anschließend am Beispiel Süddeutschland zur Anwendung kommt. „…die Theorie hat eine Gültigkeit, ganz unabhängig davon, wie die konkrete Wirklichkeit aussieht,…“ (CHRISTALLER 1933).
Die Zentrale Orte Theorie will Standorte absatzorientierter Unternehmen, insbesondere des tertiären Wirtschaftssektors, erklären. Durch
vereinfachende und aus heutiger Sicht veralteten, nicht mehr anwendbaren Prämissen wirkt CHRISTALLERs Theorie realitätsfremd. Eine weitestgehend homogene Gesellschaft, Siedlungsstruktur wird vorausgesetzt. Staatlichen Regelungen kommen nicht zum Einwirken. Ein völliges Ideal wird dargestellt, die räumliche Ansiedlung von Anbieterstandorten ist ein Optimum aus wirtschaftlicher Sicht. Während das gegebene Marktpotential maximal ausgeschöpft wird, minimieren sich die vom Verbraucher aufzubringenden Transportkosten. Eine optimale Versorgung der Bevölkerung ist somit gegeben.
Anwendung in Deutschland fand die Zentrale Orte Theorie in den 1960er Jahren in Raumordungskonzepten und Landes- und Regionalplanungen. Ländliche Siedlungen wurden ausgebaut, um einer Abwanderung entgegenzuwirken. Die Ministerkonferenz für Raumordnung definierte am 08.02.1968 eine Hierarchie in Ober-, Mittel-, Unter- und Grundzentren. Während die Grundzentren die Grundversorgung der Bevölkerung absichern, decken die Oberzentren nicht allein die Grundversorgung, sondern darüber hinaus auch die Deckung des „spezialisierten höheren Bedarfs“ (KULKE, 2004).
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Das Originalwerk von 1933 liegt dieser Arbeit zu Grunde; die Ausführungen sollen sich insbesondere darauf stützen. Sekundärliteratur wurde nachrangig und in geringem Umfang benutzt.
2. Kurzbiographie Walter CHRISTALLERs.
Abbildung 1: HAGGET 1991
Geboren wurde Walter CHRISTALLER 1893 in Calw/Baden-Württemberg. Der Pfarrerssohn, Wanderarbeiter, Soldat (I.Weltkrieg) und Aktivist der Bodenreformer legt 1930 die Prüfung zum Diplomvolkswirt ab und promoviert 1933 mit seiner wirtschaftsgeographischen Studie "Die zentralen Orte in Süddeutschland“. Er ist SPD-Mitglied und geht 1933 ins Exil nach Frankreich, arbeitet aber kurz darauf wieder in Berlin an der Universität. Ab 1940 gehört er zum Arbeitskreis „Zentrale Orte“ der Hauptabteilung Planung und Boden, im gleichen Jahr ist er NSDAP-Mitglied, später wechselt er zur KPD und schließlich erneut zur SPD. Er arbeitet auf Honorarbasis als Privatdozent. Er verstirbt 1969. (HOTTES 1981/82)
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3. Die Theorie der Zentralen Orte, eine Darstellung.
3.1. Die Hierarchie der Zentralen Orte.
Seine Dissertation „Die Zentralen Orte in Süddeutschland“ gliedert CHRISTALLER in vier Teile: in einen theoretischen, einen verbindenden, einen regionalen und einen Schlussteil.
Im theoretischen Teil erläutert er „grundlegende Begriffe“. Er setzt zentrale mit dispersen Orten in Bezug (CHRISTALLER 1933, S.23). An dieser Stelle soll die Definition eines zentralen Ortes kurz dargestellt sein: ein Standort, der einen Bedeutungsüberschuss besitzt. Die eigenen Einwohner und das Umland werden von diesem Ort aus mit zentralen Gütern versorgt. Je höher der Rang eines Zentrums ist, umso breiter ist das Sortiment an zentralen Gütern und Dienstleistungen. Dabei ist die Größe bzw. die Zentralität dieses Ortes nicht an seine Bevölkerungszahl gebunden. Die Zentralität, oder besser der Bedeutungsüberschuss, eines Ortes stellt das Verhältnis an zentralen Gütern und Dienstleistungen pro Einwohner dar. Wenn ein Ort mehr Dienste und Güter anbietet, als seine Bewohner benötigen, besteht ein Bedeutungsüberschuss, er ist von höherer Zentralität als die ihm umgebenen Orte (end. S.26). Als Beispiel führt er eine Arbeitersiedlung an, die Einwohnerzahl ist groß, aber hier werden keine zentralen Güter angeboten, somit ist die zentrale Bedeutung des Ortes gering. Er gehört dem Ergänzungsgebiet (ebd. S.30) eines zentralen Ortes an und wird von diesem mit zentralen Gütern versorgt. Die Größe des Ergänzungsgebietes wird von der Reichweite der zentralen Güter bestimmt (ebd. S.31). Diese gibt die weiteste Entfernung an, die dispers wohnende Bevölkerung bereit ist zu reisen, um ein Gut zu erwerben. Er stellt heraus, dass jedes Gut eine individuelle Reichweite besitzt, die von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst wird, zum Beispiel die Nähe zu anderen zentralen Orten, den Preis, den Einkommensverhältnissen oder der Verteilung der Bevölkerung. Es gibt eine äußere Reichweite, bis zu der das Gut nachgefragt wird. Außerhalb dieser Grenze sind die Konsumenten nicht mehr bereit, die
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Arbeit zitieren:
Vincent Große, 2008, Die Theorie der zentralen Orte nach Christaller, München, GRIN Verlag GmbH
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