Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Humankapitalzufluss in den Industrieländern. 4
3. Brain Drain in den Herkunftsländern 6
4. Brain Gain in den Herkunftsländern 8
5. Möglichkeiten zur Begrenzung des Brain Drain. 9
6. Fazit 10
7. Literatur 10
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1. Einleitung
Die Wahl zum Unwort des Jahres 2004 hat gezeigt, welch große Bedeutung und welch großes öffentliches Interesse das Wort „Humankapital“ erreicht hat. Die hitzige Debatte und der Streit zwischen Ökonomen auf der einen Seite und Sprachwissenschaftlern auf der anderen Seite über diese Wahl zeigt wie kontrovers „Humankapital“ verstanden wird. Humankapital mache Menschen „zu nur noch ökonomisch interessanten Größen“ heißt es in der Begründung der Jury. Ökonomen hingegen sehen in dem Begriff „den Erfolgsfaktor, die Ressourcen und das Potential, welches maßgeblich den wirtschaftlichen Erfolg einer Volkswirtschaft determiniert“.
Die Grundlage der Humankapitaltheorie wurde von Gary Stanley Becker mit seinem Werk „Human Capital: A Theoretical and Empirical Analysis, with Special Reference to Education (1964)“ gelegt. Außerdem gelten Theodore Schultz und Jacob Mincer als Mitbegründer der Humankapitaltheorie.
Humankapital wird in den Studien der vergangenen Jahrzehnte als die zentrale Ressource für das Wachstum einer Volkswirtschaft bezeichnet. Nahezu alle neueren Studien der Wachstumstheorie gehen davon aus, dass Wachstum letztendlich von drei großen Ressourcen bestimmt wird: Kapital, Arbeit und technologischer Fortschritt. Dort wo das Grenzprodukt des Kapitals nahe 0 liegt, kann also nur noch Zuwachs an Humankapital oder technischer Fortschritt für Wachstum sorgen 1 . Es stellt sich also die Frage wie man das Humankapital eines Landes erhöhen kann. Zu diesem Thema existieren verschieden theoretische Ansätze, von denen ich einige kurz vorstellen möchte :
‐ Professor Straubhaar von der Universität Hamburg plädiert seit Jahren dafür
‐ Auch die Erhöhung des Renteneintrittsalters hat in Deutschland zu einer
‐ Zuwanderung bildet eine weitere Möglichkeit zur Akkumulierung von Humankapital. Beispiele hierfür sind die Gastarbeiterbewegungen nach
1 Vgl. u.a. Solow ‐ Growth Theory - An Exposition (1988)
2 Vgl. Prof. Straubhaar - Integration durch Bildung und Arbeit (10.10.2008), Berlin
3 Vgl. Synthesebericht ‐ Steigerung der Investitionen in Humankapital durch bessere Bildung und Qualifikation 3
Die Zuwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte wird im Allgemeinen als „Brain Gain“ bezeichnet. Die entsprechende Abwanderung als „Brain Drain“. Empirisch lässt sich folgender Trend abzeichnen: Hochqualifizierte Arbeitskräfte wandern vor allem von Entwicklung- und Schwellenländern in Richtung westliche, industrialisierte Welt. Große Wanderungen Hochqualifizierter finden außerdem zwischen den Industrieländern statt.
2. Humankapitalzufluss in den Industrieländern
Humankapitalzufluss bezeichnet den Zufluss von Humankapital in Form von hochqualifizierten Arbeitskräften und ist aus verschiedenen Gründen für viele Volkswirtschaften von außerordentlichem Interesse. Im Folgenden werde ich einige Beispiele und Ausführungen zu aktuellen Entwicklungen verschiedener Volkswirtschaften im Bezug auf die Akkumulierung von Humankapital aufzeigen.
In den deutschen Medien ist seit geraumer Zeit immer wieder von einem sogenannten Fachkräftemangel zu hören 4 . Vor allem technisch und naturwissenschaftlich hoch ausgebildete Arbeitskräfte machen sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt rar und dieser Mangel kann sogar das Wachstum gefährden, wenn Firmen ihrer guten Auftragslage nicht mit qualifizierten Arbeitern und qualifizierter Arbeit gerecht werden können. Es besteht also offensichtlich ein Anreiz für die deutsche Politik, Fachkräfte oder solche die auf dem besten Wege dazu sind Fachkräfte zu werden in die Bundesrepublik zu locken. Doch grundsätzlich gilt noch immer der „Anwerbestopp“ von 1973, welcher mit zahlreichen Ausnahmen für Saisonarbeiter etc. versehen ist. Frei ist der Eintritt in den deutschen Arbeitsmarkt für Arbeitskräfte aus den EU-Ländern (die jüngsten EU-Beitrittsländer genießen allerdings erst nach Ablauf einer Übergangsfrist volle Arbeitnehmerfreizügigkeit). Ab 2000 versuchte die Bundesregierung mit der „Green Card“ Fachkräfte nach Deutschland zu locken. 18.000 Greencards wurden bis 2004 vorwiegend an IT-Spezialisten ausgegeben. Durch das 2005 in Kraft getretene Zuwanderungsgesetz sollten Fachkräfte weiterhin einen erleichterten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erhalten. Nach Schätzungen des Bundesamtes für Migration erhielten 2005 jedoch nur circa 1000 hochqualifizierte ausländische Arbeitnehmer eine Niederlassungserlaubnis in Deutschland. 2006 waren es sogar nur noch circa 500. 5 Auch der demographische Wandel macht der BRD zu schaffen. Eine über Jahre defizitäre Fertilitätsrate
4 Vgl. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 15.04.2007, Nr. 15 / Seite 36
5 Vgl. FAZ.net : Fachkräftemangel : Deutschland öffne Dich, 16.06.2007 4
Arbeit zitieren:
Jan Sachau, 2009, Humankapital, München, GRIN Verlag GmbH
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