Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung / Problemdefinition 3
2 Begriffserklärung von Organisation, Sinn und Wandel 3
2.1 Sinn und Sinnstiftung. 3
2.2 Kommunikation und Sprache. 4
2.3 Zusammenhang von Organisation, Sinn und Wandel. 5
3 Die Sensemaking Theorie von Weick 6
3.1 Die Charakteristika des Sensemakingmodells 6
3.2 Organisationales Sensemaking in Wandelsituationen 8
4 Der Kollaps des Sensemaking im Mann Gulch Desaster. 9
4.1 Praktisches Beispiel des Mann Gulch Desasters. 9
4.2 Analyse des Mann Gulch Desasters auf Basis der Sensemaking Theorie von Weick 11
5 Abschließende Zusammenfassung 12
Literaturverzeichnis 13
Tabellen-/ Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Weicks Organisationsprozessmodell 5
2
1 Einleitung / Problemdefinition
Die moderne Organisationsforschung setzt sich in den letzten Jahren verstärkt mit Veränderungen in und von Organisationen auseinander. 1
Von organisationalem Wandel wird gesprochen, wenn eine maßgebliche Veränderung der Wirklichkeitsordnung zustande kommt und die Form der Organisation in Bewegung gerät. 2 Wandelprozesse in Organisationen können bestehende Routinen entwerten und Unsicherheit sowie Irritationen bei den Individuen hervorrufen. Genau in einer sochen Situation muss es die Organisation schaffen, die Umwelt wahrzunehmen, auf sie zu reagieren und wieder eine Ordnung herzustellen. Ziel dieser Arbeit ist es, den Sensemaking Ansatz von Weick als einen Prozess der kognitiven Konstruktion von Wirklichkeit im Zusammenhang von organisationalem Wandel darzustellen. Sensemaking beschreibt dabei den Prozess, nach dem Individuen und Organisationen mit komplexen Umweltsituationen umgehen, indem sie gemeinsam Sinnzusammenhänge schaffen. Im Rahmen der Erläuterung des Prozesses werden zunächst im zweiten Kapitel begriffliche Grundlagen erklärt. Daran anschließend werden im dritten Kapitel wichtige Charakteristika der Sensemaking Theorie von Weick dargestellt, sowie weiterhin die Bedeutung des Sensemaking in organisationalen Wandelsituationen erläutert. Im viertel Kapitel wird das Mann Gulch Desaster als praktisches Beispiel für den Kollaps des Sensemaking in einer kleinen Organisation dargestellt. Zudem erfolgt eine Analyse des Desasters. Das fünfte Kapitel enthält eine abschließende Zusammenfassung.
2 Begriffserklärung von Organisation, Sinn und Wandel
2.1 Sinn und Sinnstiftung
Um eine Grundlage für das Verständnis von Weicks Sensemaking Theorie zu schaffen, werden in diesem Kapitel begriffliche Grundlagen erläutert.
Traditionell wird Sinn häufig metaphorisch als Bild gesehen, welches von außen an die Beobachteten herangetragen wird. Innerhalb des kognitiv orientierten Sensemaking Konzepts von Weick ist der Begriff des Sinns aber buchstäblich als Sinnstiftung, als Essenz des Denkens und Handelns zu verstehen 3 . Sinn ist also nach Weick die Grundkategorie des
1 Vgl Scherm, E/Pietsch, G: Organisation, 2007, S.231
2 Vgl Rüegg-Stürm, J: Organisation und Organisationaler Wandel, 2001, S. 263
3 Vgl Weick, K: Sensemaking in Organizations, 1995, S. 16
3
menschlichen Seins und stellt somit die Ursache und Wirkung allen menschlichen Handelns dar. 4
Dabei besteht die kleinste denkbare Grundstruktur der Sinnstiftung nach Weick aus zwei Begriffen und einer Verknüpfung. Menschen innerhalb einer Organisation beziehen beispielsweise eine momentane Situation auf eine bereits in der Vergangenheit erlebte Situation. Menschliches Handeln und Denken im Sinne von Weick erfordert somit, permanent Bezüge in gegenwärtigen Situationen zu schaffen, um Sinn herzustellen. 5 Der Inhalt des hergestellten Sinns kann dabei von Ideologien, Paradigmen, Handlungstheorien, Traditionen oder Geschichten beeinflusst werden, da das Individuum durch diese ihm bekannten Bezugsrahmen der neuen Situation eine Bedeutung zuteilen kann. 6
2.2 Kommunikation und Sprache
Nach Weick hat Kommunikation eine große Bedeutung in der organisationalen Umwelt, denn durch Sprache kann ein gemeinsames, stabiles Grundgerüst aufgebaut werden, welches die Individuen zusammen-hält und zudem Informationen vermittelt. 7 Um Sinn sozial vermitteln zu können, dient Sprache zudem als Bindeglied zwischen interindividuellen Kognitionen und sozialen Handlungen. 8 In Organisationen sind Konversationen somit wichtig, um kollektiven Handlungen Bedeutungen zuzuweisen, d.h. um Sinn zu stiften. 9 Besonders in komplexen Organisationen, die für Wandel und auch daraus resultierende Katastrophen anfällig sind, ist sowohl verbale als auch noverbale Kommunikation ausschlaggebend, um Koordination und Ordnung herzustellen. 10 Zudem ist Sprache ein wichtiges Medium der Gestaltungsfähigkeit des Menschen, da die Konstruktion von Sätzen immer eine Strukturierung und Definition von gedachten Sachverhalten voraussetzt, und die Bedeutung des Gedachten somit verständlich an die Interaktionspartner vermittelt wird. 11
4 Vgl Weik, E./Lang, R.: Moderne Organisationstheorien 1, 2005, S. 159
5 Vgl Weik, E./Lang, R.: Moderne Organisationstheorien 1, 2005, S. 166-167
6 Vgl Weick, K: Sensemaking in Organizations, 1995, S. 132
7 Vgl Weick, K: Sources of order in underorganized systems: Themes in recent organizational theory, in
Organizational theory and inquiry, 1985, S. 128
8 Vgl Weik, E./Lang, R.: Moderne Organisationstheorien 1, 2005, S. 168
9 Vgl Weik, E./Lang, R.: Moderne Organisationstheorien 1, 2005, S. 168
10 Vgl Weick, K: The collaps of sensemaking in organizations: The Mann Gulch disaster, in American Science
Quarterly, Dec 1993, S. 644
11 Vgl Weik, E./Lang, R.: Moderne Organisationstheorien 1, 2005, S. 182
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Arbeit zitieren:
Verena Naunheim, 2009, Begriff und Bedeutung des Sensemaking im Kontext von Wandelprozessen, München, GRIN Verlag GmbH
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