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Inhaltsverzeichnis
Einleitung : 'LH5HLFKVUHIRUPDOVÄ.RQVROLGLHUXQJVYRUJDQJ " 2
I. 'HUÄ5HIRUPUHLFKVWDJ YRQ:RUPV 4
II. Vom Frankfurter Reichstag zum Augsburger Reichstag (1496-1511) 9
III. Der Reichstag in Trier und Köln (1512) 11
IV. Fazit: Die institutionelle Durchdringung des Reiches 12
V. Literaturverzeichnis 13
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Einleitung: 'LH5HLFKVUHIRUPDOVÄ.RQVROLGLHUXQJVYRUJDQJ³"
Die Forschungsliteratur zur Reichsreform lässt weder bei der Motivationsfrage, noch bei der Frage nach der zeitlichen Einordnung, eine Spur von Homogenität erkennen. Während die Verfasser älterer Arbeiten davon ausgingen, dass die Reichsreform mit dem Ziel der Modernisierung und Verstaatung verbunden war, und sie die Reform somit als gescheitert betrachteten (vgl. Höfler 1850; vgl. Molitor 1921), versucht man in der gegenwärtigen Forschung einen anderen Ansatz zu begründen: Hier wird die 5HLFKVUHIRUP DOV Ä.RQVROLGLHUXQJVYRUJDQJ³ $QJHUPHLHU YHUVWDQGHQ Verbunden wird dieser Prozess mit dem Ziel, einen permanenten Landfrieden herzustellen und das Zusammenleben rechtlich zu regeln. Somit seien staatspolitische Ideen und die damit verbundene politische Sphäre eng mit dem Bedürfnis nach sozialem Frieden und rechtlicher Durchdringung des Zusammenlebens verknüpft (vgl. ebd.: 24). Im Kern ging es also darum, die Differenz zwischen Rechtsbefugnissen und Umsetzung dieser Befugnisse aufgrund der fehlenden Macht zu beheben. Getragen wird diese Annahme von einem Gesandtenbericht Niccolò Machiavellis (1469-1527). Der italienische Philosoph und Geschichtsschreiber war als Staatssekretär der Republik Florenz für die Außenpolitik zuständig und war in diesem Zusammenhang im Reich unterwegs. 1507/08 resümierte er, dass dieses riesige Heilige Römische Reich Deutscher Nation zwar fast unbegrenzte Macht habe, aber niemand sie nutzen könne (vgl. Herbers & Neuhaus 2005: 188). Es mussten also Institutionen geschaffen werden, die jene Macht der obersten Reichsgewalt bzw. der Reichsstände konsolidieren sollten (vgl. Angermeier 1984: 29f.).
In direkter Konkurrenz standen dabei Maximilian I. (1459-1519), seit 1486 König des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, und die Reichsstände unter Führung des Mainzer Erzbischofs und Kurfürsten Berthold von Henneberg (1441-1504). Während Maximilian I. ein monarchisch-zentralistisches Reich favorisierte, strebten die Reichsstände ein Reich mit einem ständisch-föderalen Prinzip an (vgl. Kohler 2006: 39). Überraschen dürfte das Selbstbewusstsein der Reichsstände nicht, konnten sie doch ihre Macht in den eigenen Territorien sichern und ausbauen. Der Anspruch zur Mitregierung war somit eine logische Konsequenz. Getrieben wurden beide Parteien
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von der Erkenntnis, dass nur eine funktionierende Rechtsordnung einen inneren Frieden gewährleisten könnte.
Zeitlich wird die Dauer der Reichsreform von den Historikern ganz unterschiedlich verortet. Während Angermeier die spätmitteralterlich-frühneuzeitliche Geschichte des 5HLFKHVDOVÄ'DXHUUHIRUP³$QJHUPHLHUEHJUHLIWLVW.RKOHUV(LQJUHQ]XQJDXIGLH Jahre 1485 bis 1495 schlicht falsch. Verwunderlich ist die Eingrenzung ebenfalls, da Kohler selbst die Jahre um 1500 als Konstituierungsphase aller wichtigen Reichsorgane begreift (vgl. Kohler 2006: 39). Ich schlage deswegen vor, die Reichsreform besonders auf die Jahre zwischen 1495 (Reichstag in Worms) und 1512 (Reichstag in Trier und Köln) zu beziehen. Dabei ist jedoch das Jahr 1512 nicht als Endpunkt der Reichsreform zu begreifen. Vielmehr sind die 17 Jahre im Sinne Kohlers als Konstituierungsphase zu verstehen und als solche auch zu charakterisieren.
Ich werde mich zunächst dem Reichstag von Worms widmen (I.), bevor ich dann die Reichstage zwischen 1496 und 1511 kurz darstellen werde (II.). Der Reichstag von 1512 soll dann in den Fokus der Betrachtung rücken (III.), um am Ende die Konstituierungsphase der Reichsreform als EinOHLWXQJIUÄGLHQHX]HLWOLFKH5HLFKV- und 5HLFKVYHUIDVVXQJVJHVFKLFKWH³1HXKDXVFKDUDNWHULVLHUHQ]XN|QQHQ
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I. 'HUÄ5HIRUPUHLFKVWDJ³YRQ:RUPV
Verstehen wir dHQ:RUPVHU5HLFKVWDJDOVÄ5HIRUPUHLFKVWDJ³.RKOHUGDQQ verwundert nicht, warum dieser als Startpunkt der Reichsreform gelten muss. Einberufen wurde der Reichstag von König Maximilian I. im November 1494. Im Februar 1495 sollten die Reichsstände mit dem König zusammen treffen. Der König wählte Worms aus, um seinen Status als Verhandlungsführer zu demonstrieren. Worms war zu diesem Zeitpunkt reichsunmittelbare Stadt und somit dem König direkt unterstellt. Die Beratungen begannen jedoch nicht schon im Februar, sondern erst am 26. März 1495. Die Reichsstände wählten Berthold von Henneberg zum Vorsitzenden, ZDVGHVVHQ5ROOHDOVÄ2SSRVLWLRQVIKUHU³GHXWOLFKEHNUlIWLJWH Der Reichstag setzte sich neben dem König aus dem Kurfürstenrat (zu dem auch Berthold von Henneberg gehörte), dem Reichsfürstenrat und dem
Reichsstädtekollegium zusammen. Alle drei Gruppierungen berieten getrennt voneinander und stimmten auch getrennt voneinander ab. Deutlich wird hier, dass ein JHPHLQVDPHV9RUJHKHQDOVÄ5HLFKVRSSRVLWLRQ³HUVFKZHUWZXUGH
Aus welchen Motiven der König den Reichstag einberief, ist in der Forschung umstritten. Holleger geht davon aus, dass Maximilian I. primär an die französische Italienpolitik und den bevorstehenden Türkenkrieg gedacht hatte. Der französische König Karl VIII. hatte die Medici aus Florenz vertrieben und Neapel erobert. So sei Maximilian I. gezwungen gewesen, zu handeln. Dies sei aber nur mit finanzieller Unterstützung der Reichsstände möglich gewesen. Holleger argumentiert, dass der König genau aus diesem Grund eine Beratungsfrist von nur 14 Tagen festgesetzt hatte. Er sei von der Unterwürfigkeit der Reichsstände ausgegangen und wollte die Verhandlungen gar auf den Weg nach Italien führen (vgl. Holleger 2005: 119f.). Anders sieht das Wiesflecker: Maximilian I. habe sehr wohl eingesehen, dass nur eine Reform des Reiches dessen Großmachtstatus sichern könne. Somit habe auch der Reformgedanke im Vordergrund gestanden (vgl. Wiesflecker 1975: 396). Ähnlich sieht das Angermeier, der hier die universal-kaiserlichen Vorstellungen betont. So wollte Maximilian I. die Legitimation der Kaiserwürde künftig durch seine europäische Führungsrolle erreichen. Laut Angermeier sah der König eben genau den Reichstag als
Arbeit zitieren:
Robert Griebsch, 2009, Die Reichsreform zwischen 1495 und 1512, München, GRIN Verlag GmbH
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